Samstag, 14. Oktober 2006
Gute Nacht und auf Wiedersehen

Nacht senkt sich über das KBD - Ortsteil B. Enganeinander gekuschelt stehen die Blogs und schaffen gegenseitige Wärme, wenn soziale Kälte gepaart mit emotionaler Nacht, welche blau/schwarz gewandet ist, über die Hügel geschlichen kommt. Schulter an Schulter stehen sie da, geduckt und die Köpfe tief eingezogen, wenn Wind und Sturm, das katastrophale Geschwisterpaar, dass sich Widrigkeiten des Lebens nennt, durchs Dasein fegt.

Ihre Besitzer gehen ihren Dingen nach, nun zu später Stunde, wenn Hase und Igel schon zu Bett sind und nur das Jaulen der Journalistenwölfe die Stille im Netz zerreißt. Die Türen sind zu, die Nacht bleibt draussen und drinnen, bei wohliger Wärme:
sitzt Schlüssi in ihrem Lieblingsessel und liest ein Buch, Zig raucht noch eine, der Büffel schaut mit glänzendem Blick den Mini-Büffeln beim Schlafen zu, Gorilla hört noch ein bisschen Klassik, die Bona sortiert ihre Bilder, Frau Himbeer lernt ein wenig, Cosmo übt noch ein, zwei Tanzschritte, beetfreeq hört Musi, der eric tüftelt, der Platzwart schaut nach dem Stapler, die Massuma bastelt sich was, Frau Diagonale ist ziemlich schräg drauf, der Kuhlumbus schreibt sich einen, die Lunally jagt Worte, der Biochemiker chemikert sich was und die Morphine wird gesunden, muss gesunden!
Ich bin auch noch auf, das Licht ist an, die Musik dafür aus und im Cove knistert der Kamin vor sich lang hin. In seinem flackerigen Licht suche ich die letzten Dinge zusammen, denn eigentlich sind die Taschen schon gepackt, die Tatzen geschleckt, das Deckfell ist gestutzt, genauso wie Finger-und Fußnägel. Den Schlüssel lass ich beim Büffel, man weiß ja nie und mit schwerem Herzen und traurigen Blick schaue ich auf all die Blogs, wie sie da stehen und weiß, wenn ihr morgen wieder hier rumtrollt, bin ich auf dem Weg zum nächsten Shootout, zum 5. Wochenende gunfire in Folge und ich beginne müde zu werden. Die nächste Woche wird nicht besser, denn ich komm erst gar nicht zurück, ich bleibe gleich übers nächste Wochenende, das wäre dann Nr. 6, aber die Woche darauf, da bin ich wieder da. Bis dahin wünsche ich euch hier viel Spaß und viel Freude.
Der Eria und der Himbeer ruf ich zu: Übernächste Woche Dienstag, Kaffee? Landmann? So gegen Mittag? Meldet euch! Und hoffe auf eine positive Antwort, denn das Leben als Fernreiter kann einsam machen. Die Damen in den Saloons sind zwar nett, aber eben nicht mehr und ich treffe auch tausend Leute, aber eben nicht die Eine und so reite ich auf meinem Himmelsstürmer gen Süden. Gen Süden Cabman, da wo die Leute komisch sprechen, wo die Berge hoch sind und man alberne Blumen auf dem Balkon hat.
Die DieDu hat gefragt ob wir essen wollen, die DieP hat gefragt ob wir uns zum Stelldichein sehen könnten, beiden habe ich abgesagt, denn vom Suhsimonkey lass ich mich nicht mehr zum Affen machen, oder vielleicht doch, denn ich bin ja nur ein Kater.
Auf jeden Fall würde ich gern die Eine sehen, die, mit der es sich so wunderbar reden lässt, aber das steht noch in den Sternen, hoch oben überm Bloggerfirmament.

Gute Nacht Klein-Bloggersdorf, wir lesen uns wieder und euch, Schweiz und Österreich, rufe ich zu: Come on, dare me!


