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Montag, 24. April 2006
Der Fall Jesus
cabman, 11:52h
Hansen, Siggi und ich saßen in der Kneipe ohne Namen. Diesmal gab es aber etwas zu feiern: Siggi hatte den Führerschein bestanden.
Da saßen wir nun in unsere Stammecke, schwiegen uns ausgelassen an und schauten der fetten Elke zu, wie sie unser Bier zapfte. Eigentlich war der Führerschein nur eine Entschuldigung wieder hier zu sein und eigentlich hieß Elke Cecilia.
„Freunde dürfen aber Sissi zu mir sagen.“, was wir aus ersichtlichem Grund nicht taten und sie kurzer Hand Elke tauften. Elke, formerly known as Sissi, kannte Die Ärzte nicht und damit war das kein Problem.
„Ich finde das völlig daneben, dass ihr hier keine Löffel in den Nussschalen habt. Da grabscht jeder rein, das ist so eklig.“ motzte ich Elke an, weil ich es wirklich eklig fand.
„Die sind ja nur für euch“, wehrte sie sich, „die anderen Gäste bekommen keine!“
Und tatsächlich, als ich mich umschaute, hatten nur wir Nüsschen auf dem Tisch stehen.
„Sind wir jetzt Stammgäste?“ krähte Siggi.
„Ihr seid die einzigen Gäste.“ und dabei stellte sie die Biere vor unsere Nasen und schmunzelte, dass einem warm ums Herz werden konnte. Wurde es aber nicht, weil Möhn zur Tür reingestürmt kam und rumbrüllte, dass der Jesus sich umbringen will und wir nun gefälligst mitzukommen hätten.
Möhn war so einer, den man ab und an sah, wenig mit ihm redete und schon mal überhaupt nicht kannte.
Der Jesus hingegen hiess Jan und war einer unserer besten Kumpels, so zwei Meter groß, hatte lange blonde Haare, war schweigsam wie ein Grab und unsterblich in Gülnaz verliebt. Diese wurde mit 18 von einem grauen Wolf geschwängert, was Jesus total aus der Bahn und uns rein in diese Geschichte warf.
Jesus Leben bestand daraus, mit den Türken abzuhängen, Bobpartys zu feiern, zu skaten, zu kiffen und - - : Tja, nichts weiter. Das war es.
„Also Möhn, setz Dich erstmal und trink ein Bier.“ beschwichtigte Siggi den Neuankömmling.
„Nein!“ schrie der, „Jesus will von der Brücke springen! Nun kommt schon.“ dabei wandte sich Möhn wieder zur Tür und eilte hinaus.
„Was für eine Brücke?“ wunderte Hansen sich, genauso wie ich.
„Sag mal Elke, kannst Du das Bier kaltstellen?“ fragte Siggie, als er sich anschickte, Möhn zu folgen.
„Klar Jungs, mach ich doch.“ kam es prompt von Elke zurück.
Beim Rausgehen fragte ich Siggi, was das denn sollte, das Bier kaltstellen?? So ein Quatsch! Das war doch eh schal, wenn wir zurückkommen würden, wobei die Betonung auf wenn lag.
„So was Cooles wollte ich aber schon immer mal sagen. Kam gut, oder?“
„War super und nun lasst uns mal los!“ sagte Hansen und dann folgten wir alle Möhn.
Draußen regnete es. Schon wieder oder immer noch, wer wusste das schon, denn in meinem Leben regnet es ja immer irgendwie und die Brücke war eine Mauer, nämlich das Stück, das die Zeit von der historischen Stadtmauer übrig gelassen hat. Auf ihr saß Mahzun, und neben ihm, stehend, mit freiem Oberkörper und völlig entrückt - Jesus.
Mahzun war ein Kumpel von Jesus und eine Art Antitürke, denn er machte all das, was er nicht durfte, genau wie Jesus, nur mit anderem religiös- kulturellen Hintergrund und das machte die Sachen noch viel schlimmer.
