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Mittwoch, 25. April 2007
Von Bennie und einem anderen Spektakel
cabman, 19:52h
So. Seit aller Neustem redet man nicht mehr mit mir. Das ist tragisch, höre ich doch immer so gern zu, aber zu ändern ist es auch nicht. Sollten wir darüber weinen? Ach nö, nun gerade nicht, da gäbe es andere Dinge, derentwegen es zu verzweifeln lohnte. Kratzer auf der Lieblings-CD etwa.
Dennoch ist das partielle, ungehörte Singleleben eine einsame Sache, denn da wartet immer niemand auf einen. Viel schlimmer ist allerdings, dass unsereins ja auch so viel Liebe zu geben hat. Wo soll man denn hin damit? Jut, ich könnte Mustafa, den Obstverkäufer, ein wenig herzen, oder meiner Stalker-Nachbarin Wibke meine Aufwartung machen, aber das wär ja irgendwie gezwungen, so last exit. Früher, tja, früher da hatte ich nen Kater und der war...ach was schreib ich hier.
Leben muss ins Haus! Jawoll. Und deswegen habe ich mir einen neuen Mitbewohner gesucht. Sein Name ist Bennie, was reichlich bekloppt klingt, aber immer noch besser als Enrico ne wa? Bennie und ich werden ganz dicke Kumpels, denn er braucht nicht viel Platz, nur ein bisschen Pflege und kann auch allein bleiben, ohne zu bellen. Ein bisschen Erfahrung habe ich ja mit dem Zusammenwohnen und das Schönste an der Sache ist: Es hört mir wieder jemand zu. Und verwöhnen kann ich den kleinen Kerl auch und liebhaben und bei Mustafa kauf ich weiterhin nur Obst. Bennie mag auch die gleiche Musike wie ich und schaut gerade zu. Willkommen im Cove, Bennie. Lass es dir gutgehen! Bennie schmunzelt.
Bennie Bonsai, Chinese und neuer Mitbewohner
Was anderes. Im Rahmen und Sinne der neuen Cabman-Zeit, war ich gestern mit Frau Stella beim Poetry Slam. Bezaubernd war es, Frau Stella auch, mit dem Rock. Schick! Weniger schick ist es, in der Gegend, in der sie wohnt, autozufahren. Von Parkplätzen wollen wir gar nicht schreiben. Aber, nach anfänglichen Schwierigkeiten, denn ich hatte kein Cash dabei (juter Start fürne Einladung, wa?) und Frau Stella machte mehr als zweideutige Wegbeschreibungen, erreichten wir unser Ziel. Während wir die Treppen hinab stiegen, sagte ich noch: "Wirkt ziemlich leer." Frau Stella stimmte dem zu und beide hatten wir uns arg getäuscht, denn die Hütte war brechend voll und dadurch bedingt auch sehr heiß.
Wir kamen aber genau richtig, um den ersten Poeten bzw. Dichter zu hören. An dieser Stelle muß gesagt werden, dass mir das besonders gut gefällt, dass mit den Poeten und Dichtern. Was soll ich schreiben? Neben ausgesprochen netter Begleitung, hatte ich auch ausgesprochen gute Unterhaltung, denn einige der Leute, die vortrugen, hatten es wirklich drauf. Der Unterschied zum Bloggen ist klar: Betonung, Sprechgeschwindigkeit und ect. lassen einen Text leben. Jut, da gab es auch einen, nach dessen Vortrag schauten Frau Stella und ich uns ein wenig verwundert an. Aber im Gros war es mehr als anregend. Auf was für Ideen Leute kommen können? Egal. Ich habe etwas für mich entdeckt und werde es auch ausprobieren. Der einzige Wehrmutstropfen an dem Ding ist, dass das Publikum bespasst werden will. So gewann dann auch ein Patrick, der, zugegeben, eine hervorragend witzige Geschichte verlas. Es war aber inhaltlich, meiner Meinung nach, nicht die Beste. Das sah Patrick auch so, denn bei der Preisverleihung verkündete er, dass eine andere, nämlich die von Thomas, die beste Geschichte des Abends gewesen wäre. Der Meinung war und bin ich auch. Das einzige Manko, dass diese Story hatte, war ihr Tiefgang, ihre Ernsthaftigkeit und leider viel zu sehr zum Nachdenken. Ich mochte sie aber sehr und den 29. Mai haben die Frau Stella und ich schon notiert, wäre schön, wenn die Frau Gutemine, die gestern aus Zeitgründen verhindert war, dann mitkommen könnte. Ich bin dann bestimmt auch besser vorbereitet;-)
So. Und nun schreib ich mal ne richtig fiese, perverse, nicht bloggbare Ekelgeschichte, aber erst muß ich Bennie ins Bett bringen. Gute Nacht.
