Mittwoch, 9. Mai 2007
Licht
Holterdipolter fällt die Sonne aus deinem Leben und Grau schleicht sich ein wie die Abenddämmerung. Dort kommt es geschlichen, durch das Küchenfenster, an dem du so gern standest.
Du machst den Versuch einer Bewegung, doch zäh und undurchdringlich scheint dir diese wabernde Masse, diese trübe Brühe, die dich nun umspült, sie hindert dich.
Der schnelle Gang von einst und die Grazilität deiner Bewegungen sind abgefallen, gleich dem Laub der Bäume im Herbst und es bleibt nicht als dein nacktes Ich. Sturmgepeitscht vom Wind des Lebens, den Orkanen deiner Entscheidungen, wagst du es nicht, dich zu bewegen. Deine harte Rinde ist rissig geworden in all der Zeit und Parasiten, die sich als solche nie zu erkennen gaben, haben dich geschwächt.
Allein unter Wölfen, verlassen in dieser Dämmerung, die an andere Stelle immer ein Neubeginn ist, so, wie sie es einst deiner war, erkennst du nicht, was all dies dir bedeuten soll.
Im Dunkel nun, sitzt du da und betrachtest die Dinge, die einst dein Universum waren, traust dich nicht zu fragen, weil du die Antworten schon kennst. Lang ist es her, wo Lachen deinen Kopf befüllte und die Zukunft eine Option war. Nie hast du sie eingelöst und nun ist es zu spät. Traurig waren immer die anderen Gestalten, ihre Geschichten und ihr Leiden. Was hat es gebracht, so fragst du dich und weißt, es war weniger, als es dir gegeben hat.
Das Leben ist eine Lüge und die Versprechen die es dir gibt, halten dich nur bei Laune, um deine irdische Zeit zu verlängern. Für wen und wem ist diese Zeit geschuldet, warum solltest du nicht Herr deines Schicksals sein? Weil andere es gut mit dir meinen, weil andere mehr davon haben, wenn du bist?
Spät und später wird es, die Zeit läuft unaufhaltsam davon, verschwenderischer Luxus, den wir uns so nie leisten können.
Was also bleibt zu tun?
Ich könnte mir Licht suchen.


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ähä mensch, menno, voll traurig eh...
erst fällt die Uhr runter, und dann ist die Zeit kaputt. Ach Mensch, wie bedauernswert. Aber echt, eh! Ähä.


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Knuthlin und andere Fragen
Die Inkonsequenz dessen, was gesagt wurde und dem was gelebt wird, ist in ihrer
schlussendlichen Konsequenz nicht mehr als die gelebte Lüge. Dies ist nicht tragisch, Hauptsache, wir bleiben am Leben. Die Frage nach dem Preis, den wir hierfür zahlen, ist da zweitrangig, denn das Leben selbst hat einen gewissen, nicht zu bemessenden Wert.


JR CABMAN 2007

So. Bin ich also ab heute anerkannte und zertifizierter mind mapper. Wieder ne schöne Urkunde für die Bewerbungsunterlagen, sogar was gelernt und zum ersten Mal in meinem Leben hab ich nen richtigen Psychologen gesehen. Ganz ehrlich, die sehen ziemlich normal aus.
Betrüblich war, dass der gute Mann meinte, ich hätte einen Hang zu verworrenem Denken, worüber ich mir aber keine Gedanken machen müsste, wären doch ein paar ganz, ganz Große ebenfalls mit diesem Defekt behaftet.
„Sie kennen doch den Spruch, Genie und Wahnsinn…“ grinste er mich an, als er meinen erschrockenen Gesichtsausdruck sah. „Ja, Ja, “ entgegnete ich da, „die Frage ist nur, was von beiden zuerst ausbricht. Jut. Das ist langweilig, kommen wir daher zu diesem:
Nachdem nun Porno als Quotenbringer nicht mehr geht, schreib ich halt was über Tiere. Tiere und Kinder gehen immer und außerdem habe ich gestern ne ziemliche schöne Idee für meine Zukunft bekommen: Ich werde Bären-Vertreiber.
Bären zu vertreiben, ist nicht gefährlicher als mein jetziger Job, denn da kann man auch höchstens sterben und das wäre, nach neuesten Erkenntnissen, nicht mal der Rede wert, das Schreiben auch nicht.
Bevor ich mich nun leidenschaftlich dem Bärenvertreiben hingebe, möchte ich an dieser Stelle noch mal recht herzlich Danke sagen, darauf hinweisen, dass Schnitzelchen ab sofort gestorben ist und höflichst anfragen, ob du die dir gewidmeten Absätze gesehen hast? Nimm diesen Eintrag bitte als den Big-Gorilla-Gedächtniseintrag.

