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Dienstag, 6. Juni 2006
Englisch Pentade Kapitel II
cabman, 18:05h
Es war plötzlich Montag und mir ging es gar nicht gut. Wahrscheinlich die Luftveränderung. Leider wurde ich sehr früh und sehr unpassend von der Frau Reinemacher geweckt. Ich war so pissig, dass ich sie auch sehr unhöflich anranzte: Get to fuck out of here! There is no need for a fucking cleaning-service!! Ich war ein bisschen erschrocken, dass es so gut ging mit dem Englisch und das ich es wagte, so etwas zu sagen. Aber Thore, der Ostasien-Experte in unserer Firma, und ich, haben schon einmal festgestellt, in Fremdsprache flucht es sich einfach leichter. Der konnte vielleicht auf Deutsch fluchen, also ehrlich. Ich habe ihm aber nichts Neues beigebracht. Ging nämlich gar nicht.
Am nächsten Tag entschuldigte ich mich und gab der Putzfrau auch 5 Euro Trinkgeld, weil ich mich so schämte. Es ist nämlich gar nicht mein Stil, unschuldige Personen so anzumachen.
Na, weil ich schon mal auf war und der Tag recht schön zu werden versprach, ging ick dann zum Strand, der nur 400m weg sein sollte. Waren aber an dem Morgen ca. 100000000000km.
Da angekommen beschloss ich, dass ich noch recht jung sei und deswegen keine so ne Opaliege brauchte. Ich doch nicht. Na ja, war vielleicht nicht die beste Entscheidung in diesem Leben, denn eigentlich wollte ich ja schlafen und so bequem ist der Strand dann och nicht; nicht mal wenn man zwei Handtücher drunter legt. Ehrlich.
Ich lag da nun so rum, halbeingecremt, weil zum ersten Mal seit langer Zeit wieder allein im Urlaub und nicht so gelenkig, als das ich überall hinkam mit der ollen, spritzigen Spritzsonnencreme. Als Mann konnte ich ja nicht einfach ein Mädel anhauen, das würde einem ganz böse ausgelegt werden. Noch viel schlimmer würde es einem ausgelegt werden, würde man einen Mann anhauen. Wahrscheinlich würde der einen dann umhauen, entweder so, oder so und dann müsste man abhauen. Also beließ ich es bei dem Teil, den ich erreichte. Man muss auch Risiken tragen können, oder sich einfach auf sie legen.
Plötzlich kamen zwei Schwedinnen an mir vorbei geflippfloppt. Dann noch zwei, und dann noch drei. Dabei haben die so einen Lärm gemacht und soviel Sand aufgestoben, dass ich aussah wie ein entnervter Streuselkuchen (hier könnte man sich fragen, wie der wohl aussieht, wie gesagt, könnte). Das schöne war aber, die sind davon ausgegangen, dass niemand sie versteht. Hah! Weit gefehlt, denn ich habe alles verstanden. Und was sieben junge schwedische Maiden nach einer sehr alkoholintensiven Feier zu berichten hatten, würde hier den Rahmen sprengen. Trotzdem ein kleines Beispiel:
Vad är fel med hans kuk? fragte da eine.
Frei übersetzt lautet das:
Was hat er für ein Problem mit seinem Schwanz? Und die andere sagt, sie würde den gern mal anfassen. Da war ich gleich dreimal erschrocken: 1. Wieso kennen so junge Dinge solche Worte? 2. Wieso sagen die das so laut in aller Öffentlichkeit? Und 3. Meinten die etwa mich? Ich habe dann erstmal verstohlen an mir runtergeblickt, aber der kleine cabman war da, wo er auch sein sollte: Eingepackt in der todchicen Badeshorts von Champion, die trocknet genauso schnell, wie sie nass wird. Also icke hatte kein Problem, aber einer der beiden komisch sprechenden Schönlinge, die sich direkt neben die Schwedinnen niedergelassen hatten. Ich sag mal so, wenn der nicht zufällig vergessen hatte, ein bis drei Paar Socken aus der Hosentasche zu nehmen, dann hatte der wirklich ein Mordsgerät in der Hose; der war sozusagen großes Gesprächsthema bei den Schwedinnen. Ich wunder mich nur, warum er das so präsentieren musste in seinen Speedos.
