Mittwoch, 3. Mai 2006
Die Frage kommt hier
Nach meiner Berechnung sind es vier Storys, die ich nachreichen sollte. Wünsche?
Cabman goes an tiger in da wood
Uelzen, Wheinachtsbäume und ein Mercedes 600
Die Räucherstäbchenhöhle
The Evil House of Daisy Delien

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Erstellt von cabman am 2006.05.03, 18:26.



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Dienstag, 2. Mai 2006
Mit Bonafide im Scho Schonenland
Letzte Woche hatten wir ja drüben bei der bonafide diesen kleinen Diskurs. Icke fand die Idee ja ganz super mit dem Logo und so, fehlt doch in dieser kalten, rauen und individualisierten Welt, in der ja alle den Gürtel enger schnallen und zusammenrücken müssen, der Zusammenhalt und was gäbe es da Besseres, als sich anhand eines Buttons zu vergemeinschaften, sich bei zufälligen Treffen (z.B. Blog-Lesungen: Mönsch, Du hier? Das ist jetzt aber echt unerwartet.) wissend und verschwörerisch zunicken und vielleicht einen Kaffee miteinander trinken, oder was auch immer. Dat wär toll wa?
Und weil ick die Kleene ja janz dufte finde, also bonafide, ihren Button aber nicht, hab ich mir so meine eigenen Jedanken gemacht. Da passte es och janz super ins Konzept, dass ich mich in Südschweden aufhielt, genauer in Skåne. Wo? Skåne, das ist da, wo Herr Mankell seinen Kommissaren Wallander ermitteln lässt, was aber kein Schwein weiß, da in der deutschen Übersetzung dat janze Schonen heisst und alle lieben und die, die es sich einbilden, Freunde und Verwandte immer fragen, wo es denn liegt, das Schonen. Liegt nirgends wo, ruf ich jetze hier mal altklug ins Netz, weil es dat nämlich jar nicht jibt, wa? Wat? Dat Jibt es jar nich? Nee! Dat janze is bloß ein Kompromiss, eine verdeutschte Variante des Wortes SKÅNE, weil man nämlich dem Deutschen nicht zutraut, das er das lesen kann. Ist so abwegig nun auch nicht, wenn man mal auf die PISA-Studie schaut, aber grundsätzlich falsch, denn wie schon Ilka Brause, die grossbrüstige-rattenscharfe-ober-affen-tittengeile-die-ich-schon-mal-oben-ohne-gesehen-habe Russischlehrerin immer predigte: Eigennamen werden nicht übersetzt. Basta. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder Hinz aus einem Schmidt einen Kunz macht? Oder anders gesagt, auch wenn man Uelzen affig findet, wird im Englischen noch lange kein New York daraus!
Aber, selbstlos wie ich bin, helfe ich gern mit einem kleinen improvisierten Schwedisch-Schnelllehrgang:
Å = entspricht dem deutschen O
O = entspricht dem deutschen U
U = entspricht dem deutschen Ü
Jetzt der Test: Wie spricht man folgenden Namen: Håkan?
Nee, nicht Hakan, der kommt nämlich aus Anatolien und das liegt ganz woanders.
Richtig bonafide! HOKAN. Du putziger Schlaumeier.
So, das musste mal gesagt werden.
Also, ich saß in meinem typisch roten Holzhaus und wartete darauf, dass die Plakafarbe auf meinem Protestschild (Aufschrift: Nieder mit dem Regen!), dass ich zum 1.Mai schwenken wollte, trocknete und dachte an bonafide, bzw. an deren Button, weil ich ja gar nicht weiß, wie die aussieht, die bonafide. Nieder mit dem Regen? denkt man jetzt vielleicht, oder auch nicht. Ja, nieder mit dem Regen, denn wenn der Herr Kid37 meint, dass da, wo er ist, immer Herbst ist, dann sind wir wohl Brüder im Geiste, denn da wo ich bin regnet es irgendwie immer und das ist ja auch schon fast Herbst. Übrigens noch mal vielen Dank Herr Kid, der Tipp funktioniert ganz prächtig und margin 5,5,5,5 ist sehr zu empfehlen.
Ich hatte also noch ein bisschen Zeit, bis ich den Bootslack auftragen konnte und musste, denn es regnete im Scho Schonen Land und so setzte ich mich mit meinem Laptop in mein viel zu großes Bett, denn geizig wie ich bin, habe ich die Heizung schon mal ausjemacht wa. Da saß ich nun bei 5 Grad Celsius, mit meiner Uelzener Yankees Wollmütze, schaute nebenbei goTV, einen Musiksender, der aus Na? Wer weiß es? Welches Land hat die EU-Ratspräsidentschaft, 20% Mehrwertsteuer und fährt trotzdem nicht zur WM? Genau, Österreich. Aber mal ohne Flachs, der Sender ist topp, denn er tut das, was die ureigenste Aufgabe eines Musiksender ist, er spielt Musikclips und sonst jar nüscht und das ist mehr, als man von anderen, so genannten Musiksendern, sagen kann. Lob und Anerkennung und bitte jenauso weitermachen. Bloß keine Kuttner und andere Tiefflieger ins Programm holen.
Ich schaute also hosted by Four Musik und kreierte mit Phots hop 5.5 diese schöne Graphik:

