Montag, 13. Dezember 2010
Eine Frage an JournalistenInnen
Die Frage kommt später und ist ernst gemeint. Nachdem nun gefühlte 98% der Bloggenden was mit Mädchen machen, kann ich ja mal fragen, dachte ich. Danke vorab für die Aufklärung.





"Die Begegnung war intensiv, aber arm an Höhepunkten...", sprach der Reporter eines Zweitligaspiels unbedacht - jedoch gut regengeschützt - ins Mic und ich dachte, ja, so eine Beziehung hatte ich auch mal.

Zur Sache:

Unter Freunden muss man ja nicht immer alles gut heißen, was der andere so treibt oder sogar tut oder hört. Am Ende zählt nur das, weswegen Sie Freunde sind. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wenn aber einer Ihrer Freunde dann dem verdutzten hip hoppenden Publikum der After Show Party Boys don´t cry auf die Ohren gibt, dann wissen Sie, dass er das für Sie macht. Schön, wenn er dann endlich von der Bühne steigt und es Ihnen bei einem Bier auch noch bestätigt.

Und das Ihr Erste Liga seid, erkennt man doch daran, dass das Konzert intensiv und reich an Höhepunkten war! Allein das Intro! Oder die Light-Show! Oder mein liebster Song, aber nur Live und nur wegen des Akkustikteils ab 2:52! Sehr mitreißend!


Danke Dir! Für alles in diesem Jahr und verzeih bitte, dass ich dieses Konzert nur mit Ohrenstöpsel durchhielt, aber

1.) Ich werde älter

und

2.) Ihr habt verdammten Krach gemacht!


Und nun noch die Frage:

Dank des Krachmacher-Freundes hatten wir ja tolle Plätze und vor uns saßen die Damen und Herren Journalisten.

Es waren zwei Herren und drei Damen. Zwei der Damen waren eindeutig durch das Mic als Radio Hamburg zugehörig zu identifizieren.

Nachdem nun Harry Rowohlt bereits in einer seiner hervorragenden Kolumnen über die Misere des Schreibens im Dunkeln im Allgemeinen und den hierfür zu verwendenden Leuchtstift im Besonderen sinnierte, werde ich es nicht tun.

Somit entfällt diese Frage, es sei aber angemerkt, dass beschriebene Journalisten schlecht vorbereitet waren und sich arg abmühten, da im Dunkeln, etwas zu schreiben. Vielleicht hatten die aber auch nur eine schlechte Handschrift?

Egal. Meine Frage lautet:

Die Journalisten haben das ganze Konzert über Notizen gemacht. Im Minutentakt. Erst dachte ich, die würden eine Playlist erstellen, aber die Häufigkeit mit der sie wild auf ihre Blöcke schrieben, stand in keinem Verhältnis zum Vorgetragenen.

Wenn ich mir dann diesen Wortbeitrag zum Konzert durchlese, frage ich mich, was haben die da Hochwichtiges notiert? Und wo kann man es nachlesen?

Ausserdem ist den Journalisten ob ihres frühen Verlassens der Lokalität die komplette After Show entgangen. Und somit könnte man fast meinen, sie hätten nicht sauber recherchiert und wegen sowas brauchen wir dann WikiLeaks. Wie geschrieben: Man könnte! ;-)





PS Ein Dank auch an die Frau im Regen! Kennst mich halt doch! ;-)


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Tja,
vielleicht haben die Kollegen ja basierend auf ihren Notizen zunächst Riesenriemen geschrieben, die dann vom Vorgesetzten gnadenlos runtergekürzt würden. Was man als Medienkonsument normalerweise zu lesen oder zu hören bekommt, ist ja nur selten 1:1 das, was der Berichterstatter auf seinen Notizblog gekritzelt oder in sein Redaktionssystem reingetextet hat.

Grundsätzlich würde ich sagen, dass hektische Vielmitschreiberei ein Indiz für Anfängertum ist. Mit fortschreitender Berufserfahrung hat man mehr Blick für das Wesentliche. ;-)

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Ich schwelge gerade in der Vorstellung von Riesenriemen, Sie Schlingel;-)

Aber mal im ernst: Wenn es Usus ist, warum schreibe ich dann überhaupt soviel? Dann könnte ich mich doch dem Genuß oder was auch immer hingeben. Für die drei kritteligen Sätze da, wäre ich nicht mal hingefahren...bei dem Wetter.