Als ich mittags wegging, konnte ich es mir aber nicht nehmen lassen, sehr höflich und auf Schwedisch nach der Zeit zu fragen. Was für Gesichter, und die Wildeste der Sieben grinste und meinte, sie hätte sich schon fast gedacht, dass ich sie verstehen würde. Da musste ich grinsen!
Als ich abends ein wenig umherstreifte stellte ich ziemlich bald fest, günstiger als in der Disse von Sonntag konnte man sich auf gar keinen Fall berauschen. Also ging ich da wieder hin. Pedro war auch da und ich gesellte mich an seine Bar und bestellt eine Cola.
"Harte Nacht?" fragte er.
"Frag nicht, dass solltest Du besser wissen."
Er grinst und stellt mir die Cola hin. Die hatte ich ziemlich schnell weg und ohne das ich was sagte stellte er mir wieder eine hin. Was für ein Service, denke ich mir.
"Müsst ihr das so machen? Also immer ein Getränk hinstellen, wenn es aus ist?" frag ich.
"Nee," meint er, "Du hast doch gestern gesagt, Du willst immer was Neues, sobald Deins aus ist."
Daran konnte ich mich gar nicht erinnern. Nach der dritten Cola sagte ich ihm aber er soll es mal gut sein lassen, ich steig jetzt wieder auf Bier um. Da grinst er und wir kommen ins Gespräch:
Er ist 29 und gerade Pappa geworden. Seine Tochter heißt Francesca und ist 5 Monate alt. Er arbeitet in der Saison von April bis September, 7 Nächte die Woche, durchgängig. Stundenlohn 5,30 Euro. Im Winter arbeitet er in Barcelona auf dem Bau, was sehr hart für ihn ist, weil seine Familie ja hier auf Malle lebt. Und Tipps bekommt er auch nicht, weil alles frei ist und niemand bezahlt. Der Job in der andern Disse war wesentlich besser, mehr Deutsche, Du verstehst?
Tja, verstand ich und glaubte ich ihm alles aufs Wort, steckte ihm 20 Euro in den Hemdkragen und sagte, er solle was Feines für Francesca kaufen. Er schaut nicht mal was ich ihm ins Hemd gesteckt hatte, blieb ganz cool, sagte Danke und gab mir ungefragt ein Bier. Ich ging dann Tanzen, wegen des Baggerns.
Beim Tanzen ist es ja so meine Angewohnheit, die Augen zu schließen. Nur Ich, der beat und die vibes. Der klassische Egodreier, wenn ich allein tanze. Machte ich auch diesmal und wurde aber gestört von einer Horde english people, die ihren Kumpel, der aus irgendwelchen Gründen keine Hosen mehr anhatte, über die Tanzfläche zogen. Mit seinem nackten Arsch wischte oder verseuchte, dass kann man sehen wie man will, die Tanzfläche. Die Jungs hatten einen Heidenspaß dabei, der DJ auch und folgte ihnen mit dem Spotlight. Und dabei sah ich dann? Genau Sandra! Wie einem Pin up der vierziger Jahre, oder einem Strip Eric Stantons entsprungen, tanzte sie ganz allein für sich. In Ihrem eng anliegenden Rock, der Bluse und den roten Schuhen, war sie einzigartig unter allen anwesenden Damen. Pagenschnitt, Blond, sehr lasziv und sexy tanzend konnte ich ihr gar nicht widerstehen. Sie war wunderschön. Also, Öhrchen aufgestellt, Tatzen geschleckt, Barthaare surrend ausgerichtet, tippelte ich, der Strassenkater, mal schnell rüber. Ganz unverhohlen tanzte ich sie an, ganz unverhohlen tanzte sie zurück, schmiegt sich an mich und es dauerte keine 5 min, da war das Ding “safe“. Eng umschlungen, in immer obszöner werdenden Bewegungen, schwebten wir übers frisch gereinigte Parkette und mir wurde dabei furchtbar heiß. Ich fragte sie, ob sie was trinke wolle und so gingen wir zu Pedros Barinsel. Der musste mittlerweile festgestellt haben, dass es ein Zwanni war, denn er reichte mir die Hand, zog mich zu sich, legte die andere Hand in meinen Nacken, zog meinen Kopf ganz dicht an sich ran und flüsterte: Thank you, man! Das war es. Nicht mehr und nicht weniger, aber es machte natürlich riesig was her vor Sandra.