Und weil ich da so saß, ganz allein, mit einer Pizza im Ofen und der Regen prasselte gegen das Fenster, die Bäume wogen sich im Wind und ich hatte gerade Charlotte Sometimes von Penelope Farmer zu ende gelesen, na ja, wegen all dem, überkam mich halt eine Stimmung, die sich in folgendem Jedicht niederschlug, wa:

Liebe bonafide, Auf Wunsch einer vereinzelten Leserin, wurde aus Lieber nun Liebe, die.
ick find dat ziemlich Schiete,
das icke hier so sitze
und übers Logo schwitze.
Icke fände besser hier,
wärest du, also bonafide, jetze bei mir.
Bitte nu nich lachen,
aber ick glob, dann würden wir
andere Sachen machen.
Du wunderst Dich, was das wohl wär,
nun, das ist doch gar nicht schwer.
Draußen regnet es dicke Tropfen,
und drinnen könnten wir Socken stopfen.


Wenn jetzt Literatur-Studenten oder Deutschlehrer mitlesen sollten und diese die Metaebene, also den Zugang zur eigentlichen Aussage des Gedichtes, das, was der Verfasser indirekt sagen will, wenn ihr also so etwas entdeckt, dann gebt mir kurz bescheid, dat würde mich och interessieren, wa.
So, icke geh jetzt zu unseren Marketing Damen und frage mal ob die Kohnäcktschin zu so Button Herstellern haben. Zehn Stück wird man ja wohl umsonst bekommen, als Andruckmuster sozusagen. Bei 12 gibt es ja vielleicht Rabatt. Hat sonst noch jemand Interesse? Ick mein, wat soll icke mir zehn so ne Dinger an die Jacke pinnen, sieht ja auch irgendwie affig aus und ich kenn mich ja auch schon.


