... newer stories
Donnerstag, 12. Oktober 2006
5 Tage und ich bin plötzlich erwachsen
cabman, 01:42h
Bevor ich heute hier mal was der Weblog erzähle, schreib ich lieber was und zwar Danke!
Danke lieber Herr Büffel, das du dich so vortrefflich um den Cove gekümmert hast und das in einer Weise, die mich sehr freut. Damit hast du dich als würdiger Blogwart erwiesen….ähm Blogwart geht gerade gar nicht, denn das Wort als solches ist negativ behaftet, also für mich, denn ich war mal in Auschwitz und da hat der Führer…..ähm, das ist nun auch wieder ein bisschen gewagt, also schreib ich lieber der Guide, was nun wieder so schwul daher kommt, also der weg- und geschichtskundige Einheimische, nun eben der, hat immer von den Blockwärtern gesprochen, die so unheimlich brutal waren, weil sie ihre Pfründe nicht verlieren wollten. Insofern ist Blogwart ein Buhwort und wir machen den Büffel zum Blogkeeper des Monats.
Spass bei Seite, denn hier komm ich: Vielen Dank Büffel, dass du mir die Ehre erwiesen hast, dazu noch so verdammt gut und darum hier, Dein Award.
Auf Award bin ich gekommen, weil ich am Sonntag auf einer Verleihung eines selbigen war, und zwar in England, dass war todschick. Ich mag ja mal so ab und an auf dicke Hose machen, in so alten Gemäuern mit ebenso alten Damen in ihren Abendkleidern und alles geht so gesittet und vornehm zu, very british. Ich mag das, schäm mich auch nicht dafür, denn ich mag auch Clubs und eben nicht so vornehme Gegenden und von einer Begebenheit in einem recht netten Club in Birmingham will ich hier nun berichten, denn sie ist mein Highlight der letzten 5 Tage Britania.
Am Samstag war ich mit dem für mich neuen Team und zwei älteren Damen essen. Nichts Ungewöhnliches will ich meinen, doch meine Gäste empfanden es so und haben sich sehr gefreut, was mich nun wieder gefreut hat. Und weil ich ein Kater bin, es eigentlich Wochenende und mein viertes in Folge weit weg von zu Hause war, musste an diesem Abend noch ein bisschen Zerstreuung her. Also habe ich erst alle Anwesenden überzeugt und dann die nette Bedienung gefragt, wo man denn nun hingehen könnte. Es gab auch nen guten Tipp und dann sind wir dahin. Tja. Der Club war wirklich gut, denn die Musik war es und das Publikum entsprechend. Einfach nett. Fiona, meine neue Assistentin, trank nur Wodka, der Rest der Crew nur Bier und ich ja sowieso. In Ermangelung eines Weizen musste Corona her.
So. Die Musik war wirklich gut, viel 80er und der Kater mag sehr das Tanzen und darum hab ich mir die Fiona geschnappt und ruff uff de Tanzdiele und so richtig rumgeturnt. Die anderen kamen irgendwann auch dazu und dann ist es passiert: Ein blonder Tanzteufel kreuzte mit mir die Blicke und der Kater war hellwach. Aber so was von wach. Nun ist es ja so, dass man sich ein bisschen zum Horst machen kann, aber eben nicht total, wenn man mit seinen Firmenkollegen unterwegs ist. Schon gar nicht mit Kunden. Also musste ich den Kater ein bisschen bändigen, was ihm nicht gefiel. Gar nicht.
Die junge Frau, die wir da ausgemacht hatten, war wunderschön. Kurze blonde Haare, was für ein Gesicht, die Augen handtellergroß, Stuppsnase, wohlproportioniert und tanzen konnte die, es war eine Freude. Naja, wir schauten immer wieder hin, erste Regel, Augenkontakt halten, wenn sie nicht wegguckt, kann es was werden, und siehste, sie hielt Kontakt und lächelte dabei, was des Katers Herz ein wenig aus dem Takt brachte. So ging es dann ca. ne Stunde, tanzen, schauen, grinsen und in die andere Richtung tanzen, zweite Regel, man will ja nicht zu interessiert wirken und außerdem hatten wir ja Gäste.
Auf jeden Fall war ich nicht der einzige, dem dieses Wesen aufgefallen war, denn sie wurde so typisch britisch eng angetanzt und irgendwann konnte sie sich den Avancen wohl nicht mehr erwehren, denn ich sah wie sie ihre Arme einem der sabbernden, ungelenken Vorstadttänzer legte. Und plötzlich, als sich unser Gigolo schon am Ziel wähnte und ihr einen Kuss aufdrücken wollte, dreht sie den Kopf weg und schaute mir für eine sehr, sehr lange Zeit in die Augen. Tja. Das war mein Zeichen und sie war dann plötzlich weg.
