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Samstag, 10. Juni 2006
cabman, 01:58h

Das Bild kommt von hier
Du bist meine größte und treueste Liebe.
Schon immer schein ich Dich zu kennen,
schon immer scheinst Du zu mir zu gehören, wie ich zu Dir.
Du gehst mit Vielen und viele gehen mit Dir, doch ich liebe Dich auch dafür.
Du bist es, die für mich da ist, wenn ich sie brauche, pflegst meine Wunden, hilfst vergessen, bist erquickend und ermüdend.
Ich liebe Dich, denn Du fragst nie, stellst nichts in Frage,
still erträgst Du all die Dinge, die ich sage, doch nicht meine.
Ich liebe Dich, denn Du bist zugleich Freundin und Vertraute.
Ich liebe Dich für Deinen Facettenreichtum,
Deine Fähigkeit sich zu wandeln, Deinen Duft, mal blumig, dann erdig.
Ich liebe Dich weil Du manchmal schwer zu fassen bist, gefährlich,
erdrückend und herausfordernd;
mal strahlend hell, mal finster wie schwärzeste
Schwärze berauscht Du mich immer wieder aufs Neue.
Ich liebe Dich weil ich mich auf Dich verlassen kann;
stetig kommst Du zu mir, nie klagend, immer sanft.
Ich liebe Dich weil es Dich gibt. Ich liebe Dich weil
Du da bist, weil Du es bist, die über mich wacht, die mich glücklich macht.
Ich liebe Dich Du feine Nacht.

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Englisch Pentade Kapitel III
cabman, 02:11h
Auf besonderen Wunsch einer einzelnen Leserin, der ich das nicht abschlagen konnte, wegen, na deswegen, hier nun der dritte Teil der Mallorca-Geschichte. Different Style, doch möge sie Deinen Erwartungen gerecht werden ;-)
Der Rest vom Montag und ein bisschen Dienstag
Pedro gab mir ein Bier und ich fragte Sandra:
„Was willts Du trinken?“
„Ein Wasser.“
„----??-----Wirklich?“
„Sure.“
Als ich mich zu Pedro umdrehte, stand das Wasser schon da. Unglaublich. Er zwinkert mir zu, ich ihm zurück.
„Wieso trinkst Wasser?“
„Ich trinke nie Alkohol.“
„Ja das kenn ich. Die letzten acht Jahre habe ich auch keine Tropfen angerührt. But time changes everything. Wie heißt Du eigentlich?“
„Sandra“
„Klingt nicht sehr englisch. Woher kommst Du?“
„Spanien.“
„In your dreams.“ und dabei muss ich grinsen. „Du bist blond, siehst nicht gerade aus wie eine Spanierin und heißt Sandra?“
„Bin ich auch nicht, ich bin aus London. Im Winter wohne ich in Spanien und im Sommer in London. Der Name kommt durch meine Grosseltern, die sind aus Deutschland und Polen eingewandert.“
„Oh. Sprichst Du Deutsch?“
„Leider nicht. Habe ich nie gelernt. Mein Grosseltern sprachen nur Englisch mit uns, damit sie es lernten“
„Was arbeitest Du denn, dass Du so leben kannst?“
„Ich bin Yoga Lehrerin und ausgebildete Masseuse. Ich habe auch eine Yoga Schule im Hinterland von Malaga. In London arbeite ich als angestellte Lehrerin. Teilzeit.“
„Hast Du da auch so ne Finca in Malaga?“
„Ja, habe ich. Ausgebaut zur Schule.“
„Ich bin sehr beeindruckt“, sagte ich und war es wirklich. So eine interessante Person hatte ich selten getroffen.
„Erzähl mir von Dir.“ Und dabei nuckelt sie am Strohhalm ihrer Wasserflasche.
So erzählte ich ein wenig von mir, wie es mich hierher verschlug, über den Job, die gescheiterte Beziehung, von allem ein bisschen.