„You seem very popular.” schmunzelt sie mich an. Na klar!
So, weil es soviel geworden ist, gibt es den bereits versprochenen Rest dann morgen. Also noch einmal teasen: Lesbenshow, first kiss, und a lot of talk….
Sandra sah ungefähr aus wie die Dame auf Position B4 in dieser Aufstellung. Ihre Freundin Sheela entspräche D3. Wobei Sheela genau so aussah, kein Unterschied, selbst das Kleid passt.

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Montag, 5. Juni 2006
Englisch Pentade Kapitel I
cabman, 14:57h
So, Icke war ja nun auf Malle. Urlaub würde ich das ganze allerdings nicht nennen, eher Ablenkungsmanöver und zwar mit Einverständnis und aus gegebenem Anlass und den schönen Begleitworten der früheren Freundin: “Tob Dich mal richtig aus.“ und überhaupt keinem Interesse für Land und Leute.
Was Malle angeht bin ich Neuling, denn bisher lagen die Prioritäten ganz, ganz woanders bei der Urlaubsplanung, und weil ich ja kein Ahnung hatte, dass dieses kleine Inselchen einer territorialen Einteilung Resteuropas unterliegt, wusste ich auch nicht, dass man durchaus im Englisch besetzten Teil landen kann, was ich dann auch prompt tat. Macht nichts, denn wie ich (so glaube ich) schon mal hab durchklingen lassen, bin ich anglophil, was nicht nur mit Frau Lehmann zu tun hat, sondern, ach was weiß denn ich.
Als ich aber mit dem Taxi durch die Hotelanlagen fuhr, kamen dann doch ein wenig Beklemmungen auf, und ich fühlte mich wie Queen Mum auf Staatsbesuch, waren doch alle Balkone mit Strandlaken der jeweiligen Teilregionen des Empires ausgeflaggt:

Nicht weiter schlimm denke ich mir, schade nur ums frisch gebügelte “Ich bin Deutschland-Nicki“, denn das musste nun im Angsthasenkoffer bleiben, das Hamburg-Nicki aber nicht.
Aufgrund der Vielzahl nennenswerter Begebenheiten und mit besonderer Berücksichtigung der Kurztextliebhaber wird hier nun mal gekürzt, untergliedert und gesplittet. Das freut sicherlich meinen alten Professor Budärus, bei dem ich es lernte, das Gliedern und Zitieren, und mit dem ich auch mal einen kleinen Disput hatte, ob man das im real life eigentlich braucht. Wahre Größe ist, Fehler eingestehen zu können, was hiermit erfolgt sein soll.
Sonntag
Ohne viel Zeit zu verlieren habe ich mich gleich ins Nachtleben gestürzt. Nach dem ich in einer Strandbar, die keinen Strand hatte, zwei Bier zu 4Euro(!)/Flasche getrunken hatte, zog ich weiter und entdeckte auf der Rückseite der strandlosen Bar eine Disse und vor der stand ein Koberer. Der hieß Danny O. Keine Ahnung, ob ich den Rest des Namens nicht mitbekam, oder der gar keinen hatte. Jedenfalls hat Danny O (das “O“ ist wichtig, denn später wird es noch einen O-losen Danny geben) das mit dem Kobern überhaupt nicht drauf, aber ich ging trotzdem rein, weil er versprochen hatte, dass es für 16,-Euro Eintritt alles frei gibt.