Ich nehme an, dass ich sie gesucht habe, denn auch ich hatte dann keene Lust mehr zu tanzen und schlich ein wenig rum, als ich sie an der Bar sitzen sah. Wie es immer so ist mit Damen, die vermeintlich allein unterwegs sind, es gibt garantiert noch ein Geschwader Freundinnen, die alle zusammen glucken. Was macht man da als interessierter Kater? Nichts, da gibt es keinen Trick. Da musst du durch und einfach hingehen. Haben wir auch gemacht und als sie mich erblickt legte sie ein breites Grinsen auf und drehte sich mit dem Barhocker zu mir, als wären wir gute alte Freunde. Ich habe mich sofort wohl gefühlt. Auf der Stelle, da gab es keine Scham, kein Bedenken nichts was sich irgendwie unangenehm oder falsch angefühlt hätte.
Sie hieß Tina, kam aus Birmingham, ist aber Irländerin, was in England ja sehr wichtig ist, ist 34 und arbeitet als Personalchefin eines grossen deutschen Unternehmens. Aha, dachte ich mir, scheint als würde der Kater nur noch solches Kaliber finden, denn die letzten Begegnungen mit dem Sushimonkey haben so ähnlich angefangen, aber in eben diesem Moment war mir das so was von Schnuppe, denn diese Augen faszinierten mich und ihr Lachen, das so tief und heißer klang und von irgendwo ganz aus ihrem Inneren kommen musste, ebenfalls. Ich fragte sie, ob sie tanzen wolle, wollte sie, aber erst nach einem Wodka und außerdem wolle sie sich mit mir unterhalten, was ich ja gut fand und so redeten wir ein bisschen und ich erzählte ihr meine Geschichte und sie mir noch ein bisschen von ihrer und der Kater maunzte wie blöd, denn er wollte sie haben, nur für sich.
Dann gingen wir endlich tanzen, wenngleich ich immer Fiona im Hinterkopf hatte. Die kam auch irgendwann zu mir, sagte, sie und die andern gingen jetzt los, aber ich würde ja wohl nicht mitkommen wollen. Nee. Wollte ich ganz bestimmt nicht. Na, da hab ich mich ordentlich verabschiedet und mich versichert, dass die auch wirklich weg sind und bin zurück zu Tina, die auch schon auf mich wartete und meinte, sie hätte geglaubt, Fiona wäre meine Freundin, sonst wäre sie schon viel früher zu mir gekommen. Da war ich nun sprachlos. Nee, sagte ich und ob ich denn nicht erzählt hätte, dass ich Single wäre? Nee. Hatte ich nicht, sie hatte aber auch nicht gefragt, weil sie ja glaubte, ich wäre vergeben. Jedenfalls sagte sie dann ganz unvermittelt, bevor wir weitermachen, müsse sie mir noch was zeigen. Und dann zieht sie plötzlich ihre High heels aus und ist tatsächlich ca. 10 cm kleiner. Naja, sie schaute ziemlich betrübt, weil sie es wohl als Manko empfindet, nur irgendwas bei 1,65 m gross zu sein und sagte nichts mehr, sondern schaute nur auf meine ausbleibende Reaktion. Was macht man in solchen Situationen? Genau. Als galanter Mann hilft man der jungen Frau aus dieser Situation wieder raus zukommen. Ich habe dann auch meine Schuhe ausgezogen, ihr gezeigt, dass ich unten ohne auch kleiner bin und sie lachte sich tot und meinte ich wäre der lustigste Typ, den sie seit langem getroffen hätte. Und dann kam sie auf mich zu, mit ihren Schuhen in der Hand und gab mir einen Kuss. Was für ein Kuss! So ging das dann den ganzen Abend, bisschen tanzen, bisschen knutschen und fummeln und was trinken, sie gefiel mir immer besser und wir haben aber auch was rumgesexelt beim Tanzen. Na, irgendwann war es um Drei, das Licht ging an, die Musik aus und ich fand mich mit ihr auf einer Bank vor dem Club wieder. Da fragte sie dann ne Sache, die ich noch nie hörte, die sich aber sicher viele wünschen:
“Do you want me to follow to your hotel?”
