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Sonntag, 18. Juni 2006
Rasenmähermann
cabman, 00:32h
Ich bin ja im Scho Schonenland und da gibt es nichts weiter zu tun, als Kühe melken und Rasen mähen. Kühe melken, weil Euter betatschen besser ist als gar kein Sex, wie mir Ingemar Ingmarsson mit strahlendem Blick und gelben Zähnen erzählte und Rasen mähen, weil im Scho Schonenland der Himmel und die Bäume hoch sind und Rasen eben auch, wenn man ihn nicht mäht.
Mit den Kühen habe ich es nicht so, was daran liegt, dass ich es generell nicht so mit Tieren habe, die größer sind als ich. Ich führ das immer wieder gern darauf zurück, dass ich als junger Bub zwei traumatische Erlebnisse hatte, denn ich bin einst von einem klugen Esel gebissen wurde und fast von einem Springpferd gefallen. Man kann sich ja fragen, was der Zwergencabman auf dem Springpferd gemacht hat. Nun, zuerst einmal saß er da nur, weil nämlich die Frau Otto der Meinung war, es wäre uns Kindern, im Rahmen einer allumfassenden Allgemeinbildung, sehr zuträglich, auch mal ein Gestüt zu besuchen. Außerdem hat sie mit dem Reitlehrer gefickt und der blickte sie auch ganz verträumt an, als icke gerade auf dem Klepper, den er halten sollte, saß und deswegen hat er auch nicht mitbekommen, dass das Pferd gern springen wollte, weil es hieß ja auch so, Springpferd, deswegen mach ich es ihm auch nicht zum Vorwurf, dem geilem Lehrer aber schon.
Also halt ich es mit dem Rasenmähen. Das ist ja hier Schweden ne Art Hobby und du weißt, dass du dich richtig und fast zu Ende integriert hast, wenn du deinen Rasenmäher auf halbgemähter Fläche einfach stehen lässt und mal was anderes machst. Es spielt gar keine Rolle was, und es kann auch ruhig länger dauern und wenn es zwischenzeitlich dabei anfangen sollte zu Regnen oder zu Schneien, weil man vielleicht ganz unverhofft eine neue Jahreszeit erreicht hat, so ist das noch lange kein Grund, den Rasenmäher in den Schuppen zu stellen. Mit Hinblick auf diesen Umstand werde ich wohl nie ganz ankommen in Schweden, denn ich würde diese Behandlung nie, nie meinem Rasenmäher angedeihen lassen.
Rasenmähen als solches empfinde ich als unheimlich reinigendes, spirituelles und fast als transzendentales Erlebnis, wenn man so versonnen transversale Schnittmuster ins saftige Grün mäht; man kann sich dabei fast in Trance mähen, natürlich vorausgesetzt, die Fläche ist gross genug, oder man fährt halt immer im Kreis.
Die Antike und ich nennen ja ein Haus unser Eigen, unten im Scho Schonenland. Das ist wunderhübsch und von 1600m² umzingelt. Weil icke zwar noch fast grün hinter den Ohren bin, dies aber keine Auswirkungen auf irgendwelche Daumen hat, haben wir uns entschieden,
es bei der grünen Sport- und Spielfläche zu belassen, was sich auch schön in die dicht bebaumte Nachbarschaft integriert und sehr dem ,
Badmintonspiel förderlich ist. Nachteil ist halt, dass man das Ganze auch mähen muss.
Das mach ich mit meinem (Achtung: I-Ah) Stiga PRO 48. Dieser Mäher (Profis sagen Mäher, genauso wie Rechner, ist doch klar!) war schon alt, als wir ihn bekamen. Der sollte nämlich auf den Müll, weil er nicht mehr richtig lief, was ja eigentlich kein Grund ist, denn wieviel ärmer wären wir, würden wir alles entsorgen was nicht richtig läuft; ich sach nur Ballak.
