Montag, 23. April 2007
That´s what I want
Nachtflug. Raus aus Morphineland. I´m home, mama. Schnell, zu schnell. Doch Termine, morgen und alles was ich will, ist zurück auf die Wiese. Macht mich das zum Ochsen?



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Wir fragen uns was
Dort wird etwas erklärt und nachgefragt. Jeder Rat ist willkommen, außer, alles in Frage zu stellen.


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Sonntag, 22. April 2007
Manchmal...
kommt sie wieder, die alte Zeit. In einem netten Kleid, melodisch gar und schön anzuhören. Und alles was man tun möchte ist, sich neben die Boxen zu legen und weinen. Schwarze Hemden sind niemals out. Nackte schöne Oberkörper darunter auch nicht. Wir Kinder der Nacht, mögen es. Das. Und das andere auch.





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Das Erscheinen der Messia S. oder Die Reise des Kühlschrankes geht weiter
Darum geht es.
Herzlichen Dank auch an Herrn Gorilla mit der Bitte um Entschuldigung für die Verspätung;-)


Anderen Orts, zur gleichen Zeit, während stille Apathie Einzug hielt und die versammelten Kühlschränke ihren Gedanken nachhingen, weit draußen vor der Küste Afrikas, wo die Sonne hoch stand und wenig glückvolle Emigrierversuche am Meeresgrund zu Fischfutter mutierten, also eben da, auf einem Schiff, dass da hieß „Sonne des Ostens“, welches aus dem Westen kam, da stand sie, die Messia S..
Sie war jung und schön, eine preisprämierte Augenweide, Tochter deutsche Ingenieurskunst, grazil, elegant, gut gebaut, verlässlich und funktional.
Eine Sünde sei es, sagten die Matrosen an Bord, die ihr oft die Flanken rieben. Nur zu gern hätte sie sich ihnen dann hingegeben, hätte sich ihnen bereitwillig geöffnet und sie in höchste Höhen bugsiert. Doch vorbei war die Zeit dieses tollen Treibens, bevor sie wirklich anfing.
Es war nun schon eine lange Reise und sie hatte sich zwischenzeitlich mit einem Toaster angefreundet. Dieser hieß P-Trus 1000 und war einmal ein recht flottes Modell, doch seit die Schäflein, die ihm anvertraut wurden, allzu oft ihre schwarze Gesinnung auch durch ihr Äußeres Ausdruck verliehen und in Ausnahmefällen auch Brände stiften, war seine Zeit abgelaufen. Er hatte ja gesagt, er fühle sich immer öfter ausgebrannt, etwas überspannt, könne nicht mehr garantieren, jedem die gleiche Sorgfalt und Hingabe schenken zu können, wie es seine Pflicht gewesen wäre. Doch sie hörten nicht auf ihn, sondern schickten ihn in eine Therapie, wo so ca. hundertachtzig anderer alternde Elektros und eben diese so untypisch junge Fahrstuhlkabine zusammengepfercht ihrer ungewissen Zukunft harrten.
Ins gelobte Land solle es gehen, tuschelte der eine oder andere alternde Elektro unter Deck. Und ruhe sollten sie finden, von ihrer Jahre dauernden Tätigkeit, ihren Stütz- und Nützfunktionen für diese Menschheit.
„Meinst du, wir werden es besser haben, da wo sie uns nun hinbringen werden? Meinst du man wird uns aufnehmen und vielleicht ein beschaulicheres Leben ermöglichen?“ fragte P-Trus 1000 und Skepsis klang durch in den Worten.
„Verzage nicht mein lieber P-Trus. Du hast es überwunden, das alte deinige Leben und stehst nun hier, neben mir, mit der Heerschar anderer entrechteter und geknechteter Elektros. Es ist dies schon einer deiner Siege, errungen und verdient durch dein Streben ganz allein. Natürlich wird es nicht das Ende sein, eine Etappe wohl und Beginn neuen Leidens. Doch ich stehe dir zur Seite und werde dein Leid lindern, an kalten und heißen Tagen, wenn Wärme und Schatten ich dir spende.“ Dies waren die Worte der Fahrstuhlkabine, in die Dunkelheit des Laderaums gehaucht, doch all die, an die sie nicht gerichtet waren und doch vernahmen, schöpften Hoffnung auf eine Zukunft ohne Strom und quälender Widerstände. Kein Ohm und Volt sollte es zukünftig mehr geben. Sie summten zufrieden in die Nacht.
Ein Rucken und Stoßen war das Signal, das das Schiff die Kaimauer erreichte und damit auch das gelobte Land. Ruckartig wurde die Ladeluke des Frachters geöffnet und Sonnenlicht fiel ein, schnell und schneller, erbarmungslos jeden Winkel des Frachtraumes ausleuchtend. Ein Menschlein, groß und dunkelhäutig mit scharfen Gesichtszügen, rief einem anderen, der nicht zu sehen war, zu: „Mach schon Johnny, lass den Schrott schnell löschen und auf den Chevy verladen. Dann nichts wie hin zu Mama Jo.
Schrott? Setzte ein Murmeln unter den Elektro ein. Wer war hier Schrott? Das Murmeln wuchs schnell zu einem panischen Geschrei an.
„So beruhigt euch doch.“ sprach Messia S. sanft. „Kein Leid wird euch widerfahren. Vertraut mir, denn ich bin wissend. Mein Vater ist kein geringerer als Prof. Dr. Koch, Ingenieur und begnadeter Techniker.“
Die Elektro glaubten ihr, glaubten ihr nur zu gern, denn es war für sie einfacher, sich der Hoffnung hinzugeben, als der Wahrheit ins Gesicht zu schauen.
Eine Staubwolke, groß, weiß und undurchdringlich, folgte dem Lastwagen, als dieser viel zu schnell durch die vertrocknete Landschaft raste. Er und seine Ladung waren auf dem Weg, hin dort, wo schon zahlreiche andere Elektros ihrem Nichtstun Ausdruck verliehen, indem sie einfach nur herum standen. Würde die Fahrstuhlkabine auch ihnen Hoffnung und Elan bringen können? Wer weiß es - bestimmt Frau Schlüsselkind, der ich diese Geschichte nun anvertrauen möchte.