„Mann, die sind ja total stoned!“ stöhnte Siggi. ”Wie sollen wir die von da oben runterholen?“
„Misch hold keine von eusch eine runder!“ radebrach Mahzun und verfiel in einen kiffertypischen Kicheranfall. Beide hatten sich richtig die Birne zugeknallt.
„Jesus?“ - Hansen versuchte Kontakt aufzunehmen.
„ Eh, Jesus?!“ - Keine Reaktion.
Jesus stand einfach nur da oben, starrte irgendetwas in der Ferne an und reagierte überhaupt nicht. Seine Haare klebten ihm im Gesicht, sein Hemd hatte er sich um die Hüfte geknotet und im Schein der Straßenlaterne sah er aus wie - - Jesus.
„Man sind die breit.“ stöhnte Siggi ein zweites Mal, als plötzlich und wie auf ein Zeichen, Jesus zu tanzen begann. Musik gab es keine, aber leise, ganz leise sang er:
„Don’t worry about a thing
Cause every little thing gonna be alright
Singin, Don’t worry about a thing
Cause every little thing gonna be alright…”
Das war Bob Marley! Das wusste ich genau, denn ich hatte mit Jesus schon auf vielen, von ihm gestartete, Bobpartys gefeiert.
„Jesus, hast Du Bock auf ne Bobfeier?“ rief ich mit aufkeimender Hoffnung in der Stimme. Vielleicht war das der Weg, ihn von da oben runter zu holen. Doch zu unser aller Überraschung und mit einemmal, drehte sich Jesus zornigen Blickes zu mir, zeigte mit den Fingern auf mich und schrie: „In your face, In your face“, immer und immer wieder und Kicher- Mahzun stimmte ein.
„Oh Man, das wird ja immer bekloppter.“ nörgelte Siggi „Gleich kommen die Bullen und dann ist die Kacke am Dampfen, erklären können wir das auch nicht und…“
Weiter kam er nicht, weil Jesus nämlich von der Mauer fiel, leider auf deren andere Seite.
„Na toll, wie sollen wir den jetzt finden?“ fragte Möhn.
„In dem wir ihn suchen.“ ätzte wir ihn im Chor an.
Schließlich fanden wir ihn. Er hatte sich an diesem Tag beide Arme gebrochen und ein Herz dazu, denn wie er später im Krankhaus erzählte, musste Gülnaz zurück in die Türkei. Deswegen hatte er sich so weggeballert und das war, wie wir einstimmig befanden, ein guter Grund sich mal auszuklinken.
Gülnaz hat er nie mehr wieder gesehen, Mahzun schon und Dank seiner besten Freunde, konnte er auch mit zwei gegipsten Armen kiffen und dann feierten wir die größte Bobparty, die die Welt je gesehen hat.
Am 24. April 2004 ist Jan gestorben. Das ist für Dich Alter, in memories…
Da saßen wir nun in unsere Stammecke, schwiegen uns ausgelassen an und schauten der fetten Elke zu, wie sie unser Bier zapfte. Eigentlich war der Führerschein nur eine Entschuldigung wieder hier zu sein und eigentlich hieß Elke Cecilia.
„Freunde dürfen aber Sissi zu mir sagen.“, was wir aus ersichtlichem Grund nicht taten und sie kurzer Hand Elke tauften. Elke, formerly known as Sissi, kannte Die Ärzte nicht und damit war das kein Problem.
„Ich finde das völlig daneben, dass ihr hier keine Löffel in den Nussschalen habt. Da grabscht jeder rein, das ist so eklig.“ motzte ich Elke an, weil ich es wirklich eklig fand.
„Die sind ja nur für euch“, wehrte sie sich, „die anderen Gäste bekommen keine!“
Und tatsächlich, als ich mich umschaute, hatten nur wir Nüsschen auf dem Tisch stehen.
„Sind wir jetzt Stammgäste?“ krähte Siggi.