So, der Mäher stand dann auch bei uns so 2-3 Jahre in der Ecke und die Antike hat dann schon rumgenölt, dass er jetzt weg muss, denn er nimmt nur Platz. Tja, und beim Aufräumen habe ich ihn mir ein bisschen genauer angeschaut und dann war es Liebe auf den ersten Blick. Denn, jetzt bitte festhalten, der hat eine alte Maschine und zwar einen 6PS starken Briggs&Stratton mit knapp 4000U/min, so etwas Feines bauen die heut gar nicht mehr, mit dem kann man auch kleine Bäumchen und Füßchen kürzen. Ich mähe jedenfalls nur mit festem Schuhwerk, die Antike äußerst ungern. Außerdem ist es das Gerät für Männer mit Mut, weil, der hat kein Notaus und so Schnickschnack, einmal An läuft er, bis man ihn Ausmacht; auf Beine, Kleingetier und andere Widerstände können solche Männermaschinen keine Rücksicht nehmen. Sollte man das Pech, haben über so etwas zu fahren, macht der Mäher daraus Püree. Hasen- und Schildkrötengang gibt’s auch nicht. Nur Slow oder Fast. Icke fahre nur Fast, wie mit dem Auto, denn da wo ich bin, da ist Vorn!
„Ja, Ja!“ Ruft da das birkenstockbesohlte, ungleiche Geschwisterpaar ökologisches Gewissen I+II. „Das ist doch total unvernünftig und sinnlos, so ein olles Gerät und nur Fast. Frisst Sprit und Öl. Mit dem Auto sollst Du auch nicht so rasen.“
„Ach Klappe! Was wisst ihr schon von boy stuff? Mineralwasser mit Sauerstoff versetzt ist auch sinnlos. Oder will mir wirklich einer erklären, es gäbe Bauchatmer? Es verkauft sich trotzdem. Gießt euch noch ein bisschen Milch ins Müsli.“
„Ok Chef.“
„Kommt ihr aus Spanien?“
„Nö, wieso?“
Ich glaube das geht hier gerade in die falsche Richtung. Das liegt mit Sicherheit an der Hitze, die über der Stadt gluckt wie eine Pinguinmutti überm Ei, nämlich brütend. Vorhin habe ich mit schweißbeperlter Stirn zu ihr raufgeschaut. Gütig und mit einem mildem Lächeln im Gesicht sah sie zu mir herab und fragte:
„Na Cabbiman, wird dat heute was mit dem kreativen Geschreibse?“
„Logo, von Dir alte heiße Hexe (versteht jemand diesen Wortwitz?) lass ick mir nicht unterkriegen!“
„Nun, dann warte mal bis meine Cousine, die schöne Dörre, aus dem Süden kommt!“
„Die Dürre?“
„Die Dörre! Blödmann.“
„Ach so. Soll ruhig kommen, ich bin bereits mit allen Wassern gewaschen.“
So. Zurück zum Mäher. Der funktionierte ja natürlich nicht. Es brauchte erst einen Sommer, des Schraubens und Bohrens, des verschwitzten Gewindeschneidens und mit M16er selbstsichernden Muttern sichern, Zündkerze tauschen, Schmieren und Ölen, neue Klingen und Trallala. Als dann alles fertig war, einmal Pull and Go gepullt und? Richtig. Nichts. Also alte Trickserei angewandt, Luftfilterschwamm ins Benzin getunkt, da kriegt der schon beim Ansaugen Oktan. Dann noch ein bisschen Sprit in den Zylinder gespritzt und dann? Exakt: Mit Rülpsen und Ruckeln und Zuckeln erwachte er zum Leben und der Herr Zigarillo und James MC Gywer Cabman standen freudestrahlend und dreckverschmiert neben dem nigelnagelneuen und laut knatternden Mad Max Mäher. Er ist vielleicht nicht schön, noch nicht, aber es ging ja auch um Funktionalität.
„In solchen Dingen bist du so typisch Mann.“ Sagte die Antike leicht vorwurfsvoll.
„Wir könnten doch einen Neuen kaufen. Soviel Zeit für so ein altes Ding.“
„So einen kriegen wir gar nicht mehr. Die neumodischen-pippifax-EU-harmonisierten-Notaus-Mädchenmäher sind doch was für, ähm,… Mädchen. Ausserdem geht es ja ums Basteln.“
"Ach ja? Warum bastelst du nicht die Fussleisten im Wohnzimmer dran?"
