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Donnerstag, 5. Oktober 2006
Von Vorhäuten und was anderes...
cabman, 00:44h
Ich war heute fleißig. Erst bin ich mit dem Rad zur Bahn gefahren, welches prompt kaputt ging und ich auch die Bahn verpasste; sag ich ja die ganze Zeit, solche Dinge sind nichts für den Sohn meiner Mutter. Beim Friseur war ich auch, ich habe sogar neues Müsli gekauft, Manikür, Pediküre, alles schon erledigt, Wäsche ist auch gewaschen, Bügeln mach ich morgen, denn heute war Sporttag. Sport mach ich ja nur, weil ich der festen Überzeugung bin, irgendwann mal wieder ne sympathische Doppel X Chromosomenträgerin zu finden. Es ist ja nämlich so, wenn man so richtig sexy im Bett dahindrapiert rumkullert und Schatzi auf dem Weg ins Schlafzimmer in der Tür stehen bleibt, nur um mit Blick zur Treppe zu rufen: „James, du hast schon wieder den Wäschesack auf dem Bett liegen lassen!“ also das wäre mir irgendwie peinlich und deswegen halte ich mich in Form. Manchmal.
So. Das war jetzt gar nicht gewollt. Schreib ich das hier:
Heute habe ich auch mit einer sehr sympathischen Person telefoniert. Mach ich ab und an mal, aber dieser hier war halt besonders sympathisch. Jedenfalls meinte sie, ich wäre ne Nutte. Also wegen des Jobs. Als ich dann mein Fahrrad nach Hause schob, auch so ne selten doofe Geschichte, denn es regnete, warum auch nicht, wenn James schon mal sportlich unterwegs ist, aber ich hatte ja ne schicke Tüte auf dem Ledersattel und der war auch ziemlich trocken als ich zuhause war, also da habe ich noch mal darüber nachgedacht:
Wir alle verkaufen was: Uns, Produkte, Talent, Unvermögen, Geld, Wissen, einfach alles. Es geht nur darum, irgendwie das universelle Tauschmittel Geld zu erlangen. Ich hole jetzt mal nicht den ollen Marx und wie die nun alle heißen raus, möchte aber die Gelegenheit nutzen, mich darüber zu mokieren, dass es in keinem anderen Land zu einer so dramatischen Entkoppelung von Wert und Preis gekommen ist, wie in Deutschland. Na ja, jedenfalls gilt für alle Bereiche, dass man mit ner schönen Verpackung auch den größten Mist verkaufen kann. Marketing ist alles und das interessiert sowieso keinen, also dann das hier:
Letzten Sonntag bin ich ziemlich spät aus Frankfurt wieder gekommen. Das ist schon mal nicht schlecht, aber der eigentliche Kracher kommt jetzt, denn ich habe ferngeschaut. Wenn ich zuhause ankomme brauch ich ja immer so ne Stunde, um runter zu touren. Spielt keine Rolle wie spät es ist, so hoppeldihopp ins Bett geht nicht. Also saß ich mit ner Tasse Tee und der dicken Katze auf dem Sofa und zappte mich durchs Nachtprogramm. Nach ner Weile wusste ich auch nicht, ob ich die Katze oder die Decke streichle, denn die haarte genauso. Eigentlich schaue ich ja gar nicht fern. Ist mir echt zu blöde. Besonders hier in Schweden, wo wir mit amerikanischen Scheiss zugedröhnt werden bis dahinaus. Wir sind hier auch mit allen Serien mind. 2 Staffeln vor Deutschland. Aber! Ich habe ein Kleinod amerikanischer Fernsehkunst gefunden: „Bullshit“
Eine kleine 30 minütige Sendung, in der so allerlei tumber Aberglaube und Falschwissen offen gelegt wird. Mutter Theresa ist ganz schlecht weggekommen, genauso wie Ghandi, aber das Topthema war Beschneidung. Ich rede hier jetzt nicht von der in der freiheitlich christlichen Welt mit Recht verurteilten Beschneidung junger afrikanischer Frauen, sondern von der, die in den USA, der selbsternannten Führungsnation der freiheitlich christlichen Welt, praktizierten Beschneidung der Männer. Das diese Form der Beschneidung ok ist, ist ja wohl klar, denn wir reden hier immerhin über die „Führungsnation“ und dann auch noch vom freiheitlich christlichen Teil der Welt.
So lernte ich nun am Sonntag, dass 95% der Männer in den USA beschnitten sind. Ich lernte auch, dass das gar nicht deren Entschluss ist, sondern schon bei Babys gemacht wird. Den Einspieler, in dem gezeigt wurde wie so nem kleinen Kerl mit Monsterapparaten am Zipfelchen rumgemacht wurde, war grausam. Ich lernte auch, dass so ca. 20.000 Nervenenden in der Vorhaut zusammen laufen und ich habe auch den historischen Abriss der Entstehungsgeschichte verinnerlicht: erst die Juden, dann die Katholiken, dann die hygienebewussten Amerikaner, denn die Hauptargumentation war nämlich die, dass beschnittene Männer weniger Harnröhreninfektionen bekommen (Waschen soll da ja helfen), ästhetischer aussehen (liegt wie immer im Auge des Betrachters) und noch so Quatsch, den ich mir nicht merkte, denn der Kopf füllte sich mit den Gegenargumenten: Die Vorhaut hat Schutzfunktion, damit nämlich kein Schmutz an die wirklich sensiblen Stellen kommt; sie ist für den Sex wichtig, wegen besagter Nerven und noch irgendwas. So ganz nebenbei erfuhr ich dann aber auch, dass das ganze auch ein Multimillionen Dollar Business ist, denn wenn der aufgeklärte mitteleuropäische Bildungsbürger glaubt, das die Vorhäute in den Müll wandern, dann irrt er. Die werden nämlich für 400 Dollar/Stck. verhökert an Forschungslabors, Transplantationskliniken und zur Kollagenherstellung. Ein Schelm wer da Böses denkt, besonders, wenn man sich vor Augen führt, dass den Eltern meist nichts davon gesagt wird.
