... newer stories
Mittwoch, 12. April 2006
Tage wie dieser
cabman, 15:36h
Tage wie dieser, an denen man morgens gut und gerne 1 Stunde vor dem Kleiderschrank verbringt, weil man nicht weiß, wie das Wetter wird, weil man Jahreszeiten und deren verlässliche Einordnung der möglichen Temperaturen nur noch aus den Geschichten der Alten kennt und dann, auf den Bus wartend, wieder feststellt, dass man völlig daneben lag und bibbernd oder wahlweise schwitzend einem Mitwartenden wissend zunickt. Eben an solchen Tagen, ach was soll es, dass interessiert sowieso keinen!

... link (0 Kommentare) ... comment
Donnerstag, 6. April 2006
Regen
cabman, 01:19h
Regen. Regen ist immer gleich. Monoton fällt er vom Himmel. Wie meine Träume zerplatzen die Tropfen am Fenster. Darin sehe ich mein Spiegelbild; schemenhaft nur, aber es scheint als würde ich weinen. Mir ist auch danach. Ich warte auf dich. Wo bist Du?
Kälte streckt ihre langen Finger nach mir aus. Mir fröstelt.
Du sitzt neben mir und bist doch soweit weg. Unerreichbar, auf einer Gedankenreise, nicht mehr bei mir. Es quält mich, Du quälst mich. Unsere Zeit ist um. Ein letztes Aufbäumen gegen den drohenden Kollaps, gegen den keimenden Niedergang!
Wie ein Untier schlich er sich ein, der Alltag und fraß die Spontanität, das glückliche Sein. Er säte Gewohnheit und wir ernteten Langeweile. Deine Äußerungen - Kalt, bar jeglichen Gefühls. Mir graut vor Dir, Auf wiedersehen
Kälte streckt ihre langen Finger nach mir aus. Mir fröstelt.
Du sitzt neben mir und bist doch soweit weg. Unerreichbar, auf einer Gedankenreise, nicht mehr bei mir. Es quält mich, Du quälst mich. Unsere Zeit ist um. Ein letztes Aufbäumen gegen den drohenden Kollaps, gegen den keimenden Niedergang!
Wie ein Untier schlich er sich ein, der Alltag und fraß die Spontanität, das glückliche Sein. Er säte Gewohnheit und wir ernteten Langeweile. Deine Äußerungen - Kalt, bar jeglichen Gefühls. Mir graut vor Dir, Auf wiedersehen

... link (0 Kommentare) ... comment
Ewalds Reise Part 1
cabman, 02:08h
Folge diesem Pfad. Fühlst Du, wie der nadelbedeckte Waldboden leicht unter deinen Füssen nachgibt? Riechst du den Harz und den Duft frisch geschlagenen Holzes? Hörst du den Sing Sang der Buchfinken und dort, in der Ferne, das rhythmische Geklacker des Spechtes? Spürst du, wie sich sanft die Bäume im Wind wiegen und das Rauschen ihrer Wipfel wie Getuschel in deinem Ohr klingt. Hör zu, sie erzählen dir die Geschichte von Ewald.
Dort, wo in sanften Hügel das Hochgebirge seinen Anfang nimmt, über den Bach, hinter dem Zaun, am steinigen Hang, lebt in tropfwassernasser Höhle ein Ewald.
Ewald, das Schwein, dass so gern ein Hund wäre, lebt allein und weit weg von der bösen Welt. Denn Ewald ist verliebt – in SIE. Sie, deren Name unausgesprochen bleiben soll, von jetzt bis in alle Ewigkeit, war seine Verheißung, aber Sie wusste davon nichts. Sie folgte einem windigen Wiesel und Ewald blieb allein. So ging er unter die Erde und klagte sein Leid dem Regenwurm Tobias und der Maus Olga, die eigentlich ein Maulwurf war, sich aber aus ästhetischen Gründen Maus nannte.