"Soll ja auch Spass machen."
„Och!!*?!! ARGHH!!***?!!---- “
„Genau Schatz.“
So. Nun noch in eigener Sache. Ich habe ja letzte Woche diesen schönen Preis gewonnen und möchte mich an dieser Stelle noch recht artig bei allen Honoratioren, Kuratoren, Sponsoren, Blogo(h)ren und allen Gratulanten bedanken. Vielen Dank! Ich war so frei dieses Logo zu entwickeln und auf mein Weblog zu kleben. Nächstes Jahr bekommt es dann ein(e) Andere(r). Natürlich in geänderte Fassung. Oder vielleicht auch nicht.
Mit den Kühen habe ich es nicht so, was daran liegt, dass ich es generell nicht so mit Tieren habe, die größer sind als ich. Ich führ das immer wieder gern darauf zurück, dass ich als junger Bub zwei traumatische Erlebnisse hatte, denn ich bin einst von einem klugen Esel gebissen wurde und fast von einem Springpferd gefallen. Man kann sich ja fragen, was der Zwergencabman auf dem Springpferd gemacht hat. Nun, zuerst einmal saß er da nur, weil nämlich die Frau Otto der Meinung war, es wäre uns Kindern, im Rahmen einer allumfassenden Allgemeinbildung, sehr zuträglich, auch mal ein Gestüt zu besuchen. Außerdem hat sie mit dem Reitlehrer gefickt und der blickte sie auch ganz verträumt an, als icke gerade auf dem Klepper, den er halten sollte, saß und deswegen hat er auch nicht mitbekommen, dass das Pferd gern springen wollte, weil es hieß ja auch so, Springpferd, deswegen mach ich es ihm auch nicht zum Vorwurf, dem geilem Lehrer aber schon.
Also halt ich es mit dem Rasenmähen. Das ist ja hier Schweden ne Art Hobby und du weißt, dass du dich richtig und fast zu Ende integriert hast, wenn du deinen Rasenmäher auf halbgemähter Fläche einfach stehen lässt und mal was anderes machst. Es spielt gar keine Rolle was, und es kann auch ruhig länger dauern und wenn es zwischenzeitlich dabei anfangen sollte zu Regnen oder zu Schneien, weil man vielleicht ganz unverhofft eine neue Jahreszeit erreicht hat, so ist das noch lange kein Grund, den Rasenmäher in den Schuppen zu stellen. Mit Hinblick auf diesen Umstand werde ich wohl nie ganz ankommen in Schweden, denn ich würde diese Behandlung nie, nie meinem Rasenmäher angedeihen lassen.
Rasenmähen als solches empfinde ich als unheimlich reinigendes, spirituelles und fast als transzendentales Erlebnis, wenn man so versonnen transversale Schnittmuster ins saftige Grün mäht; man kann sich dabei fast in Trance mähen, natürlich vorausgesetzt, die Fläche ist gross genug, oder man fährt halt immer im Kreis.Die Antike und ich nennen ja ein Haus unser Eigen, unten im Scho Schonenland. Das ist wunderhübsch und von 1600m² umzingelt. Weil icke zwar noch fast grün hinter den Ohren bin, dies aber keine Auswirkungen auf irgendwelche Daumen hat, haben wir uns entschieden,
es bei der grünen Sport- und Spielfläche zu belassen, was sich auch schön in die dicht bebaumte Nachbarschaft integriert und sehr dem ,Badmintonspiel förderlich ist. Nachteil ist halt, dass man das Ganze auch mähen muss.
Das mach ich mit meinem (Achtung: I-Ah) Stiga PRO 48. Dieser Mäher (Profis sagen Mäher, genauso wie Rechner, ist doch klar!) war schon alt, als wir ihn bekamen. Der sollte nämlich auf den Müll, weil er nicht mehr richtig lief, was ja eigentlich kein Grund ist, denn wieviel ärmer wären wir, würden wir alles entsorgen was nicht richtig läuft; ich sach nur Ballak.