Drinnen war gar nichts los, aber ich sah zwei Mädchen, die 1. sehr interessant wirkten und 2. sehr gelangweilt an einer der vier Bars saßen. Da entschied ich mich, an dieser Bar auch lange zu verweilen, setzte mich daneben und bestellte testhalber ein Bier. Das bekam ich auch; kostenfrei. Ganz BWLer, der ich bin, machte ich die Rechnung auf, nun 4 Bier trinken zu müssen, wegen des Eintrittpreises, plus 2 Bier aus der Strandbar, um am Ende +/- Null dazustehen und mindestens 2 on topp für die margin. Da hatte ich eine Zielsetzung und die passte auch wunderbar ins Konzept. Den Damen neben mir schien es ähnlich zu gehen, denn die pfiffen sich im Eilverfahren Cola-Whisky rein.
Auf Dauer war allein abhängen langweilig, daher fragte ich die junge Frau neben mir, wo sie denn herkäme. Ganz unverbindlich. Und siehe da, es entspann sich ein recht nettes Gespräch. Sie hieße Joan, sagte sie und sie käme aus den States, genauer Idaho.
`Toll,` sagte ich. `den langen Weg nach Malle für nen Urlaub?`
`No, not at all. Ich wohne im Moment in Deutschland, denn wir sind beim Militär.` antwortet sie und zeigt dabei auf sich und ihre Freundin.
`Das ist ja interessant. Wo denn da? Karlsruhe?´
`Near by`
Ja und dann quatschten und tranken wir. Ich erfuhr, dass sie und ihrer Freundin zu einer Versorgungstruppe (oder so etwas) gehörten, sie den Marschbefehl bekommen hatte, dies ihre letzte Woche Urlaub für ein lange Zweit sein würde, sie mir keine Hoffnungen auf irgendwas machen wollte, denn sie hatte kein Interesse an “Geschichten“ und reiste morgen eh ab, aber wir könnten ja weiter trinken und reden. Klar wollte ich das, so rein als interkulturellen Austausch und außerdem hatte ich eine Rechnung abzuarbeiten, was allein keinen Spaß brachte. Gemeinsam haben wir dann am Ruin der Disco gearbeitet und ich glaub, wir waren bloody Minuskunden, was wir sehr witzig fanden.
Pedro, unser Barkeeper, mit einem sehr ernsten und strengen Oberlippenbärtchen versehen, fanden wir auch witzig und er hatte gut zu tun mit uns. Später in diesen 5 Tagen sollten er und ich so etwas wie Freunde werden.
Ich war nach einer Weile schon gut angedröhnt und was macht man da? Genau erstmal pullern gehen und danach tanzen, so schafft man wahlweise Platz für mehr Bier oder einen klareren Kopf.
Joan wollte nicht tanzen, ihre Freundin, deren Name ich auch entweder nicht gehört oder schon vergessen habe, hatte ebenfalls keine Lust. So ging ich allein und stellte erstaunt fest, dass die Disco nun recht ordentlich befüllt war.
Da der ganze Alk kostenfrei gereicht wurde und die Engländer für ihre ausschweifenden Feiern bekannte sein sollten, fällt es sicherlich leicht, sich vorzustellen, dass eine sehr ausgelassene Stimmung herrschte. Ein Beispiel hierfür ist, und ich versichere hier und heute, Gänsehaut bekommen zu haben, als der ganze Schuppen die Arctic Monkeys mitsang. So etwas habe ich noch nie in einer Disco erlebt. Ganz komisches Gefühl, ganz ehrlich und mit Sicherheit ein Grund, warum ich dieses Land so gut finde.
Na, ich war wie gesagt tanzen und traf auf der Tanzfläche eine junge Dame. Die hatte tolle Haare, ein stubsiges Näschen und noch nie gesehene, ebenmäßige und weiße Zähne. Außerdem war sie ca. 1,55m groß und wog bestimmt 80kg. So ne richtige Wuchtbrumme, aber total hübsches Gesicht und sympathisches Lächeln. Sie tanzte mit ihrer Freundin, die wesentlich mehr sexy war.