Da gingen beim Kater alle Lichter an, die Haare schnurrten wie verrückt und auch wenn es mir keiner glaubt, ich wollte nicht. Aus dem einen und aus dem anderen Grund. Wenn se nicht so unerhört hübsch gewesen wäre, wenn sie nicht jemand gewesen wäre, der einem herztechnische Probleme bereiten könnte, wenn nicht alles an ihr so reizvoll gewesen wäre, wenn ich nicht schon den Sushimonkey gesehen hätte und wenn ich nicht zufällig in der Sekunde an jemand anderen hätte denken müssen, dann hätte der Kater Beute geschlagen. Aber so? So setzte ich sie ins Taxi, rief mir selber auch eins und dann fuhren wir getrennter Wege, aber nicht ohne mir ihre Telefonnummer geben zu lassen. Was soll ich sagen, im Taxi habe ich mich erst geärgert, dann fand ich es wieder nen starken Zug von mir und dachte mir, siehste Cabman, erreichste langsam den Level, wo du dich nicht nur selber besiegen kannst, sondern sogar deine Hormone im Griff hast. Ich glaub ich werde erwachsen.
So. Bilder gibt es nicht so viele, denn die reissen immer an meinem Herzen. Ich habe aber drei Wochen England für Ende November Anfang Dezember geplant. Und zu Fiona habe ich gesagt, wir müssen in dieser Zeit auch unbedingt einen Abstecher nach...Birmingham, nahm sie mir das Wort aus dem Mund und grinste wissend. Genau. Nach Birmingham.
Spass bei Seite, denn hier komm ich: Vielen Dank Büffel, dass du mir die Ehre erwiesen hast, dazu noch so verdammt gut und darum hier, Dein Award.

Am Samstag war ich mit dem für mich neuen Team und zwei älteren Damen essen. Nichts Ungewöhnliches will ich meinen, doch meine Gäste empfanden es so und haben sich sehr gefreut, was mich nun wieder gefreut hat. Und weil ich ein Kater bin, es eigentlich Wochenende und mein viertes in Folge weit weg von zu Hause war, musste an diesem Abend noch ein bisschen Zerstreuung her. Also habe ich erst alle Anwesenden überzeugt und dann die nette Bedienung gefragt, wo man denn nun hingehen könnte. Es gab auch nen guten Tipp und dann sind wir dahin. Tja. Der Club war wirklich gut, denn die Musik war es und das Publikum entsprechend. Einfach nett. Fiona, meine neue Assistentin, trank nur Wodka, der Rest der Crew nur Bier und ich ja sowieso. In Ermangelung eines Weizen musste Corona her.

Die junge Frau, die wir da ausgemacht hatten, war wunderschön. Kurze blonde Haare, was für ein Gesicht, die Augen handtellergroß, Stuppsnase, wohlproportioniert und tanzen konnte die, es war eine Freude. Naja, wir schauten immer wieder hin, erste Regel, Augenkontakt halten, wenn sie nicht wegguckt, kann es was werden, und siehste, sie hielt Kontakt und lächelte dabei, was des Katers Herz ein wenig aus dem Takt brachte. So ging es dann ca. ne Stunde, tanzen, schauen, grinsen und in die andere Richtung tanzen, zweite Regel, man will ja nicht zu interessiert wirken und außerdem hatten wir ja Gäste.
Auf jeden Fall war ich nicht der einzige, dem dieses Wesen aufgefallen war, denn sie wurde so typisch britisch eng angetanzt und irgendwann konnte sie sich den Avancen wohl nicht mehr erwehren, denn ich sah wie sie ihre Arme einem der sabbernden, ungelenken Vorstadttänzer legte. Und plötzlich, als sich unser Gigolo schon am Ziel wähnte und ihr einen Kuss aufdrücken wollte, dreht sie den Kopf weg und schaute mir für eine sehr, sehr lange Zeit in die Augen. Tja. Das war mein Zeichen und sie war dann plötzlich weg.
Ich nehme an, dass ich sie gesucht habe, denn auch ich hatte dann keene Lust mehr zu tanzen und schlich ein wenig rum, als ich sie an der Bar sitzen sah. Wie es immer so ist mit Damen, die vermeintlich allein unterwegs sind, es gibt garantiert noch ein Geschwader Freundinnen, die alle zusammen glucken. Was macht man da als interessierter Kater? Nichts, da gibt es keinen Trick. Da musst du durch und einfach hingehen. Haben wir auch gemacht und als sie mich erblickt legte sie ein breites Grinsen auf und drehte sich mit dem Barhocker zu mir, als wären wir gute alte Freunde. Ich habe mich sofort wohl gefühlt. Auf der Stelle, da gab es keine Scham, kein Bedenken nichts was sich irgendwie unangenehm oder falsch angefühlt hätte.