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Freitag, 28. April 2006
Gedanken zum Tag
Am kommenden Montag ist? Frei. Richtig. Aber auch Tag der Arbeit! Und das sollte auch gebührend gefeiert werden. Kampftag der Arbeiterbewegung. Wie das klingt, so -- schön schmissig und archaisch. Klingt nach Revolution und Pulverdampf.
Ich bin ja auch Gewerkschafter, schon aus Tradition. Wie sollte es auch anders sein, wenn man im Geiste der großen drei: Marx, Engels und Quantje van Haas aufgewachsen ist. Sie kennen Quantje van Haas nicht? Ich eigentlich auch nicht. Sie war aber eine wunderschöne holländische Vikariatslehrerin, die so glühend vom bewaffneten Kampf gesprochen hat, dass man gleich mit ihr los wollte, in de klaasenspäsivische Auseinandersetzung, bei dem Akzent.
Und das mit der Gewerkschaft ging so:
Einstellungsgespräch vor 3 Jahren:
Ich: Wie sieht es denn mit einem Firmenwagen aus?
Chef: Brauchst Du nicht, du fliegst. Mit dem Antrag zur Kreditkarte bekommst Du auch eine Mile&More Karte. Bonusmeilen kannst du privat nutzen. Glaub aber nicht, dass Du dafür Urlaub bekommst.
Und Schwupps war ich drin in der Gewerkschaft. Und weil man in Schweden Rücksicht nimmt, auf alle möglichen Randgruppen und die, die sich dafür halten, gibt es auch eine Gewerkschaft für, und nun wird es kniffelig, denn Übersetzen ist eine Kunst, wie der von mir abgöttisch verehrte Herr Rowohlt mal sagte, und sollte ihn irgendjemand hier kennen, persönlich oder wie auch immer, kann dies ruhig an ihn weitergeleitet werden: Mein lieber Bär, ich würde furchtbar gern mal ein Bier mit Dir trinken!!
Die Gewerkschaft heißt Ledarna, was frei Übersetzt soviel wie Führer heißt. Nun entwickelt man als Deutscher ja gewisse Skrupel, von Führern im Allgemeinen und dem Führer im Besonderen zu schreiben. Geht gar nicht, mach ich hier auch nicht… nicht mal ich. Also bleiben noch: Vorgesetzter, geht aber auch nicht, da ich selber hingegangen bin und Leiter. Nee, das Ganze hat nichts mit Gartenzubehör zu tun… Wenn man mal nicht weiterkommt, soll man einen anderen approach suchen: Was mach ich denn? Ich bestimme! Na siehste, war doch einfach. Da können wir uns doch auf Bestimmergewerkschaft einigen. Prima.
Die Bestimmergewerkschaft ist für Leute, die auf ganz, ganz, also unerhört wichtigen Positionen sitzen und dadurch furchtbar wichtig sind oder das zumindest glauben. Ich höre schon das Raunen im Netz und die Glasfaserkabel surren: Der Cabman, der verrückte Hund, ist auch noch Führer, ähm, Bestimmer. Stimmt, ist aber nicht weiter wichtig, wenngleich ich stolz, wie besagter Oskar auf mich bin, und das meine ich, wie ich es schreibe, denn bei meinem Hintergrund hätte das nach gängiger Praxis und Auffassung auch anders ausgehen können.
Das nur mal am Rande: Man kann scheinbar vorgezeichnete Wege verlassen, man muss nur wollen!
So, zurück zum Thema. Als verzauselter Sozialromantiker, der ich ja geblieben bin, denn ein Job ist ein Job, bleibt ein Job, glaube ich
1.) dass die klassische Arbeiterbewegung tot ist, weil ihr nämlich was Wichtiges fehlt und das sind die Arbeiter. Die heissen jetzt Xia Dao Ping Pong, wohnen ganz woanders und haben eh keine Zeit sich zu bewegen, da sie sich Robotisieren müssen. Die letzten fünf Arbeiter in D zählen nicht, da in D nur mangelndes Interesse für Minderheiten (siehe Südscheswigschen Wählerverband) besteht und sowieso gerade Big Brother läuft.
2.) Die fehlende Besetzung des Klassenkampfes könnte eigentlich durch die so genannte Angestelltenbewegung abgelöst werden. Wobei, wenn man sich das länger überlegt, erkennt man schon das Paradoxem: Angestellte + Bewegung??
3.) An das Solidarprinzip und deswegen sollte es auch als Antagonismus, so als ausgleichender Faktor, den Tag der verschwundenen Arbeit geben.
Besonderes Highlight wäre dann: Ein Tag im Leben des Josef Ackermanns, an dem ein losbestimmter, arbeitsunwilliger Neider, der sich den ganzen Tag eh nur die Eier schaukelt, ruhig mal sehen kann, wie schwer das ist, das jonglieren mit de Millionen und all das ständige Golftraining.
Apropos Golf. Ich habe ja auch angefangen. Erfahrungsberichte werde ich hier irgendwann mal kundtun: Cabman goes an tiger in da wood. Schöner Titel, sogar ausgesprochen schön. Text folgt. Jetzt aber bitte keine falschen Schlüsse ziehen. Golf ist hier Volkssport, wie woanders Halma oder Leute entführen.
Ist aber auch begründet, das Golfen, bei all dem Platz und nur 8 Millionen Einwohner. 8 Millionen?! Wundert sich der Nordrhein-Westfale. Wie sollen wir denn mit den paar Leuten einen ordentlichen Stau hinbekommen? Das geht, am Montag einfach mal mitgehen, beim Plakate schwenken und Strasse verstopfen…

PS
Da das mit dem Tag der verschwundenen Arbeit wohl nichts wird, können wir uns zum Zeichen der Solidarität ja wenigstens die olle Mainelke (weiterführende Fragen zu Blumen und so, bitte an bonafide richten) auf den eigenen blog pitchen Sollte ich die nicht in mind. 10 anderen blogs wieder finden, tja dann…
Ich fang mal an:


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