So, der Mäher stand dann auch bei uns so 2-3 Jahre in der Ecke und die Antike hat dann schon rumgenölt, dass er jetzt weg muss, denn er nimmt nur Platz. Tja, und beim Aufräumen habe ich ihn mir ein bisschen genauer angeschaut und dann war es Liebe auf den ersten Blick. Denn, jetzt bitte festhalten, der hat eine alte Maschine und zwar einen 6PS starken Briggs&Stratton mit knapp 4000U/min, so etwas Feines bauen die heut gar nicht mehr, mit dem kann man auch kleine Bäumchen und Füßchen kürzen. Ich mähe jedenfalls nur mit festem Schuhwerk, die Antike äußerst ungern. Außerdem ist es das Gerät für Männer mit Mut, weil, der hat kein Notaus und so Schnickschnack, einmal An läuft er, bis man ihn Ausmacht; auf Beine, Kleingetier und andere Widerstände können solche Männermaschinen keine Rücksicht nehmen. Sollte man das Pech, haben über so etwas zu fahren, macht der Mäher daraus Püree. Hasen- und Schildkrötengang gibt’s auch nicht. Nur Slow oder Fast. Icke fahre nur Fast, wie mit dem Auto, denn da wo ich bin, da ist Vorn!„Ja, Ja!“ Ruft da das birkenstockbesohlte, ungleiche Geschwisterpaar ökologisches Gewissen I+II. „Das ist doch total unvernünftig und sinnlos, so ein olles Gerät und nur Fast. Frisst Sprit und Öl. Mit dem Auto sollst Du auch nicht so rasen.“
„Ach Klappe! Was wisst ihr schon von boy stuff? Mineralwasser mit Sauerstoff versetzt ist auch sinnlos. Oder will mir wirklich einer erklären, es gäbe Bauchatmer? Es verkauft sich trotzdem. Gießt euch noch ein bisschen Milch ins Müsli.“
„Ok Chef.“
„Kommt ihr aus Spanien?“
„Nö, wieso?“
Ich glaube das geht hier gerade in die falsche Richtung. Das liegt mit Sicherheit an der Hitze, die über der Stadt gluckt wie eine Pinguinmutti überm Ei, nämlich brütend. Vorhin habe ich mit schweißbeperlter Stirn zu ihr raufgeschaut. Gütig und mit einem mildem Lächeln im Gesicht sah sie zu mir herab und fragte:
„Na Cabbiman, wird dat heute was mit dem kreativen Geschreibse?“
„Logo, von Dir alte heiße Hexe (versteht jemand diesen Wortwitz?) lass ick mir nicht unterkriegen!“
„Nun, dann warte mal bis meine Cousine, die schöne Dörre, aus dem Süden kommt!“
„Die Dürre?“
„Die Dörre! Blödmann.“
„Ach so. Soll ruhig kommen, ich bin bereits mit allen Wassern gewaschen.“
So. Zurück zum Mäher. Der funktionierte ja natürlich nicht. Es brauchte erst einen Sommer, des Schraubens und Bohrens, des verschwitzten Gewindeschneidens und mit M16er selbstsichernden Muttern sichern, Zündkerze tauschen, Schmieren und Ölen, neue Klingen und Trallala. Als dann alles fertig war, einmal Pull and Go gepullt und? Richtig. Nichts. Also alte Trickserei angewandt, Luftfilterschwamm ins Benzin getunkt, da kriegt der schon beim Ansaugen Oktan. Dann noch ein bisschen Sprit in den Zylinder gespritzt und dann? Exakt: Mit Rülpsen und Ruckeln und Zuckeln erwachte er zum Leben und der Herr Zigarillo und James MC Gywer Cabman standen freudestrahlend und dreckverschmiert neben dem nigelnagelneuen und laut knatternden Mad Max Mäher. Er ist vielleicht nicht schön, noch nicht, aber es ging ja auch um Funktionalität.
„In solchen Dingen bist du so typisch Mann.“ Sagte die Antike leicht vorwurfsvoll.
„Wir könnten doch einen Neuen kaufen. Soviel Zeit für so ein altes Ding.“
„So einen kriegen wir gar nicht mehr. Die neumodischen-pippifax-EU-harmonisierten-Notaus-Mädchenmäher sind doch was für, ähm,… Mädchen. Ausserdem geht es ja ums Basteln.“
"Ach ja? Warum bastelst du nicht die Fussleisten im Wohnzimmer dran?"