Ewald erzählte ihnen davon, dass sich die Erinnerung an Sie wie ein wiederhakenbestückter Pfeil in sein Herz bohrte. Wie es wehtat, wenn man ihn berührte. Wie sich die Sehnsucht nach Ihr als hungriger Schmerz durch seine Eingeweide nagte und nimmer satt wurde. Tobias sagte, er kenne dies. Es gehe ihm ähnlich bei fallfrischem Laub.
Für Ewald hatte Sie ein wundervolles Lächeln; eine Figur, die ihm den Atem raubten; Augen, so strahlend wie frischgepflückte Sterne; ein Wesen, so warm und rein, dass es ihm die Sprache verschlug. Und deswegen hatte er ihr auch all dies nie gesagt. Nie berührten sich ihre Lippen, nie liebkosten sich ihre Körper und nie kuschelte Sie sich bei ihm an. An dieser Stelle erklärte Olga, sie hatte auch so einen Freund, den Fjodor Wassiliwitsch aus Wodrokow, hatte ihn gehabt und verlassen. Zu anstrengend war er, wie sie meinte.
„Weißt du was dir hilft deine Trübsal zu vertreiben?“ fragte Tobias.
„Ja, wenn ich Sie sehen könnte.“ antwortete Ewald.
„Quatsch!“ entrüstete sich Olga. „Ein Fest, das wäre genau das richtige für Dich!“
„Was für eine Fest? Wann? Mit ihr?“ die Gedanken begannen sich in Ewalds Kopf zu drehen, fast wurde ihm schwindlig.
„Doch nicht mit ihr, du bist doch kein dummes Schwein. Denk nach, Ewald! Wir feiern jetzt und hier!“ rief Olga fröhlich jauchzend.
Behänd machte sie sich in der Kochnische daran, einen gemischten Laubsalat zu zubereiten. Dabei sang sie auf Russisch tragische Balladen, die von unerfüllter Liebe, Schmerz und Tod handelten, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass Ewald einer dieser Balladen hätte entstiegen sein können.
„Nimm es ihr nicht krumm.“ rief Tobias, der unter Geächze dabei war, ein Fässchen Kastanienpunsch zu öffnen. Er hatte wohl bemerkt, dass Ewald sehr, sehr, also wirklich doll unglücklich aussah.
„Sie hat so wenig Taktgefühl, wie sie sehen kann, ist aber eine herzensgute Seele.“
„Ja, das stimmt!“ pflichtete Ewald ihm bei, wissend, dass ihn diese Freunde nie im Stich lassen würden.
„Weißt du Tobias, es ist ja nicht wegen euch. Ihr seid die besten Freunde die man haben kann. Es fehlt nur irgendetwas. Etwas in mir drängt, zieht, ja reisst mich zu ihr und ich weiss nicht einmal, wo sie ist.“
Tobias hatte ihn aber nicht gehört, hing er doch zur Hälfte bereits im Punsch.
„So Jungs, nun wird gefeiert!“ mit einer riesigen Schüssel zwischen ihren noch riesigeren Grabschaufeln kam Olga an den Tisch.
„Der Salat sieht aber sehr lecker aus“ sagte Ewald. Nicht das er bereits sonderlich viele Salate gesehen hätte, aber er war sehr angetan von all der Mühe, die sich seine Freunde für ihn machten.
„Wisst ihr, ich glaube ich sollte Sie suchen. Wenn sie hier wäre würde alles anders sein. Gleich morgen werde ich mich auf den Weg machen.“ Und als wolle er seinen Worten besonderen Nachdruck verleihen, stopfte er sich eine extra grosse Portion Salat in den Mund.
„Ja, aber nicht ohne mich“ sagte Olga zu dem ordentlich aufgestapelten Holzhaufen, den sie für Ewald hielt. “Ich werde Dich begleiten, denn du bist doch fast noch ein Ferkel.“ Sprachs und zwinkerte dem Holzhaufen aufmunternd zu.
„Auch ich werde mithelfen bei der großen Suche“ hickste Tobias, der schon zuviel Punsch hatte.
„Ich Danke euch.“ und mit diesen Worten Ewalds war die Sache abgemacht und die drei Freunde saßen noch bis spät in der Nacht zusammen. Sie planten die Reise und tranken, planten und tranken, tranken und tranken....