Na ich saß auf meiner Couch, mit nem gerupften Kater und dachte mir so, bei 130 Dollar OP-Kosten, bleibt ein Rohgewinn von 270, dass sind so 67% Nettospanne, unglaublich! Ich sollte umsatteln, ist ökologisch vertretbar und immer nachwachsend. Fällt ja auch nicht weiter auf, wenn man so ein Vorhautpatchwork im Gesicht kleben hat; ist doch wurscht, ob man Vorhautgetunte Lippen küsst. Ist doch alles natürlich, irgendwie.
Dann fiel mir auf, wenn es mal eng wird, schlepp ich ja immer 400 Dollar mit mir rum. Ach und dann ist es mir ja wie die Kontaktlinsen von den Augen gefallen: Was ist Bush? Genau. Mann. Aber auch Amerikaner und damit sehr wahrscheinlich auch beschnitten. Was sagt man allgemein über Männer? Genau. Die denken mit dem Schwanz. So. Und nun sollte auch die Scheisse mit dem Irak klar sein, oder glaubt irgendjemand, er könne ohne Stirnlappen einen klaren Gedanken fassen?
So. Das war jetzt gar nicht gewollt. Schreib ich das hier:
Heute habe ich auch mit einer sehr sympathischen Person telefoniert. Mach ich ab und an mal, aber dieser hier war halt besonders sympathisch. Jedenfalls meinte sie, ich wäre ne Nutte. Also wegen des Jobs. Als ich dann mein Fahrrad nach Hause schob, auch so ne selten doofe Geschichte, denn es regnete, warum auch nicht, wenn James schon mal sportlich unterwegs ist, aber ich hatte ja ne schicke Tüte auf dem Ledersattel und der war auch ziemlich trocken als ich zuhause war, also da habe ich noch mal darüber nachgedacht:
Wir alle verkaufen was: Uns, Produkte, Talent, Unvermögen, Geld, Wissen, einfach alles. Es geht nur darum, irgendwie das universelle Tauschmittel Geld zu erlangen. Ich hole jetzt mal nicht den ollen Marx und wie die nun alle heißen raus, möchte aber die Gelegenheit nutzen, mich darüber zu mokieren, dass es in keinem anderen Land zu einer so dramatischen Entkoppelung von Wert und Preis gekommen ist, wie in Deutschland. Na ja, jedenfalls gilt für alle Bereiche, dass man mit ner schönen Verpackung auch den größten Mist verkaufen kann. Marketing ist alles und das interessiert sowieso keinen, also dann das hier:
Letzten Sonntag bin ich ziemlich spät aus Frankfurt wieder gekommen. Das ist schon mal nicht schlecht, aber der eigentliche Kracher kommt jetzt, denn ich habe ferngeschaut. Wenn ich zuhause ankomme brauch ich ja immer so ne Stunde, um runter zu touren. Spielt keine Rolle wie spät es ist, so hoppeldihopp ins Bett geht nicht. Also saß ich mit ner Tasse Tee und der dicken Katze auf dem Sofa und zappte mich durchs Nachtprogramm. Nach ner Weile wusste ich auch nicht, ob ich die Katze oder die Decke streichle, denn die haarte genauso. Eigentlich schaue ich ja gar nicht fern. Ist mir echt zu blöde. Besonders hier in Schweden, wo wir mit amerikanischen Scheiss zugedröhnt werden bis dahinaus. Wir sind hier auch mit allen Serien mind. 2 Staffeln vor Deutschland. Aber! Ich habe ein Kleinod amerikanischer Fernsehkunst gefunden: „Bullshit“
Eine kleine 30 minütige Sendung, in der so allerlei tumber Aberglaube und Falschwissen offen gelegt wird. Mutter Theresa ist ganz schlecht weggekommen, genauso wie Ghandi, aber das Topthema war Beschneidung. Ich rede hier jetzt nicht von der in der freiheitlich christlichen Welt mit Recht verurteilten Beschneidung junger afrikanischer Frauen, sondern von der, die in den USA, der selbsternannten Führungsnation der freiheitlich christlichen Welt, praktizierten Beschneidung der Männer. Das diese Form der Beschneidung ok ist, ist ja wohl klar, denn wir reden hier immerhin über die „Führungsnation“ und dann auch noch vom freiheitlich christlichen Teil der Welt.
So lernte ich nun am Sonntag, dass 95% der Männer in den USA beschnitten sind. Ich lernte auch, dass das gar nicht deren Entschluss ist, sondern schon bei Babys gemacht wird. Den Einspieler, in dem gezeigt wurde wie so nem kleinen Kerl mit Monsterapparaten am Zipfelchen rumgemacht wurde, war grausam. Ich lernte auch, dass so ca. 20.000 Nervenenden in der Vorhaut zusammen laufen und ich habe auch den historischen Abriss der Entstehungsgeschichte verinnerlicht: erst die Juden, dann die Katholiken, dann die hygienebewussten Amerikaner, denn die Hauptargumentation war nämlich die, dass beschnittene Männer weniger Harnröhreninfektionen bekommen (Waschen soll da ja helfen), ästhetischer aussehen (liegt wie immer im Auge des Betrachters) und noch so Quatsch, den ich mir nicht merkte, denn der Kopf füllte sich mit den Gegenargumenten: Die Vorhaut hat Schutzfunktion, damit nämlich kein Schmutz an die wirklich sensiblen Stellen kommt; sie ist für den Sex wichtig, wegen besagter Nerven und noch irgendwas. So ganz nebenbei erfuhr ich dann aber auch, dass das ganze auch ein Multimillionen Dollar Business ist, denn wenn der aufgeklärte mitteleuropäische Bildungsbürger glaubt, das die Vorhäute in den Müll wandern, dann irrt er. Die werden nämlich für 400 Dollar/Stck. verhökert an Forschungslabors, Transplantationskliniken und zur Kollagenherstellung. Ein Schelm wer da Böses denkt, besonders, wenn man sich vor Augen führt, dass den Eltern meist nichts davon gesagt wird.