„Ein Deutscher in Schweden. Und Du bist ganz allein hier? Ohne Freunde? Ziemlich strange und mutig.“
„Ach weißt Du, ich bin es gewohnt allein zu reisen. No big deal. Ist doch völlig Wurscht, ob allein oder nicht, man trifft überall Leute. Besonders mutig ist das nicht. Bist Du mit Freunden hier?“
„Ja mit Sheela. Sie tanzt da drüben.“ Sie zeigt auf eine extrem sexy junge Dame, um die sich ein Haufen Engländer positionierte und sie hatte alle im Griff. Wirklich alle und sie sahen aus, wie Trottel, die nur darauf warteten aufgerufen zu werden, zur eventuellen Paarung mit garantierter anschließender Tötung. Fantasielose Trottel ohne Kreativität und Mut.
„Sie ist hübsch und spielt mit den Kerlen.“
„Ja das ist sie und sie spielt furchtbar gern. Wir treffen uns immer eine Woche im Frühling, um Urlaub zu machen. Wir kennen uns schon ewig.“
So redeten und redeten wir. Ich erfuhr das sie letztes Jahr Krebs und kein einziges Haar auf dem Kopf hatte, weswegen die Haare auch nicht mehr so lang waren, wie sie mal waren, nämlich bis zu Schulter. Erfuhr, dass sie Vegetarierin ist und derzeit ein Buch schreibt, über gesunder Ernährung, dass sie einen Mann aber keine Kinder hat und seit dem Krebs hat sie erst richtig angefangen zu leben. Ich solle auch bitte nicht glauben, dass sie so etwas öfter macht, eigentlich wäre ich ihre erste Bekanntschaft.
„Ich weiß ja nicht ob der Krebs vollständig weg ist. Kann morgen wieder losgehen, “ sagt sie fast entschuldigend.
„Das stimmt“, antwortete ich „deswegen sollten wir keine Zeit verlieren. Lass uns tanzen gehen.“
Und dann tanzten wir, ausgelassen und sexy. Es gab kein drum herum, nur uns. Ihre Augen, ihr Duft, alles betörte und als ich ihr ganz nah war, konnte ich nicht anders und küsste ihren Hals. Leicht, flüchtig. Sie dreht sich zu mir, legt den Kopf zu Seite und ich folgte mit meinem Mund der feinen Linie ihrer Halsmuskulatur, und dann drehte sie sich ruckartig und wir küssen uns. Schon längst tanzen wir nicht mehr. Stehen da und küssen uns. Sie kann es gut. Es sind gekonnte Küsse, kein Schlabbern, ganz grazil.
Dem DJ hat es auch gefallen, denn er richtet das Spotlight auf uns und bittet um unserer Aufmerksamkeit, weil gleich die Lesbenshow losgeht. Das sollten wir bei der Knutscherei bloß nicht verpassen, denn danach würde es noch mehr Spaß machen, das Knutschen. Sandra grinst wie ein kleines Schulmädchen und sagt:
„Du küsst gut. Nicht wie die english people. Die küssen wie eine Invasion. Zunge rein und fertig.“
„Oh. Vielen Dank. Du kannst es aber auch sehr gut.“ Ich war eine bisschen verschüchtert.
Wir gingen zu Bühne und schauten uns die Show an. Und plötzlich wusste ich, warum Kameras und Photohandys nicht erlaubt waren. Die beiden Damen oben bemühten sich redlich, machten ihre Sache gut und das war definitiv kein jugendfreier Hardcore. Da konnte man teilweise bis zur Gebärmutter kucken. Sandra fand das alles toll und aufregend, sie wollte ja auch schon strippen lernen, hat sich bislang aber nie getraut.
„Also ich helfe Dir gern beim Training.“
„I bet you would.“ Grinste sie mich an und fragte ob mich das Rumgehampel anmacht.
Machte es aber nicht, weil es mechanisch war, ohne Gefühl, wie der Name schon sagt, eine Show.