Dort, wo in sanften Hügel das Hochgebirge seinen Anfang nimmt, über den Bach, hinter dem Zaun, am steinigen Hang, lebt in tropfwassernasser Höhle ein Ewald.
Ewald, das Schwein, dass so gern ein Hund wäre, lebt allein und weit weg von der bösen Welt. Denn Ewald ist verliebt – in SIE. Sie, deren Name unausgesprochen bleiben soll, von jetzt bis in alle Ewigkeit, war seine Verheißung, aber Sie wusste davon nichts. Sie folgte einem windigen Wiesel und Ewald blieb allein. So ging er unter die Erde und klagte sein Leid dem Regenwurm Tobias und der Maus Olga, die eigentlich ein Maulwurf war, sich aber aus ästhetischen Gründen Maus nannte.
Ewald erzählte ihnen davon, dass sich die Erinnerung an Sie wie ein wiederhakenbestückter Pfeil in sein Herz bohrte. Wie es wehtat, wenn man ihn berührte. Wie sich die Sehnsucht nach Ihr als hungriger Schmerz durch seine Eingeweide nagte und nimmer satt wurde. Tobias sagte, er kenne dies. Es gehe ihm ähnlich bei fallfrischem Laub.
Für Ewald hatte Sie ein wundervolles Lächeln; eine Figur, die ihm den Atem raubten; Augen, so strahlend wie frischgepflückte Sterne; ein Wesen, so warm und rein, dass es ihm die Sprache verschlug. Und deswegen hatte er ihr auch all dies nie gesagt. Nie berührten sich ihre Lippen, nie liebkosten sich ihre Körper und nie kuschelte Sie sich bei ihm an. An dieser Stelle erklärte Olga, sie hatte auch so einen Freund, den Fjodor Wassiliwitsch aus Wodrokow, hatte ihn gehabt und verlassen. Zu anstrengend war er, wie sie meinte.
„Weißt du was dir hilft deine Trübsal zu vertreiben?“ fragte Tobias.
„Ja, wenn ich Sie sehen könnte.“ antwortete Ewald.
„Quatsch!“ entrüstete sich Olga. „Ein Fest, das wäre genau das richtige für Dich!“
„Was für eine Fest? Wann? Mit ihr?“ die Gedanken begannen sich in Ewalds Kopf zu drehen, fast wurde ihm schwindlig.
„Doch nicht mit ihr, du bist doch kein dummes Schwein. Denk nach, Ewald! Wir feiern jetzt und hier!“ rief Olga fröhlich jauchzend.
Behänd machte sie sich in der Kochnische daran, einen gemischten Laubsalat zu zubereiten. Dabei sang sie auf Russisch tragische Balladen, die von unerfüllter Liebe, Schmerz und Tod handelten, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass Ewald einer dieser Balladen hätte entstiegen sein können.
„Nimm es ihr nicht krumm.“ rief Tobias, der unter Geächze dabei war, ein Fässchen Kastanienpunsch zu öffnen. Er hatte wohl bemerkt, dass Ewald sehr, sehr, also wirklich doll unglücklich aussah.
„Sie hat so wenig Taktgefühl, wie sie sehen kann, ist aber eine herzensgute Seele.“
„Ja, das stimmt!“ pflichtete Ewald ihm bei, wissend, dass ihn diese Freunde nie im Stich lassen würden.
„Weißt du Tobias, es ist ja nicht wegen euch. Ihr seid die besten Freunde die man haben kann. Es fehlt nur irgendetwas. Etwas in mir drängt, zieht, ja reisst mich zu ihr und ich weiss nicht einmal, wo sie ist.“
Tobias hatte ihn aber nicht gehört, hing er doch zur Hälfte bereits im Punsch.
„So Jungs, nun wird gefeiert!“ mit einer riesigen Schüssel zwischen ihren noch riesigeren Grabschaufeln kam Olga an den Tisch.
„Der Salat sieht aber sehr lecker aus“ sagte Ewald. Nicht das er bereits sonderlich viele Salate gesehen hätte, aber er war sehr angetan von all der Mühe, die sich seine Freunde für ihn machten.