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Donnerstag, 12. Oktober 2006
Das würde mich auch interessieren:
Search request: Vorhaut Op Kosten


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Von ordnenden Händen und unsortierten Köpfen
Komische Dinge von hier

“Was der Blogosphäre jedoch fehlt, ist die "ordnende Hand", die dafür sorgt, dass Blogger nicht über das Ziel hinausschießen. Überspitzungen von Gerüchten sind derzeit noch Tür und Tor geöffnet, denn auch eine Geschichte mit eher diskutablem Wahrheitsgehalt erhält eine gewisse Dynamik, wenn sie nur von genügend Stimmen erzählt wird. Solange dieses Glaubwürdigkeitsdefizit weiter besteht, können die Blogger nicht in Konkurrenz zu den etablierten klassischen Medien treten.“

Lieber Christian Zechel, das einzige was mit fehlt ist eine „helfende Hand“ und ich empfinde es sehr bemerkenswert, dass Sie so gerüchteweise und überspitzt mal generalisieren und behaupten, die Blogger , die es meiner Meinung nach gar nicht gibt, würden gern in Konkurrenz zu den etablierten Medien treten. Wo haben Sie denn das recherchiert?


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Donnerstag, 12. Oktober 2006
5 Tage und ich bin plötzlich erwachsen
Bevor ich heute hier mal was der Weblog erzähle, schreib ich lieber was und zwar
Danke!
Danke lieber Herr Büffel, das du dich so vortrefflich um den Cove gekümmert hast und das in einer Weise, die mich sehr freut. Damit hast du dich als würdiger Blogwart erwiesen….ähm Blogwart geht gerade gar nicht, denn das Wort als solches ist negativ behaftet, also für mich, denn ich war mal in Auschwitz und da hat der Führer…..ähm, das ist nun auch wieder ein bisschen gewagt, also schreib ich lieber der Guide, was nun wieder so schwul daher kommt, also der weg- und geschichtskundige Einheimische, nun eben der, hat immer von den Blockwärtern gesprochen, die so unheimlich brutal waren, weil sie ihre Pfründe nicht verlieren wollten. Insofern ist Blogwart ein Buhwort und wir machen den Büffel zum Blogkeeper des Monats.
Spass bei Seite, denn hier komm ich: Vielen Dank Büffel, dass du mir die Ehre erwiesen hast, dazu noch so verdammt gut und darum hier, Dein Award.
Auf Award bin ich gekommen, weil ich am Sonntag auf einer Verleihung eines selbigen war, und zwar in England, dass war todschick. Ich mag ja mal so ab und an auf dicke Hose machen, in so alten Gemäuern mit ebenso alten Damen in ihren Abendkleidern und alles geht so gesittet und vornehm zu, very british. Ich mag das, schäm mich auch nicht dafür, denn ich mag auch Clubs und eben nicht so vornehme Gegenden und von einer Begebenheit in einem recht netten Club in Birmingham will ich hier nun berichten, denn sie ist mein Highlight der letzten 5 Tage Britania.
Am Samstag war ich mit dem für mich neuen Team und zwei älteren Damen essen. Nichts Ungewöhnliches will ich meinen, doch meine Gäste empfanden es so und haben sich sehr gefreut, was mich nun wieder gefreut hat. Und weil ich ein Kater bin, es eigentlich Wochenende und mein viertes in Folge weit weg von zu Hause war, musste an diesem Abend noch ein bisschen Zerstreuung her. Also habe ich erst alle Anwesenden überzeugt und dann die nette Bedienung gefragt, wo man denn nun hingehen könnte. Es gab auch nen guten Tipp und dann sind wir dahin. Tja. Der Club war wirklich gut, denn die Musik war es und das Publikum entsprechend. Einfach nett. Fiona, meine neue Assistentin, trank nur Wodka, der Rest der Crew nur Bier und ich ja sowieso. In Ermangelung eines Weizen musste Corona her.