"Soll ja auch Spass machen."
„Och!!*?!! ARGHH!!***?!!---- “
„Genau Schatz.“
So. Nun noch in eigener Sache. Ich habe ja letzte Woche diesen schönen Preis gewonnen und möchte mich an dieser Stelle noch recht artig bei allen Honoratioren, Kuratoren, Sponsoren, Blogo(h)ren und allen Gratulanten bedanken. Vielen Dank! Ich war so frei dieses Logo zu entwickeln und auf mein Weblog zu kleben. Nächstes Jahr bekommt es dann ein(e) Andere(r). Natürlich in geänderte Fassung. Oder vielleicht auch nicht.

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Donnerstag, 15. Juni 2006
Schlüpferstürmer
cabman, 12:00h
Ich will ja nicht pedantisch sein, aber ich habe schon hier gesagt, wir holen den Titel. Nach dem gestrigen Spiel sehe ich mich da auch bestärkt und ich werde auch nicht müde, wie ein Rufer in der Nacht, es allen auf die Nase zu binden. Den argumentativen Zweikampf scheue ich sowieso nicht!
Gestern hatte ich auch Herrn Wichtig zu Besuch. Der hat so auf das deutsche Team gemeckert, dass ich schon fragen wollte, ob er einen Einbürgerungsantrag in Polen gestellt hat. Außerdem war ich schockiert wie schlecht er Englisch sprach, wie er auf so eine Position kommen konnte und wie schlecht er vorbereitet war. Im Schlepptau hatte er den Agenten für Skandinavien, den ich sehr mag und bedaure, denn seine Provision ging ja nun zum Flöten und kann dadurch nicht mithelfen, das Haus abzubezahlen. Das ist leider so und nicht die erste heilige Kuh, die ich auf dieser Kreuzfahrt namens Joblife schlachtete. Manchmal ist es besser kurzen Prozess zu machen, weil man sonst irgendwann beschriebene Kuh vom Eis holen muss. Das kostet dann Zeit und Geld.
Die Infos, die Herr Wichtig mir gab, hatte ich alle schon. Ich bereite mich ja vor, ganz im Sinne von Sunzi, der da sinngemäß schrieb: Die Schlacht, deren Ausgang Du kennst, musst Du nicht fürchten. Will heißen, wenn Du weißt wo Du hin willst und wo Dein Gegenüber aussteigen will, weißt Du auch, welchen Bus Du nehmen musst. Pass aber auf in London, da fahren die nämlich in die falsche Richtung.
Apropos andere Städte. Es gibt ja Städte, ebenso wie Dinge, die sind unnötig und da würde ich auch nicht wohnen wollen. Man stelle sich mal nur folgende Situation vor:
Cabman steht im Club an der Bar. Lässig. Lässig ist wichtig. Nicht uninteressiert, nicht arrogant und auch nicht cool. Nur lässig. Wie immer sind die Tätzchen geschleckt, die Öhrchen gespitzt und das Deckfell gestriegelt. Feinstes Benehmen und saubere Hosen sind angesagt.
Schon längst hat der alte dicke Strassenkater das Mäuschen ausgemacht. Eigentlich ein ganzes Rudel. Aber James will nicht gefräßig sein. Das bringt nur Verwicklungen, ähnlich einem Wollknäuel, das hatten wir schon.
Das Mäuschen sieht recht fein aus, hat schönes Fell und kuckt, kuckt weg und kuckt. Dabei schlürft es an einem Cocktail der sich White Cloud nennt. Kuckt schon wieder und lächelt ein Kater-von-den-Pfoten-Hau-Lächelen.
Katerchen ist jetzt ein bisschen aufgeregt. Die Schnurrbarthaare zucken wild.
Es stampft der Beat, es dröhnt der Bass und im Stroboskopgewitter schlawenzelt Katerchen Cabman mal rüber, sich an Beine zu schmiegen und Streicherlies abzuholen.
„Na, wie heisst Du Mäuschen denn?“ fragt er.