Na ich saß auf meiner Couch, mit nem gerupften Kater und dachte mir so, bei 130 Dollar OP-Kosten, bleibt ein Rohgewinn von 270, dass sind so 67% Nettospanne, unglaublich! Ich sollte umsatteln, ist ökologisch vertretbar und immer nachwachsend. Fällt ja auch nicht weiter auf, wenn man so ein Vorhautpatchwork im Gesicht kleben hat; ist doch wurscht, ob man Vorhautgetunte Lippen küsst. Ist doch alles natürlich, irgendwie.
Dann fiel mir auf, wenn es mal eng wird, schlepp ich ja immer 400 Dollar mit mir rum. Ach und dann ist es mir ja wie die Kontaktlinsen von den Augen gefallen: Was ist Bush? Genau. Mann. Aber auch Amerikaner und damit sehr wahrscheinlich auch beschnitten. Was sagt man allgemein über Männer? Genau. Die denken mit dem Schwanz. So. Und nun sollte auch die Scheisse mit dem Irak klar sein, oder glaubt irgendjemand, er könne ohne Stirnlappen einen klaren Gedanken fassen?

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Nachmittags ist immer schön...
cabman, 18:13h
Klug, witzig, Stimme, Augen; 10x Plus und ein vernachlässigtes Minus; schicker Nachmittag, trotz schlechter Torte, da schwingt James trotz Müdigkeit durch Raum und Zeit. Hauptsache es regnet, alles andere wäre zu südlich, oder so. Danke, sach ich mal und freu mich auf was anderes und hoffe, die Sprachlosigkeit fällt wieder ab, wie sonst nur andere ungebrauchte Dinge. Fuck bin ich müde.

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Schöner unser Dorf.
cabman, 13:20h


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Dienstag, 3. Oktober 2006
Da bin ich aber früh!
cabman, 21:56h
Der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm, daher ist bei mir nun schon mal Jahreswechsel. Man kann ja gar nicht früh genug unterwegs sein, wobei, es gibt ja auch so Situationen, da ist zu früh kommen nicht so toll.
Ich war ja heut ziemlich früh am Bushäuschen und das war gut so, denn dadurch traf ich eine wunderschöne junge Frau. Entgegen meines sonstigen Kodex, zeige ich heute mal ein Bild von der Dame. Was soll ich sagen, sie hat mich gleich in ihren Bann geschlagen mit ihrem, und nun fällt mir nicht das richtige Wort ein, aber sie war sehr sophisticated. Sie hatte einen blonden Pagenschnitt und so blaue Augen, ein sehr fein geschnittenes Gesicht, da passte einfach alles, selbst der Name war berauschend: Isabella. Bei diesem Namen mag der eine vielleicht an feuchte Keller, einsturzgefährdete Häuser und überfüllte Gassen denken, ich jedoch denke dabei an Taubenfüttern auf dem Markusplatz, an die Rialdobrücke, an verliebte Spaziergänge über so andere kleine Brückchen, an Cappuccino und Gondeln. Isabella, meine italienische Versuchung!
Aber wie immer hatte sie beruflich viel zu tun, kam da nicht weg und zeigte auch sonst wenig Interesse an einem kleinen Flirt. Shit happens, allmählich gewöhne ich mich daran und als der Bus wegfuhr, winkte ich ihr und ihrer Freundin noch mal.
Weil das ja nun alles nicht klappt, mit de Weiber und so, habe ich einen Entschluss gefasst. Dieser Weblog hier ist ab sofort die Weblog. Je länger ich darüber so nachdenke macht es auch Sinn. Sie sieht gut aus, ist bisweilen witzig, scheut nicht anspruchsvolle Themen und wie in jeder vernünftigen Beziehung bekommt man response nur, wenn man kommuniziert. Jut, das war in den letzten Wochen nicht so meine Stärke, aber hey Honey, ich habe viel zu tun, du weisst der Stress, aber ich verspreche mich zu bessern. Und weil die Kleine hier auch ein richtiger Herzdieb ist, nehme ich es ihr nicht krumm, wenn sie leicht schizophren ist und ab und an mehrstimmig antwortet. Das ist ok, wir kennen uns ja. Meinen Namen trägt se auch schon, also alles in Butter und ne schwer zu ertragende Schwiegermutter gibt es auch nicht. So. Damit bin ich ja nun auch wieder einer der ersten, sozusagen ziemlich früh und ein richtiger Vogel, aber in der schicken neuen Cyberwelt soll ja alles möglich sein. Die Wirtschaftswoche schreibt etwas von Web 3.0, da lach ich drüber, denn ich bin schon mit ner Weblog zusammen.
Jut, stellt sich noch die Frage mitem Sex und so, da denke ich ein anderes Mal drüber nach und frage mal so, als Übersprungshandlung, in dir Runde, wo ich denn einen Smoking herbekomme. Den brauche ich spätestens bis Mitte November, dienstlich, daher will ich ihn nicht kaufen. Hat jemand einen, leihweise?