„Ihr seid die einzigen Gäste.“ und dabei stellte sie die Biere vor unsere Nasen und schmunzelte, dass einem warm ums Herz werden konnte. Wurde es aber nicht, weil Möhn zur Tür reingestürmt kam und rumbrüllte, dass der Jesus sich umbringen will und wir nun gefälligst mitzukommen hätten.
Möhn war so einer, den man ab und an sah, wenig mit ihm redete und schon mal überhaupt nicht kannte.
Der Jesus hingegen hiess Jan und war einer unserer besten Kumpels, so zwei Meter groß, hatte lange blonde Haare, war schweigsam wie ein Grab und unsterblich in Gülnaz verliebt. Diese wurde mit 18 von einem grauen Wolf geschwängert, was Jesus total aus der Bahn und uns rein in diese Geschichte warf.
Jesus Leben bestand daraus, mit den Türken abzuhängen, Bobpartys zu feiern, zu skaten, zu kiffen und - - : Tja, nichts weiter. Das war es.
„Also Möhn, setz Dich erstmal und trink ein Bier.“ beschwichtigte Siggi den Neuankömmling.
„Nein!“ schrie der, „Jesus will von der Brücke springen! Nun kommt schon.“ dabei wandte sich Möhn wieder zur Tür und eilte hinaus.
„Was für eine Brücke?“ wunderte Hansen sich, genauso wie ich.
„Sag mal Elke, kannst Du das Bier kaltstellen?“ fragte Siggie, als er sich anschickte, Möhn zu folgen.
„Klar Jungs, mach ich doch.“ kam es prompt von Elke zurück.
Beim Rausgehen fragte ich Siggi, was das denn sollte, das Bier kaltstellen?? So ein Quatsch! Das war doch eh schal, wenn wir zurückkommen würden, wobei die Betonung auf wenn lag.
„So was Cooles wollte ich aber schon immer mal sagen. Kam gut, oder?“
„War super und nun lasst uns mal los!“ sagte Hansen und dann folgten wir alle Möhn.
Draußen regnete es. Schon wieder oder immer noch, wer wusste das schon, denn in meinem Leben regnet es ja immer irgendwie und die Brücke war eine Mauer, nämlich das Stück, das die Zeit von der historischen Stadtmauer übrig gelassen hat. Auf ihr saß Mahzun, und neben ihm, stehend, mit freiem Oberkörper und völlig entrückt - Jesus.
Mahzun war ein Kumpel von Jesus und eine Art Antitürke, denn er machte all das, was er nicht durfte, genau wie Jesus, nur mit anderem religiös- kulturellen Hintergrund und das machte die Sachen noch viel schlimmer.
„Mann, die sind ja total stoned!“ stöhnte Siggi. ”Wie sollen wir die von da oben runterholen?“
„Misch hold keine von eusch eine runder!“ radebrach Mahzun und verfiel in einen kiffertypischen Kicheranfall. Beide hatten sich richtig die Birne zugeknallt.
„Jesus?“ - Hansen versuchte Kontakt aufzunehmen.
„ Eh, Jesus?!“ - Keine Reaktion.
Jesus stand einfach nur da oben, starrte irgendetwas in der Ferne an und reagierte überhaupt nicht. Seine Haare klebten ihm im Gesicht, sein Hemd hatte er sich um die Hüfte geknotet und im Schein der Straßenlaterne sah er aus wie - - Jesus.
„Man sind die breit.“ stöhnte Siggi ein zweites Mal, als plötzlich und wie auf ein Zeichen, Jesus zu tanzen begann. Musik gab es keine, aber leise, ganz leise sang er:
„Don’t worry about a thing
Cause every little thing gonna be alright
Singin, Don’t worry about a thing
Cause every little thing gonna be alright…”
Das war Bob Marley! Das wusste ich genau, denn ich hatte mit Jesus schon auf vielen, von ihm gestartete, Bobpartys gefeiert.