„Wisst ihr, ich glaube ich sollte Sie suchen. Wenn sie hier wäre würde alles anders sein. Gleich morgen werde ich mich auf den Weg machen.“ Und als wolle er seinen Worten besonderen Nachdruck verleihen, stopfte er sich eine extra grosse Portion Salat in den Mund.
„Ja, aber nicht ohne mich“ sagte Olga zu dem ordentlich aufgestapelten Holzhaufen, den sie für Ewald hielt. “Ich werde Dich begleiten, denn du bist doch fast noch ein Ferkel.“ Sprachs und zwinkerte dem Holzhaufen aufmunternd zu.
„Auch ich werde mithelfen bei der großen Suche“ hickste Tobias, der schon zuviel Punsch hatte.
„Ich Danke euch.“ und mit diesen Worten Ewalds war die Sache abgemacht und die drei Freunde saßen noch bis spät in der Nacht zusammen. Sie planten die Reise und tranken, planten und tranken, tranken und tranken....

... link (3 Kommentare) ... comment
Samstag, 1. April 2006
Nachtschicht
cabman, 01:33h
Sie stieg ein und sagte einfach nur “Fahren Sie los.” Sofort verbreitet sich der Duft ihres Parfüms im Taxi, schwer, dezent und teuer. Nach all den Jahren habe ich so etwas in der Nase.
“Wo soll es denn hingehen?“ fragte ich und bekam ein leises “Durch die Stadt…“ als Antwort.
So fuhren wir ziellos durch die nächtliche und verregnete Stadt und nur das Plopp Plopp des Scheibenwischers durchbrach die Stille im Wagen. Draussen glitt die Stadt in surrealen Farben, kalt, nass und zwielichtig vorbei.
Ich betrachtete meinen Gast im Spiegel. Sie war schön, nicht mehr ganz jung aber schön. Den Kopf seitlich an die Scheibe gelehnt, schaute Sie mit ausdrucksloser Miene hinaus in die Nacht. Sie wirkte traurig und abwesend.
“Haben Sie ein Ziel, wo ich Sie hinbringen kann?“ fragte ich noch einmal.
“Bitte fahren Sie mich einfach nur herum.“
„Möchten Sie etwas Bestimmtes sehen?“
„Nein.“
Ich schaute durch den Spiegel zu ihr, während dieser kurzen Unterhaltung und für den Bruchteil einer Sekunde konnte ich ihr Gesicht richtig sehen. Sie war schön und traurig.
Schweigend fuhren wir durch die Nacht und erreichten schon bald die Außenbezirke der Stadt. Mir war nicht bewusst, dass wir hier raus fuhren. Wahrscheinlich eine alte Gewohnheit, denn ich bin hier aufgewaschen, kannte jeden Winkel. Alles sah aus wie zu meiner Zeit, nur noch etwas schäbiger. Keine Entwicklung, Stillstand und der ist bekanntlich der Tod.
„Können Sie bitte die Heizung anmachen?“
„Natürlich, geht es Ihnen gut? Ich mein…“ weiter brauchte ich nicht fragen, denn ich sah, dass sie schon wieder in sich gesunken war und nicht reagierte.
So folgte ich weiter alten, fast vergessenen Strassen meiner Jugend und schwelgte in Erinnerungen, als sie plötzlich in einer Art, als hätte sein Entscheidung von großem Ausmaß getroffen, sagte:
„Fahren Sie mich nach Hause. Eschenweg 7.“
Eschenweg 7 ist eine sehr feine Adresse. Ziemlich Zentral, ziemlich teuer, ziemlich vornehm. Ich setzte den Blinker, bog ab und fuhr ohne weiteres Gespräch zurück in die City.
Bei ihr angekommen betrug der Fahrpreis stolze 346,- Euro. Sie gab mir 500 und erklärte, ich solle auf 400 rausgeben. Das tat ich gern, stieg aus und öffnete ihr die Wagentür.
