Freitag, 22. Mai 2015
So was, dachte ich
Meine Frau erklärte mir gerade, dass dieses ...öhm, ... also man nennt es auf- oder angesprungenen Pony. Sagt die Friseuse. Alles nur, weil Ally McBeal mich nebst Gattin zum Fest eingeladen hat. Man muss da Schlips tragen. Habe ich schon seit zwei Jahren nicht mehr gemacht. Mal sehen.

Ich war dann in diesem Land, in diesem Hotel, mit diesen Lampenarrangement. So was, dachte ich, wäre was für den Flur... wenn nur die Deckenhöhe nicht wäre.




Wir kamen dann angeflogen, Kurve rechts über der Stadt und dann geht kurz die Wolkendecke auf. So was, dachte ich, ist so schön, dass kann nur Natur.



Zur Erbauung und Entspannung, vor allem aber, weil Frau sich das wünschte, wollte ich ein Bild für übers Bett malen. So was, dachte ich, kann ich, um dann festzustellen, dass dem nicht so ist, da das Bild nun über der Couch hängt. Röhrender Hirsch neuinterpretiert. Signatur kommt noch, glaubt einem ja sonst keiner.



Cabkid N°2 macht erste Versuche mit Gras. So was, dachte ich, kann jeden mal umhauen. Wie sehr ich das liebe. Das andere auch.



Ich war dann in diesem anderen Land und entdeckte auf der Reise dahin, im dargereichten Entspannungsformat folgende Anzeige. So was, dachte ich, sind also die Auswirkungen, wenn die Krise direkt vor der Tür stattfindet. Jedem seinen Kampfanzug.



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Freitag, 1. Mai 2015
Alles nur wegen des Schweins
Wenig Menschenhäuser. Allerorten prunken Stahl und Glas auf des Erden historischen Grund zum Behufe der beruflichen Wirkung. Altes fügt sich ohne Widerstand der Dominanz architektonischer Moderne.

Der Mensch, er hastet. Fliegende Aktentaschen und ebensolches Haar. Unsoziale Teilhabe an sozialen Netzwerken, die, von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bestätigt, in zu hohem Maße konsumiert, die menschliche Empathiefähigkeit negativ beeinflusst. Ihr Facebook-Zombies und Twitter-Ghouls. Die nächsten 100 Jahre CDU regiert.

Kurzum: Ich war in Novemberregen-Town.

Die Dame am Check-In fragte ich höflich, ob es nicht noch ein Zimmer meinem Niveau entsprechend auf einem etwas niedrigerem Level gäbe. Und? Was glauben Sie? Stimmt:



Diesmal, Frau Novemberregen, war es nur der 12te. Sie wissen schon, dort, wo man diese Teppiche hat. Und wieder musste ich an Sie denken und die Gläsernheit des Fahrstuhls bei Ihnen gegenüber. Egal. 12 ist auch viel zu hoch.

Danach, aber nicht ohne vorher, also dazwischen, gefrühstückt zu haben, beliebte es meiner Zweimannreisegruppe nach Wiesbaden zu fahren.

Dort gab es eigentlich nix, was Sie interessieren könnte, ausser vielleicht die Tatsache, dass ich mich nicht wegen des Schweins eingekriegt habe:



Da stopp-go-ten wir auf einer gar breiten Strasse, wenn nicht sogar Allee, die all ihre Prächtigkeit durch die sie säumenden Gebäude erhielt und kamen, nach geschätzen zwei Metern Wegstrecke innerhalb von 30 Minuten, direkt vor einer Eisdiele zum Stehen.

Müde schweiften meine Gedanken und Blicke durch die uns umgebende Wohlstandstristess und wie entfachte sich mein Interesse, als deren Szenerie um die Prägnanz dieser Frau nebst Schwein bereichert wurde. Und gerade so, als wäre Frau mit Schwein an der Leine, was man so nur aus Swinger-Clubs kennt, nicht schon bemerkenswert genug, fütterte diese jenes und zwar mit dem eiskalt Erworbenen.

Kann es eine schönere Expression für die Kluft zwischen Habenden und Wollenden geben?

Doch, bei weiterer Überlegung und respektierend das nützliche Wissen, welches, versteckt zwischen all der grellbunten Selbstdarstellung der sogenannten Key Note Redner, erst vorvorneulich in mein Bewusstsein drang, stellte sich mir die Frage, ob es nicht gilt, die Frau zu bedauern?

Vielleicht ist auch sie nur ein Opfer der Generation individueller Überselbst- verwirklichung, die in ihrer extremsten Form in absoluter Beziehungsunfähigkeit gipfelt. In der harmloserern Variante dieses Kompetenzmangels hat man dann Lebensabschnittsgefährten, am anderen Ende Skala wartet das Haustier als Partnerersatz.

Man kann bei dieser Frau mit Schwein nur mutmaßen, aber generell gibt es eine Korrelation zwischen Beziehungslosigkeit und Haustierhaltern, gerade auch bei der Generation "Y" und hier im Besonderen von jungen Frauen beeinflusst.

Das sag übrigens nicht ich, vielmehr teile ich mit Ihnen bereits erwähntes Wissen, mit welchem ich zugedröhnt wurde. Es ging bei diesem einen Vortrag um "Die Demografische Zeitenwende".