An dieser Stelle würde ich gern die Frage einschieben wollen, wieso das eigentlich oft (bewusst oft und nicht immer geschrieben) so ist, dass es Frauen nur im Doppel gibt und die eine Tante dann super sexy und die andere eben nicht so wunderhübsch ist?
Meine These hierzu lautet, dass es sich um ein symbiotisches Verhalten handelt:
Die Schöne nutzt die hässliche Freundin, um zu zeigen, hier nimm mich, sonst musst du DIE nehmen. Die Hässlichere denkt sicherlich, meine tolle Freundin kann ja nicht alle Kerle haben, da bleibt bestimmt eine Krume für mich übrig. Ich glaub so läuft das. Oder?
Wie auch immer, mir sind die nicht ganz so Glatten zum Rumalbern und Spaß haben lieber. Die, wo man noch etwas geradebiegen und zurechtrücken muss; die nicht ganz Entgrateten; die, die nicht ganz rundlaufen, mit Rissen und Fehlfarben, bin ich doch selber so einer.
Die Dicke tanzte mich an, und ich ging auf die Spielchen ein. Man soll hier mal nicht glauben, dass die keine Spannung im Körper hätte. Ganz das Gegenteil war der Fall.
Sie umtanzte mich immer enger und schüttelte was sie hatte, drehte sich um mich, rieb ihren Rücken und andere Dinge an mir und dann nahm sie meine Hände. Ich dachte, ich soll sie umarmen, aber NEEEE!, sie schob sie sich unter ihre Bluse und eh ich mich versah, habe ich die Riesenbrüste der Lütten in den Händen. Was ein Schock, nicht wegen der Brüste, sondern über die Art. Ich habe schnell das Weite gesucht. Schnell zurück zu Pedro und Joan. Ich bin doch scheu und nicht eingestellt auf so aggressives Balzgetue.
An der Bar fand ich Pedro und die Namenlose. Joan hatte Magenprobleme und war bereits auf dem Weg ins Hotel. Die ohne Namen war aber auch furchtbar nett und gemeinsam haben wir uns über das eben Erlebte köstlich amüsiert, richtig einen gegeben und dann sagt sie zu mir, sie wolle sich heute von dem einen Barkeeper mitnehmen lassen. Dafür musste sie sich aber noch mehr Mut antrinken. Ich half ihr da gern und bezweifle, dass das noch was wurde mit der wilden Nacht, denn ehrlich gesagt habe auch ich nur noch sehr, sehr vage Erinnerungen an das Ende des Abends. Aber, you never know, vielleicht sind die Weibchen uns auch hier, wie in vielen anderen Dingen, weit überlegen.
Punkt Eins des 5 Tageprogramms war damit erledigt.
Morgen geht es hier weiter mit der Lesbenshow, den schwedischen Strandschönheiten und Sandra.
Was Malle angeht bin ich Neuling, denn bisher lagen die Prioritäten ganz, ganz woanders bei der Urlaubsplanung, und weil ich ja kein Ahnung hatte, dass dieses kleine Inselchen einer territorialen Einteilung Resteuropas unterliegt, wusste ich auch nicht, dass man durchaus im Englisch besetzten Teil landen kann, was ich dann auch prompt tat. Macht nichts, denn wie ich (so glaube ich) schon mal hab durchklingen lassen, bin ich anglophil, was nicht nur mit Frau Lehmann zu tun hat, sondern, ach was weiß denn ich.
Als ich aber mit dem Taxi durch die Hotelanlagen fuhr, kamen dann doch ein wenig Beklemmungen auf, und ich fühlte mich wie Queen Mum auf Staatsbesuch, waren doch alle Balkone mit Strandlaken der jeweiligen Teilregionen des Empires ausgeflaggt:
Aufgrund der Vielzahl nennenswerter Begebenheiten und mit besonderer Berücksichtigung der Kurztextliebhaber wird hier nun mal gekürzt, untergliedert und gesplittet. Das freut sicherlich meinen alten Professor Budärus, bei dem ich es lernte, das Gliedern und Zitieren, und mit dem ich auch mal einen kleinen Disput hatte, ob man das im real life eigentlich braucht. Wahre Größe ist, Fehler eingestehen zu können, was hiermit erfolgt sein soll.