Ach und eh ich es vergesse, die Blonde vom Bus hatte ja nun auch ne Freundin. Deren Name ist Emma, war nicht so mein Fall, aber wenn wir den Kodex schon brechen, dann richtig. Also hier ein Bild von beiden:

Ich war ja heut ziemlich früh am Bushäuschen und das war gut so, denn dadurch traf ich eine wunderschöne junge Frau. Entgegen meines sonstigen Kodex, zeige ich heute mal ein Bild von der Dame. Was soll ich sagen, sie hat mich gleich in ihren Bann geschlagen mit ihrem, und nun fällt mir nicht das richtige Wort ein, aber sie war sehr sophisticated. Sie hatte einen blonden Pagenschnitt und so blaue Augen, ein sehr fein geschnittenes Gesicht, da passte einfach alles, selbst der Name war berauschend: Isabella. Bei diesem Namen mag der eine vielleicht an feuchte Keller, einsturzgefährdete Häuser und überfüllte Gassen denken, ich jedoch denke dabei an Taubenfüttern auf dem Markusplatz, an die Rialdobrücke, an verliebte Spaziergänge über so andere kleine Brückchen, an Cappuccino und Gondeln. Isabella, meine italienische Versuchung!Aber wie immer hatte sie beruflich viel zu tun, kam da nicht weg und zeigte auch sonst wenig Interesse an einem kleinen Flirt. Shit happens, allmählich gewöhne ich mich daran und als der Bus wegfuhr, winkte ich ihr und ihrer Freundin noch mal.
Weil das ja nun alles nicht klappt, mit de Weiber und so, habe ich einen Entschluss gefasst. Dieser Weblog hier ist ab sofort die Weblog. Je länger ich darüber so nachdenke macht es auch Sinn. Sie sieht gut aus, ist bisweilen witzig, scheut nicht anspruchsvolle Themen und wie in jeder vernünftigen Beziehung bekommt man response nur, wenn man kommuniziert. Jut, das war in den letzten Wochen nicht so meine Stärke, aber hey Honey, ich habe viel zu tun, du weisst der Stress, aber ich verspreche mich zu bessern. Und weil die Kleine hier auch ein richtiger Herzdieb ist, nehme ich es ihr nicht krumm, wenn sie leicht schizophren ist und ab und an mehrstimmig antwortet. Das ist ok, wir kennen uns ja. Meinen Namen trägt se auch schon, also alles in Butter und ne schwer zu ertragende Schwiegermutter gibt es auch nicht. So. Damit bin ich ja nun auch wieder einer der ersten, sozusagen ziemlich früh und ein richtiger Vogel, aber in der schicken neuen Cyberwelt soll ja alles möglich sein. Die Wirtschaftswoche schreibt etwas von Web 3.0, da lach ich drüber, denn ich bin schon mit ner Weblog zusammen.
Jut, stellt sich noch die Frage mitem Sex und so, da denke ich ein anderes Mal drüber nach und frage mal so, als Übersprungshandlung, in dir Runde, wo ich denn einen Smoking herbekomme. Den brauche ich spätestens bis Mitte November, dienstlich, daher will ich ihn nicht kaufen. Hat jemand einen, leihweise?
Ach und eh ich es vergesse, die Blonde vom Bus hatte ja nun auch ne Freundin. Deren Name ist Emma, war nicht so mein Fall, aber wenn wir den Kodex schon brechen, dann richtig. Also hier ein Bild von beiden:


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Ihr schwenkt noch die Fahnen und ich freue mich über diese e-mail
cabman, 13:27h
Heute an deinem Geburtstag...
Was ich dir gerne mitteilen möchte - verschwende keine Sekunde dieses Tages, über große Lebensentscheidungen nachzudenken. Verbringe ihn so glücklich wie auf einem bunten Fest, schließe die Augen und bade dich in der Menschenmasse und hab so viel Spass wie ein Kind das gerade etwas Großes geschenkt bekommen hat.
Habe Wünsche, es müssen keine kleinen sein. Du kannst ruhig große Träume träumen! Du kannst ruhig hochgesteckte Hoffnungen hegen und dir selber Glück wünschen und darauf vertrauen, dass sich deine Wünsche erfüllen - sie werden ihr bestes tun... für einen sehr wundervollen Menschen in Erfüllung zu gehen.
Was ich dir für dein Lebensweg wünsche - Liebe, denn nichts erfüllt das Herz mit mehr Schätzen und die Seele mit mehr Hoffnung, als zu wissen, dass du für andere wichtig bist.
Eine Freundin
Was ich dir gerne mitteilen möchte - verschwende keine Sekunde dieses Tages, über große Lebensentscheidungen nachzudenken. Verbringe ihn so glücklich wie auf einem bunten Fest, schließe die Augen und bade dich in der Menschenmasse und hab so viel Spass wie ein Kind das gerade etwas Großes geschenkt bekommen hat.
Habe Wünsche, es müssen keine kleinen sein. Du kannst ruhig große Träume träumen! Du kannst ruhig hochgesteckte Hoffnungen hegen und dir selber Glück wünschen und darauf vertrauen, dass sich deine Wünsche erfüllen - sie werden ihr bestes tun... für einen sehr wundervollen Menschen in Erfüllung zu gehen.
Was ich dir für dein Lebensweg wünsche - Liebe, denn nichts erfüllt das Herz mit mehr Schätzen und die Seele mit mehr Hoffnung, als zu wissen, dass du für andere wichtig bist.
Eine Freundin

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Montag, 2. Oktober 2006
cabman, 21:28h
Vor zwei Wochen bin ich mit Maria nach Stockholm geflogen. Wir hatten schon wieder einen kleinen Disput, ob ich nun Urlaub brauche, oder nicht und sie sagte, sie hätte das Gefühl, es müsste sich jemand um mich kümmern. Ich glaub sie hat keine Ahnung, wie Recht sie damit hat. Dann schlief ich ein und wachte erst wieder bei der Landung auf.
Vorletzten Samstag flog ich nach Amsterdam, um mich mit dem Junior zu treffen. Dieser ist weiblich, 42 Jahre alt und die Neuigkeiten, die ich für sie hatte, fand sie erst gut, dann doof und sie sagte, das ist dann wohl unser letztes Candlelight Dinner? Ja, sagte ich, aber begreife das alles hier als deine Chance. Dann zogen wir durch die Clubs, hatten ne Menge Spass und am Ende, welches ziemlich spät war, sagte sie, sie hätte sich seit langem nicht mehr so wohl gefühlt. Stimmt. Ging mir nämlich genauso.