Folgende Kernthesen wurden dann mit allerlei Zahlenmaterial unterfüttert:

Wir werden weniger
Wir werden älter
Wir werden bunter
Wir leben allein
Wir verändern unsere Werte und Einstellungen

Ich will das jetzt gar nicht alles wiederkäuen, nur dieses eine Chart hier zeigen:





Ich finde das sind ganz erstaunliche Entwicklungen und wenn Sie auf der Suche nach einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell sind, sollten Sie Vermieter oder Haustierfutterproduzent werden.

Mich persönlich würde in diesem Zusammenhang das Ergebnis einer Korrelationsanlayse zwischen Haushaltsgröße und verschreibungspflichtiger Psychopharmaka interessieren, da Mensch doch ein Herdentier ist...

Egal.

Hauptvereinzelungsbegründungen:

- Sinkende Alstersterblichkeit

- Verändertes Heiratsverhalten und Familiengründungsprozess

- Sinkende Geburten und Kinderanzahl je Haushalt

und wachsende Zahl von Partnerschaftsmodellen

Da Übliche also, welches dann noch Abrundung fand in Form eines kurzen Ausfluges in die Prognose zukünftiger Alterzusammensetzungen, die ja nun so neu auch nicht sind.

Hinblicklich meiner Gedanken aus verlinktem Beitrag und in deren Verknüpfung mit diesen neuen Information + der Einbindung von Ein- und ansichten aus einer anderen Präsentation, die den schönen Namen hatte "Wie lernt der Mensch - Einsichten aus der Gehirnfoschung" von Prof. Dr. Dr. Spitzer von der Uni Ulm, bekomme ich nun tatsächliche eine etwas andere, nicht unbedingt eine verständisvollere, aber mehr verstehende Sicht der Dinge.

Nun habe ich ein Ahnung, warum es in Hamburg möglich war, Mietminderung von 10% einzuklagen, weil auf dem Bolzplatz nebenan Lärm gemacht wird. Letzte Woche wurde diese Urteil zwar vom Bundesgerichtshof aufgehoben und an die Vorinstanz zurück gewiesen. Aber das es überhaupt dazu kam....

Egal. Ich glaube wir werden derlei Aktionen zukünftig vermehrt sehen, da wir wir auf dem Weg der Überalterung wahrscheinlich demnächst eher eine Trennungslinie zwischen den Generationen als zwischen Ideologien oder gar irgendeinem Klassenkampf haben werden.



Wenn ich mir dann zusätzlich noch dieses Chart des Prof. Dr. Dr. Spitzer vor Augen halte, habe ich auch die schlimme Befürchtung, dass im Fahrwasser dieser Entwicklungen die zu verteilenden Ressourcen nicht unbedingt zielführend, im Sinne einer am nutzbringensten Art verwendet werden. Wieso wird überhaupt noch ein Euro für Erwachsenenbildung ausgegeben, wenn der ROI für Bildungsmaßnahmen im Preschool und School - Alter am höchsten ist und eben diesen Kindern die Zukunft eh gehört?

Vielleicht weil alte Menschen im Jetzt über Dinge befinden, deren Auswirkungsinkubationszeit ihre Restlebenserwartungen überschreiten? Oder weil sich Arbeitzslosenstatistiken damit pimpen lassen?

Wie auch immer, der Beitrag sollte eigentlich nur des Schweines wegen erstellt werden und nun bin ich wieder weitläufig abgeschwiffen. Da sollte Ihre, die Sie bis hier hin durchgehalten haben, Ausdauer auch belohnt werden und zwar mit der Erkenntnis, dass folgende Schulfächer hinblicklich einer allumfassenden Gehirnentwicklung förderlich sind:

Sport!
Musik!
Theaterspiel!
Kunst, Hand-Arbeit!

Nur so, falls Sie dann doch noch planen, die Alterspyramide zu retten.

Habe die Ehre


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Freitag, 17. April 2015
Heroes


Ally McBeal lachte und erzählte, es wäre Captain Future.

"Ach was," sagte ich völlig entgeistert, "bei Ihnen auch?"

"Ja. Ich habe mir sogar jetzt Hörbücher gekauft und tatsächlich die erste Geschichte beim Kochen am Wochenende gehört. Gott, waren die platt und vorhersehbar, aber die STIMMEN!"

"Echt?"

"Klar, das waren doch damals hervorragende Zeiten. Alles ein bisschen einfacher und weniger komplex. Überschaubarer."

"Stimmt. Und Wochenende war, wenn der letzte Laden um 13.00 auffem Samstag geschlossen hatte."

"Genau! Und bei Ihnen? Welche war Ihre Lieblingsserie?"

"Neben Captain Future gab es nur noch Colt Seavers, schon allein wegen Jody, meine erste große Liebe."

"Hahaha, Sie Chauvi. Ich mochte noch Simba. Nur was heute so läuft, da habe ich überhaupt keinen Überblick. Ich habe mal die Jugend in unserer Kanzlei gefragt und die Namen,die sie mir nannten, sagten mir alle nix. Ich bin da vielleicht zu alt."

"Oder wir haben zu wenig Zeit, oder eine andere Prio -

Anderes Beispiel: Ich habe neulich eine Email von Firma XYZ bekommen, hochoffiziell und der Absender war ein Jr. Product Manager. Kurioserweiser verzichtete er völlig auf Interpunktion und Groß- und Kleinschreibung. Ich glaube, so modern bin ich nicht."

"Sag ich doch: Wir sind bereits alt."

"Wahscheinlich."

Und dann bretterten wir - unseren Gedanken nachhängend - über die Autobahn nachhause und ich habe mit fest vorgenommen, für den nächsten Termin den Titelsong von Colt Seavers zu kaufen. Da wird Ally aber Augen ähm, Ohren machen....




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