Montag, 4. Januar 2010
Name drops keep falling in my head
Schringedingelingpliiiingh. So. Das ist ja mal ne akkurat elfenmäßige Eröffnung und bevor ich gleich noch öffentlicher staune, vorher schnell das:

War ich also gestern bis spät, ach was schreibe ich, bis richtig spät mit der Frau in der Sauna und wunderte mich über all die türkischen Männer da. Besonders über die Dinge, die ich an ihnen nicht sah und ich meine keine Goldketten.

Da sagte die Frau sehr nachdenklich, sie würde sich ohne Ring irgendwie nackt vorkommen. Schringedingelingpliiiingh machte es sogleich im alten knöchrigen Gehäuse genannt Herz, total elfenmäßig.

Und weiter: Bin ich gestern, noch vor der Sauna, elfengleich zum Bäcker geelft und zwar ohne die anderen zu erwartenden Zehn.

Geschmeidig auf einem Bein hüpfend, mit sachtem Flügelschlag versehen und jedem Menschen, der mir begegnete, ein fröhliches "Frohe Ostern" zu rufend, denn ich bin ja auch gern first mover, nicht.

Dort angekommen, also beim Bäcker, in der Reihe anstehend, sang ich fröhlich:

Ich gehe zum Bäcker, kaufe Brötchen für 5 Mark
ich esse gerne Brötchen, denn Brötchen machen stark


1 Kohlkopf und 1 Rote Bete, für denjenigen, der das dazugehörige Album benennen kann

Als ich endlich dran war und diese untergewichtigen Luftbrötchen bestellt hatte, fiel mein Blick auf den Zeitungsstapel und da ganz besonders auf die MoPo, denn von deren Titelseite rief es mir laut zu:


Hamburger Vornamen 2009


Aha, so dachte ich mir. Und dazu noch ein geschnurrtes Soso und weiter: Das könnte ja interessant sein und huxflux erwarb ich die Lektüre.

Nicht das wir Inspiration bräuchten, nein, nein, das nun wirklich nicht, wir sind schon durch und der Hund wird Klaus heißen, soviel ist klar. Auch Sonderfallnamen haben wir in petto, sollten sich widererwarten doch keine Reihenkinder einstellen und dieses noch zu gestaltende zelluläre Gemenge sich dafür entscheiden, ein Zwillingspaar zu werden.

Eigentlich ging es mir beim Zeitungskauf nur darum, zu überprüfen, ob wir keine Namen ausgesucht haben, die In sind. Haben wir nicht und bekamen dann dazu noch gleich die Bestätigung, dass wir gebildet seien, auch wenn manch Leser dieses Blogs da seine Zweifel bzgl. des Autors hat.

Aber, Frau Gabriele Rodriguez wurde in der MoPo auf Seite 4 wie folgt zitiert:

"Besonders gebildete Eltern suchen nach Namen, die nicht so verbreitet sind, und orientieren sich dabei an der Großelterngeneration."

Natürlich, Gabriele, will man da fast denken und wer wünscht sich eigentlich nicht kluge Eltern? ;-)

Hier die Liste der Top Five 2009 weibliche Vornamen in Hamburg:


1. Alina
2. Lilly
3. Charlotte
4. Emma
5. Julia


Top Five 2009 männliche Vornamen in Hamburg


1. Ben
2. Elias
3. Luka
4. Lukas
5. Fynn


Das Gute ist, die Namen, die wir unseren Kindern geben würden, sind nicht auf dieser Liste. Das Schlechte, oder vielleicht Zweifelhafte ist, müsste es nicht viel mehr Edeltrauts und Karl Wilhelms auf den Listen geben, oder was soll uns diese Namenswahl im Sinne der Aussage von Gabi über Hamburger Eltern 2009 sagen?

Man wird ja mal fragen dürfen, wenn man nicht nur konsumiert, sondern auch versucht, mitzudenken. Persönlich fand ich aber das Designer-Paar toll, welches seinen Sohn Maximilian nannte. Die Begründung hierfür war:

"Das kann man gut abkürzen: Max klingt kernig."

Aha. Und warum heisst das Kind nicht gleich kernig und zwar einfach nur Max?

Na weil die beiden wohl eine anerkannte Berufskrankheit haben könnten: Designmäßige Neuinterpretation von Altem, verbunden mit neuer emotionaler Aufladung von Bekanntem und dessen Durchsetzung mit geistigen Sollbruchstellen, auf dass das Original als solches unverfälscht im Kern durchschimmert, aber nur von solchen zu erkennen, welche die Codes der Verblendung lesen und verstehen können.

Das ist übrigens auch der Grund, warum Menschen aus ländlicher Randlage bei ihren Landjugendtreffen, oder Landfrauen-Nachmittagen immer nur Kaffee trinken und nie Half Decaf Double Tall Vanilla Low Fat Extra Foamy Brewed Coffee. Die sind zu schlau für das Marketing. Alles klar soweit?