Am Dienstag bin ich von Amsterdam nach Hamburg geflogen, denn am Mittwoch hatte ich da einen Termin. Der AD holte mich ab und meinte, er hätte ein Hotel bei sich in der Nähe gebucht, was da hieß, ich würde irgendwo in der schleswig-holsteinischen Pampa wohnen. War dann so schlimm aber nicht und in seiner Stammkneipe war der Wirt gut drauf, großer The Cure Fan und wir verbrachten dort ne gute Zeit. Den Termin haben wir auch mit Bravour gemeistert und Mittwochabend waren wir schon in Frankfurt.
Dort gab es am letzten Samstag ne tolle Party von einem der größten deutschen EK-Verbände. Alles war kostenlos, die Musik gut und alle Leute bekannt. Ich tanzte erst mit der DieDu und danach mit einer jungen Frau, die einer unsere größten Kunden ist und seit dieser Feier Duzen wir uns auch. Sie sagte, ich tanze gut. Sie sagte ebenfalls, ich gefalle ihr gut. Sie gefiel mir auch, mehr als nur ein bisschen, dennoch war das dann die Stelle, wo ich auf die Bremse trat. Ich erzählte ihr, das hier endet sowieso wieder mit dem
japanischen Sushimokey und außer einem sehr langen Händedruck als Verabschiedung ist zwischen uns nichts weiter passiert.
Gestern war ich mit ihr und ihrem Bruder essen. Sie erzählte mir, dass es im Sammeltaxi noch hoch herging. Du kennst doch den und den, der hätte jedenfalls mit der und der. Du hattest Recht James, gut das wir getrennte Wege gingen, das hätte auch anders ausgehen können, denn wir waren alle betütert. Aber James, was ist denn nun der japanische Sushimonkey? Tja. Das habe ich ihr dann erklärt, sie fand es traurig, ich weiß, dass es sich aufgrund der Terminlage bei mir nicht so schnell ändern wird und erzähle meinen Bloggerfreunden, die ich sehr vernachlässigt habe, mal schnell die Geschichte vom Erscheinen des Sushimonkey:
The appearance of japanese Sushi-Monkey
Es bläst ein stürmischer Wind in Stockholm, morgens sind immer noch die Straßenlaternen an und Blätter fallen von den Bäumen, wie anderswo haltlose Liebesschwüre. Ich ziehe den Reißverschluss meines Trojers hoch, den Kopf ein und fische mit klammen Fingern die letzte Lucky aus dem Softpack. So stehe ich da vorm Cafe und kann ihn riechen, den Duft von Gebäck und Kaffee, der unaufhörlich durch die offene Tür strömt, so stetig wie der Fluss von Menschen, die an mir vorbeihasten. Ich bleibe heute hier, mache nichts, denn sie hat gesagt, es würde nur zehn Minuten dauern und dann wäre sie da. Zehn Minuten kann eine Ewigkeit sein und ich nehme die Zeit der Grünphasen der Fußgängerampel. 45 Sekunden Grün, 45 Sekunden Rot. 90 Sekundentakt, alles ist geregelt nur die Gefühlslage nicht; hier ist immer Rot.
Ich inhaliere tief und spüre wie sich der Qualm in den Bronchien ausbreitet, wie das Nikotin mich entspannt und plötzlich sehe ich sie. Mit forschen Schritt kommt sie auf mich zu, zielgerichtet, sie pflügt sich ihren Weg durch den Menschenfluss, der Wind hat ihr Haar zerzaust und die Kälte ihre Wangen rot werden lassen. Dann steht sie endlich vor mir, lächelt mich an, mit diesem Lächeln, dass mich schon das letzte Mal weich werden ließ, ich spüre, das mein Herz wie Butter in der Sonne irgendwohin zerfließt.

Wir sitzen im Cafe, Fensterplatz, es ist voll hier. Ich höre ihr zu, allen ihren Geschichten, sie ist so schön, ihre Augen sind gefährlich, ihr Lächeln eine Waffe. Das Gerede der Menschen um uns herum schrumpft zu einem Hintergrundrauschen. Es scheint als hätte sich um unseren Tisch eine Blase der Glückseeligkeit gebildet. Ich vernehme ihre Stimme klar und deutlich. Ihr Lachen ist so glockenhell und draußen beginnt es zu regnen. Wir spielen ein Spiel. Die Frage ist, wessen Regentropfen zuerst auf der Fensterscheibe zum Boden entlang rinnt. Sie gewinnt, lacht und nimmt noch einen Schluck von ihrer heißen Schokolade. Wir reden über dieses und jenes, die Zeit scheint uns unbekannt und dann sagt sie, sie müsse jetzt los, es hätte sie sehr gefreut, dass wir uns mal wieder gesehen hätten, aber nun ist es Zeit zu gehen. So bezahle ich. Vor der Tür gibt es eine Umarmung und schon ist sie wieder weg.
Ich habe noch keine Lust nach Haus zu gehen, da war ich schon, kenn ich schon. Ich schlage den Kragen hoch und schlendere die Einkaufsmeile entlang. Der Regen stört mich nicht. Ich schaue mir die Auslagen an, Gucci, Prada, schöne bunte Markenwelt, schönes buntes Fake und ich denke an Herrn XY, mit dem ich mich neulich traf. Er versprach Grosses, Markenwelten, Herr Cabman, wir verkaufen Emotionen, Herr Cabman, wir verkaufen Gefühl, Herr Cabman. Als wenn ich das nicht alles selber wüsste, ich habe genug Fachliteratur gelesen. Die Frage ist, wenn es so leicht ist, Gefühle zu verkaufen, warum tue ich mich so schwer jemanden zu finden, der welche für mich hat?
Da Handy vibriert in der Tasche. Es ist sie. Sie fragt, ob ich nicht vorbei kommen wolle. Sie sagt, sie würde sich gern weiter mit mir unterhalten. Sie gibt mir die Adresse und ich rufe ein Taxi.