Dennoch ist das partielle, ungehörte Singleleben eine einsame Sache, denn da wartet immer niemand auf einen. Viel schlimmer ist allerdings, dass unsereins ja auch so viel Liebe zu geben hat. Wo soll man denn hin damit? Jut, ich könnte Mustafa, den Obstverkäufer, ein wenig herzen, oder meiner Stalker-Nachbarin Wibke meine Aufwartung machen, aber das wär ja irgendwie gezwungen, so last exit. Früher, tja, früher da hatte ich nen Kater und der war...ach was schreib ich hier.
Leben muss ins Haus! Jawoll. Und deswegen habe ich mir einen neuen Mitbewohner gesucht. Sein Name ist Bennie, was reichlich bekloppt klingt, aber immer noch besser als Enrico ne wa? Bennie und ich werden ganz dicke Kumpels, denn er braucht nicht viel Platz, nur ein bisschen Pflege und kann auch allein bleiben, ohne zu bellen. Ein bisschen Erfahrung habe ich ja mit dem Zusammenwohnen und das Schönste an der Sache ist: Es hört mir wieder jemand zu. Und verwöhnen kann ich den kleinen Kerl auch und liebhaben und bei Mustafa kauf ich weiterhin nur Obst. Bennie mag auch die gleiche Musike wie ich und schaut gerade zu. Willkommen im Cove, Bennie. Lass es dir gutgehen! Bennie schmunzelt.

Wir kamen aber genau richtig, um den ersten Poeten bzw. Dichter zu hören. An dieser Stelle muß gesagt werden, dass mir das besonders gut gefällt, dass mit den Poeten und Dichtern. Was soll ich schreiben? Neben ausgesprochen netter Begleitung, hatte ich auch ausgesprochen gute Unterhaltung, denn einige der Leute, die vortrugen, hatten es wirklich drauf. Der Unterschied zum Bloggen ist klar: Betonung, Sprechgeschwindigkeit und ect. lassen einen Text leben. Jut, da gab es auch einen, nach dessen Vortrag schauten Frau Stella und ich uns ein wenig verwundert an. Aber im Gros war es mehr als anregend. Auf was für Ideen Leute kommen können? Egal. Ich habe etwas für mich entdeckt und werde es auch ausprobieren. Der einzige Wehrmutstropfen an dem Ding ist, dass das Publikum bespasst werden will. So gewann dann auch ein Patrick, der, zugegeben, eine hervorragend witzige Geschichte verlas. Es war aber inhaltlich, meiner Meinung nach, nicht die Beste. Das sah Patrick auch so, denn bei der Preisverleihung verkündete er, dass eine andere, nämlich die von Thomas, die beste Geschichte des Abends gewesen wäre. Der Meinung war und bin ich auch. Das einzige Manko, dass diese Story hatte, war ihr Tiefgang, ihre Ernsthaftigkeit und leider viel zu sehr zum Nachdenken. Ich mochte sie aber sehr und den 29. Mai haben die Frau Stella und ich schon notiert, wäre schön, wenn die Frau Gutemine, die gestern aus Zeitgründen verhindert war, dann mitkommen könnte. Ich bin dann bestimmt auch besser vorbereitet;-)
So. Und nun schreib ich mal ne richtig fiese, perverse, nicht bloggbare Ekelgeschichte, aber erst muß ich Bennie ins Bett bringen. Gute Nacht.

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Dienstag, 24. April 2007
Während...
cabman, 19:14h
woanders der Umsturz seinen Anfang nimmt und das ganze auch eventuell noch mit Schokikuchen verpfelgt wird, pflege ich nur meine Hemden, denn man(n) will auch schick sein, ab und an. Fraglich nur, wieso die so

aus der Maschine kommen. Es mag daran liegen, dass der Hersteller damit wirbt, Hoflieferant des englischen Königshauses zu sein. Hat wohl mit der Richtung der Drehung zu tun. Diese verwirrt mich auch bei Joghurt. Links - Rechts, ist eh nur Marketing. Fragen Sie doch mal den Truhensheriff beim Kaufmann Ihres Vertrauens, ob er auch Leerlauf-Joghurt führt. Sie könnten sagen, Sie vertrügen die ganze Dreherei nicht. Ich glaube, ich habe gerade ne Marktlücke entdeckt, frei nach dem Motto, wir lösen Probleme, die sie ohne uns nicht hätten. Mal schauen, ob mein Waschmaschinenbauer zufällig auch nen Hemdentknoter im Angebot hat.