Und weil die so schlau sind, lesen die auch keine MoPo und nennen ihre Kinder auch lieber Jürgen und Bertha als Jeremy, Amy, Jason oder Jennifer, denn das sind so Beispiele für Namen, die Eltern aus weniger gebildeten Schichten ihren Kindern geben. Und warum machen sie das? Weil sie stärker von den Medien beeinflusst werden. Aha. Und wer hat jetzt Schuld an der Verdummung der weniger gebildeten Schichten und verdient damit Geld?


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Montag, 4. Januar 2010
Die 5 Unkooperativen


So. Sehen Sie sich diese finsteren Gesellen ganz genau an. Man kann doch förmlich die ihnen innewohnende Niedertracht spüren, oder?

Haben wir hier gekämpft und versucht dem Widerspinst dieser unkooperativen Zutaten(!), ich wiederhole das nochmal: unkooperative Zutaten seid ihr! Nicht mehr und nicht minder. Also haben wir mit vereinten Kräften versucht, aus diesem Widerspinst ein lecker schmecker Essen zu zaubern und was war?

Gut war, dass es im Mülleimer noch reichlich Platz gab und die Frau noch was zum Aufwärmen im Haus hatte. Wir wollten ja noch zum Schwimmen

Ich sach ja. Das wird ne haarige Geschichte und leider müssen Sie, liebeR LeserIn, nun jede Woche einmal eine Statusmeldung zum Projekt: Galizisches Essen ertragen.

Bei 1000 Kohlköpfen und pro Woche ein Versuch wird das so 19,23 Jahr dauern. Ich nehme die Herausforderung an.

Aber ganz ehrlich: Wir haben dabei soviel gelacht, dass es den Spass wert war, und bei gerade mal geschätzte 6,50€ Gesamtkosten gibt es nichts zu meckern. Versuchen Sie mal für 6,50€ mit 2 Personen ins Kino zugehen, mal abgesehen davon, dass da eh nur Schrott läuft.

So. Und nun fragt die Frau auch noch, ob wir mal Sushi machen wollen. Hm. Gern. Gleich wenn uns das Galizische gelingt.

Frau Monolog? Wären Sie so freundlich, mir Ihr Rezept zu mailen, wir wollen nicht verhungern. Danke!


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Freitag, 1. Januar 2010
Hells kitchen

So. Habe ich ein tolles Bild von der Zukunft, oder vielmehr von 2010. Sieht irgendwie aus, als werden wir eine gute Haftpflichtversicherung benötigen, bei all den prognostizierten Blechschäden.

So sehr wir uns auch anstrengten - und das taten wir wirklich dolle - mit dem ganzen Interpretieren und Deuten, wir konnten (außer Sperma und Außerirdische) nichts Treffendes oder gar Hinweisendes erkennen. Nicht mal bei den Ergebnissen der Freunde, die da waren und sich auch versuchten. Das hat bestimmt am Löffel gelegen.

Bleigießen wird demnach überbewertet, vielleicht hätten wir wirklich das Blei mal vom Balkon tropfen lassen sollen, so im Sinne eines Fallturmes und dann unten schauen, ob es Kugeln wurden. Apropos:

Welche Freude haben wohl junge, kahl rasierte Menschen daran, ihre Schreckschußpistolen in Lichtgeschwindigkeit abzufeuern? Könnte mir dieses Phänomen bitte jemand erklären? Danke!





So. Frau meint ja, ich würde in der Küche eine gute Figur abgeben, was ich natürlich nicht beurteilen kann. Dennoch möchte ich aber kurz vermelden, dass ich mich tatsächlich wieder gern in dieser Räumlichkeit aufhalte und sogar wieder koche. Am liebsten für uns und mit ihr. So richtig müssen Sie wissen, mit Zutaten und so.

Selbst das anschliessende Aufräumen ist mir inneres Blumenpflücken und Befriedigung, weswegen Frau auch meist irgendwas anderes machen muss. Hübsch sein vielleicht, oder Musik konvertieren, jedenfalls nicht in der Küche mitaufräumen. Keine Ahnung, ob dies tiefenpsychologisch erklärbar ist, wenn ja, würde es mich auch interessieren.

Fakt ist, dass ich zwar gern aufräume und auch abwasche, was aber nicht heisst, dass ich unbedingt Lust habe, am Silvesterabend, in Erwartung des Besuches und eh schon angespanntem Zeitkonto, den kompletten Abwasch der letzten 3 Tage zu machen. Gar nicht. Habe ich aber:


Iss ja klar, dass der Wasserzulauf zum Geschirrspüler auch mal kaputt gehen kann, ist ja klar, dass dieser kleine gemeine Sack das dann tut, wenn es gerade nicht passt. Wann würde es das schon?

Schräge Leser, denn schräg ist auch geneigt, im Cove ganz besonders, wissen um die Tatsache, dass ich keine handwerkliche Herausforderung scheue. So auch nicht diesen Wasserhahn. Natürlich wurde mir letztjährliches Abenteuer bewusst, aber das muss ich Frau ja nicht verraten.