Sie hieß Tina, kam aus Birmingham, ist aber Irländerin, was in England ja sehr wichtig ist, ist 34 und arbeitet als Personalchefin eines grossen deutschen Unternehmens. Aha, dachte ich mir, scheint als würde der Kater nur noch solches Kaliber finden, denn die letzten Begegnungen mit dem Sushimonkey haben so ähnlich angefangen, aber in eben diesem Moment war mir das so was von Schnuppe, denn diese Augen faszinierten mich und ihr Lachen, das so tief und heißer klang und von irgendwo ganz aus ihrem Inneren kommen musste, ebenfalls. Ich fragte sie, ob sie tanzen wolle, wollte sie, aber erst nach einem Wodka und außerdem wolle sie sich mit mir unterhalten, was ich ja gut fand und so redeten wir ein bisschen und ich erzählte ihr meine Geschichte und sie mir noch ein bisschen von ihrer und der Kater maunzte wie blöd, denn er wollte sie haben, nur für sich.
Dann gingen wir endlich tanzen, wenngleich ich immer Fiona im Hinterkopf hatte. Die kam auch irgendwann zu mir, sagte, sie und die andern gingen jetzt los, aber ich würde ja wohl nicht mitkommen wollen. Nee. Wollte ich ganz bestimmt nicht. Na, da hab ich mich ordentlich verabschiedet und mich versichert, dass die auch wirklich weg sind und bin zurück zu Tina, die auch schon auf mich wartete und meinte, sie hätte geglaubt, Fiona wäre meine Freundin, sonst wäre sie schon viel früher zu mir gekommen. Da war ich nun sprachlos. Nee, sagte ich und ob ich denn nicht erzählt hätte, dass ich Single wäre? Nee. Hatte ich nicht, sie hatte aber auch nicht gefragt, weil sie ja glaubte, ich wäre vergeben. Jedenfalls sagte sie dann ganz unvermittelt, bevor wir weitermachen, müsse sie mir noch was zeigen. Und dann zieht sie plötzlich ihre High heels aus und ist tatsächlich ca. 10 cm kleiner. Naja, sie schaute ziemlich betrübt, weil sie es wohl als Manko empfindet, nur irgendwas bei 1,65 m gross zu sein und sagte nichts mehr, sondern schaute nur auf meine ausbleibende Reaktion. Was macht man in solchen Situationen? Genau. Als galanter Mann hilft man der jungen Frau aus dieser Situation wieder raus zukommen. Ich habe dann auch meine Schuhe ausgezogen, ihr gezeigt, dass ich unten ohne auch kleiner bin und sie lachte sich tot und meinte ich wäre der lustigste Typ, den sie seit langem getroffen hätte. Und dann kam sie auf mich zu, mit ihren Schuhen in der Hand und gab mir einen Kuss. Was für ein Kuss! So ging das dann den ganzen Abend, bisschen tanzen, bisschen knutschen und fummeln und was trinken, sie gefiel mir immer besser und wir haben aber auch was rumgesexelt beim Tanzen. Na, irgendwann war es um Drei, das Licht ging an, die Musik aus und ich fand mich mit ihr auf einer Bank vor dem Club wieder. Da fragte sie dann ne Sache, die ich noch nie hörte, die sich aber sicher viele wünschen:
“Do you want me to follow to your hotel?”
Da gingen beim Kater alle Lichter an, die Haare schnurrten wie verrückt und auch wenn es mir keiner glaubt, ich wollte nicht. Aus dem einen und aus dem anderen Grund. Wenn se nicht so unerhört hübsch gewesen wäre, wenn sie nicht jemand gewesen wäre, der einem herztechnische Probleme bereiten könnte, wenn nicht alles an ihr so reizvoll gewesen wäre, wenn ich nicht schon den Sushimonkey gesehen hätte und wenn ich nicht zufällig in der Sekunde an jemand anderen hätte denken müssen, dann hätte der Kater Beute geschlagen. Aber so? So setzte ich sie ins Taxi, rief mir selber auch eins und dann fuhren wir getrennter Wege, aber nicht ohne mir ihre Telefonnummer geben zu lassen. Was soll ich sagen, im Taxi habe ich mich erst geärgert, dann fand ich es wieder nen starken Zug von mir und dachte mir, siehste Cabman, erreichste langsam den Level, wo du dich nicht nur selber besiegen kannst, sondern sogar deine Hormone im Griff hast. Ich glaub ich werde erwachsen.