„Gar nicht?“ fragt sie.
„Ja weißt Du, es braucht mehr als nackte Haut, ein Kuss ist viel intimer. Kiss ist the best, fuck the bloody rest.“
Sandra lacht sich tot, keine Ahnung warum.
„Du bist so funny. I like that.“ und dann geht die ganze Knutscherei wieder los und die war tausendmal erotischer, als die Genitalbetrachtung. Ehrlich.
Auf jeden Fall hat der halbnackte Engländer, der eben noch über den Boden gezogen wurde einen halben Ständer. Der DJ knallt den Spot auf ihn und bietet eine Flasche Champagner, wenn sich ein Mädchen fände, ihn zu küssen. Es fand sich keine Einzige!
„Ein armer Kerl,“ sag ich.
„Nee,“ entrüstet sich Sandra „ geschieht ihm recht. Das ist so typisch englisch. Immer müssen die sich ausziehen, halbnackt rumrennen, tragen Fußballtrikots. Die haben keine Kultur und küssen können sie auch nicht.“
Wir konnten das nicht weiter ausdiskutieren, denn es kam Sheela nebst Neuerwerbung, deren Name ich vergessen habe. Es hatte aber schon etwas groteskes, dass man uns vorstellte, als wären wir Partner alter Ehepaare. Wohl alles eine Frage des Anstands und der Sitte, dachte ich mir, english halt.
„Ich muss jetzt gehen,“ sagte Sandra kurz darauf „wenn Du willst kannst Du mich zum Hotel begleiten. Mach Dir keine Hoffnungen. Es wird kein Sex geben. Willst Du?“
Na klar wollte ich und fragte mich, warum alle Damen mich immer darauf hinwiesen, dass es keinen Sex geben würde. Vielleicht wollte ich selber keinen?
Pedro gab mir ein Bier und ich fragte Sandra:
„Was willts Du trinken?“
„Ein Wasser.“
„----??-----Wirklich?“
„Sure.“
Als ich mich zu Pedro umdrehte, stand das Wasser schon da. Unglaublich. Er zwinkert mir zu, ich ihm zurück.
„Wieso trinkst Wasser?“
„Ich trinke nie Alkohol.“
„Ja das kenn ich. Die letzten acht Jahre habe ich auch keine Tropfen angerührt. But time changes everything. Wie heißt Du eigentlich?“
„Sandra“
„Klingt nicht sehr englisch. Woher kommst Du?“
„Spanien.“
„In your dreams.“ und dabei muss ich grinsen. „Du bist blond, siehst nicht gerade aus wie eine Spanierin und heißt Sandra?“
„Bin ich auch nicht, ich bin aus London. Im Winter wohne ich in Spanien und im Sommer in London. Der Name kommt durch meine Grosseltern, die sind aus Deutschland und Polen eingewandert.“
„Oh. Sprichst Du Deutsch?“
„Leider nicht. Habe ich nie gelernt. Mein Grosseltern sprachen nur Englisch mit uns, damit sie es lernten“
„Was arbeitest Du denn, dass Du so leben kannst?“
„Ich bin Yoga Lehrerin und ausgebildete Masseuse. Ich habe auch eine Yoga Schule im Hinterland von Malaga. In London arbeite ich als angestellte Lehrerin. Teilzeit.“
„Hast Du da auch so ne Finca in Malaga?“
„Ja, habe ich. Ausgebaut zur Schule.“
„Ich bin sehr beeindruckt“, sagte ich und war es wirklich. So eine interessante Person hatte ich selten getroffen.
„Erzähl mir von Dir.“ Und dabei nuckelt sie am Strohhalm ihrer Wasserflasche.
So erzählte ich ein wenig von mir, wie es mich hierher verschlug, über den Job, die gescheiterte Beziehung, von allem ein bisschen.
