Dienstag, 5. September 2017
Flash
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War ich also beruflich in Polen. Ist ja dann oft so: Wenn ich irgendwo hinfahre, ist es meist ernst. Zu viele Leute in unserer Organisation, die vor dem brennenden Haus erstmal darüber diskutieren, wer die Kerze angezündet hat, die Feuerwehr zu spät rief und sich gar nicht um das Löschen des Brandes kümmern. Das mach ich dann.

Der Kollege da drüben freute sich. Über mein Erscheinen. Als wir inhaltlich wurden, legte sich das wieder. Wie sich dann rausstellte, ist es nicht der Kaffee allein, der verbesserungswürdig ist. Das wollte ich gar nicht schreiben, sondern das hier:

Ich hatte einen Flashback.

Als ich in diesem kleinen Städtchen ankam, war ich sogleich berauscht von diesem pittoresken Charme mit all dieser verfallenden Vorkriegsbebauung und den über ambitionierten kommunistischen Zweckbauten, die, deutlich jünger, nicht viel besser erhalten waren. Das war alles so 1989, DDR. Also gefühlt. Für mich jetzt.

Im schicken Business-Hotel verflog das gleich wieder. Sah aus wie in München. Oder Stockholm. Oder Barcelona. Baulich eins. Kennste eins, kennste alle und es macht keinen Unterschied, in welchem Land du bist. Die Menschen machen den allerdings schon. Und die, die ich in Polen traf, waren alle sehr nett, alle sprachen verständliches Englisch und waren alle gefühlt so verdammt jung, dass unsereins schon fast Beklemmungen entwickelte.

Ich fragt die nette junge Frau am Check-In, ob es einen Room-Service gab.

Sie bejahte und ließ mich in konspirativen Ton wissen, dass der nicht zu empfehlen wäre, da der umgerechnet 1,-€ Aufschlag kostete und es nur so Salate gäbe.

Mehr wollte ich gar nicht. Auch nicht verlangen. Bei einem Euro und all der aufgeregten juvenilen Nettigkeit. Ein Salat also, ein paar Memos und Emails und dann mal raus.

Der abendliche Spaziergang wurde eine Reminiszenz an eine andere Zeit. Oh, du süßer Vogel Jugend, der du dort als Abziehbild meiner selbst aus der Vergangenheit herüberwinktest und blitzlichtartig alltagsverschüttete Erinnerungen projektiertest mit all der Beklommenheit und den Zweifeln, die seinerzeit mich ummantelten und deren Entledigung mich so viel kostete.

Aber auch, und das ganz unscheinbar, wie ein Glimmen in der Nacht, die Wünsche und die Hoffnungen, die, immer schon, mein persönlicher Stern Betlehem waren.

Da lief ich also durch dieses Städtchen, zwischen denen, die da schwankten, die nachttrunkene Jugendlichkeit, euphorisch, in Erwartung des Einlösens eines großen Versprechens auf die Freude der Nacht, mit all der Unbekümmertheit, die nur das Wissen gebiert, morgen immer noch Zeit zu haben, für die wichtigen Dinge. Heute aber, da sind wir albern und laut.

Wie sehr ich es ihnen gönnte, wie sehr ich mich für sie freute, wie sehr es mich erinnerte und wie warm sich das anfühlte. Vielleicht habe ich ja meinen Frieden mit der Vergangenheit gemacht.

Am nächsten Tag sprach ich zur liebenden Frau ins Telefon: Wir sollten da Urlaub machen. Tolle Menschen, tolle Landschaft, Room-Service nur ein 1,-€.

Sie schien mich mit dem Herz zu hören und sagte: Wenn es dir wichtig ist.

Wäre es.

So rein gefühlt.


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Donnerstag, 17. August 2017
Über den Dächern des Dorfes
Die junge Frau, da unten auffem Bild, ist eine Freundin meiner Frau. Kein Grund, um nach Südfrankreich zu fahren, aber auch einer.

Nach dem die junge Frau uns erklärte, dass das Dorf, in dem wir das Haus mieteten, eh zur Trainingsstrecke gehörte, entschied sie, uns mit dem Rad zu besuchen.

Sind ja nur 35km von Nizza, wo sie wohnt, und nur ca. 700-800 Höhenmeter.

Jut, weil sie sich verfuhr, wurden es dann 65km und ein paar Höhenmeter mehr, aber he, was soll´s, sagte sie, bei uns angekommen, dass ist ein willkommenes Extratraining. AHA.

Zurück ging es dann für sie geschmeidiger, tatsächlich auch nur 35km Wegstrecke. Ohne falschen Abzweig.

Weil die Luft noch so schön war, unten am Strand, in Nizza, ging Madame danach aber noch ein büschen Laufen, so 15km. Nur vom Lesen der Nachricht war ich bereits erschöpft, bei all den Vorstellungen und dann noch die Hitze.

Auf jeden Fall hat sie aber mal meinen Respekt, auch für ihre Ironman-Teilnahme und für Ihre Aussage, wahrscheinlich nie wieder nach Deutschland zurückzukehren, sowieso.

Wir genossen noch ein paar Tage dieses Südfrankreich, machten unsere eigene Mondscheinsonate und nun, nach den ersten Tagen wieder im regnerischen Land, denke ich mir....damn, und weiter..............(Raum für Ihre Fantasie, denken Sie sich was Larmoyantes.)

Bis auf Weiteres bin ich in Südfrankreich verliebt. Oder der Vorstellung davon, wie es wäre, im Lotto zu gewinnen.

"Müsste man dann aber auch spielen.", meint Cabwomen und ich denke mir: Stimmt, da war noch was. Man hat aber auch ständig was umme Ohren.




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Dienstag, 8. August 2017
Into the blue
Click underwaterlove



Ich mag diese Pool-Filme. Also den mit der Romy und dem Alain sowieso. Natürlich den mit der Ludivine und der Charlotte ganz besonders und eine neuere Entdeckung ist A bigger splash. Den mag ich sehr gern, wegen der besonderen Tilda.

An sowas fühlte ich mich dann erinnert, die letzten Tage, wo bei 37° der Kopf höhlenhohl nix gebar, außer-: wolkenschwere, sommerliche Nichtigkeiten und die Beantwortung der Frage: Was wollen wir heute essen?

Ansonsten haben wir blaugemacht, bei Rosi und Andrea.

Warum wir für die seit letztem Jahr Freunde sind und für den kulturellen Teil, also dafür fehlt mir jetzt die Energie.

Außerdem müssen wir noch klären, was wir essen wollen.






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