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Montag, 16. April 2007
Flammenmeer oder Das Versprechen
Halt die Klappe und hör den Engeln zu. Hörst du sie singen? Sprach sie und stand vor mir, selber ein Engel gleich, rund und schön anzusehen.
So hob ich sie hoch, höher, drehte und wirbelte sie. Ihr Haar, so gülden wie Honig, umfloss sie, mich, und es war, als würde es unser Treiben verdecken, verstecken.
Maskulin trug Feminin rüber zum Feuer hin, wo zittrig lodernde Flammen zwei Körper zu einer Seele verschmolzen. Längst schon lag die Kleidung, stumme Zeugen flammenden Begehrens, verteilt, wahllos, dort, wo gefallen sie war, wie müde Krieger gleich in aussichtsloser Schlacht.
Oh Du, so dachte ich mir, mein sollst du sein, deine Jugendlichkeit ist mein Rausch, wird Teil von mir, wenn ich dich berühr, dich liebkose und von deinem Nektar trinke. Ich hielt sie geschlossen, die schlanken Fesseln, weiß und scharf konturiert, vibrierende Muskeln unter reiner junger Haut. Aufwärts, Aufwärts war mein Streben, hin, da wo das Wunder des Lebens die Erde betritt. Flammen züngeln, lecken nach Luft, ich tue es auch und trinke ihre Unschuld, der reinste Wein.
Siehst du die Sterne? So fragte sie mich. Milliarden Augen der Nacht, die wissend unser Tun betrachten.
Die Sterne, ach ja, die Sterne, sie sind doch nur Löcher im Himmelszelt, je ein Eingang zu einer anderen Welt. Folge mir, flieg hoch zu ihnen und schaue hindurch. Erstaunliches kannst du dort sehen, jeder Stern hilft dir verstehen. Reich mir die Hand, ich geleite dich, begleite dich, gleite in dich und es ward vollbracht, ein Akt.
Kleiner wurden die Flammen, doch die Hitze der Glut blieb beständig und wärmte unsere beiden Körper. Innig, innig vereint, so lagen wir da und gaben uns dem Takt der Herzschläge hin.
Bum Bum, so pochte es an, gleich einer Tür, die zur Beantwortung einer Frage geöffnet werden wollte. Meine Tür. Ich wohnte dahinter und öffnete willens.
Wird es immer so sein? Und nun war ich mir nicht sicher, ob sie fragte mich oder das Sternengericht. Doch aufschwang ich mich, die Antwort ihr schuldig bleiben, dass wollte ich nicht.
Nun ja, es liegt an dir, es liegt an uns. Ein Trugschluss zu glauben, ewig würde es von allein so weitergehen. Der Alltag kommt, von hinten rechts, du siehst ihn nicht, er bremst dich aus und wir bleiben beide stehen. Langeweile nennen sie es auch, Reduktion jeglichen Geschehens. Doch es ist nicht wahr! Hörst du mich? Es ist eine Lüge, ein Konstrukt, gleich der Mathematik, die uns weismachen will, Eins und Eins sind Zwei, wo es doch viel mehr sein kann. Und Zwei sind manchmal auch Eins.
Langeweile, mein liebes Kind, ist die Abstumpfung der Wahrnehmung und das Problem. Lass uns wachbleiben, beide Augen offen, denn vieles was heute neu, heute reizt, ist morgen alt und abgenutzt, so glauben wir.
Daher, und nun hör gut zu, will ich jeden Tag einen neuen Stern in dir entdecken. Will riechen, spüren, sehen dich, dich hören und dich schmecken. Diesen Tag und jeden Tag, immer wieder aufs Neue. Lass mich kosten das Salz deiner Tränen und hören den Klang deines Lachens; Lass mich dich fragen, wie du dich fühlst und antworte stets ehrlich und ohne Angst. Nur so und nur dann wird die Glut erhalten, ein Flammenmeer zu legen, von heute an bis immer da, auch bei starkem Regen.
Lass sie und halten, die Hitze, nicht nur in der Nacht, zu schmieden diese Liebe mit starker Hand und Wille. Hammer und Amboß wollen wir sein und den Beweis erbringen, dass es sie gibt, die Ewigkeit, das ewige Feuer, wenn wir bereit sind, du und ich, es jeden Tag zu schichten, uns stetig neu zu sehen.
Darum frage ich dich, versprichst du es und bist du bereit, diesen Weg mit mir zu gehen?
Sie zog mich zu sich heran und lächelte süß.
Was mehr, mein Lieber, gäbe es zu tun, wenn sich die Dinge, die wir täglich verbrechen, einst an uns gar grausig rächen?
Ja und Ja, auch ich liebe dich und daher gebe ich es dir, dieses, mein Versprechen.


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