Donnerstag, 18. Mai 2006
Riesen Minibusen
Wenn einer eine Reise tut, hat er was zu berichten, das ist bekannt. Aber, einer der weg ist, ist folglich nicht da, was bedeutet, dass er irgendwann wiederkommen wird, wahrscheinlich reisend, und somit hat er schon wieder was zu berichten.
Ich bin ja so einer, der viel auf Reisen ist, rein berufsmäßig. So auch heute. Ich sitze gerade im Café, um das ein Flughafen gebaut wurde, weil es nämlich nicht länger en vouge ist, auf Flughäfen zu sitzen und fliege ins Ausland, das eigentlich gar keins ist, nach Österreich. Wie erinnern uns, ich bin ja doch irgendwie Österreicher.
Da fällt mir übrigens auf, wieso heißt das eigentlich Ausland? Ich meine, man fährt ja rein, oder fliegt hin, also ist es doch wohl das Rein- oder Hinland, denn „aus“ kann ja nur etwas sein, was vorher an war. Beziehungen zum Beispiel, die sind aus, wenn das Feuer, das einst lichterloh flammte, da drin im Herzen, wenn das also aus ist, ist auch die Beziehung aus und meist gibt es auch ne Ladung träniges Löschwasser wegzuwischen.
Wegland wäre auch passender, weil man ist ja weg, wenn man da ist, im Wegland, aber wenn man wegfährt, sollte man vorher die Kaffeemaschine ausmachen und das Licht auch. Ergo, wenn man also nicht da ist, hat man meist alles ausgemacht und deswegen heißt es dann wohl Ausland.
So. Gestern saß ich in der Wanne, Wasser war auch drin und habe gelesen, Max Goldt. Da hab ich gelernt, dass Busen eigentlich nur den Zwischenraum, zwischen den Brüsten einer Frau bezeichnet. Wusste ich bis dato nicht. Aber wie ich das so lese, ergreift Panik mich, denn das bedeutet ja nur, dass wir jahrelang angelogen wurden, von all den Herrenmagazinen, die uns immer mit großen Busen lockten, der eigentlich nichts, außer eine Lücke ist. Oder meinten die gar die Lücken? Na, meine Herren Herrenmagazinler, dann habt ihr aber einen pompösen Augenfehler, denn die pompösen Brüste, die ihr uns immer ungebeten am Zeitungskiosk aufdrückt, sorgen doch dafür, dass der Zwischenraum recht klein ist. So wird ganz schnell aus einem Busenwunder ein Busenzwerg. Da tun sich ganz neue Welten auf. Mein Magazin würde dann heissen Riesen Minibusen
Jetzt muss ich aber los, die rufen mich schon aus.


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Dienstag, 16. Mai 2006
Die Einsamkeit des Hotelzimmers, ein Dämonentanz
Nachttischlämpchen beschien, war ihr Name Juanita, oder wie immer ich wollte, und sie fickte mit das Hirn weg.
Sie konnte das gut, es war ihre Profession und mein Wollen. Zu gern nur glaubte ich Ihr, dass es Liebe war, auch wenn diese nur die Dauer von 50 Euro hatte; es reichte die Nacht zu verkürzen, die Einsam länger sein konnte, als dunkel sie war.
Als Juanita ging, kamen die Dämonen, sie wegzuspülen ich nicht vermochte, die Minibar wies Grenzen auf.
So tanzten sie ihren wilden Tanz und forderten mich auf;
ein Nein wurde hier nicht akzeptiert und
so nahm alles seinen Lauf.
Sie rissen mich, mit mit sich
Zum Himmel hoch und abgrundtief;
ein infernales Treiben,
gerade so als wollten sie,
es mir mal richtig zeigen.
Einmal links und einmal rechts,
dieser Tanz war gar nicht schwer.
Und dazu in einer Tour, reichten Sie
mich hin und her.
Wir tanzten wild und hemmungslos
Und rauschten durch das Zimmer,
je länger das so vor sich ging,
wurd´s immer, immer schlimmer.
„Stop!“ rief ich und „Haltet ein. Könnt ihr denn nicht sehen?
Zu wild ist mir dieser Tanz, ich bitte Euch zu gehen.“
Sie lachten laut und ungestüm:
„Glaubst wirklich Du, dass wir nun gehen?
Unser bist du ganz allein, du weißt es auch
doch glaubst es nicht, aber du wirst sehen.
Kein entrinnen gibt´s für Dich, ein Leben voller Sorgen,
heute schon genau wie dann: morgen, morgen, morgen!“
Recht hatten sie und wahr gesprochen,
doch dieses eine Mal, hab ich mich nicht verkrochen.
So stand ich fest und sprachs heraus:
„Schluss ist´s nun, aus ist aus. Entsagen will ich mich von euch,
will euch nicht mehr wieder sehen, denn ein Leben ohne
euch, das wäre wirklich wunderschön.“
„Hier ist der Deal du Menschenwicht, denn
leiden können wir dich nicht:
Wenn Du es schaffst, unser nicht zu denken,
so soll es sein, dass Freiheit wir Dir schenken!“
Das tat ich dann und dachte nichts, freute mich des Lebens
und siehe da, man glaubt es kaum, es war auch nicht vergebens.
Sie fluchten laut, sie fluchten barsch,
entschwanden gar nicht still und leise,
und von diesem Tage an,
bin ich allein auf des Lebens Reise.