Gestern habe ich nämlich auch gelernt, der Weg nach oben führt immer über Absätze. Sie kennen das vom Treppenhaus - nicht jeder hat nen 1A-Lift- und der Weg ist meist steinig. Hierzu, und im Nachklang zur gestrigen Diskussion, fiel mir im Hotel noch folgende Frage ein: Tragen katholische Veganer, die sich selten auf dem Holz- dafür aber oft auf dem Jakobsweg befinden, Plastikschuhe? Eine brennende Frage dieser Zeit, brennender als Blasen, die es sich durchaus zu überdenken lohnt, besonders, da der Jakobsweg ja sehr lang ist.
Vertreiben wir uns nun die Langeweile, den ersten Bären und üben uns im, dem rhythmischen Sprechgesang entliehenen, dissen.
Welches ist wohl derzeit das Paradebeispiel für medialen Hype und Beweis, dass mit richtigem 1A-Aufzug auch der größte Mist bis ganz auf die Titelseiten kommt? Richtig, ein Bär Namens Knuth.
Heh Hoh yeah, easy fellow
MC Cabman greift zum Mikrofon
nehmt diese Botschaft ganz ohne Ton.
Heh Hoh, yeah, mohterfucker.
Kannst du mich hören, BERLIN?
Ich finde du und dein zotteliger Bär
könnt euch nun verziehen.
hab keinen Bock mehr auf Geschreibe
von Meister Petz
von all dem Gerede kriech ich die Krätz.
Berlin, willst du wissen wo der Rüssel hängt,
nimm dies, mein Hamburg, meine Weblogin, und Hagenbeck´s
Elefant für geschenkt.
Habt eh keine Kohle dort in der merkelischen Provinz,
Euch zu unterstützen – mir stinkts.
Doch ich bin nicht so, gebe gern nen Tipp
Vielleicht macht sogar der Wowi mit.
Benennt euch um, benennt euch neu,
Knuthlin soll euer Name sein,
passt schön in die Umgebung rein.
Neu Fahne, neue Ausweise,
alles mit nem neuem Wappen,
der Verworrene verspricht es euch,
damit verdient ihr nen Rappen.



Jut. Haben wir das auch mal gesagt, aber Fragen bleiben:
Ist Knuth die Reinkarnation Brunos? Was hat Bruno noch angestellt, dass ihm dieses Schicksal beschieden wurde, oder reicht hierfür, drei Bergbauern zu ärgern? Wenn dem so ist, als was werde ich wiedergeboren? Da will ich jetzt, mit Hinblick auf die Veganer und andere missverstanden Randgruppen, nicht drüber nachdenken.
Warum haben die Eisbären Berlin noch keine Patenschaft für Knuth übernommen?
Der könnte doch, sehr art- und seiner schon jetzigen Rolle gerecht, in den Spielpausen zur Volksbelustigung auf dem Eis tanzen, oder so etwas.
Gott ist das Leben kompliziert mit all seinen Fragen. Wo bekomme ich denn jetzt den nächsten Bären her?

PS Lieber Gorilla, das mit dem Bären war ne doofe Idee, oder habe ich was missverstanden?


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Montag, 7. Mai 2007
[freiplatz] für die krimikomödie: das muttermundhäschen
[nur als reminder. das bild sponsore ich.]


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Samstag, 5. Mai 2007
Es lebe die Freiheit
Binnenschiffer haben derzeit schlechtwetterfrei, was ihnen keine gute Laune macht. Drum lasst uns nun zum Gebet niederknien und gemeinsam diesem ehrbaren Berufsstand helfen, sorgt er doch dafür, dass nicht noch mehr LKW die Strassen verstopfen:

Lieber Gott, der du bist im Himmel,
erhöre uns, im Bittgewimmel.
Wir wollen auch gar nicht viel,
Nur ne handbreit Wasser unterm Kiel.

So. Wieder ne gute Tat heute vollbracht, was gut fürs Karma und den Straßenverkehr ist.
Während Pietje van de Maas und sein Hund Flocky heute auf Antje1, gleich hinter Köln, liegen, darüber grummeln, dass dies nur die Schuld von die gemeine Deutsche wäre und Brandblasen schlagen, muss ich aus gegebenen Anlass noch was los werde.