„Jesus, hast Du Bock auf ne Bobfeier?“ rief ich mit aufkeimender Hoffnung in der Stimme. Vielleicht war das der Weg, ihn von da oben runter zu holen. Doch zu unser aller Überraschung und mit einemmal, drehte sich Jesus zornigen Blickes zu mir, zeigte mit den Fingern auf mich und schrie: „In your face, In your face“, immer und immer wieder und Kicher- Mahzun stimmte ein.
„Oh Man, das wird ja immer bekloppter.“ nörgelte Siggi „Gleich kommen die Bullen und dann ist die Kacke am Dampfen, erklären können wir das auch nicht und…“
Weiter kam er nicht, weil Jesus nämlich von der Mauer fiel, leider auf deren andere Seite.
„Na toll, wie sollen wir den jetzt finden?“ fragte Möhn.
„In dem wir ihn suchen.“ ätzte wir ihn im Chor an.
Schließlich fanden wir ihn. Er hatte sich an diesem Tag beide Arme gebrochen und ein Herz dazu, denn wie er später im Krankhaus erzählte, musste Gülnaz zurück in die Türkei. Deswegen hatte er sich so weggeballert und das war, wie wir einstimmig befanden, ein guter Grund sich mal auszuklinken.
Gülnaz hat er nie mehr wieder gesehen, Mahzun schon und Dank seiner besten Freunde, konnte er auch mit zwei gegipsten Armen kiffen und dann feierten wir die größte Bobparty, die die Welt je gesehen hat.
Am 24. April 2004 ist Jan gestorben. Das ist für Dich Alter, in memories…

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Freitag, 21. April 2006
www.drunkenbunny.se
cabman, 11:11h
Menschen, die Ding können, die ich nicht kann, beneide ich. Besonders, wenn jemand ein Instrument gut spielen kann. Was glaubt ihr wohl wie neidisch ich war, als ich das hier hörte. Der Bassist ist unser Produktentwickler.

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Sthlm. April2006, wir warten auf die Sonne
cabman, 10:37h

Mein kaltes Ohr,...
mein Hund,...
und die alten Kähne warten auf die Sonne!

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Donnerstag, 20. April 2006
Kneipenfische
cabman, 18:50h
Siggi und ich saßen in der Kneipe. Siggi ist ein Pfundskerl. Der Typ, bei dem es aussieht als würde er einen Kleinwagen anziehen statt einzusteigen, so 120-130Kilo schwer.
Ich weiß gar nicht wie die Kneipe hieß, aber auf jeden Fall ist es die, in der wir schon oft versackten. Was es zu feiern gab? Weiß ich auch nicht.
Die Dame an der Bar, übrigens die einzige Frau, die ich je mit voKuhiLa- Frisur gesehen habe, war so fett und hässlich, das man schon allein deswegen trinken musste. „Schlauer Zug vom Wirt.“ dröhnte ich Siggi voll und der lachte laut und hemmungslos, was die dicke Zapfbrumme als Aufforderung sah, sich zu uns zu gesellen. Nicht weiter komisch, waren wir doch die einzigen Gäste.
„Na, was ist denn hier so lustig, Jungs?“ kumpelte sie uns an.
„Dein Chef ist ein kluger Mann.“ prustete Siggi raus.
„Kennt ihr ihn?“
„Klar, ist doch hier unsere Stammkneipe.“
„Ist ein dufter Typ, vielleicht ein bisschen pingelig, aber ein guter Mensch.“ sagte sie.
„Ja und tierlieb.“ lachte ich los und Siggi kriegte sich gar nicht mehr ein.
Der Zapfgnubbel wusste damit nichts anzufangen und verdrückte sich wieder an die Spüle, um die Gläser dort ein viertes Mal zu spülen.