Und meinen Sie vielleicht, dass ich auch Journalist werden könnte? Ich kann gut punktieren ;-)))

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Wenn es Usus ist, warum schreibe ich dann überhaupt soviel?

Tja, da mögen mehrere Faktoren zusammenkommen. Anfänger-Enthusiasmus wahrscheinlich und tiefsitzende Unsicherheit, sich auf das noch unterentwickelte Gespür fürs Wesentliche zu verlassen, nehme ich an.

Ich denke in der Tat, dass Sie das Zeug zum Journalistenberuf hätten. Sie können Sätze drechseln und Geschichten erzählen. Das ist schon mehr die meisten Anfänger mitbringen, und der überwiegende Rest ist Handwerk (und weniger Begabung).

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Ach Herr Mark, Sie sind zu gütig und ein kleiner Schmeichler sind Sie auch. Danke dafür, nun schwelge ich in der Vorstellung mit Schreiben Geld zu verdienen. ;-)

Realistisch betrachtet ist mein Können diesbzgl. mehr als begrenzt. Da liessen sich allein auf Blogger.de Leute mit mehr Vermögen und Potential finden. Und überhaupt: Die größte Schwierigkeit dabei wäre doch, über die Dinge zu schreiben, die einen gar nicht interessieren. Keine Ahnung wie Sie sich da motivieren, ich hätte dafür wahrscheinlich nicht genug Energie.

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Unter uns gesagt
bin ich in dieser Hinsicht auch kein Selbstmotivationsweltmeister - sonst wäre ich womöglich längst Eigenheim- und Yachtbesitzer. Ein Stück weit lässt sich diesem Intressanz-Problem freilich abhelfen, in dem man sich auf ein Themengebiet spezialisiert, das einen nicht komplett anödet. Und manchmal muss man es halt als sportliche Herausforderung sehen, den interessanten Punkt in einem Thema zu finden.

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...bin ich in dieser Hinsicht auch kein Selbstmotivationsweltmeister - sonst wäre ich womöglich längst Eigenheim- und Yachtbesitzer.

Das spricht doch für Sie. Es gibt bereits genügend Gefallsüchtige, Kopffüssler und solche, die sich für nichts zu schade sind -> Siehe die unsäglichen Talent-Shows oder das Ehepaar zu Guttenberg.

Wie wahrscheinlich ist es denn, das man DAS Thema findet? Ist das nicht unheimlich schwierig in diesen Tagen, wo die Gesellschaft sich immer differenzierter gestaltet?

Schau ich mir die unübersichtliche Titelauslage im Zeitschriftenregal meines Edekas an (ca. 20m breit, 1,80m hoch), bin ich immer wieder überrascht. Ich meine, diese Titel müssen doch gelesen werden? Kein Verlag legt einen Titel auf, der sich nicht verkauft, oder?

Oder ist die Fluktuation so hoch? Titel rein, läuft nicht, Titel raus, neuer Titel rein. Funktioniert es so?

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Zum Teil ja.
Jedenfalls bei den Newcomern. Aber ich staune über die Sortimentsbreite nicht weniger als Sie. Allein die ganzen Fernsehzeitschriften fass ich schon nicht (wobei ich die "TV Spielfilm" aus lieber Gewohnheit auch noch eine Weile lang abonniert hatte, nachdem ich das Fernsehen für mich längst abgehakt hatte).

Thema finden ist schwieriger geworden, keine Frage. Vor 25 Jahren, als mein damaliger Seniorpartner und ich anfingen, über "was mit Medien" zu berichten, war das noch völlig exotisch (und außerhalb aller üblichen Ressorts Kultur, Politik, Wirtschaft). Heute ist das Feld so derart überlaufen, dass man meinen könnte, die Medien beschäftigten am liebsten nur noch mit sich selbst. Da muss man dann halt auch einen Schritt weiter (oder zurück, wie mans nimmt) gehen. Nimmt man noch Werbung, Mediaplanung, Marketing, MaFo und so Teilgebiete dazu, dann ist die Luft schon dünn und das Konkurrenzfeld überschaubar. Nicht zu unterschätzen ist auch, was das Expertentum an Egofutter für die Eitelkeit bereitstellen kann, Fachbuchbeiträge, Moderation von einschlägigen Roundtables, Mitwirkung an Studien oder Referententätigkeit bei Workshops und Fortbildungsmaßnahmen, da geht schon einiges, wenn man wirklich Lust auf sowas hat (was bei mir allerdings nicht übermäßig ausgeprägt ist).