Viktorianischer Prachtbau, zentrale Lage. Ich bin beeindruckt und drücke auf den Klingelknopf. Es gibt keinen Fahrtsuhl, sagt sie, Dritter Stock, links und ich steige die Holztreppe hinauf, die zwar ausgetreten, aber frisch gebohnert ist. Alles riecht so gepflegt, alles hat einen Hauch von Schick.
Sie wartet schon auf mich, steht in der Tür und hat nichts weiter an als ein weißes T-Shirt und eine schwarze Hose. Bei jedem anderen hätte es nach nichts ausgesehen, bei ihr unterstreicht es ihre Eleganz. Sie wirkt verändert, nimmt mir die Jacke ab und schon steh ich mitten in ihrer Welt, die so anders ist als meine. Alles ist sauber und aufgeräumt, ich komme mir vor wie in so einem Katalog oder einem Hotel. Sie fragt mich ob ich etwas trinken wolle, einen Wein vielleicht und dann finde ich mich auf ihrer Couch wieder. Das Zimmer ist groß und hell, mit Stuck an der Decke, so etwas liebe ich. Aus einer sehr kleinen, sehr dezenten Stereoanlage klingen klassische Töne, ich beginne mich wohl zu fühlen.
Sie sitzt neben mir, den Kopf auf die Hand abgestützt, mit dem Weinglas spielend und schaut mich aus diesen blauen Augen an, denen ich immer wieder verfalle.
Wir plaudern belanglosen Kram, meist über die Firmen und stellen fest, so unterschiedlich ist unser Schaffen nicht, wir entdecken für den Moment verbindende Gemeinsamkeit, die ein wenig Nähe schafft, als sie das Glas auf den Tisch stellt, mir direkt in die Augen schaut und sagt, sie will diese Nacht mit mir verbringen, einfach so, sie nimmt sich was sie will und ich lass mich nur zu gern von ihr mitreißen.
Wir küssen uns, oder sie küsst mich, nimmt meine Hand und führt mich von Katalogseite 21, Wohnzimmer, über Katalogseite 32, Flure und Dielen, rüber zu Katalogseite 73, Schlafzimmereinrichtungen. Da geschehen mir Dinge, die ich nicht forciere, wohl aber genieße, in dieser teueren, erkauften Schlichtheit, wo außer unser Handeln alles sehr kontrolliert wirkt. Irgendwann scheinen die Wände einzustürzen und der aufsteigende Luftstrom reißt uns mit wie zwei Federn, die sich dabei umkreisen, ganz nach Oben, da, wo zwei Körper eine Seele haben, wo Zeit und Probleme nicht existieren, wo man losgelöst von der Welt ist, wo die Gefühle im Licht tanzen, wo es immer warm und wohlig ist und trotzdem ist es mit ihr hier ganz anders.
Es ist schon spät, oder früh, als wir erschöpft nebeneinander liegen, die Straßenlaternen beleuchten noch immer die Gehwege, als sich die Nacht auf samtenen Pfoten davonschleicht, nicht ohne mir einen Gruß durchs Fenster zu schicken. Ich flüstere ihr einen leisen Dank, doch sie sagt, es ist noch nicht vorbei, sei vorsichtig.
Die junge Frau neben mir krabbelt aus dem Bett und kommt nach wenigen Minuten wieder, nichts weiter tragend als zwei Gläser Mineralwasser. Sie setzt sich auf das Bett und in der grauen Stille des Morgens trinken wir es schweigend. Diese Frau ist wunderschön, charakter- wie körperlich, makellos. Während ich mir vorstelle, wie es wohl wäre, immer mit ihr aufzuwachen, immer mit ihr zu reden, immer mit ihr die Sorgen und die Erfolge zu teilen, sagt sie unvermittelt, dass dies hier ein Fehler war. Da sehe ich ihn zum ersten Mal, den kleinen hässlichen japanischen Sushimonkey, der mit spitzen Zähnen und hämischen Grinsen hinter ihrem Rücken hervor kommt, bewaffnet mit einem rasiermesserscharfen Küchenmesser; fühle zum ersten Mal, wie er meine Brust öffnet und mit schnellen Schnitten ein Stück meines Herzens filetiert, um es vor meinen Augen zu verschlingen. Es tat verdammt weh, tut es immer noch und wenn sie sagen, die Zeit heilt alle Wunden, dann ist dies auch wieder nur eine Lebenslüge, um uns die Angst vor dem Risiko einer Verwundung zu nehmen.
Ich versuch gar nicht erst sie zu bequatschen, im Gegenteil. Ich tue so als wäre es nur ein weiterer One Night Stand, eine weitere Bekannte, mit der man aus versehen abgestürzt ist, wenngleich wir beide wissen, dass dem nicht so ist, denn wir waren nicht betrunken. Hier war mehr zwischen uns, von Anfang an, seid wir uns kennen und so ist es noch immer. Vielleicht ist eine Frage des Alters, vielleicht ist es eine Frage des Mutes? How knows? How cares?
Ich sammele meine Sachen zusammen und verneine mehr als einmal, dass ich sauer mit ihr wäre und sie bittet mich, sie doch anzurufen, was ich auch verspreche. Und dann, nur ein paar Minuten später, spuckt mich der viktorianische Prachtbau wieder aus; ich verlasse die Katalogwelt, verlasse die, mit der ich so gern ein Stück des Lebensweges gemeinsam gegangen wäre, verlasse aber nicht meinen Wunsch, dass der japanische Sushimonkey doch bitte zur Hölle fahren soll. Dann haben Stadt und Einsamkeit mich wieder.