„Ein Deutscher in Schweden. Und Du bist ganz allein hier? Ohne Freunde? Ziemlich strange und mutig.“
„Ach weißt Du, ich bin es gewohnt allein zu reisen. No big deal. Ist doch völlig Wurscht, ob allein oder nicht, man trifft überall Leute. Besonders mutig ist das nicht. Bist Du mit Freunden hier?“
„Ja mit Sheela. Sie tanzt da drüben.“ Sie zeigt auf eine extrem sexy junge Dame, um die sich ein Haufen Engländer positionierte und sie hatte alle im Griff. Wirklich alle und sie sahen aus, wie Trottel, die nur darauf warteten aufgerufen zu werden, zur eventuellen Paarung mit garantierter anschließender Tötung. Fantasielose Trottel ohne Kreativität und Mut.
„Sie ist hübsch und spielt mit den Kerlen.“
„Ja das ist sie und sie spielt furchtbar gern. Wir treffen uns immer eine Woche im Frühling, um Urlaub zu machen. Wir kennen uns schon ewig.“
So redeten und redeten wir. Ich erfuhr das sie letztes Jahr Krebs und kein einziges Haar auf dem Kopf hatte, weswegen die Haare auch nicht mehr so lang waren, wie sie mal waren, nämlich bis zu Schulter. Erfuhr, dass sie Vegetarierin ist und derzeit ein Buch schreibt, über gesunder Ernährung, dass sie einen Mann aber keine Kinder hat und seit dem Krebs hat sie erst richtig angefangen zu leben. Ich solle auch bitte nicht glauben, dass sie so etwas öfter macht, eigentlich wäre ich ihre erste Bekanntschaft.
„Ich weiß ja nicht ob der Krebs vollständig weg ist. Kann morgen wieder losgehen, “ sagt sie fast entschuldigend.
„Das stimmt“, antwortete ich „deswegen sollten wir keine Zeit verlieren. Lass uns tanzen gehen.“
Und dann tanzten wir, ausgelassen und sexy. Es gab kein drum herum, nur uns. Ihre Augen, ihr Duft, alles betörte und als ich ihr ganz nah war, konnte ich nicht anders und küsste ihren Hals. Leicht, flüchtig. Sie dreht sich zu mir, legt den Kopf zu Seite und ich folgte mit meinem Mund der feinen Linie ihrer Halsmuskulatur, und dann drehte sie sich ruckartig und wir küssen uns. Schon längst tanzen wir nicht mehr. Stehen da und küssen uns. Sie kann es gut. Es sind gekonnte Küsse, kein Schlabbern, ganz grazil.
Dem DJ hat es auch gefallen, denn er richtet das Spotlight auf uns und bittet um unserer Aufmerksamkeit, weil gleich die Lesbenshow losgeht. Das sollten wir bei der Knutscherei bloß nicht verpassen, denn danach würde es noch mehr Spaß machen, das Knutschen. Sandra grinst wie ein kleines Schulmädchen und sagt:
„Du küsst gut. Nicht wie die english people. Die küssen wie eine Invasion. Zunge rein und fertig.“
„Oh. Vielen Dank. Du kannst es aber auch sehr gut.“ Ich war eine bisschen verschüchtert.
Wir gingen zu Bühne und schauten uns die Show an. Und plötzlich wusste ich, warum Kameras und Photohandys nicht erlaubt waren. Die beiden Damen oben bemühten sich redlich, machten ihre Sache gut und das war definitiv kein jugendfreier Hardcore. Da konnte man teilweise bis zur Gebärmutter kucken. Sandra fand das alles toll und aufregend, sie wollte ja auch schon strippen lernen, hat sich bislang aber nie getraut.
„Also ich helfe Dir gern beim Training.“
„I bet you would.“ Grinste sie mich an und fragte ob mich das Rumgehampel anmacht.
Machte es aber nicht, weil es mechanisch war, ohne Gefühl, wie der Name schon sagt, eine Show.
„Gar nicht?“ fragt sie.