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Würden Sie also meinen, der Universaljournalist, der sich hollywood-like auf jedes Thema stürzt, solange eine Veröffentlichung winkt, gehört, ebenso wie der Kolbenfüller, zum Auslaufmodell? Hat jemand den doppelten Boden verstanden?

Bedeutet dies für Ihren Bereich: Je höher die Spezialisierung, desto sicherer das Auskommen?
Bedeutet dies aber nicht auch, dass Sie sich ständig bewegen müssen? Fortbildung - One step ahead? Always?

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Haha, Auslaufmodell
ist jeder, der die Tinte nicht halten kann. ;-) Sagen wir so: Die ökologische Nische für Universalisten ist nicht gerade größer geworden in den letzten Jahren. Wer anderseits die Spezialisierung so weit treibt, dass er nur noch von zwei Dutzend Obercracks des jeweiligen Themengebiets verstanden wird, hat auch nicht unbedingt ein sorgenfreies Leben, da der Absatzmarkt seiner Spezialkenntnisse halt auch entsprechend limitiert ist. Zwischen diesen beiden Extremen ist eine nahezu unendliche Fülle von individuellen Mischkalkulationen möglich. Und meine sieht halt so aus, dass ich mich seit einigen Jahren aus den Rattenrennen der höherauflagigen Publikumspresse weitgehend raushalte und lieber in der kuscheligeren B2B-Nische publiziere. Da geht nicht immer so viel Platz drauf, Grundlagen zu erklären, wie die Einschaltquoten des Fernsehens zustande kommen
oder warum die Reichweite eines Printtitels trotzdem steigen kann auch wenn die Verkaufsauflage sinkt.

Fortbildung im dem Sinne, dass man alls naslang Wochenendseminare besuchen müsste, ist nicht zwingend erforderlich. Aber die Bereitschaft, sich von Zeit in ein neues Themenfeld reinzufuchsen, sollte man auch in der Fachpublizistik mitbringen. Ansonsten gilt natürlich (besonders in der Werbefachpresse) der alte Spruch: Not always, but always ultra...

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Also lebt man -wie immer- von Kontakten?

Und vielen Dank auch für die Informationen. Das war sehr aufschlußreich!

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*hüstel* Das was frau so durchdenkt, wenn es arm an Höhepunkten ist - Listen.

Wonach stinkt der Kerl neben mir, was muß ich einkaufen, was gehört geputzt oder gewaschen, wen möchte ich nächste Woche treffen, wer sind die 3 größten Arschlöcher Deppen, mit denen ich es letztes Monat zu tun hatte, die fünf besten Lieder des letzten Jahres, mit welchen Kerlen hier im Raum wäre was interessant zu tun, welche Bücher möchte ich als nächstes lesen, wer bekommt Weihnachtspost/-geschenk und wer sicher nicht, und und und.

Dann gibts natürlich noch welche, die anfangen retour zurechnen, ob und wieviel überfällig und wer in Frage kommt.



Ich möchte jetzt noch anmerken, ohne mich dafür zu genieren, daß ich sogar einen Stift besitze, der beim Schreiben sanft vor sich hinleuchtet. Eben damit man im Dunklen schreiben kann und hinterher keinen Kryptographen braucht.

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Oha. Keine Ahnung ob ich Sie richtig verstehe, aber Sie verklickern mir, dass frau, statt sich zum Höhepunkt vorzuarbeiten, lieber in die Innerlichkeit emigriert? Keine gute Strategie. Frau erreicht den Gipfel nicht, wenn sie sich eine Grube gräbt. Mann übrigens auch nicht.... ich weiß wovon ich schreibe.