„Schon komisch Cabman, hier im Umkreis gibt es tausend Kneipen, die alle überfüllt sind. Und da wo wir sind, ist nichts los.“
„Bullshit! Hier ist nur nichts los, weil es so exklusiv ist! Ist doch toll hier. Schön ruhig, behaglich und mit Exklusivservice.“ sprach ich und langte ins Erdnussschälchen.
In diesem Moment ging die Tür auf und Hansen kam rein.
„Wusste ich doch, dass ich euch hier finde.“ kam es fast anklagend von ihm.
„Woher wusstest Du das?“ wollte ich von ihm wissen.
„Deine Mutter hat gesagt, dass Du mit Siggi los bist. Das konnte nur Zechtour bedeuten.“
„Was soll das denn heißen?“ echauffierte sich Siggi.
„Nichts weiter, außer das Du jedes Mal, wenn du mit Cabman losziehst hier endest.“
„Ach so.“ sagte Siggi und „Na dann Prost.“ sagte ich.
„Schöne Frau, bitte ein Bier für die trockene Kehle eines Wandermanns.“ flirtete Hansen die Dicke an.
„Kommt sofort.“ flötete die zurück.
Ich fand das schon eigenartig, aber Hansen machte alles an, was nur im Entferntesten weiblich und paarungsfähig war, kam aber auch mit Abstand am häufigsten zum Zug.
„Drüben in der “Eule“ sind die anderen, auch Cordi. Wir sollten nach dem Bier rüber gehen.“ sprach Hansen.
„Nö lass mal. Da gibt es keine Exklusivservice und keine Fische und außerdem ist es da viel zu voll.“ sagte ich.
„Was für Fische?!“ fragte Siggi.
„Na die Wale.“ antwortete ich ihm, deutete auf die Dicke und wir beide gerieten in einen gehörigen Lachanfall.
Ich weiß gar nicht wie die Kneipe hieß, aber auf jeden Fall ist es die, in der wir schon oft versackten. Was es zu feiern gab? Weiß ich auch nicht.
Die Dame an der Bar, übrigens die einzige Frau, die ich je mit voKuhiLa- Frisur gesehen habe, war so fett und hässlich, das man schon allein deswegen trinken musste. „Schlauer Zug vom Wirt.“ dröhnte ich Siggi voll und der lachte laut und hemmungslos, was die dicke Zapfbrumme als Aufforderung sah, sich zu uns zu gesellen. Nicht weiter komisch, waren wir doch die einzigen Gäste.
„Na, was ist denn hier so lustig, Jungs?“ kumpelte sie uns an.
„Dein Chef ist ein kluger Mann.“ prustete Siggi raus.
„Kennt ihr ihn?“
„Klar, ist doch hier unsere Stammkneipe.“
„Ist ein dufter Typ, vielleicht ein bisschen pingelig, aber ein guter Mensch.“ sagte sie.
„Ja und tierlieb.“ lachte ich los und Siggi kriegte sich gar nicht mehr ein.
Der Zapfgnubbel wusste damit nichts anzufangen und verdrückte sich wieder an die Spüle, um die Gläser dort ein viertes Mal zu spülen.
„Schon komisch Cabman, hier im Umkreis gibt es tausend Kneipen, die alle überfüllt sind. Und da wo wir sind, ist nichts los.“
„Bullshit! Hier ist nur nichts los, weil es so exklusiv ist! Ist doch toll hier. Schön ruhig, behaglich und mit Exklusivservice.“ sprach ich und langte ins Erdnussschälchen.
In diesem Moment ging die Tür auf und Hansen kam rein.
„Wusste ich doch, dass ich euch hier finde.“ kam es fast anklagend von ihm.
„Woher wusstest Du das?“ wollte ich von ihm wissen.
„Deine Mutter hat gesagt, dass Du mit Siggi los bist. Das konnte nur Zechtour bedeuten.“
„Was soll das denn heißen?“ echauffierte sich Siggi.