„Ja weißt Du, es braucht mehr als nackte Haut, ein Kuss ist viel intimer. Kiss ist the best, fuck the bloody rest.“
Sandra lacht sich tot, keine Ahnung warum.
„Du bist so funny. I like that.“ und dann geht die ganze Knutscherei wieder los und die war tausendmal erotischer, als die Genitalbetrachtung. Ehrlich.
Auf jeden Fall hat der halbnackte Engländer, der eben noch über den Boden gezogen wurde einen halben Ständer. Der DJ knallt den Spot auf ihn und bietet eine Flasche Champagner, wenn sich ein Mädchen fände, ihn zu küssen. Es fand sich keine Einzige!
„Ein armer Kerl,“ sag ich.
„Nee,“ entrüstet sich Sandra „ geschieht ihm recht. Das ist so typisch englisch. Immer müssen die sich ausziehen, halbnackt rumrennen, tragen Fußballtrikots. Die haben keine Kultur und küssen können sie auch nicht.“
Wir konnten das nicht weiter ausdiskutieren, denn es kam Sheela nebst Neuerwerbung, deren Name ich vergessen habe. Es hatte aber schon etwas groteskes, dass man uns vorstellte, als wären wir Partner alter Ehepaare. Wohl alles eine Frage des Anstands und der Sitte, dachte ich mir, english halt.
„Ich muss jetzt gehen,“ sagte Sandra kurz darauf „wenn Du willst kannst Du mich zum Hotel begleiten. Mach Dir keine Hoffnungen. Es wird kein Sex geben. Willst Du?“
Na klar wollte ich und fragte mich, warum alle Damen mich immer darauf hinwiesen, dass es keinen Sex geben würde. Vielleicht wollte ich selber keinen?

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Donnerstag, 8. Juni 2006
Anstoss
cabman, 10:30h
Entgegen der hier häufig geäußerten Meinungen, find icke die WM ja nicht schlecht. Kommerz hin, Kommerz her, man kann sich aussuchen, wie weit man das an sich ranlässt.
So wundert’s dann auch nicht, dass ich mir schon so meine Gedanken machte, wo ich es denn sehe, das Eröffnungsspiel mit dem ganzen Vorlaufbrimborium. Hier in Schweden ist das ja sehr beschwerlich mit dem Fernsehen, weil es oft langweilig präsentiert wird. Langweilig, oder wie man in Szenekreisen sagt: nordisch kühl.
Aber manche Dinge lösen sich ja bekanntlich von selbst und so war die Freude groß, als ich gestern, nach dem ich die Elektropost durch hatte, in der stinknormalen traditionellen Papiergeschichte neben Rechnungen und noch mehr Rechnungen und Anwaltschreiben und wieder Rechnungen eine hässliche Einladung zu einem schönen Event erhielt. WM-Anpfiff in der schwedischen Botschaft! Na, denk ich mir, so schlecht wird das nicht sein, alte Säcke, junges Gemüse und knackige Kräcker, große Großleinwand mit Networking. Kenn ich schon, war ich doch schon mal eingeladen zum Spargelabend mit der amtierenden deutschen Weinkönigin, der nach dem offiziellen Teil auch noch sehr lustig und die Weinkönigin immer schöner wurde, denn so ne Weinprobe, wenn man sie richtig gestaltet, kann durchaus berauschend sein.