Wenn mein Leben nicht in Kartons auffem Boden stehen würde (https://cabman.blogger.de/stories/1606422/), würde ich glatt ein passendes Zitat aus Pooh’s Corner raussuchen. So aber begnüge ich mich mit ein bisschen Neid ob der lumineszierenden Schreibware und stelle mir vor, wie cool ich ausgesehen hätte, auffem Konzert, als Journalist, mit so einem Stift und einer Praktikantin, der ich diktiert hätte, wo ich doch nicht so gut schreiben kann, also gerade. ;-)

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Ich meinte nicht eine berauschende Liebesnacht, sondern diese lauen Anwandlungen, wo er will, aber nicht annähernd kann.
Ich hätte es deutlicher sagen sollen... wenn mann nicht weiß, was/wie mann (richtig) tut... und frau irgendwann das Zeigen, vorsichtige Anweisen (eh sinnlos, weil sich jeder Kerl für den perfekten Liebhaber hält und sich von frau selten bis gar nix sagen läßt - nun denn, wüßte mann über die weibliche Anatomie nur ein bisserl Bescheid, wärs um einiges einfacher, aber immerhin mann weiß, daß es nicht der Bauchnabel ist, den mann sucht...) und das mißglückte Duracellhäschen leid ist... ; )

Ich meinte nicht, wenn alles paßt *g* Da interessieren auch nicht die Staubgebirge unterm Schrank *fg*


Wenn Sie bisserl Glück haben, ich den Stift finde und beschließe, daß ich ihn nun doch nimmer haben muß (war doch Beute), dann könnte ich mich dazu durchringen, den abzugeben. Allerdings weiß ich nicht, ob Ihnen die äußere Optik zusagen würd. Aber gut - wichtiger ist, man sieht, was man im Dunkel schreibt und bei Lichtwerdung verschwindet der halt in der Sakkotasche. Dazu ist die ja auch da : )

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Liebe Frau Sid, ich meinte auch keine berauschende Liebesnacht. Ich meinte die Beziehung als Ganzes, die frei von Höhepunkten wie gemeinsames Lachen, Erfahren, Unternehmen ect. bleibt.

Ich glaube aber, gut nachvollziehen zu können, was Sie da kurz anreißen. Merkwürdigerweise höre ich sowas oft. Es scheint sogar ein nicht wirklich gut diskutiertes Thema zu sein und das, wo wir doch alle total informiert aufgeklärt und manche sogar Blogger sind.

Meine Empfehlung an Sie, bzw. an einen zu beschenkenten Mann:




Wie Sie anhand der Flags sehen, habe ich es ordentlich durchgearbeitet und zwei meiner liebsten Zitate sind:

"Die gemeinsame Arbeit an der Verfeinerung der Technik ist eine Art, wie Paare die Intimität auf einem erträglich niedrigen Niveau halten. Jeder bezieht sich auf die eigene Rolle und das eigene Verhalten statt auf den Partner. Alles ist so gut choreographiert, daß schon die Überzeugung entstehen kann, man sei miteineander im Kontakt."

"Beide Geschlechter versuchen, Ficken von Liebe zu trennen. Vielen ist gar nicht bewußt, was Ihnen entgeht, andere wissen es durchaus, stellen sich aber unwissend."


Wie geschrieben: Tolles Buch. Erwarten Sie aber keine technischen Kniffe oder tolle Tricks.

Und den Stift hätte ich schon gern, bin ich doch ein Schreibwarenfetischist. Echt. Ganz ausgeprägt.

Und das Äußere sollte nicht die innere Strahkraft überschatten, oder? ;-))

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Das Buch nehm ich mal mit auf meine Leseliste.
Tricks brauche ich aktuell keine mehr zu lernen. Es reicht mir vollkommen aus, wenn der nächste Kerl wenigstens eine Ahnung von seinem eigenem Körper hat und wie man den gebrauchen kann. Den Rest zeig ich ihm dann schon, wenn ers wert ist.
Nennen Sie mich jetzt bloß nicht Mrs. Robinson *gg*


Für oben besprochene Kerle tät aber statt des Buchs eine einfache Zeichnung mit der Anatomie einer Frau reichen... Da frag ich mich, wenn mann sich derart viele pornografischen Darstellungen reinzieht, lernt mann dann gar nichts? Ach ich vergaß - zum Lernen muß natürlich das Hirn mit Sauerstoff versorgt werden *g*
Ich gebs ja zu, irgendwann bin ichs leid, immer das gleiche zu zeichnen ; )

Und was bitte ist so toll daran, eine Zunge ungefragt ins Ohr gedrückt zu bekommen *schüttel*
Aber das ist ja noch tolerierbar, wenn der Kerl auch Bescheid weiß, daß das Ohr am Kopf ist und nicht eine andre Funktion zu erfüllen hat, als zu hören und Gleichgewicht zu halten...


Zum Stift: werde ihn bei Gelegenheit finden und ablichten. Dann können Sie noch immer entscheiden.

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