So. Die Musik war wirklich gut, viel 80er und der Kater mag sehr das Tanzen und darum hab ich mir die Fiona geschnappt und ruff uff de Tanzdiele und so richtig rumgeturnt. Die anderen kamen irgendwann auch dazu und dann ist es passiert: Ein blonder Tanzteufel kreuzte mit mir die Blicke und der Kater war hellwach. Aber so was von wach. Nun ist es ja so, dass man sich ein bisschen zum Horst machen kann, aber eben nicht total, wenn man mit seinen Firmenkollegen unterwegs ist. Schon gar nicht mit Kunden. Also musste ich den Kater ein bisschen bändigen, was ihm nicht gefiel. Gar nicht.
Die junge Frau, die wir da ausgemacht hatten, war wunderschön. Kurze blonde Haare, was für ein Gesicht, die Augen handtellergroß, Stuppsnase, wohlproportioniert und tanzen konnte die, es war eine Freude. Naja, wir schauten immer wieder hin, erste Regel, Augenkontakt halten, wenn sie nicht wegguckt, kann es was werden, und siehste, sie hielt Kontakt und lächelte dabei, was des Katers Herz ein wenig aus dem Takt brachte. So ging es dann ca. ne Stunde, tanzen, schauen, grinsen und in die andere Richtung tanzen, zweite Regel, man will ja nicht zu interessiert wirken und außerdem hatten wir ja Gäste.
Auf jeden Fall war ich nicht der einzige, dem dieses Wesen aufgefallen war, denn sie wurde so typisch britisch eng angetanzt und irgendwann konnte sie sich den Avancen wohl nicht mehr erwehren, denn ich sah wie sie ihre Arme einem der sabbernden, ungelenken Vorstadttänzer legte. Und plötzlich, als sich unser Gigolo schon am Ziel wähnte und ihr einen Kuss aufdrücken wollte, dreht sie den Kopf weg und schaute mir für eine sehr, sehr lange Zeit in die Augen. Tja. Das war mein Zeichen und sie war dann plötzlich weg.
Ich nehme an, dass ich sie gesucht habe, denn auch ich hatte dann keene Lust mehr zu tanzen und schlich ein wenig rum, als ich sie an der Bar sitzen sah. Wie es immer so ist mit Damen, die vermeintlich allein unterwegs sind, es gibt garantiert noch ein Geschwader Freundinnen, die alle zusammen glucken. Was macht man da als interessierter Kater? Nichts, da gibt es keinen Trick. Da musst du durch und einfach hingehen. Haben wir auch gemacht und als sie mich erblickt legte sie ein breites Grinsen auf und drehte sich mit dem Barhocker zu mir, als wären wir gute alte Freunde. Ich habe mich sofort wohl gefühlt. Auf der Stelle, da gab es keine Scham, kein Bedenken nichts was sich irgendwie unangenehm oder falsch angefühlt hätte.
Sie hieß Tina, kam aus Birmingham, ist aber Irländerin, was in England ja sehr wichtig ist, ist 34 und arbeitet als Personalchefin eines grossen deutschen Unternehmens. Aha, dachte ich mir, scheint als würde der Kater nur noch solches Kaliber finden, denn die letzten Begegnungen mit dem Sushimonkey haben so ähnlich angefangen, aber in eben diesem Moment war mir das so was von Schnuppe, denn diese Augen faszinierten mich und ihr Lachen, das so tief und heißer klang und von irgendwo ganz aus ihrem Inneren kommen musste, ebenfalls. Ich fragte sie, ob sie tanzen wolle, wollte sie, aber erst nach einem Wodka und außerdem wolle sie sich mit mir unterhalten, was ich ja gut fand und so redeten wir ein bisschen und ich erzählte ihr meine Geschichte und sie mir noch ein bisschen von ihrer und der Kater maunzte wie blöd, denn er wollte sie haben, nur für sich.