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Sonntag, 14. Mai 2006
Bloglesung
Für manch einen ist ja die Aussage “fein Essengehen“, wenn sie im selben Satz vorkommt, in dem auch der Begriff “Schweinske“ fällt, unhaltbar? eine Frechheit? Blasphemie? gelogen? Was immer Sie wollen. Sollten Sie aber gar nicht wissen, was das Schweinske ist, tja dann wissen Sie leider nicht, was das Schweinske ist. Das Leben kann manchmal so einfach sein.
Ich sass heute Morgen (stellen Sie sich bitte vor, es wäre noch nicht Sonntag), bei eitlem Sonnenschein vor dem Schweinske, nämlich auf einem deren outdoor-Stühle gleich neben der Ampel direkt am Erdkampsweg und frühstückte vor mich lang hin.
Es war ziemlich voll da und ich saß an einem Vierer ganz für mich allein, als zwei sportliche Damen auf mich zu kamen. Die waren so sportlich, mit ihren adidas Walking-Shirts, Nike Laufschuhen, diesen komischen halblangen Radlerhosen, den Nordic-Walking-Stöcken und dem hochroten Köpfen, dass man erst auf den zweiten Blick sah, dass beide auch ziemlich unsportlich fett waren.
(Bildungsteil: Nordic-Walking ist auch wieder so eine Erfindung. Gibt es im Norden gar nicht heißt dort schlicht Walken, was hierzulande wohl ein wenig profan, farblos und noch viel weniger exotisch wäre. Und Schwedenfeuer gibt es auch nur in Schweden, und immer nur dann, wenn man da etwas verfeuert...)
Natürlich waren die Plätze noch frei, und natürlich durften sie sich setzen, und natürlich ging das in die Hose, oder besser auf, den die gute Frau neben mir, bekleckerte sich mit ihrer “Großen Sause“ und einen Sprachfehler hatte sie auch. Und als sie dann lauthals verkündete, sie würde gern noch einen warmen Apfelstrudel (hier bitte Zungenspitze an die vorderen Schneidezähne, Danke!) essen, musste ich gehen; ich feixte mir sowieso schon die ganze Zeit einen. Passte auch ganz gut, denn ich musste ja zur Bloglesung.
Die habe ich selber organisiert, stand unter dem Motto. B-Blogger united und war auf ganzer Linie ein Erfolg. Es wurden Texte gelesen vom cabman, bufflon, cabman, gorillaschnitzel, cabman, bonafide (hier kamen vorwiegend Bilder zum Vorschein, war aber hervorscheinend), cabman, zampano, cabman, ericpp, wie gesagt, war super.
Mit der Lokalität, oder wie man heute so schön sagt location hatten wir ein bisschen Pech, denn wir bekamen nur die ungepflegte Terrasse meines ansonsten wohlgepflegten Kumpel Magnus, bei dem ich gerade wohne, der eigentlich auch gar nicht mein Kumpel sondern mehr mein Ziehkind ist, denn ich kenn den schon, da war der 13. Sein Projekte: Fahrräder können auch auf Terrassen verrosten und Löwenzahn, eine wichtige Kulturpflanze, die auf keiner gepflasterten Terrasse fehlen darf störten ein wenig den Gesamteindruck und das Ambiente sowieso.
Die Gästeschar war illuster, wenngleich ein wenig mürrisch ob des schlechten Services, denn gereicht wurde nichts, was dann irgendwann allen reichte und den kleinen Herrn Cha Cha Charming-Bär dazu veranlasste, sich protesthalber umzudrehen. Er fand das ganze sowieso irgendwie aufgesetzt,
Am Ende beglückwünschten wir uns noch alle, zu der wirklich gelungenen Vorstellung, versprachen uns, dass zu wiederholen und icke habe mich dann gleich vor Ort in die Sonne gehauen und meine Füße auch und bewunderte den schönen, lokalkolorierten Löwenzahn.


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