Ohne viel Zeit zu verlieren habe ich mich gleich ins Nachtleben gestürzt. Nach dem ich in einer Strandbar, die keinen Strand hatte, zwei Bier zu 4Euro(!)/Flasche getrunken hatte, zog ich weiter und entdeckte auf der Rückseite der strandlosen Bar eine Disse und vor der stand ein Koberer. Der hieß Danny O. Keine Ahnung, ob ich den Rest des Namens nicht mitbekam, oder der gar keinen hatte. Jedenfalls hat Danny O (das “O“ ist wichtig, denn später wird es noch einen O-losen Danny geben) das mit dem Kobern überhaupt nicht drauf, aber ich ging trotzdem rein, weil er versprochen hatte, dass es für 16,-Euro Eintritt alles frei gibt.
Drinnen war gar nichts los, aber ich sah zwei Mädchen, die 1. sehr interessant wirkten und 2. sehr gelangweilt an einer der vier Bars saßen. Da entschied ich mich, an dieser Bar auch lange zu verweilen, setzte mich daneben und bestellte testhalber ein Bier. Das bekam ich auch; kostenfrei. Ganz BWLer, der ich bin, machte ich die Rechnung auf, nun 4 Bier trinken zu müssen, wegen des Eintrittpreises, plus 2 Bier aus der Strandbar, um am Ende +/- Null dazustehen und mindestens 2 on topp für die margin. Da hatte ich eine Zielsetzung und die passte auch wunderbar ins Konzept. Den Damen neben mir schien es ähnlich zu gehen, denn die pfiffen sich im Eilverfahren Cola-Whisky rein.
Auf Dauer war allein abhängen langweilig, daher fragte ich die junge Frau neben mir, wo sie denn herkäme. Ganz unverbindlich. Und siehe da, es entspann sich ein recht nettes Gespräch. Sie hieße Joan, sagte sie und sie käme aus den States, genauer Idaho.
`Toll,` sagte ich. `den langen Weg nach Malle für nen Urlaub?`
`No, not at all. Ich wohne im Moment in Deutschland, denn wir sind beim Militär.` antwortet sie und zeigt dabei auf sich und ihre Freundin.
`Das ist ja interessant. Wo denn da? Karlsruhe?´
`Near by`
Ja und dann quatschten und tranken wir. Ich erfuhr, dass sie und ihrer Freundin zu einer Versorgungstruppe (oder so etwas) gehörten, sie den Marschbefehl bekommen hatte, dies ihre letzte Woche Urlaub für ein lange Zweit sein würde, sie mir keine Hoffnungen auf irgendwas machen wollte, denn sie hatte kein Interesse an “Geschichten“ und reiste morgen eh ab, aber wir könnten ja weiter trinken und reden. Klar wollte ich das, so rein als interkulturellen Austausch und außerdem hatte ich eine Rechnung abzuarbeiten, was allein keinen Spaß brachte. Gemeinsam haben wir dann am Ruin der Disco gearbeitet und ich glaub, wir waren bloody Minuskunden, was wir sehr witzig fanden.
Pedro, unser Barkeeper, mit einem sehr ernsten und strengen Oberlippenbärtchen versehen, fanden wir auch witzig und er hatte gut zu tun mit uns. Später in diesen 5 Tagen sollten er und ich so etwas wie Freunde werden.
Ich war nach einer Weile schon gut angedröhnt und was macht man da? Genau erstmal pullern gehen und danach tanzen, so schafft man wahlweise Platz für mehr Bier oder einen klareren Kopf.
Joan wollte nicht tanzen, ihre Freundin, deren Name ich auch entweder nicht gehört oder schon vergessen habe, hatte ebenfalls keine Lust. So ging ich allein und stellte erstaunt fest, dass die Disco nun recht ordentlich befüllt war.
