Samstag, 25. Oktober 2014
Post aus Minsk
Dankenswerterweise hat Frau Abel mir seinerzeit sowas von auf Russisch die Leviten gelesen, dass ich nicht nur glatt 1,0 in der Vorprüfung hatte, nein, ich konnte sogar heute noch die Adresse des Absenders entziffern, der uns einen Brief aus Minsk schickte.

Aha, so überlegte ich frisch fiebrig und fulminat schlüssig: Kenn ich nicht.

Da als Adressat aber Familie Cabman stand, was ich ja auch bin, habe ich den Brief trotz Abwesenheit Frau Cabmans geöffnet und war dann aber was bassbaff erstaunt:



Ein Dankesschreiben für ein Päckchen, welches wir letzes Jahr zu dieser Zeit etwa abgegeben haben. Erstaunlich.

Ich frage mich seit vorhin, ob die bedürftige Familie das Paket wirklich jetzt erst bekommen hat. Also nicht wegen des Schreibens, sondern um der Familie Willen. Egal.

Das Briefpapier ist billigste Qualität, der Ausdruck auch und wenn schon die Bilder nicht kurz dafür sorgten, dass ich mich unwohl fühlte, dann bestimmt aber die ungelenke Übersetzung:



Vielleicht ist es meine Erfahrung der Aufgeregtheit, wenn wir damals die Westpakete meine Tante bekamen, die mich nachvollziehen lässt, wie erstaunlich wohl der Päckcheninhalt in den Augen eines 5-Jährigen weissrussischen Jungen wirken muss.

Egal.

Es freut mich, wenn es andere freut und wenn Sie auch mitmachen wollen: So geht´s.

Glauben Sie einfach mal einem Kind der Zone: allein der Duft, wenn wir diese Pakete aufmachten, war Wunder genug!

Und es ist nicht der Wert des Inhaltes, der den Wert Handlung bestimmt. Zu keiner Zeit und unter keinem Umstand.


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Dienstag, 21. Oktober 2014
Das Bunte im Grauen mit Grauen
Ich war in den Niederlanden. Das Schönste dort waren meine Kollegin und die Lampen im Frühstücksraum des Hotels.



Dann war ich in Italien. Out in the stix.

"Ein bisher touristisch unerschlossenes Gebiet", berichtete unser uns abholender Gastgeber entschuldigend.

"Aus gutem Grund", antwortete ich eher fühlend, da nicht wissend.

Der Termin fand in einem Gebäude frühsozialistisch anmutender Bauart statt, ich fühlte mich daher sehr wohl und wir wurden uns schnell einig.

Man brachte uns dann in ein Hotel, dass beste am Platz. Diese Behauptung fand ihre Begründung wohl in der Tankstelle direkt gegenüber des Eingangs, neben dem sich auch gleich der "Lounge-Bereich" befand. Gab also immer was zu gucken.

Was es dafür nicht gab, war was zu essen, aber "... einen richtig guten Wein."
Wir konnten dies nicht verifizieren. Die Erinnerung an den Geschmack ging wie alle anderen während des abends verlustig. Gab ja auch kein Essen.

Am nächsten Morgen stand das Taxi pünktlich 4.50 Uhr vor der Tür. Es gibt keinen Gott.



Ich war dann in Zürich.

Die Rezeptionistin begrüßte mich mit den ähm rezeptionistenwarmen Worten "Chön dhass Sie wieder dahisinn, Cher Cabman. Für Schtammchäste chaben wir heute wasch Besonders: Sie dürfen in unserer neuen Kategorie übernächten, ohne Aufpreisch."

War dann auch toll. Muss mir leider ein neues Hotel in Zürich suchen, weil nach dem Totalumbau die Zimmer nicht mehr zu bezahlen sein werden. Pff. 450CHF. Pff.



Ach Steve, bei dir hätte es sowas nicht gegeben:


Und dann noch Zahnarzt. In Zürich!

Der Kongress, weswegen ich überhaupt in Zürich weilte, war mhm... ganz nett. Das beste Chart, eines, welches mich eigentlich nur bestätigt, war dieses:



Und das Hochlicht realsatirischer Realsatire gab es dann am Züricher Hbf und zwar im Zeitungkiosk:




Farblich passend zum Überraschungsei...und überhaupt war das alles sehr harmonisch. Auch farblich.



Ich habe ja nicht nur einen Schwiegervater, sondern einmal im Jahr auch Geburtstag. Beides zusammen führte mich nach Dortmund und uns zum Auswärtssieg.

Und ich sachte noch: "Stell dir mal vor, wir würden euch jetztr auch noch drei Punkte zocken." Erst wurde gelächelt und dann fuhren wir schweigsam nach Hause.