So sah ich mich dann auch schon im Smoking durch die parkettbebodeten historischen Hallen schweben, mit fein gekämmtem Haar, Tätzchen geschleckt und Ohren gespitzt, Grüsse hier, Bussi da, sag so Dinge wie: „Guten Abend Herr Botschafter.“ oder „Sie sehen ganz entzückend aus, meine Liebe. Lassen Sie schneidern?“
Ich schwebe zur Bar, eine Hand lässig im Kummerbund, mit der anderen eine Gläschen Dom Pèrignon jonglierend, trete an die liebreizende Dame, die dort mit zwei Gläschen Martini wartend steht: „Guten Abend meine Teure, Cabman mein Name, James Cabman. Ihr Oliven scheinen mir prächtig gewachsen, wo lassen sie pflücken?“
„Oh James, ich habe viel von Ihnen gehört. Sie sind ein ganz verwegener Rabauke? Mögen Sie tanzen?“
„Gern, die Freude ist ganz meinerseits.“
Wir swingen hier, wir swingen da, von allen, unseres Könnens bestaunt…
Ich sehe gerade, da unten steht: dresscode: casual. Jut, lass ich den Smoking zu Hause und nehme ein Sacko. Ich wollt auch nur anbieten, in Ermangelung eines Partners, denn diese Einladung gilt wie immer für Zwei und meine lieben Kollegen wollen allesamt nicht, Maria, mit der ich sonst hingehen würde, ist in Österreich, also kurz und bündig: Sollte jemand am Freitag in Sthlm sein und Lust verspüren mich zu begleiten, bitte schön…
So wundert’s dann auch nicht, dass ich mir schon so meine Gedanken machte, wo ich es denn sehe, das Eröffnungsspiel mit dem ganzen Vorlaufbrimborium. Hier in Schweden ist das ja sehr beschwerlich mit dem Fernsehen, weil es oft langweilig präsentiert wird. Langweilig, oder wie man in Szenekreisen sagt: nordisch kühl.
Aber manche Dinge lösen sich ja bekanntlich von selbst und so war die Freude groß, als ich gestern, nach dem ich die Elektropost durch hatte, in der stinknormalen traditionellen Papiergeschichte neben Rechnungen und noch mehr Rechnungen und Anwaltschreiben und wieder Rechnungen eine hässliche Einladung zu einem schönen Event erhielt. WM-Anpfiff in der schwedischen Botschaft! Na, denk ich mir, so schlecht wird das nicht sein, alte Säcke, junges Gemüse und knackige Kräcker, große Großleinwand mit Networking. Kenn ich schon, war ich doch schon mal eingeladen zum Spargelabend mit der amtierenden deutschen Weinkönigin, der nach dem offiziellen Teil auch noch sehr lustig und die Weinkönigin immer schöner wurde, denn so ne Weinprobe, wenn man sie richtig gestaltet, kann durchaus berauschend sein.
So sah ich mich dann auch schon im Smoking durch die parkettbebodeten historischen Hallen schweben, mit fein gekämmtem Haar, Tätzchen geschleckt und Ohren gespitzt, Grüsse hier, Bussi da, sag so Dinge wie: „Guten Abend Herr Botschafter.“ oder „Sie sehen ganz entzückend aus, meine Liebe. Lassen Sie schneidern?“
Ich schwebe zur Bar, eine Hand lässig im Kummerbund, mit der anderen eine Gläschen Dom Pèrignon jonglierend, trete an die liebreizende Dame, die dort mit zwei Gläschen Martini wartend steht: „Guten Abend meine Teure, Cabman mein Name, James Cabman. Ihr Oliven scheinen mir prächtig gewachsen, wo lassen sie pflücken?“
„Oh James, ich habe viel von Ihnen gehört. Sie sind ein ganz verwegener Rabauke? Mögen Sie tanzen?“
„Gern, die Freude ist ganz meinerseits.“
Wir swingen hier, wir swingen da, von allen, unseres Könnens bestaunt…
Ich sehe gerade, da unten steht: dresscode: casual. Jut, lass ich den Smoking zu Hause und nehme ein Sacko. Ich wollt auch nur anbieten, in Ermangelung eines Partners, denn diese Einladung gilt wie immer für Zwei und meine lieben Kollegen wollen allesamt nicht, Maria, mit der ich sonst hingehen würde, ist in Österreich, also kurz und bündig: Sollte jemand am Freitag in Sthlm sein und Lust verspüren mich zu begleiten, bitte schön…

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Donnerstag, 8. Juni 2006
Fragen Sie nicht, wir wollen nichts
cabman, 00:00h
„Guten Tag.” begrüßte und uns die Verkäuferin.