„Möchten Sie noch mit rauf kommen?“ fragte sie unvermittelt und in einem eher beiläufigen Ton. Zuerst war ich wie gelähmt, denn so etwas passierte nur im Kino, aber nicht mir! Tausend Gedanken flogen durch meinen Kopf, die jäh unterbrochen wurden.
„Was ist nun?“ fragte sie mit leicht ungeduldigem Unterton.
„Nein, ich glaube nicht.“ presste ich heraus, wohlwissend, dass meine Kollegen mich auslachten, würde ich ihnen diese Geschichte erzählen.
„ Wie Sie wollen.“ sagte sie und ging betont langsam zu ihrer Haustür. Mir blieb nichts weiter als davon zu fahren, aber den Rest der Nacht phantasierte ich nur darüber, was alles passieren hätte können.
“Wo soll es denn hingehen?“ fragte ich und bekam ein leises “Durch die Stadt…“ als Antwort.
So fuhren wir ziellos durch die nächtliche und verregnete Stadt und nur das Plopp Plopp des Scheibenwischers durchbrach die Stille im Wagen. Draussen glitt die Stadt in surrealen Farben, kalt, nass und zwielichtig vorbei.
Ich betrachtete meinen Gast im Spiegel. Sie war schön, nicht mehr ganz jung aber schön. Den Kopf seitlich an die Scheibe gelehnt, schaute Sie mit ausdrucksloser Miene hinaus in die Nacht. Sie wirkte traurig und abwesend.
“Haben Sie ein Ziel, wo ich Sie hinbringen kann?“ fragte ich noch einmal.
“Bitte fahren Sie mich einfach nur herum.“
„Möchten Sie etwas Bestimmtes sehen?“
„Nein.“
Ich schaute durch den Spiegel zu ihr, während dieser kurzen Unterhaltung und für den Bruchteil einer Sekunde konnte ich ihr Gesicht richtig sehen. Sie war schön und traurig.
Schweigend fuhren wir durch die Nacht und erreichten schon bald die Außenbezirke der Stadt. Mir war nicht bewusst, dass wir hier raus fuhren. Wahrscheinlich eine alte Gewohnheit, denn ich bin hier aufgewaschen, kannte jeden Winkel. Alles sah aus wie zu meiner Zeit, nur noch etwas schäbiger. Keine Entwicklung, Stillstand und der ist bekanntlich der Tod.
„Können Sie bitte die Heizung anmachen?“
„Natürlich, geht es Ihnen gut? Ich mein…“ weiter brauchte ich nicht fragen, denn ich sah, dass sie schon wieder in sich gesunken war und nicht reagierte.
So folgte ich weiter alten, fast vergessenen Strassen meiner Jugend und schwelgte in Erinnerungen, als sie plötzlich in einer Art, als hätte sein Entscheidung von großem Ausmaß getroffen, sagte:
„Fahren Sie mich nach Hause. Eschenweg 7.“
Eschenweg 7 ist eine sehr feine Adresse. Ziemlich Zentral, ziemlich teuer, ziemlich vornehm. Ich setzte den Blinker, bog ab und fuhr ohne weiteres Gespräch zurück in die City.
Bei ihr angekommen betrug der Fahrpreis stolze 346,- Euro. Sie gab mir 500 und erklärte, ich solle auf 400 rausgeben. Das tat ich gern, stieg aus und öffnete ihr die Wagentür.
„Möchten Sie noch mit rauf kommen?“ fragte sie unvermittelt und in einem eher beiläufigen Ton. Zuerst war ich wie gelähmt, denn so etwas passierte nur im Kino, aber nicht mir! Tausend Gedanken flogen durch meinen Kopf, die jäh unterbrochen wurden.
„Was ist nun?“ fragte sie mit leicht ungeduldigem Unterton.
„Nein, ich glaube nicht.“ presste ich heraus, wohlwissend, dass meine Kollegen mich auslachten, würde ich ihnen diese Geschichte erzählen.
„ Wie Sie wollen.“ sagte sie und ging betont langsam zu ihrer Haustür. Mir blieb nichts weiter als davon zu fahren, aber den Rest der Nacht phantasierte ich nur darüber, was alles passieren hätte können.

... link (0 Kommentare) ... comment