Nee. Hat er nicht. P Ü P P I E !!!!! Zur Hilfe!!!!!

aus der Maschine kommen. Es mag daran liegen, dass der Hersteller damit wirbt, Hoflieferant des englischen Königshauses zu sein. Hat wohl mit der Richtung der Drehung zu tun. Diese verwirrt mich auch bei Joghurt. Links - Rechts, ist eh nur Marketing. Fragen Sie doch mal den Truhensheriff beim Kaufmann Ihres Vertrauens, ob er auch Leerlauf-Joghurt führt. Sie könnten sagen, Sie vertrügen die ganze Dreherei nicht. Ich glaube, ich habe gerade ne Marktlücke entdeckt, frei nach dem Motto, wir lösen Probleme, die sie ohne uns nicht hätten. Mal schauen, ob mein Waschmaschinenbauer zufällig auch nen Hemdentknoter im Angebot hat.
Nee. Hat er nicht. P Ü P P I E !!!!! Zur Hilfe!!!!!

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Montag, 23. April 2007
Immer wieder Holland und eine Entdeckung
cabman, 21:57h
Wenn Sie in Amsterdam sind, haben Sie vielleicht das Glück, auch in Holland zu sein, wenn nicht, dann sind Sie vielleicht in so einem komischen Land, wo noch nie jemand hin wollte, ausser die holländischen Gründungsväter, die in einem Anflug von Heimatliebe, das ganze Kaff so benannten. Wenn dem so ist, dann will das eh keiner wissen. Was diesen Eintrag hier angeht, bin ich mir da auch nicht so sicher, aber wir können ja mal nen Versuch starten. Also, ich war heute in Amsterdam. Schon mal nicht schlecht. Morgens hin und abends zurück, was natürlich zu einem Aufschrei beim ungleichen Geschwisterpaar ökologisches Gewissen I+II führte. Man mag es mir ja kaum bis gar nicht abnehmen, aber so ab und an, in stillen Minuten, da frage ich mich, inwieweit so etwas im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen vertretbar ist. Ehrlich jetze. Mein Öko-Bilanz sieht eigentlich recht gut aus, nenne ich mich doch Nichtbesitzer von Herd, Kühlschrank, Fernseher oder gar Tiefkühltruhe. Fraglich ob das schon reicht, bei all dem Rumgejette.
Morgens in Hamburg ging der Ärger schon los: Rentner. Rentner, besonders in Gruppen und auf großer Fahrt, können hinderlich bis nervig sein. Geduld gehört nun nicht zu meinen Stärken, aber nichtsdestominder kann ich den Augen einer schönen Frau, auch wenn sie 108 Jahre alt ist, natürlich nicht böse sein. Ja, ich ließ mich sogar dazu hinreißen, der rüstigen Dame die viel zu große Tasche zum Gate zu tragen. Da bin ich ja nicht so. Währenddessen plauschten wir ein wenig und so erfuhr ich, dass dies nun Omis erste Fernreise war. Ach schön, sagte ich und, wo geht es denn hin? Spanien, kam prompt die Antwort. Ja, schön. Dann mal to und ich kann gar nicht aufhören, mich, bis jetzt, zu wundern. (Einschub vom Autor: Sollten Sie hier den Spannungsbogen vermissen, dann haben Sie natürlich recht. Der liegt aber gerade neben der Pointe, da er sich heute frei nahm.)
Spannungsfrei geht es weiter, ich will ja nicht, dass sich jemand wieder verspannt und vielleicht darüber sogar zickig wird. Es bleibt noch anzumerken, dass ich schon in Hamburg eine Entdeckung machte, die so abscheulich ist, dass ich ihr einen eigenenen Absatz widmen muss. Später dazu mehr.
In Amsterdam lief es so, wie ich es mir nicht vorstellte, sondern viel besser. Wenn das durchgeht, also dann, tja. Dann nehm ich frei.