„Guten Tag.” antworteten Hansen und ich im Chor.
„Sie kommen zurecht?“
„Ich denke schon.“ sagte ich freundlich zu ihr, denn eigentlich hingen wir nur ab und warteten auf Siggi. Der holte seine Sachen aus der Reinigung und danach wollten wir noch zum Türken.
„Wenn Sie Hilfe brauchen sagen Sie einfach bescheid, ja?“
„Machen wir.“ Zwinkerte ich ihr zu.
Die Verkäuferin war nicht mehr die Jüngste aber auf gar keinen Fall hässlich. Ihr enges Kostüm stand ihr ausgezeichnet und darunter zeichnete sich ein fantastischer Körper ab.
„ She’s hot.“ hatte Hansen seine amerikanische Phase, aber nicht unrecht mit dem was er sagte. Mir persönlich waren ja Gesichter wichtiger, aber auch da konnte sie punkten. Ihres war sehr schön geschnitten.
„Ist Dir schon mal aufgefallen, dass sie in diesen Nobelschuppen auch immer nur Nobeltanten stehen haben?“ fragte er mich.
„Klar“, antwortete ich ihm, „würde mich nicht wundern, wenn man die beim Ladenbauer gleich mitbestellen kann. Das Auge kauft halt mit. Ladenbaukonzepte, da passt alles zusammen, verstehste? Die versprühen auch Parfüme und so Quatsch. Alles nur damit wir was kaufen.“
„Right my dear, Schuhkaufparfüm, das hätte ich gern mal.“
„Häh?“
Wir schauten uns ein wenig um, durchwanderten die einzelnen Regale und stellten erstaunt fest, dass es keine Schuhe unter 500,- DM gab.
„Na, schon was passendes gefunden?“ tauchte die schicke Schuhfrau hinter uns auf und als sie so dicht bei uns stand, merkte ich, das sie wunderbar roch; das ging direkt in die Hose.
„Ja. Ob Sie mir wohl dieses Paar auch in 43 holen könnten?“ Hansen zeigte auf ein Paar von BOSS für 420,- DM.
„Gern.“ Lächelnd verschwand die gute Frau und ließ uns in ihrem Duft stehen.
„Was soll das denn? Du willst Dir doch noch wirklich diese Treter kaufen?“
„Nee.“ feixte Hansen „das ist das Schuhkaufparfüm.“
„Das sind aber wirklich ein paar schöne Schuhe, die Sie sich da ausgesucht haben.“ sagte die Verkäuferin, als sie fröhlich strahlend zurückkam.
„Sollen die denn für einen bestimmten Anlass sein?“
„Nee, “ sagte Hansen, „nur für die Arbeit.“
Er probierte das Paar an, ging federnden Schrittes im Laden auf und ab, beäugte unter allen möglich Verrenkungen die Schuhe im Spiegel, hielt sich den linken Schuh direkt vor die Nase, fragte mich, ich zuckte mit den Schultern und dann sagte er: “Ich glaube, die sind es noch nicht. Haben Sie auch die da in meiner Größe?“ und dabei zeigt er auf ein Paar Lloyds.
„Selbstverständlich, ich hole Sie ihnen eben.“
Nach einer Weile kam die schmucke Frau mit dem ebenfalls schmucken Schuhkarton unterm Arm zurück und hatte dabei einen Gesichtsausdruck, als gäbe es für sie nichts schöneres, als Schuhe zu verkaufen. Alles war so positiv, so toll.
„Was machen Sie denn beruflich so?“ fragte sie Hansen und packte nebenbei die Lloyds Schuhe aus.
„Ich bin Maurer.“ antwortete der und schaute ihr dabei so ernst in die Augen, dass selbst ich es beinahe geglaubt hätte.
„Guten Tag.” antworteten Hansen und ich im Chor.