So. Bilder gibt es nicht so viele, denn die reissen immer an meinem Herzen. Ich habe aber drei Wochen England für Ende November Anfang Dezember geplant. Und zu Fiona habe ich gesagt, wir müssen in dieser Zeit auch unbedingt einen Abstecher nach...Birmingham, nahm sie mir das Wort aus dem Mund und grinste wissend. Genau. Nach Birmingham.

... link (5 Kommentare) ... comment
Dienstag, 10. Oktober 2006
Zum Abschied winke ich mit einem kleinen Fetzen
bufflon, 13:11h
1
Orangeroter Sonnenuntergang, bellende und jaulende Hunde auf den Straßen, die von Männern in rasenden Pick-Ups gejagt werden, lautes Hupen, vierundzwanzig Stunden lang, warme, weiche Farben und jeden Morgen der Ruf zum Morgengebet, Stille, absolute Stille, unterbrochen vom leisen Säuseln des Windes, Sand, Sand bis hinter den Horizont, ein Strand ohne Meer in sengender Hitze, der letzte Blick aus dem Fenster des startenden Flugzeugs. Abschied.
2
Abschied, immer wieder verabschiedet man sich, merkt nur langsam, wie man sich entfernt, verlässt gewohnte Orte, den Spielplatz vor der Tür, den geheimen Ort, an dem man sich mit dem besten Freund versteckte, abends trafen sie sich immer vor dem Fenster, hörten Musik, rauchten, lachten, tranken, küssten, irgendwann wirst du auch dort stehen, dachte ich. Dann nahm ich Abschied.
3
Wir waren Kinder und wussten nicht, was wir miteinander anfangen sollten, küssten uns unbeholfen, schauten uns verunsichert an, redeten selten, alles war ein Spiel und als sie ging, tat es im ersten Moment nicht einmal weh, später, in der Nacht, in dunkler Einsamkeit, verfluchte ich unsere Dummheit, versank im Selbstmitleid, erahnend, dass dieser Abschied nicht der letzte dieser Art sein und das andere, schmerzvollere folgen sollten.
4
Abschied. Ein ständiges Kommen und Gehen und zum Abschied hier noch ein Bild aus der Gegend, in der nachts alle Hunde orange sind.

Demnächst hier wieder der Cabman.
Orangeroter Sonnenuntergang, bellende und jaulende Hunde auf den Straßen, die von Männern in rasenden Pick-Ups gejagt werden, lautes Hupen, vierundzwanzig Stunden lang, warme, weiche Farben und jeden Morgen der Ruf zum Morgengebet, Stille, absolute Stille, unterbrochen vom leisen Säuseln des Windes, Sand, Sand bis hinter den Horizont, ein Strand ohne Meer in sengender Hitze, der letzte Blick aus dem Fenster des startenden Flugzeugs. Abschied.
2
Abschied, immer wieder verabschiedet man sich, merkt nur langsam, wie man sich entfernt, verlässt gewohnte Orte, den Spielplatz vor der Tür, den geheimen Ort, an dem man sich mit dem besten Freund versteckte, abends trafen sie sich immer vor dem Fenster, hörten Musik, rauchten, lachten, tranken, küssten, irgendwann wirst du auch dort stehen, dachte ich. Dann nahm ich Abschied.
3
Wir waren Kinder und wussten nicht, was wir miteinander anfangen sollten, küssten uns unbeholfen, schauten uns verunsichert an, redeten selten, alles war ein Spiel und als sie ging, tat es im ersten Moment nicht einmal weh, später, in der Nacht, in dunkler Einsamkeit, verfluchte ich unsere Dummheit, versank im Selbstmitleid, erahnend, dass dieser Abschied nicht der letzte dieser Art sein und das andere, schmerzvollere folgen sollten.
4
Abschied. Ein ständiges Kommen und Gehen und zum Abschied hier noch ein Bild aus der Gegend, in der nachts alle Hunde orange sind.

Demnächst hier wieder der Cabman.

... link (3 Kommentare) ... comment
Sonntag, 8. Oktober 2006
Der Elch mit der Kalaschnikow
bufflon, 16:21h
oder
Wie komm ich nur raus, aus der Geschichte.
[Wer den vorherigen Text nicht gelesen hat, dürfte hier etwas verwirrt werden. So wie ich.]