Ich hatte also noch ein bisschen Zeit und lief durch die Stadt. Das nennt man Marktbeobachtung und wird nur dann dramatisch, wenn es nichts zu beobachten gibt. Dabei lief ich erst an einem Antiquitätengeschäft vorbei und dann rein. Ich kann mich der Faszination dieser muffigen Läden nicht entziehen. Gar nicht. Ich mag diese alten Möbel, Lampen und den ganzen Firlefanz, ich mag mir vorstellen, wie es gebraucht wurde, als es der neueste Stand der Technik war. Ich fand auch ein sehr schönes Bild, aber es war viel zu teuer. Egal. Da stand ich also gerade vor so nem Kästchen mit allerlei Schmuck und suchte was für Püppie, als ich angesprochen wurde. Auf Holländisch natürlich und von einem Vorhang, so schien es erst. Der Vorhang hatte auch Füße und ganz versteckt, kaum sehbar, ein Gesicht. Es gehörte zu einer dicken Matrone, die irgendwie aus der Karibik zu stammen schien. Höflich wie ich bin fragte ich: "Pardon?"
"I like your shoes," antwortete der Vorhang mit Gesicht.
"Me too. Quite a lot actually. I bought them in England."
"Oh really? Do you wanne sell them?"
Häh? Nix. Ich sah zu, dass ich da raus kam und deswegen kriegt Püppie nun auch kein Geschenk. (Einschub vom Autor: Der Spannungsbogen ist jetzt im Keller.)
So, und nun zur Ungeheuerlichkeit. Es liegt in der Natur der Sache, dass alles was hochgeht, auch wieder runterkommt. Flugzeuge, Erektionen, ja sogar Gehaltsvorstellungen. (Steuern allerdings nicht. Benzinpreise auch nicht, aber der goße Rest.) Genauso natürlich ist der Stuhlgang. Das ist nicht schlimm. Hände danach nicht zu waschen allerdings schon!
Ich war heute dreimal pullern. Ich geh jetzt nicht ins Detail, wie, wann, wo, aber zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass Händewaschen nicht länger en vogue ist. Also meine Herren, stellen Sie sich bitte an dieser Stelle meinen ernsten Blick vor: Ich fordere, dass Sie sich die Hände waschen! Bedenken Sie bitte bei Ihrem Tun, dass auch ich die Türklinke berühren muss, wenn ich das WC wieder verlasse. Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Damen! Nicht das ich wüßte, wie es auf einem Damen-WC zugeht, aber die Vorstellung, dass diese netten Menschen, die immer so gut duften, die da in ihren Marco Polo-Kostümchen und Schühchen rumtippeln und dabei immer so galant wirken, die ihren Milchschaum schlürfen und nie nen Bart davon behalten, also diese reizenden Geschöpfe, die uns gar nicht brauchen, die waschen sich bestimmt die Hände! Laßt es uns Ihnen gleichtun und so den zivilisatorischen Abstand verringern. Laßt uns deren Größe als Maßstab unserer Entwicklung nehmen und bedenkt, ich seh dann auch nicht mehr so affig aus, wenn ich die Tür mit dem Ellenbogen öffne. Übrigens, ich wasch mir die Hände auch einfach mal so. Nur falls es jemanden interessieren sollte.
PS: Ich trage Manschettenknöpfe. Ist das noch modern?
PPS: Morgen mach ich was ganz Neues. Mal sehen, ob ich mich traue, darüber zu bloggen. Es wird aber noch nicht verraten.
PPPS: In Holland haben sie Mercedes S600 als Taxi. Dieser Wagen ist nur für Herrn Cabman, sagte die Rezeptionisten, als jemand anderes in den Mercer einsteigen wollte. Muss an den Manschettenknöpfen liegen.
PPPPS: Ich muss jetzt Frau Stella anrufen, denn ich wollte ja sie und Frau Gutemine morgen mitnehmen. Immer diese Zeitprobleme.
Morgens in Hamburg ging der Ärger schon los: Rentner. Rentner, besonders in Gruppen und auf großer Fahrt, können hinderlich bis nervig sein. Geduld gehört nun nicht zu meinen Stärken, aber nichtsdestominder kann ich den Augen einer schönen Frau, auch wenn sie 108 Jahre alt ist, natürlich nicht böse sein. Ja, ich ließ mich sogar dazu hinreißen, der rüstigen Dame die viel zu große Tasche zum Gate zu tragen. Da bin ich ja nicht so. Währenddessen plauschten wir ein wenig und so erfuhr ich, dass dies nun Omis erste Fernreise war. Ach schön, sagte ich und, wo geht es denn hin? Spanien, kam prompt die Antwort. Ja, schön. Dann mal to und ich kann gar nicht aufhören, mich, bis jetzt, zu wundern. (Einschub vom Autor: Sollten Sie hier den Spannungsbogen vermissen, dann haben Sie natürlich recht. Der liegt aber gerade neben der Pointe, da er sich heute frei nahm.)