„Sie kommen zurecht?“
„Ich denke schon.“ sagte ich freundlich zu ihr, denn eigentlich hingen wir nur ab und warteten auf Siggi. Der holte seine Sachen aus der Reinigung und danach wollten wir noch zum Türken.
„Wenn Sie Hilfe brauchen sagen Sie einfach bescheid, ja?“
„Machen wir.“ Zwinkerte ich ihr zu.
Die Verkäuferin war nicht mehr die Jüngste aber auf gar keinen Fall hässlich. Ihr enges Kostüm stand ihr ausgezeichnet und darunter zeichnete sich ein fantastischer Körper ab.
„ She’s hot.“ hatte Hansen seine amerikanische Phase, aber nicht unrecht mit dem was er sagte. Mir persönlich waren ja Gesichter wichtiger, aber auch da konnte sie punkten. Ihres war sehr schön geschnitten.
„Ist Dir schon mal aufgefallen, dass sie in diesen Nobelschuppen auch immer nur Nobeltanten stehen haben?“ fragte er mich.
„Klar“, antwortete ich ihm, „würde mich nicht wundern, wenn man die beim Ladenbauer gleich mitbestellen kann. Das Auge kauft halt mit. Ladenbaukonzepte, da passt alles zusammen, verstehste? Die versprühen auch Parfüme und so Quatsch. Alles nur damit wir was kaufen.“
„Right my dear, Schuhkaufparfüm, das hätte ich gern mal.“
„Häh?“
Wir schauten uns ein wenig um, durchwanderten die einzelnen Regale und stellten erstaunt fest, dass es keine Schuhe unter 500,- DM gab.
„Na, schon was passendes gefunden?“ tauchte die schicke Schuhfrau hinter uns auf und als sie so dicht bei uns stand, merkte ich, das sie wunderbar roch; das ging direkt in die Hose.
„Ja. Ob Sie mir wohl dieses Paar auch in 43 holen könnten?“ Hansen zeigte auf ein Paar von BOSS für 420,- DM.
„Gern.“ Lächelnd verschwand die gute Frau und ließ uns in ihrem Duft stehen.
„Was soll das denn? Du willst Dir doch noch wirklich diese Treter kaufen?“
„Nee.“ feixte Hansen „das ist das Schuhkaufparfüm.“
„Das sind aber wirklich ein paar schöne Schuhe, die Sie sich da ausgesucht haben.“ sagte die Verkäuferin, als sie fröhlich strahlend zurückkam.
„Sollen die denn für einen bestimmten Anlass sein?“
„Nee, “ sagte Hansen, „nur für die Arbeit.“
Er probierte das Paar an, ging federnden Schrittes im Laden auf und ab, beäugte unter allen möglich Verrenkungen die Schuhe im Spiegel, hielt sich den linken Schuh direkt vor die Nase, fragte mich, ich zuckte mit den Schultern und dann sagte er: “Ich glaube, die sind es noch nicht. Haben Sie auch die da in meiner Größe?“ und dabei zeigt er auf ein Paar Lloyds.
„Selbstverständlich, ich hole Sie ihnen eben.“
Nach einer Weile kam die schmucke Frau mit dem ebenfalls schmucken Schuhkarton unterm Arm zurück und hatte dabei einen Gesichtsausdruck, als gäbe es für sie nichts schöneres, als Schuhe zu verkaufen. Alles war so positiv, so toll.
„Was machen Sie denn beruflich so?“ fragte sie Hansen und packte nebenbei die Lloyds Schuhe aus.
„Ich bin Maurer.“ antwortete der und schaute ihr dabei so ernst in die Augen, dass selbst ich es beinahe geglaubt hätte.

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cabman, 09:24h
Heute Morgen im Büro: 5 Tage nicht da = 155 neue e-mails. Wer soll die alle lesen?
Ich fühl mich schon wieder nach Urlaub.
Ich fühl mich schon wieder nach Urlaub.

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