„Gitty. Und Du?“
„Ähm, Felix. Wo kommst Du denn her?“
„München. Und du?“
„Pforzheim.“
Ist das nicht grausam? Alles richtig gemacht und dann kam Pforzheim.
Mal ehrlich, das könnte ich nicht. Da bricht ja ein Assoziationsturm los. Und zwar ungeahnten, flatulenzartigen Ausmaßes. Zum Glück gibt es keinen Grund darüber nachzudenken, nach Pforzheim oder Braunlage zu ziehen!
So. Mal was ganz anderes:
Ich trage Schlüpfer. Das ist an sich nicht verwerfliches, das Wort schon. Neulich ist dagegen ein sehr schönes Wort, lässt soviel zeitlichen Spielraum. Meint nicht gerade jetzt, ist aber auch noch nicht so alt, als das es sich nicht darüber zu berichten lohnte.
Neulich also fuhr ich nach Barkaby. Das ist da wo Hase und Igel aus dem Bus steigen, bevor sie sich Gute Nacht wünschen. Neben der Bushaltestelle im Nirgendwo gibt es dort eine Outletcenter, wo sich Bekleidungsmarken Shop-an-Shop reihen. Dazwischen stehen auch solche, die glauben sie wären eine Marke. Ich fuhr da hin, weil es an der Zeit war sich ein neues sommerliches Beinkleid zu gönnen. Und nun, wo ich (ACHTUNG! Eingedeutschtes schwedisches Schlüsselwort, mit freundlichen Grüssen an Frau klugscheisser) raggern muss, weil ich ja Neu-Singel bin, empfiehlt es sich auch etwas anzuziehen, dass nicht anachronistisch ist.
So fand ich mich im Björn Borg Shop wieder. Das Polo war gekauft, keine Diskussionen. Plötzlich stand ich neben einer Plastiktonne, die randvoll war mit 3erPacks eingeschweißter BB Unterhosen und ein aggressives Preisschild kündete, dass die nur 199 SEK kosten, was nach, ähm Moment mal…..heutigem Kurs so knapp 21,26 Euro sind. Mensch denke ich mir, das kriegst Du ja 10 Stück für beim Karstadt Deines Vertrauens. Stimmt. Lass ich es also. Ich hing noch ganz diesem Gedanken nach, als Beachvolleyball-Barbie und Bussiness-Barbie die Szenerie betraten. Beachvolleyball-Barbie verschwand auch gleich in der Umkleide und Bussiness-Barbie blieb neben mir stehen. Sofort war ich in einen Duftkokon eingehüllt, der die Haarwurzeln vibrieren ließ. Und weil passierte, was passierte, wurde der Kater geweckt. Träge kam er hinterm Ofen vor, streckte sich und schleckte schnell die Tätzchen. Bisschen jung vielleicht, dachte ich. Ja, aber wir müssen sie ja nicht fressen, sagte der Kater. Nur eine wenig üben, schauen ob die alten Reflexe noch da sind. Kucken wie es geht mit dem Krallen und Verbeißen. Jut, denk ich, eine Trainingsmaus. Schnell erstmal lässige Haltung angenommen. Dann Desinteresse spielen und woanders hingucken. Aber nicht vergessen nachzuschauen, ob sie auch ja mitbekommt, dass der Kater nicht interessiert ist. Also mal luschern. MIST! Jetzt hat se gesehen, dass du gekuckt hast. Jut, machen wir das Beste daraus und Lächeln. Prima. Sie lächelt zurück. Mit Blick in die Tonne ruft sie quer durch den Laden zu ihrer Freundin: „Ich finde Männer in solchen Unterhosen total sexy.“ Dann kuckt sie mich an und grinst. Was für ein Pass in die Tiefe. Schnell Kater, nimm den Ball auf. Also kurzentschlossen reingefasst in die Tonne und ein Päckchen rausgeholt. Wir tun so als wollten wir die Schlüpper sowieso kaufen. Komische Farben denke ich. Also noch mal reinfassen und schon steh ich mit 2 Paketen da. Jetzte schnell den Doppelpass spielen und so frage ich: „Welche Farben fändest Du besser?“ Sie grinst, zeigt auf die eine und die andere Packung, was bedeutet hätte, dass man die Verpackungen hätte öffnen müssen.