Ergo fragt ich ganz zart nach einer Wasserpumpenzange und noch eh ich endete sprach Frau recht resolut: Nein.

Da war ich aber ganz begeistert davon, dass Frau wusste, was eine Wasserpumpenzange ist und was ich fragen wollte. Sollte ich doch so leicht zu durchschauen sein? Ich weiß es nicht, es bleibt zu testen.

Egal. Ich erklärte mal schnell, dass ich das ganz bestimmt hinbekomme und das ich das nicht zum ersten Mal mache, aber Frau blieb völlig unbeeindruckt und meinte: Ja, du kannst das bestimmt, aber ich habe keine Lust, dass durch unvorhergesehene Komplikationen die ganze Wohnung unter Wasser steht. Und das zu Silvester.Hm? (Hier jetzt Augenblinkern vorstellen) ... und ausserdem wollen wir doch gleich kochen. Hm?

Naja. Was soll man(n) da tun? Gar nichts, nur liebsein. Also habe ich abgewaschen und war lieb.

Später dann, ich noch völlig erschöpft vom Abwaschmarathon, sitzen die Frau und ich auf der Couch und klicken so bunte Bildchen im Netz, weil die geliebte Frau mir zeigen will, wie schön es hier und da ist und weil wir doch auch mal da hinfahren könnten.

Ja, sach ich da und die Frau will sich gerade dichter neben mich setzen, als sie erschrockenen Blickes fragte:

Was blinkt denn da für Licht in der Küche?

Nun, das Licht war ein 1m hohes Flammenmeer im Kochtopf, weil Frau schon mal das Öl heiß machen und mir nur schnell vorher noch die Bilder zeigen wollte.

Ich sach Ihnen, da bleibt einem schonmal für 2 Sec. das Herz stehen, aber scheinbar nur mir, denn die Feuwehrfrau an meiner Seite griff sofort und ohne

irgendwie nachzudenken zur allzeitbereiten Löschdecke, schmiss das Dinges huxflux auffen Topf und aus war es, das Feuer und wir beiden schreckensbleich, aber irgendwie froh und in der Hütte es gerochen wie es Stunden später auf dem Fischmarkt riechen sollte, nämlich reichlich verkohlt.

Und weil wir uns nicht gerade erst letzte Woche über die Löschdecke unterhielten und ich es noch reichlich merkwürdig fand, weil so völlig neu und dann plötzlich braucht man dieses Ding. Schon merkwürdig, wie es manchmal so geht.

Juti, die Freunde haben davon später nichts mehr gerochen, wie auch, wo die Küche dann doch voll mit giftigen Bleidämpfen war. Ich indess weiß nun, dass ich ein todschickes Geschenk für die Frau habe: einen neuen Topf.

Da freut die sich ganz bestimmt, denn der angebrannte konnte definitiv nicht mehr gerettet werden. Jeder sollte übrigens eine Löschdecke haben. Ich glaube, ich werde mir auch so ein Ding zulegen, gerade jetzt, nicht, wo ich dieses gefährliche Extrem-Koching für mich neu entdeckt habe.


Ja Ja, das ist wirklich so. Ich habe sogar das liebe Tantchen angrufen und nach dem Rezept für dieses galizische Gericht gefragt, welches so unheimlich lecker aber furchtbar schwer zu machen ist.

Schon andere liebe Verwandte haben sich daran probiert und sind kläglich gescheitert, sogar Mama und die kann kochen.

Bekam ich also einen Brief zu Weihnachten mit dem Rezept. Was Tantchen aber nicht schrieb, wahrscheinlich um mich herauszufordern, oder weil sie schlicht auch schon alt ist, sind die Maßangaben, also wieviel Reis zum Beispiel.

Egal. Ich werde mich da durchprobieren und Tantchen nicht anrufen. Ihr Brief endete nämlich mit den schönen Sätzen: "und wenn es Probleme gibt, ruf mich an. Ich komme dann und helfe dir. Tante Friedel und deine Mama brauchten Hilfe, also keine Sorge."

Im Leben nicht, Tantchen. Bevor ich dich anrufe, um nach Hilfe zu fragen, friert die Hölle zu, oder der Heimathafen bittet mich darum.

Eher werde ich tausend Kohlköpfe verhunzen und mich grün ärgern, aber es wird der Tag kommen, da werde ich Dich anrufen und sagen: War ein easy going, was ist daran schwer? Und das Gute wird sein: Du wirst mich durchschauen und wir werden lachen.

Aber mal echt, was kann an den paar Zutaten schwer sein?


Ich werde es morgen herausfinden und wie immer genügend Geld dabei haben, um ggf. ne Pizza für die geliebte Frau und mich zu bestellen.


PS Das Küchenarbeit auch eine erotische Komponente hat, soll mit diesem Bild bewiesen sein:




Rotationsbrüste, hm. Wär auch was. Ich melde mich jedenfalls immer freiwillig zum Auspressen, also der Orangen.


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