Da der ganze Alk kostenfrei gereicht wurde und die Engländer für ihre ausschweifenden Feiern bekannte sein sollten, fällt es sicherlich leicht, sich vorzustellen, dass eine sehr ausgelassene Stimmung herrschte. Ein Beispiel hierfür ist, und ich versichere hier und heute, Gänsehaut bekommen zu haben, als der ganze Schuppen die Arctic Monkeys mitsang. So etwas habe ich noch nie in einer Disco erlebt. Ganz komisches Gefühl, ganz ehrlich und mit Sicherheit ein Grund, warum ich dieses Land so gut finde.
Na, ich war wie gesagt tanzen und traf auf der Tanzfläche eine junge Dame. Die hatte tolle Haare, ein stubsiges Näschen und noch nie gesehene, ebenmäßige und weiße Zähne. Außerdem war sie ca. 1,55m groß und wog bestimmt 80kg. So ne richtige Wuchtbrumme, aber total hübsches Gesicht und sympathisches Lächeln. Sie tanzte mit ihrer Freundin, die wesentlich mehr sexy war.
An dieser Stelle würde ich gern die Frage einschieben wollen, wieso das eigentlich oft (bewusst oft und nicht immer geschrieben) so ist, dass es Frauen nur im Doppel gibt und die eine Tante dann super sexy und die andere eben nicht so wunderhübsch ist?
Meine These hierzu lautet, dass es sich um ein symbiotisches Verhalten handelt:
Die Schöne nutzt die hässliche Freundin, um zu zeigen, hier nimm mich, sonst musst du DIE nehmen. Die Hässlichere denkt sicherlich, meine tolle Freundin kann ja nicht alle Kerle haben, da bleibt bestimmt eine Krume für mich übrig. Ich glaub so läuft das. Oder?
Wie auch immer, mir sind die nicht ganz so Glatten zum Rumalbern und Spaß haben lieber. Die, wo man noch etwas geradebiegen und zurechtrücken muss; die nicht ganz Entgrateten; die, die nicht ganz rundlaufen, mit Rissen und Fehlfarben, bin ich doch selber so einer.
Die Dicke tanzte mich an, und ich ging auf die Spielchen ein. Man soll hier mal nicht glauben, dass die keine Spannung im Körper hätte. Ganz das Gegenteil war der Fall.
Sie umtanzte mich immer enger und schüttelte was sie hatte, drehte sich um mich, rieb ihren Rücken und andere Dinge an mir und dann nahm sie meine Hände. Ich dachte, ich soll sie umarmen, aber NEEEE!, sie schob sie sich unter ihre Bluse und eh ich mich versah, habe ich die Riesenbrüste der Lütten in den Händen. Was ein Schock, nicht wegen der Brüste, sondern über die Art. Ich habe schnell das Weite gesucht. Schnell zurück zu Pedro und Joan. Ich bin doch scheu und nicht eingestellt auf so aggressives Balzgetue.
An der Bar fand ich Pedro und die Namenlose. Joan hatte Magenprobleme und war bereits auf dem Weg ins Hotel. Die ohne Namen war aber auch furchtbar nett und gemeinsam haben wir uns über das eben Erlebte köstlich amüsiert, richtig einen gegeben und dann sagt sie zu mir, sie wolle sich heute von dem einen Barkeeper mitnehmen lassen. Dafür musste sie sich aber noch mehr Mut antrinken. Ich half ihr da gern und bezweifle, dass das noch was wurde mit der wilden Nacht, denn ehrlich gesagt habe auch ich nur noch sehr, sehr vage Erinnerungen an das Ende des Abends. Aber, you never know, vielleicht sind die Weibchen uns auch hier, wie in vielen anderen Dingen, weit überlegen.
Punkt Eins des 5 Tageprogramms war damit erledigt.
Morgen geht es hier weiter mit der Lesbenshow, den schwedischen Strandschönheiten und Sandra.

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Sonntag, 28. Mai 2006
Ich bin weg.
cabman, 14:03h
Man stelle sich vor, ich sitze mit einem Sack voll Rentner, einem lesbischen Paar mit Baby(?), tatsächlich, die haben Baby, einer Gruppe halbstarker Jugendlicher und zwei Schönheiten, die nur glauben, das sie schön sind, auf einem Flughafen, der Arlanda heisst.