„Nee, ich glaub nicht das die mir das erlauben. Ich nehme die hier, im schicken Neongrün.“
„Ja, und vielleicht leuchtet die ja im Dunkeln.“ sagte sie.
„Muss nicht sein, wir haben schon elektrisches Licht.“
Da lacht sie sich tot, aber Kaffee wollte sie nicht mit trinken gehen. Ich habe jetzte drei überteuerte BB Schlüpper, farblich froh gestaltet und die Gewissheit:
James Cabman, the Cat, is back on the street. Auch schön.

So fand ich mich im Björn Borg Shop wieder. Das Polo war gekauft, keine Diskussionen. Plötzlich stand ich neben einer Plastiktonne, die randvoll war mit 3erPacks eingeschweißter BB Unterhosen und ein aggressives Preisschild kündete, dass die nur 199 SEK kosten, was nach, ähm Moment mal…..heutigem Kurs so knapp 21,26 Euro sind. Mensch denke ich mir, das kriegst Du ja 10 Stück für beim Karstadt Deines Vertrauens. Stimmt. Lass ich es also. Ich hing noch ganz diesem Gedanken nach, als Beachvolleyball-Barbie und Bussiness-Barbie die Szenerie betraten. Beachvolleyball-Barbie verschwand auch gleich in der Umkleide und Bussiness-Barbie blieb neben mir stehen. Sofort war ich in einen Duftkokon eingehüllt, der die Haarwurzeln vibrieren ließ. Und weil passierte, was passierte, wurde der Kater geweckt. Träge kam er hinterm Ofen vor, streckte sich und schleckte schnell die Tätzchen. Bisschen jung vielleicht, dachte ich. Ja, aber wir müssen sie ja nicht fressen, sagte der Kater. Nur eine wenig üben, schauen ob die alten Reflexe noch da sind. Kucken wie es geht mit dem Krallen und Verbeißen. Jut, denk ich, eine Trainingsmaus. Schnell erstmal lässige Haltung angenommen. Dann Desinteresse spielen und woanders hingucken. Aber nicht vergessen nachzuschauen, ob sie auch ja mitbekommt, dass der Kater nicht interessiert ist. Also mal luschern. MIST! Jetzt hat se gesehen, dass du gekuckt hast. Jut, machen wir das Beste daraus und Lächeln. Prima. Sie lächelt zurück. Mit Blick in die Tonne ruft sie quer durch den Laden zu ihrer Freundin: „Ich finde Männer in solchen Unterhosen total sexy.“ Dann kuckt sie mich an und grinst. Was für ein Pass in die Tiefe. Schnell Kater, nimm den Ball auf. Also kurzentschlossen reingefasst in die Tonne und ein Päckchen rausgeholt. Wir tun so als wollten wir die Schlüpper sowieso kaufen. Komische Farben denke ich. Also noch mal reinfassen und schon steh ich mit 2 Paketen da. Jetzte schnell den Doppelpass spielen und so frage ich: „Welche Farben fändest Du besser?“ Sie grinst, zeigt auf die eine und die andere Packung, was bedeutet hätte, dass man die Verpackungen hätte öffnen müssen.
„Nee, ich glaub nicht das die mir das erlauben. Ich nehme die hier, im schicken Neongrün.“
„Ja, und vielleicht leuchtet die ja im Dunkeln.“ sagte sie.
„Muss nicht sein, wir haben schon elektrisches Licht.“
Da lacht sie sich tot, aber Kaffee wollte sie nicht mit trinken gehen. Ich habe jetzte drei überteuerte BB Schlüpper, farblich froh gestaltet und die Gewissheit:
James Cabman, the Cat, is back on the street. Auch schön.


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Dienstag, 13. Juni 2006
Das ist doch unnötig
cabman, 16:58h

Das ist wie mit Mauern. Gibt es keine einzureisen, gibt es auch nichts zu revoltieren.