Auf der Suche nach ollem Krempel, zwecks Zuführung neuer Verwendung, beliebte es mir, in kinderlosen Jahren, zur frühen Stund, mich auf den Flohmärkten in der Stadt zumzudrängeln.

War ich also nach langer, langer, langer, langer, langer Zeit mal wieder auf einem und war geschockt. Eine wahre Parallelwelt.

Ich empfehle den Senatoren der Stadt, sich einen Vormittag dort hinzustellen und nur zu beobachten.

Wir sollten uns schämen.



Ich habe ja nicht nur Geburtstag und einen Schwiegervater, sondern auch zwei Kinder und eines davon ist alt genug, um zu.... ach egal.

Schwiegervater will seine hunderttausendste Transalp fahren und wir sollen mit.

Soweit kommt das noch. Ich trainiere nun das Kind. Wenn ich es mitschicke ist Schwiegervater mit Aufpassen beschäftigt und merkt nicht, dass ich nicht dabei bin. Das nennt man einen Plan.



Dann hatte ich Urlaub. Kommt selten genug vor. Genau wie der dazugehörige Auftragstzettel mit Dingen, die Hr. Cabman zu erledigen hat. Letzter Punkt Holzhacken. Hier der Roman dazu.

Kommst Du zum Essen?
Ja.
Aua.
Oh.
Ich glaub, ich brauch ein Pflaster.
Ich glaub, du brauchst einen Krankenwagen.
Niemals.
Peter, kannst du mich ins Krankenhausfahren?
Wie haben Sie das denn gemacht?
Bitte in den gelben Wartebereich.
Das dauert aber lange.
Was haben wir denn da?
Das werden wir nähen.
Erstmal röntgen.
Oh.
Eigentlich ist der Finger ab.
Oh. Merkt man gar nicht.
Wann haben Sie zuletzt gegessen?
Niemals.
Es ginge auch nur lokal - tut aber weh.
OK.
Was haben wir denn da?
Machen Sie das beruflich?
Jetzt pieckst es kurz.
Merken Sie noch was?
Oh.
Nicht schön.
Akkuschrauber bitte.
Bitte den Seitenschneider.
Halten Sie das noch aus?
Tolle Sauerstoffsättigung haben Sie und einen erstaunlich ruhigen Puls.
Also das geht so nicht.
Was mach Sie beruflich?
Ich lass das jetzt so, die Einschränkung ist zu vernachlässigen.
Sie brauchen jetzt eine engmaschige Betreuung.
Tschüß!
Schönes Wochenende.
Ich soll hier noch ein Röntgenbild machen.
Mir hat keiner was gesagt.
Ah.
Nun aber.
Warten Sie im gelben Bereich auf den Arztbrief.
Na, ging es?
Was? Achso.
Na dann.
Danke. Tschüß.-
Holst du mich ab?
10 Minuten.
Zu Marcus, der hat sich wahrscheinlich die Schultergebrochen.
Ach.
Erzähl mal.
Also.
Wie haben Sie das denn gemacht?
Bitte in den gelben Wartebereich.
Das dauert aber lange.
Was haben wir denn da?
Das werden wir nähen.
Erstmal röntgen.
Oh.
...
..
.







Sonst war nix weiter.


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Freitag, 19. September 2014
Ackergiganten....


oder die Welt neu entdecken.

Früher, es gab noch die DDR und von einer falschen Neun hatte ich noch nie gehört, da spielte ich in einem Verein Fussball.

Wir hatten damals außer Nix auch noch die häßlichsten Trikots der Liga, ähnlich denen, die Real heute hat. In Ergänzung all dieser Lästerlichkeit hieß unser Verein dann auch noch Traktor *Dorfname*.

Jut, der Dorfname war auch schon nicht so prall, aber warum musste es dann auch noch Traktor sein und nicht FC *Dorfname* oder SC *Dorfname*?

Ich sehe in dieser kombinierten Unglücklichkeit aus Name und Trikotfarbe und den daraus resultierenden Schmähungen unserer Mannschaft einen maßgeblichen Grund, warum wir nie unser Potential voll entfalten konnten und immer im unteren Mittelfeld rumdümpelten. Ist doch alles psycholohogischh. Wie beim Bloggen also.

Egal. Heute weiß ich, das es ein Menge Menschen gibt, die überhaupt kein Problem mit Traktoren haben und auch ich sah mich schon mit meinem "The Elephant" in so einer Wellblechhütte wohnen und Sonntags würde ich immer pünktlich gegen 04:00 Uhr den Kessel einheizen, sodass ich dann gegen 08:00 zum Bäcker tuckern kann.

Vielleicht auch nicht.

Ich bin mir aber sicher, dass ich einen Menschen sehr glücklich gemacht habe. Und mehr sollte man wohl nicht wollen.


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