Ich öffnete die Tür und versuchte, in dem dunklen Gang etwas zu erkennen. Dort hinten bewegte sich etwas, doch ich konnte es kaum erkennen. Es musste etwas großes sein, denn man spürte bei jedem Schritt, den dieses Etwas langsam und gemächlich tat, ein leises Zittern auf dem alten Holzboden und es kam näher und näher und näher. Im Schein der Lampe, die in dem Raum, in dem wir Zuflucht gefunden hatten, brannte, erkannte ich etwas zotteliges, pferdeähnliches mit einer Art Geweih auf dem Kopf. War das etwa ein Elch?
Das dunkle, leicht zottelige Etwas blieb vor mir stehen. Na klar, das ist ein Elch, dachte ich mir, und betrachtete ihn ein wenig genauer: Eigentlich war es ein ganz normaler Elch, der den Elchtest sicherlich locker überstehen würde, das Geweih war riesig, das Fell sah gut gepflegt aus und auf dem Rücken, ja, auf dem Rücken trug er eine Kalaschnikow. Was sollte denn das nun wieder? Er schaute mich an, brummte ein wenig und sagte dann:
"Komische Sache, das, oder? Ich meine, du kommst nach Schweden, verläufst dich im Wald, findest diese komische Hütte und am Ende triffst du mich, den Elch mit der Kalaschnikow. Komisch, äußerst komisch."
"Ja, du hast Recht, alles komisch. Vor allen Dingen du, denn welcher normal Mensch würde denn tatsächlich glauben, dass es Elche gibt, die akzentfrei Deutsch sprechen, überhaupt sprechen und dann auch noch diese Bewaffnung. Jeder weiß doch, dass Elche Paarhufer sind und somit gar keine Finger haben,mit denen sie den Abzug bedienen könnten."
"Das ist interessant, über diesen Aspekt habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Ich dachte, bei euch Menschen genügt es zur Abschreckung, wenn man eine Waffe mit sich herumträgt, auch wenn man sie nie bedienen könnte."
"Du meinst, sie dient lediglich zur Abschreckung? Nein, effektiver wäre wohl derzeit ein Turban und ein Bart und vielleicht ein paar markige Sprüche aus dem Koran, so etwas erschreckt sogar sonst hartgesottene Verteiger der Freiheit, die Kalaschnikow allein tut es da nicht mehr."
"Papperlerpapp. Was soll eigentlich diese Unterhaltung? Willst du hinauszögern, was sowieso unumgänglich ist?"
Worauf wollte er hinaus? Wollte er mit uns kurzen Prozess machen, hier, mitten im düsteren und einsamen Wald, in dem niemand unsere Hilferufe hören könnte, hier, mitten im düsteren und einsamen Wald, in dem man wunderbar unsere Leichen verscharren könnte?
"Ich weiß nicht, worauf du hinaus willst? Was soll denn unumgänglich sein?"
"Jetzt tu doch nicht so. Ich gebe dir mal ein paar Stichwörter: Cabman, Schweden, Kinder, Navi, See, düsteres Haus in dem zufälligerweise ein Powerbook steht, das auch noch zufälligerweise über einen Highspeedinternetanschluss verfügt und am Ende ein Elch, der sprechen kann und eine Kalaschnikow auf dem Rücken trägt? Na, fällt der Groschen, Herr Literat?"
"Also, ich verbitte mir diese Bezeichnung, klar? Ich bin Blogger, also eher Blogerat. Im Blogbusiness läuft alles ein wenig hecktischer ab, Beiträge erscheinen, Beiträge verschwinden, andere können kommentieren, dass hat mit Literaten, wenn man sie denn so bezeichnen möchte, fast nix zu tun. Das ist anders, experimenteller und unprofessioneller."
"Du lenkst schon wieder ab. Deine Geschichte da, die mit dir, mir und den Kindern, die ist doch so authentisch, wie meine Frau nen rosa Tanga hat."
"Das stell ich mir interessant vor, die Sache mit dem Tanga. Was soll das überhaupt hier? Ich meine, stellst du dein eigenes Sein in Frage?"
"Ja, das tue ich, aber nur aus reinem Gerechtigkeitssinn und Lust an der Ästhetik, denn erstens solltest du doch den armen Lesern vom Cabman nicht so einen Unfug hier auftischen und am Ende vielleicht noch echte Angst einjagen und zweitens gefällt mir die Geschichte nicht, denn sie ist unausgegoren."