Vorletzten Samstag flog ich nach Amsterdam, um mich mit dem Junior zu treffen. Dieser ist weiblich, 42 Jahre alt und die Neuigkeiten, die ich für sie hatte, fand sie erst gut, dann doof und sie sagte, das ist dann wohl unser letztes Candlelight Dinner? Ja, sagte ich, aber begreife das alles hier als deine Chance. Dann zogen wir durch die Clubs, hatten ne Menge Spass und am Ende, welches ziemlich spät war, sagte sie, sie hätte sich seit langem nicht mehr so wohl gefühlt. Stimmt. Ging mir nämlich genauso.
Am Dienstag bin ich von Amsterdam nach Hamburg geflogen, denn am Mittwoch hatte ich da einen Termin. Der AD holte mich ab und meinte, er hätte ein Hotel bei sich in der Nähe gebucht, was da hieß, ich würde irgendwo in der schleswig-holsteinischen Pampa wohnen. War dann so schlimm aber nicht und in seiner Stammkneipe war der Wirt gut drauf, großer The Cure Fan und wir verbrachten dort ne gute Zeit. Den Termin haben wir auch mit Bravour gemeistert und Mittwochabend waren wir schon in Frankfurt.
Dort gab es am letzten Samstag ne tolle Party von einem der größten deutschen EK-Verbände. Alles war kostenlos, die Musik gut und alle Leute bekannt. Ich tanzte erst mit der DieDu und danach mit einer jungen Frau, die einer unsere größten Kunden ist und seit dieser Feier Duzen wir uns auch. Sie sagte, ich tanze gut. Sie sagte ebenfalls, ich gefalle ihr gut. Sie gefiel mir auch, mehr als nur ein bisschen, dennoch war das dann die Stelle, wo ich auf die Bremse trat. Ich erzählte ihr, das hier endet sowieso wieder mit dem
japanischen Sushimokey und außer einem sehr langen Händedruck als Verabschiedung ist zwischen uns nichts weiter passiert.Gestern war ich mit ihr und ihrem Bruder essen. Sie erzählte mir, dass es im Sammeltaxi noch hoch herging. Du kennst doch den und den, der hätte jedenfalls mit der und der. Du hattest Recht James, gut das wir getrennte Wege gingen, das hätte auch anders ausgehen können, denn wir waren alle betütert. Aber James, was ist denn nun der japanische Sushimonkey? Tja. Das habe ich ihr dann erklärt, sie fand es traurig, ich weiß, dass es sich aufgrund der Terminlage bei mir nicht so schnell ändern wird und erzähle meinen Bloggerfreunden, die ich sehr vernachlässigt habe, mal schnell die Geschichte vom Erscheinen des Sushimonkey:
Es bläst ein stürmischer Wind in Stockholm, morgens sind immer noch die Straßenlaternen an und Blätter fallen von den Bäumen, wie anderswo haltlose Liebesschwüre. Ich ziehe den Reißverschluss meines Trojers hoch, den Kopf ein und fische mit klammen Fingern die letzte Lucky aus dem Softpack. So stehe ich da vorm Cafe und kann ihn riechen, den Duft von Gebäck und Kaffee, der unaufhörlich durch die offene Tür strömt, so stetig wie der Fluss von Menschen, die an mir vorbeihasten. Ich bleibe heute hier, mache nichts, denn sie hat gesagt, es würde nur zehn Minuten dauern und dann wäre sie da. Zehn Minuten kann eine Ewigkeit sein und ich nehme die Zeit der Grünphasen der Fußgängerampel. 45 Sekunden Grün, 45 Sekunden Rot. 90 Sekundentakt, alles ist geregelt nur die Gefühlslage nicht; hier ist immer Rot.
Ich inhaliere tief und spüre wie sich der Qualm in den Bronchien ausbreitet, wie das Nikotin mich entspannt und plötzlich sehe ich sie. Mit forschen Schritt kommt sie auf mich zu, zielgerichtet, sie pflügt sich ihren Weg durch den Menschenfluss, der Wind hat ihr Haar zerzaust und die Kälte ihre Wangen rot werden lassen. Dann steht sie endlich vor mir, lächelt mich an, mit diesem Lächeln, dass mich schon das letzte Mal weich werden ließ, ich spüre, das mein Herz wie Butter in der Sonne irgendwohin zerfließt.

Wir sitzen im Cafe, Fensterplatz, es ist voll hier. Ich höre ihr zu, allen ihren Geschichten, sie ist so schön, ihre Augen sind gefährlich, ihr Lächeln eine Waffe. Das Gerede der Menschen um uns herum schrumpft zu einem Hintergrundrauschen. Es scheint als hätte sich um unseren Tisch eine Blase der Glückseeligkeit gebildet. Ich vernehme ihre Stimme klar und deutlich. Ihr Lachen ist so glockenhell und draußen beginnt es zu regnen. Wir spielen ein Spiel. Die Frage ist, wessen Regentropfen zuerst auf der Fensterscheibe zum Boden entlang rinnt. Sie gewinnt, lacht und nimmt noch einen Schluck von ihrer heißen Schokolade. Wir reden über dieses und jenes, die Zeit scheint uns unbekannt und dann sagt sie, sie müsse jetzt los, es hätte sie sehr gefreut, dass wir uns mal wieder gesehen hätten, aber nun ist es Zeit zu gehen. So bezahle ich. Vor der Tür gibt es eine Umarmung und schon ist sie wieder weg.
Ich habe noch keine Lust nach Haus zu gehen, da war ich schon, kenn ich schon. Ich schlage den Kragen hoch und schlendere die Einkaufsmeile entlang. Der Regen stört mich nicht. Ich schaue mir die Auslagen an, Gucci, Prada, schöne bunte Markenwelt, schönes buntes Fake und ich denke an Herrn XY, mit dem ich mich neulich traf. Er versprach Grosses, Markenwelten, Herr Cabman, wir verkaufen Emotionen, Herr Cabman, wir verkaufen Gefühl, Herr Cabman. Als wenn ich das nicht alles selber wüsste, ich habe genug Fachliteratur gelesen. Die Frage ist, wenn es so leicht ist, Gefühle zu verkaufen, warum tue ich mich so schwer jemanden zu finden, der welche für mich hat?