„Nichts weiter, außer das Du jedes Mal, wenn du mit Cabman losziehst hier endest.“
„Ach so.“ sagte Siggi und „Na dann Prost.“ sagte ich.
„Schöne Frau, bitte ein Bier für die trockene Kehle eines Wandermanns.“ flirtete Hansen die Dicke an.
„Kommt sofort.“ flötete die zurück.
Ich fand das schon eigenartig, aber Hansen machte alles an, was nur im Entferntesten weiblich und paarungsfähig war, kam aber auch mit Abstand am häufigsten zum Zug.
„Drüben in der “Eule“ sind die anderen, auch Cordi. Wir sollten nach dem Bier rüber gehen.“ sprach Hansen.
„Nö lass mal. Da gibt es keine Exklusivservice und keine Fische und außerdem ist es da viel zu voll.“ sagte ich.
„Was für Fische?!“ fragte Siggi.
„Na die Wale.“ antwortete ich ihm, deutete auf die Dicke und wir beide gerieten in einen gehörigen Lachanfall.

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Von Frauen und Schuhen
cabman, 09:56h

Mit Schuhen ist es ja wie mit Frauen. Gute sind schwer zu finden, und hat man das Glück, wird es meist teuer, denn man will ja nicht irgendwelche haben. Zeitlos schön sollen sie sein, am Besten von einer noblen Marke, denn man hat´s ja, aber das Logo bitte nicht so aufdringlich, man will ja nicht protzen und überhaupt, hat man sie doch nur für sich selbst besorgt. Am Anfang pflegt man sie noch, putzt und wienert, also die Schuhe, oder vielleicht auch die Dame, was weiß denn ich, was es für Absurditäten gibt und nimmt sie überall mit hin. Stolz werden sie rumgezeigt, wie Trophäen der Moderne und man freut sich über Kommentare wie: Ach die sieht/sehen aber gut aus. Und dann, ohne dass man es bemerkt, werden sie zur Gewohnheit und auch nicht mehr gar so häufig geputzt und wenn, dann meist nur aus gegebenen Anlass, wie zum Beispiel Beerdigungen oder anderen Familienevents. Und ganz allmählich, obwohl man es vielleicht gar nicht will, zieht man sie aus Bequemlichkeit an, weil sie halt da sind, weil es einfach ist. Wahrscheinlich tut man dies bis zu dem Zeitpunkt, wo einem die Kugel Erdbeer-Eis im Norderstedter Eiscafé aus der Waffel kullert, man ganz erschrocken huch ruft, beschämt nach unten schaut und dabei entdeckt, dass die eigenen Schuhe irgendwie nicht mehr passend scheinen, ist man doch von allen möglichen Schönheiten umgeben, die so witzig wirken und so neu, so aufregend. Meist sagt man sich dann: Wäre doch mal wieder Zeit für eine Veränderung. Ein Haarschnitt eventuell? Nö, nicht nach Lu`s Berichten. Ein Kurzurlaub unter Umständen? Auf gar keinen Fall, bei all dem Terror! Tja, bleibt am Ende der leichte Weg. Schuhe. Neue müssen her! Das ist gut, das geht schnell und im Verhältnis günstig. Und leider, leider, vergisst man viel zu rasch, welch schöne Zeit man mit ihnen hatte, den Alten, wie man mit ihnen durch den Regen tanzte, ins Kino ging und Freunde traf. Verschmäht fristen sie in einer dunklen Ecke ihr bitteres Dasein, ungeputzt und nicht mehr willkommen. Dabei waren es doch sie, die einen bis hierher trugen, die maßgeblich daran beteiligt waren, dass man dort steht, wo man steht! Drum seid gut zu den Alten, sie sind ein Teil Eurer Geschichte und überlegt zweimal, wenn euch wieder mal das Eis aus der Tüte fällt.
Zu den Schuhen ob: Marco Polo, 70,- Euro, durch und durch Leder, erhältlich im Outletstore Bremen, sehr bequem und sehr zu empfehlen.

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