"Ich lerne, Herr Elch, ich lerne. Und irgendwann gefallen mir die Geschichten auch selber, aber bis dahin muss ich experimentieren und schauen, wie es sich anfühlt. Und was soll überhaupt die Sache mit dem Unsinn? Ist es nicht so, dass hier gelesen wird, weil es Spaß macht, egal ob es real oder nicht ist? Bloggen ist doch mehr, als nur aufzuschreiben, wie der Tag heute war oder der morgige vielleicht sein wird oder ob Mirco Payment und Manuel Trackback gerade wieder etwas über die schöne Welt ZwoNull erzählen. So sehe ich das, Herr Elch. Leider hast du mir grad die Tour ein wenig vermasselt und eigentlich sollte ich sauer sein, auf dich. Bin ich aber nicht, denn diese kleinen Geschichte, die erst ein wenig "Blairwitch Project" war und nun irgendwie nur noch skuril, könnte ja auch zum Nachdenken anregen, oder? Über Dinge, die wir glauben wollen, die wir glauben können, über Dinge, die wir wissen oder nicht wissen, von uns, von anderen Menschen, über uns. Das ist ja schon fast große Blogosophie und, lieber Herr Elch, da hier Blogger lesen, denen der Verstand zum Glück noch nicht abhanden gekommen ist, könnte ich mir vorstellen, könnte zu einer interessanten Diskussion führen. Mit neuen Erkenntnissen, Meinungen, Ideen. Nur eine Vermutung.
"Ach, das wird nix, der Text ist doch wieder viel zu lang."
Wäre das ein Theaterstück, hätte ich mir an dieser Stelle einen schönen Abgang für den Elch mit der Kalaschnikow ausgedacht. Aber das ist kein Theaterstück, sondern ein Gastbeitrag zu einem der besten Blogs, die ich je gelesen habe (Schleim muss sein), ein Beitrag der sich in eine Richtung entwickelt hat, die ich nicht vorhergesehen oder geplant habe. Ich lehne mich jetzt erst einmal zurück, nehme mir noch einen tiefen Schluck aus der Rotweinpulle aus Cabmans Weinkeller , entwirre meinen Kopf und genieße die Zeit des Mittagsschlafs der Kinder. Jetz sind andere dran.
Wie komm ich nur raus, aus der Geschichte.
[Wer den vorherigen Text nicht gelesen hat, dürfte hier etwas verwirrt werden. So wie ich.]
Ich öffnete die Tür und versuchte, in dem dunklen Gang etwas zu erkennen. Dort hinten bewegte sich etwas, doch ich konnte es kaum erkennen. Es musste etwas großes sein, denn man spürte bei jedem Schritt, den dieses Etwas langsam und gemächlich tat, ein leises Zittern auf dem alten Holzboden und es kam näher und näher und näher. Im Schein der Lampe, die in dem Raum, in dem wir Zuflucht gefunden hatten, brannte, erkannte ich etwas zotteliges, pferdeähnliches mit einer Art Geweih auf dem Kopf. War das etwa ein Elch?
Das dunkle, leicht zottelige Etwas blieb vor mir stehen. Na klar, das ist ein Elch, dachte ich mir, und betrachtete ihn ein wenig genauer: Eigentlich war es ein ganz normaler Elch, der den Elchtest sicherlich locker überstehen würde, das Geweih war riesig, das Fell sah gut gepflegt aus und auf dem Rücken, ja, auf dem Rücken trug er eine Kalaschnikow. Was sollte denn das nun wieder? Er schaute mich an, brummte ein wenig und sagte dann:
"Komische Sache, das, oder? Ich meine, du kommst nach Schweden, verläufst dich im Wald, findest diese komische Hütte und am Ende triffst du mich, den Elch mit der Kalaschnikow. Komisch, äußerst komisch."
"Ja, du hast Recht, alles komisch. Vor allen Dingen du, denn welcher normal Mensch würde denn tatsächlich glauben, dass es Elche gibt, die akzentfrei Deutsch sprechen, überhaupt sprechen und dann auch noch diese Bewaffnung. Jeder weiß doch, dass Elche Paarhufer sind und somit gar keine Finger haben,mit denen sie den Abzug bedienen könnten."
"Das ist interessant, über diesen Aspekt habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Ich dachte, bei euch Menschen genügt es zur Abschreckung, wenn man eine Waffe mit sich herumträgt, auch wenn man sie nie bedienen könnte."
"Du meinst, sie dient lediglich zur Abschreckung? Nein, effektiver wäre wohl derzeit ein Turban und ein Bart und vielleicht ein paar markige Sprüche aus dem Koran, so etwas erschreckt sogar sonst hartgesottene Verteiger der Freiheit, die Kalaschnikow allein tut es da nicht mehr."