Da Handy vibriert in der Tasche. Es ist sie. Sie fragt, ob ich nicht vorbei kommen wolle. Sie sagt, sie würde sich gern weiter mit mir unterhalten. Sie gibt mir die Adresse und ich rufe ein Taxi.
Viktorianischer Prachtbau, zentrale Lage. Ich bin beeindruckt und drücke auf den Klingelknopf. Es gibt keinen Fahrtsuhl, sagt sie, Dritter Stock, links und ich steige die Holztreppe hinauf, die zwar ausgetreten, aber frisch gebohnert ist. Alles riecht so gepflegt, alles hat einen Hauch von Schick.
Sie wartet schon auf mich, steht in der Tür und hat nichts weiter an als ein weißes T-Shirt und eine schwarze Hose. Bei jedem anderen hätte es nach nichts ausgesehen, bei ihr unterstreicht es ihre Eleganz. Sie wirkt verändert, nimmt mir die Jacke ab und schon steh ich mitten in ihrer Welt, die so anders ist als meine. Alles ist sauber und aufgeräumt, ich komme mir vor wie in so einem Katalog oder einem Hotel. Sie fragt mich ob ich etwas trinken wolle, einen Wein vielleicht und dann finde ich mich auf ihrer Couch wieder. Das Zimmer ist groß und hell, mit Stuck an der Decke, so etwas liebe ich. Aus einer sehr kleinen, sehr dezenten Stereoanlage klingen klassische Töne, ich beginne mich wohl zu fühlen.
Sie sitzt neben mir, den Kopf auf die Hand abgestützt, mit dem Weinglas spielend und schaut mich aus diesen blauen Augen an, denen ich immer wieder verfalle.
Wir plaudern belanglosen Kram, meist über die Firmen und stellen fest, so unterschiedlich ist unser Schaffen nicht, wir entdecken für den Moment verbindende Gemeinsamkeit, die ein wenig Nähe schafft, als sie das Glas auf den Tisch stellt, mir direkt in die Augen schaut und sagt, sie will diese Nacht mit mir verbringen, einfach so, sie nimmt sich was sie will und ich lass mich nur zu gern von ihr mitreißen.
Wir küssen uns, oder sie küsst mich, nimmt meine Hand und führt mich von Katalogseite 21, Wohnzimmer, über Katalogseite 32, Flure und Dielen, rüber zu Katalogseite 73, Schlafzimmereinrichtungen. Da geschehen mir Dinge, die ich nicht forciere, wohl aber genieße, in dieser teueren, erkauften Schlichtheit, wo außer unser Handeln alles sehr kontrolliert wirkt. Irgendwann scheinen die Wände einzustürzen und der aufsteigende Luftstrom reißt uns mit wie zwei Federn, die sich dabei umkreisen, ganz nach Oben, da, wo zwei Körper eine Seele haben, wo Zeit und Probleme nicht existieren, wo man losgelöst von der Welt ist, wo die Gefühle im Licht tanzen, wo es immer warm und wohlig ist und trotzdem ist es mit ihr hier ganz anders.
Es ist schon spät, oder früh, als wir erschöpft nebeneinander liegen, die Straßenlaternen beleuchten noch immer die Gehwege, als sich die Nacht auf samtenen Pfoten davonschleicht, nicht ohne mir einen Gruß durchs Fenster zu schicken. Ich flüstere ihr einen leisen Dank, doch sie sagt, es ist noch nicht vorbei, sei vorsichtig.
Die junge Frau neben mir krabbelt aus dem Bett und kommt nach wenigen Minuten wieder, nichts weiter tragend als zwei Gläser Mineralwasser. Sie setzt sich auf das Bett und in der grauen Stille des Morgens trinken wir es schweigend. Diese Frau ist wunderschön, charakter- wie körperlich, makellos. Während ich mir vorstelle, wie es wohl wäre, immer mit ihr aufzuwachen, immer mit ihr zu reden, immer mit ihr die Sorgen und die Erfolge zu teilen, sagt sie unvermittelt, dass dies hier ein Fehler war. Da sehe ich ihn zum ersten Mal, den kleinen hässlichen japanischen Sushimonkey, der mit spitzen Zähnen und hämischen Grinsen hinter ihrem Rücken hervor kommt, bewaffnet mit einem rasiermesserscharfen Küchenmesser; fühle zum ersten Mal, wie er meine Brust öffnet und mit schnellen Schnitten ein Stück meines Herzens filetiert, um es vor meinen Augen zu verschlingen. Es tat verdammt weh, tut es immer noch und wenn sie sagen, die Zeit heilt alle Wunden, dann ist dies auch wieder nur eine Lebenslüge, um uns die Angst vor dem Risiko einer Verwundung zu nehmen.
Ich versuch gar nicht erst sie zu bequatschen, im Gegenteil. Ich tue so als wäre es nur ein weiterer One Night Stand, eine weitere Bekannte, mit der man aus versehen abgestürzt ist, wenngleich wir beide wissen, dass dem nicht so ist, denn wir waren nicht betrunken. Hier war mehr zwischen uns, von Anfang an, seid wir uns kennen und so ist es noch immer. Vielleicht ist eine Frage des Alters, vielleicht ist es eine Frage des Mutes? How knows? How cares?
Ich sammele meine Sachen zusammen und verneine mehr als einmal, dass ich sauer mit ihr wäre und sie bittet mich, sie doch anzurufen, was ich auch verspreche. Und dann, nur ein paar Minuten später, spuckt mich der viktorianische Prachtbau wieder aus; ich verlasse die Katalogwelt, verlasse die, mit der ich so gern ein Stück des Lebensweges gemeinsam gegangen wäre, verlasse aber nicht meinen Wunsch, dass der japanische Sushimonkey doch bitte zur Hölle fahren soll. Dann haben Stadt und Einsamkeit mich wieder.
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