Dann gingen wir endlich tanzen, wenngleich ich immer Fiona im Hinterkopf hatte. Die kam auch irgendwann zu mir, sagte, sie und die andern gingen jetzt los, aber ich würde ja wohl nicht mitkommen wollen. Nee. Wollte ich ganz bestimmt nicht. Na, da hab ich mich ordentlich verabschiedet und mich versichert, dass die auch wirklich weg sind und bin zurück zu Tina, die auch schon auf mich wartete und meinte, sie hätte geglaubt, Fiona wäre meine Freundin, sonst wäre sie schon viel früher zu mir gekommen. Da war ich nun sprachlos. Nee, sagte ich und ob ich denn nicht erzählt hätte, dass ich Single wäre? Nee. Hatte ich nicht, sie hatte aber auch nicht gefragt, weil sie ja glaubte, ich wäre vergeben. Jedenfalls sagte sie dann ganz unvermittelt, bevor wir weitermachen, müsse sie mir noch was zeigen. Und dann zieht sie plötzlich ihre High heels aus und ist tatsächlich ca. 10 cm kleiner. Naja, sie schaute ziemlich betrübt, weil sie es wohl als Manko empfindet, nur irgendwas bei 1,65 m gross zu sein und sagte nichts mehr, sondern schaute nur auf meine ausbleibende Reaktion. Was macht man in solchen Situationen? Genau. Als galanter Mann hilft man der jungen Frau aus dieser Situation wieder raus zukommen. Ich habe dann auch meine Schuhe ausgezogen, ihr gezeigt, dass ich unten ohne auch kleiner bin und sie lachte sich tot und meinte ich wäre der lustigste Typ, den sie seit langem getroffen hätte. Und dann kam sie auf mich zu, mit ihren Schuhen in der Hand und gab mir einen Kuss. Was für ein Kuss! So ging das dann den ganzen Abend, bisschen tanzen, bisschen knutschen und fummeln und was trinken, sie gefiel mir immer besser und wir haben aber auch was rumgesexelt beim Tanzen. Na, irgendwann war es um Drei, das Licht ging an, die Musik aus und ich fand mich mit ihr auf einer Bank vor dem Club wieder. Da fragte sie dann ne Sache, die ich noch nie hörte, die sich aber sicher viele wünschen:
“Do you want me to follow to your hotel?”
Da gingen beim Kater alle Lichter an, die Haare schnurrten wie verrückt und auch wenn es mir keiner glaubt, ich wollte nicht. Aus dem einen und aus dem anderen Grund. Wenn se nicht so unerhört hübsch gewesen wäre, wenn sie nicht jemand gewesen wäre, der einem herztechnische Probleme bereiten könnte, wenn nicht alles an ihr so reizvoll gewesen wäre, wenn ich nicht schon den Sushimonkey gesehen hätte und wenn ich nicht zufällig in der Sekunde an jemand anderen hätte denken müssen, dann hätte der Kater Beute geschlagen. Aber so? So setzte ich sie ins Taxi, rief mir selber auch eins und dann fuhren wir getrennter Wege, aber nicht ohne mir ihre Telefonnummer geben zu lassen. Was soll ich sagen, im Taxi habe ich mich erst geärgert, dann fand ich es wieder nen starken Zug von mir und dachte mir, siehste Cabman, erreichste langsam den Level, wo du dich nicht nur selber besiegen kannst, sondern sogar deine Hormone im Griff hast. Ich glaub ich werde erwachsen.


So. Bilder gibt es nicht so viele, denn die reissen immer an meinem Herzen. Ich habe aber drei Wochen England für Ende November Anfang Dezember geplant. Und zu Fiona habe ich gesagt, wir müssen in dieser Zeit auch unbedingt einen Abstecher nach...Birmingham, nahm sie mir das Wort aus dem Mund und grinste wissend. Genau. Nach Birmingham.


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