Gestern lernte ich, dass hier Kohorten von Kindern durch die Bloglandschaft ziehen und sich erschrecken. Ich stell mir vor, dass ganze Klassenausflüge virtuell gestaltet werden, denn es ist wohl billiger. Nun, wie wir alle schon sehr früh lernten, ist das Leben ne gefährliche Sache. Das ist tragisch, denn Eltern haben plötzlich mehr Verantwortung.
Ich verweigere mich aber dem, dass so unpenetrierte und gelangweilte Muttis, Blogger ins kriminelle Abseits schieben wollen. Ich verweigere mich auch der Aussage, dass hier und anderswo, „verbrecherische Worte“ benutzt werden sollen, denn das Wort als solches ist nie ein Verbrechen!
Fakt ist, viele der Weblogs zeichnen ein Bild des Lebens. Fakt ist auch, dass sie dadurch so facettereich sind wie das Leben selbst. Ich mag all die Geschichten hier. Ich mag Gorillas Beobachtungen, ich mag Büffels Stimmungsfängerei, ich mag Frau Schimmerschneckes Beziehungskram und Bonas Bilder. Ich mag sogar Frau Blütes Fragestellerei und Stellas Monstergeschichten. Ich mag Kids Kunsteinträge und Herrn Wuergs unvergleichliche Zahlenbeispiele. Ich mag sie eigentlich alle, ich habe manchmal mehr oder weniger etwas dazu zu sagen und halte oft einfach meinen Mund. Das nennt man Toleranz. Genau diese Toleranz ist es auch, die Leuten wie tiziane abgeht. Sich hoch aufzuschwingen und von Perversen zu schreiben, nur weil es Menschen gibt, die nicht das Licht beim Sex ausmachen, ist ne engstirnige und gefährliche Sache. Besonders und gerade, wenn man nur bestimmte Einträge herauszieht und den Blogger nicht in seiner Gesamtheit kennt. Auf diesem Wege stempelt man ab, erstickt die Freiheit und limitiert. Ich bin aber dagegen, dass dies geschieht. Ich bin dagegen, dass Leute, die sich in ihrem persönlichen Schamempfinden gestört fühlen, die moralische Keule des Kinderschutzes zücken und alles platt hauen wollen, was außerhalb ihrer Vorstellungskraft liegt. Man verkenne bitte nicht, dass die Mehrzahl der Kiddies sowieso keine Zeit hat, da sie Alkopops benebelt irgendwelche Gewaltvideos aufnimmt. Wer glaubt denn ernsthaft, dass sich hier Kinder (Kinder!) freiwillig hinsetzen und einen Text, der länger als 5 Zeilen ist, lesen?
Bevor nun begonnen wird, die Fantasien und Gedanken von Menschen, die sich hier in Einträgen niederschlagen, zu Klassifizieren, zu Kriminalisieren und zu Beschneiden, sollten die wahren Abartigen, die, die ihre unbedeutende Meinung allen aufdrücken wollen, sich mal das Projekt „Gutenberg“ bei Spiegel-online anschauen. Hier findet man, oh graus, auch einen Leopold von Sacher-Masoch, besucht doch mal Ebay, da findet ihr bestimmt was von Eric Stanton, oder schaut bei Amazon nach, dort gibt es sogar die gesammelten Werke von Marquis de Sade. Wenn ihr dann mit allen gewerblichen und damit ja viel schlimmeren Verbreitern von Pornos fertig seid, kommt doch noch mal vorbei.
Ihr könntet natürlich auch, als so richtig couragierte und engagierte Verfechter von Recht und Gesetz, mal ne offene mail an so ne Organisation der Rechtsradikalen schicken. Vielleicht merkt ihr dann, dass die Pornographie, die der hobbyblogger verbreitete, nur eine subtile Art der Kritik und des sich Lustigmachens ist. Wie ich euch aber einschätze, fehlt euch dazu der Mut.
Egal. Mich kotzt so etwas dermaßen an, denn die Freiheit ist das Letzte, was ich aufzugeben bereit bin. Meine und die der anderen auch. Ich hoffe und bete inständig, dass der von mir sehr geschätzte Herr Olbertz weiter seinen Weg geht. Sollte Geld von Nöten sein, werde ich wieder spenden, denn diese beschrieben Freiheit ist mir etwas wert!
Und als letzter und ganz ehrlich gemeinter persönlicher Tipp für die Muttis dieser Welt:
Macht doch Seidenmalerei oder Töpfern. Da seid ihr wenigstens beschäftigt und stört nicht.
Nichtsdestotrotz, wird der Cove dieses nette Schild bekommen, die Maximalzeit und Mademoiselle la Püppiees Weblogin auch. Die Altersfreigabe ist ab 21, denn wir wollen es uns ja nicht mit den Amis verscherzen.
Und nun liebe, besorgte Eltern, nehmt bitte zuerst eure verdammte Verantwortung wahr, bevor sich andere euretwegen einschränken sollen. Und nicht vergessen, die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden. Manchmal seid das auch ihr.




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