Spannungsfrei geht es weiter, ich will ja nicht, dass sich jemand wieder verspannt und vielleicht darüber sogar zickig wird. Es bleibt noch anzumerken, dass ich schon in Hamburg eine Entdeckung machte, die so abscheulich ist, dass ich ihr einen eigenenen Absatz widmen muss. Später dazu mehr.
In Amsterdam lief es so, wie ich es mir nicht vorstellte, sondern viel besser. Wenn das durchgeht, also dann, tja. Dann nehm ich frei.
Ich hatte also noch ein bisschen Zeit und lief durch die Stadt. Das nennt man Marktbeobachtung und wird nur dann dramatisch, wenn es nichts zu beobachten gibt. Dabei lief ich erst an einem Antiquitätengeschäft vorbei und dann rein. Ich kann mich der Faszination dieser muffigen Läden nicht entziehen. Gar nicht. Ich mag diese alten Möbel, Lampen und den ganzen Firlefanz, ich mag mir vorstellen, wie es gebraucht wurde, als es der neueste Stand der Technik war. Ich fand auch ein sehr schönes Bild, aber es war viel zu teuer. Egal. Da stand ich also gerade vor so nem Kästchen mit allerlei Schmuck und suchte was für Püppie, als ich angesprochen wurde. Auf Holländisch natürlich und von einem Vorhang, so schien es erst. Der Vorhang hatte auch Füße und ganz versteckt, kaum sehbar, ein Gesicht. Es gehörte zu einer dicken Matrone, die irgendwie aus der Karibik zu stammen schien. Höflich wie ich bin fragte ich: "Pardon?"
"I like your shoes," antwortete der Vorhang mit Gesicht.
"Me too. Quite a lot actually. I bought them in England."
"Oh really? Do you wanne sell them?"
Häh? Nix. Ich sah zu, dass ich da raus kam und deswegen kriegt Püppie nun auch kein Geschenk. (Einschub vom Autor: Der Spannungsbogen ist jetzt im Keller.)
So, und nun zur Ungeheuerlichkeit. Es liegt in der Natur der Sache, dass alles was hochgeht, auch wieder runterkommt. Flugzeuge, Erektionen, ja sogar Gehaltsvorstellungen. (Steuern allerdings nicht. Benzinpreise auch nicht, aber der goße Rest.) Genauso natürlich ist der Stuhlgang. Das ist nicht schlimm. Hände danach nicht zu waschen allerdings schon!
Ich war heute dreimal pullern. Ich geh jetzt nicht ins Detail, wie, wann, wo, aber zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass Händewaschen nicht länger en vogue ist. Also meine Herren, stellen Sie sich bitte an dieser Stelle meinen ernsten Blick vor: Ich fordere, dass Sie sich die Hände waschen! Bedenken Sie bitte bei Ihrem Tun, dass auch ich die Türklinke berühren muss, wenn ich das WC wieder verlasse. Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Damen! Nicht das ich wüßte, wie es auf einem Damen-WC zugeht, aber die Vorstellung, dass diese netten Menschen, die immer so gut duften, die da in ihren Marco Polo-Kostümchen und Schühchen rumtippeln und dabei immer so galant wirken, die ihren Milchschaum schlürfen und nie nen Bart davon behalten, also diese reizenden Geschöpfe, die uns gar nicht brauchen, die waschen sich bestimmt die Hände! Laßt es uns Ihnen gleichtun und so den zivilisatorischen Abstand verringern. Laßt uns deren Größe als Maßstab unserer Entwicklung nehmen und bedenkt, ich seh dann auch nicht mehr so affig aus, wenn ich die Tür mit dem Ellenbogen öffne. Übrigens, ich wasch mir die Hände auch einfach mal so. Nur falls es jemanden interessieren sollte.
PS: Ich trage Manschettenknöpfe. Ist das noch modern?
PPS: Morgen mach ich was ganz Neues. Mal sehen, ob ich mich traue, darüber zu bloggen. Es wird aber noch nicht verraten.
PPPS: In Holland haben sie Mercedes S600 als Taxi. Dieser Wagen ist nur für Herrn Cabman, sagte die Rezeptionisten, als jemand anderes in den Mercer einsteigen wollte. Muss an den Manschettenknöpfen liegen.
PPPPS: Ich muss jetzt Frau Stella anrufen, denn ich wollte ja sie und Frau Gutemine morgen mitnehmen. Immer diese Zeitprobleme.

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