Ansonsten fallen mir persönlich zu Unnötigem noch Pickel und Tätowierungen ein. Ersteres tut weh und ist hässlich. Zweites eigentlich auch, zumindest manchmal. Ja, aber ich finde es gibt auch schöne Tatoos und es muss natürlich zur Person passen, höre ich es aus ovalem Freundeskreis freundlich piepsen. Ganz recht stimme ich wohlwollend und nickend zu. Manchmal lenkt das schlecht gestochene Bildlein auch von viel schlimmere Anblicke ab, sag ich. Es scheint geradezu als glaubten die Massen, schwarzblau konturierte Micky Mäuse und derlei Getier könnte Fettleibigkeit und stark geaderte Storchbeine heilen. Außerdem geht die Diskussion in die falsche Richtung. Es geht hier nicht um Ästhetik sondern praktikablen Nutzwert. Das Tatoo kann ja noch so schön sein, sage ich zu meiner rosenverzierten Schwester bei Kaffee und Kuchen, noch so fein und sauber gearbeitet, aber wärmt es auch im Winter? Was Du immer denkst, sagt se und Recht hat se.
Ich schüttele den Kopf und wende mich meinen Umzugskartons zu.
Vor denen stand ich neulich mit meiner Ex. Pfui, was für ein hässliches Wort. Das werden wir ändern. In Anlehnung an den 500 Beine Mann, der seine bessere Hälfte Gräfin nennt, nenne ich meine frühere bessere Hälft jetzt die Antike. Das passt, inhaltlich wie grammatikalisch. Die Antike und ich beschauten unsere Kartons und stellten ungläubig fest, dass wir die schon seit drei Jahren da so stehen haben. Was weiss denn ich was da drin ist, sagt sie. Ja, sage ich. Auf jeden Fall Unnötiges aus einem andern Leben, denn anderenfalls hätten wir sie schon geöffnet. Stimmt, sagte sie. Dann können wir den Mist ja wegwerfen? fragt sie erwartungsvoll. Nö, sag ich, vielleicht wissen wir nur noch nicht was wir vermissen. Na gut. Lass sie uns mal durch schauen, sagt sie. Haben wir auch gemacht. Und bis auf meinen geliebten Kolbenfüller Pelikan M200 (Diamant polierte Oberfläche und traditionelle Kolbenmechanik in höchster Präzision. Schnabelclip, doppelter Kappenring und Edelstahlfeder mit Gold plattiert, Schriftbreite "M". Das hochfeine Kapillarsystem garantiert einen steten Tintenfluss), der mich durch alle, alle Klausuren gebracht hat, war der Rest Schrott. Ausgenommen die Büroartikel mit praktikablem Restwert. So halbe Radiergummis. Watt machen wir denn nun mit de Plünn? fragt sie. Das ist doch alles unnötig, lass es uns wegwerfen, sag ich. Sicher? Logo. Und so wanderte der letzte Rest verbindender Gemeinsamkeit durch gemeinsames Handeln in die gemeinschaftliche Tonne. Halt, Halt! hör ich Frau Schwester rufen, das hätte ich alles bei E-Bay verticken können. Stimmt, dann hättest Du Deinem Rosentatoo auch einen Topf spendieren können. Nun haste nur Schnittblumen aufem Arm. Morgen fahr ich ins Scho Schonenland und werde versuchen, die Tatoo´s der schwitzigen Lagerarbeiterinnen auf Butterbrotpapier abzupausen. Danach kieke ich Deutsches Fernsehen. Fussball ohne Unterbrechung, denn hier in Schweden wird alle 20-30 Minuten der Sender gewechselt, wegen der Gerechtigkeit. Das ist kein Quatsch. Vorher treffe ich aber noch einen Herr Wichtig aus einem ebenso wichtigem und sehr großen deutschen Verlagshaus. Herr Wichtig ist ein bisschen böse mit mir, weil ich ihm den Etat gestrichen habe. Aber nicht ohne Grund möchte ich meinen. PS Die eingefügten Produktinformationen sind meinem neuen Stil des I-Ah-Bloggens geschuldet. Ich übe mich im Donkey-Bussines, d.h. in jedem Text ein bisschen product placement. Bei der ersten Million durch Werbeeinnahmen lade ich alle Kommentatoren ein, auf ein Eis in den Schären, oder was anderes.

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