"Papperlerpapp. Was soll eigentlich diese Unterhaltung? Willst du hinauszögern, was sowieso unumgänglich ist?"
Worauf wollte er hinaus? Wollte er mit uns kurzen Prozess machen, hier, mitten im düsteren und einsamen Wald, in dem niemand unsere Hilferufe hören könnte, hier, mitten im düsteren und einsamen Wald, in dem man wunderbar unsere Leichen verscharren könnte?
"Ich weiß nicht, worauf du hinaus willst? Was soll denn unumgänglich sein?"
"Jetzt tu doch nicht so. Ich gebe dir mal ein paar Stichwörter: Cabman, Schweden, Kinder, Navi, See, düsteres Haus in dem zufälligerweise ein Powerbook steht, das auch noch zufälligerweise über einen Highspeedinternetanschluss verfügt und am Ende ein Elch, der sprechen kann und eine Kalaschnikow auf dem Rücken trägt? Na, fällt der Groschen, Herr Literat?"
"Also, ich verbitte mir diese Bezeichnung, klar? Ich bin Blogger, also eher Blogerat. Im Blogbusiness läuft alles ein wenig hecktischer ab, Beiträge erscheinen, Beiträge verschwinden, andere können kommentieren, dass hat mit Literaten, wenn man sie denn so bezeichnen möchte, fast nix zu tun. Das ist anders, experimenteller und unprofessioneller."
"Du lenkst schon wieder ab. Deine Geschichte da, die mit dir, mir und den Kindern, die ist doch so authentisch, wie meine Frau nen rosa Tanga hat."
"Das stell ich mir interessant vor, die Sache mit dem Tanga. Was soll das überhaupt hier? Ich meine, stellst du dein eigenes Sein in Frage?"
"Ja, das tue ich, aber nur aus reinem Gerechtigkeitssinn und Lust an der Ästhetik, denn erstens solltest du doch den armen Lesern vom Cabman nicht so einen Unfug hier auftischen und am Ende vielleicht noch echte Angst einjagen und zweitens gefällt mir die Geschichte nicht, denn sie ist unausgegoren."
"Ich lerne, Herr Elch, ich lerne. Und irgendwann gefallen mir die Geschichten auch selber, aber bis dahin muss ich experimentieren und schauen, wie es sich anfühlt. Und was soll überhaupt die Sache mit dem Unsinn? Ist es nicht so, dass hier gelesen wird, weil es Spaß macht, egal ob es real oder nicht ist? Bloggen ist doch mehr, als nur aufzuschreiben, wie der Tag heute war oder der morgige vielleicht sein wird oder ob Mirco Payment und Manuel Trackback gerade wieder etwas über die schöne Welt ZwoNull erzählen. So sehe ich das, Herr Elch. Leider hast du mir grad die Tour ein wenig vermasselt und eigentlich sollte ich sauer sein, auf dich. Bin ich aber nicht, denn diese kleinen Geschichte, die erst ein wenig "Blairwitch Project" war und nun irgendwie nur noch skuril, könnte ja auch zum Nachdenken anregen, oder? Über Dinge, die wir glauben wollen, die wir glauben können, über Dinge, die wir wissen oder nicht wissen, von uns, von anderen Menschen, über uns. Das ist ja schon fast große Blogosophie und, lieber Herr Elch, da hier Blogger lesen, denen der Verstand zum Glück noch nicht abhanden gekommen ist, könnte ich mir vorstellen, könnte zu einer interessanten Diskussion führen. Mit neuen Erkenntnissen, Meinungen, Ideen. Nur eine Vermutung.
"Ach, das wird nix, der Text ist doch wieder viel zu lang."
Wäre das ein Theaterstück, hätte ich mir an dieser Stelle einen schönen Abgang für den Elch mit der Kalaschnikow ausgedacht. Aber das ist kein Theaterstück, sondern ein Gastbeitrag zu einem der besten Blogs, die ich je gelesen habe (Schleim muss sein), ein Beitrag der sich in eine Richtung entwickelt hat, die ich nicht vorhergesehen oder geplant habe. Ich lehne mich jetzt erst einmal zurück, nehme mir noch einen tiefen Schluck aus der Rotweinpulle aus Cabmans Weinkeller , entwirre meinen Kopf und genieße die Zeit des Mittagsschlafs der Kinder. Jetz sind andere dran.

... link (7 Kommentare) ... comment
... older stories