Meine Ex, wobei ich diesen Ausdruck verabscheue, denn immerhin teilten wir 15 Jahre und ein bis zwei Betten und da sollte respektvolleres drin sein. Daher, die Frau, die ich einst abgöttisch liebte und verehrte und mich zu Ostern verliess, also eben diese Frau, der ich nicht böse bin, denn selbst die besten Pferde laufen sich tot, und man muss an Beziehungen arbeiten, was wir beide auch wissen, aber aus Zeit- und Energiemangel vernachlässigten, hat mich wenigstens zum Flughafen gebracht.
„Was ist, wenn ich einen anderen finde?“ fragte sie.
„Nichts. Ich würde mich für Dich freuen.“
„Was ist wenn wir uns versöhnen könnten?“
„An diese Option hatte ich bislang nicht gedacht. Ich werde es aber tun, wenn ich nun bald am Strand lieg und nichts zu tun habe.“
„Ich bin neidisch.“
„ Ich weiss.
„Ich würde gern mitkommen, ich habe aber keine Zeit.“
„Das übliche Problem. Brauchst Du Geld? Ich lass dir die Kreditkarte da.“
„Nein. Vergiss nicht, wir sind nicht mehr zusammen.“
„Stimmt, ich vergaß es. Also dann, Tschüss!“
„Tschüss, komm gesund zurück.“
„Keine Bange.“
So. Ich bin raus, für die nächste Woche und mach das, was ich im Bild tue, nämlich nichts, ausser Gedanken sortieren, Sätze und Worte jonglieren, Energie tanken, an die Zukunft denken, Pläne schmieden.
Den/Das Laptop wollte ich eigentlich nicht mitnehmen, aber nachdem ich hier schreckliche Beispiele für blogentzug lesen musste, kniff ich und habe ihn halt doch eingepackt. Mal sehen, ob ich ihn brauchen werde. So, jetze gehts los, man liest sich. Ciao!
Meine Ex, wobei ich diesen Ausdruck verabscheue, denn immerhin teilten wir 15 Jahre und ein bis zwei Betten und da sollte respektvolleres drin sein. Daher, die Frau, die ich einst abgöttisch liebte und verehrte und mich zu Ostern verliess, also eben diese Frau, der ich nicht böse bin, denn selbst die besten Pferde laufen sich tot, und man muss an Beziehungen arbeiten, was wir beide auch wissen, aber aus Zeit- und Energiemangel vernachlässigten, hat mich wenigstens zum Flughafen gebracht.
„Was ist, wenn ich einen anderen finde?“ fragte sie.
„Nichts. Ich würde mich für Dich freuen.“
„Was ist wenn wir uns versöhnen könnten?“
„An diese Option hatte ich bislang nicht gedacht. Ich werde es aber tun, wenn ich nun bald am Strand lieg und nichts zu tun habe.“
„Ich bin neidisch.“
„ Ich weiss.
„Ich würde gern mitkommen, ich habe aber keine Zeit.“
„Das übliche Problem. Brauchst Du Geld? Ich lass dir die Kreditkarte da.“
„Nein. Vergiss nicht, wir sind nicht mehr zusammen.“
„Stimmt, ich vergaß es. Also dann, Tschüss!“
„Tschüss, komm gesund zurück.“
„Keine Bange.“
So. Ich bin raus, für die nächste Woche und mach das, was ich im Bild tue, nämlich nichts, ausser Gedanken sortieren, Sätze und Worte jonglieren, Energie tanken, an die Zukunft denken, Pläne schmieden.Den/Das Laptop wollte ich eigentlich nicht mitnehmen, aber nachdem ich hier schreckliche Beispiele für blogentzug lesen musste, kniff ich und habe ihn halt doch eingepackt. Mal sehen, ob ich ihn brauchen werde. So, jetze gehts los, man liest sich. Ciao!

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