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Sonntag, 22. April 2007
Manchmal...
c17h19no3, 00:16h
kommt sie wieder, die alte Zeit. In einem netten Kleid, melodisch gar und schön anzuhören. Und alles was man tun möchte ist, sich neben die Boxen zu legen und weinen. Schwarze Hemden sind niemals out. Nackte schöne Oberkörper darunter auch nicht. Wir Kinder der Nacht, mögen es. Das. Und das andere auch.

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Das Erscheinen der Messia S. oder Die Reise des Kühlschrankes geht weiter
cabman, 21:02h
Darum geht es.
Herzlichen Dank auch an Herrn Gorilla mit der Bitte um Entschuldigung für die Verspätung;-)
Anderen Orts, zur gleichen Zeit, während stille Apathie Einzug hielt und die versammelten Kühlschränke ihren Gedanken nachhingen, weit draußen vor der Küste Afrikas, wo die Sonne hoch stand und wenig glückvolle Emigrierversuche am Meeresgrund zu Fischfutter mutierten, also eben da, auf einem Schiff, dass da hieß „Sonne des Ostens“, welches aus dem Westen kam, da stand sie, die Messia S..
Sie war jung und schön, eine preisprämierte Augenweide, Tochter deutsche Ingenieurskunst, grazil, elegant, gut gebaut, verlässlich und funktional.
Eine Sünde sei es, sagten die Matrosen an Bord, die ihr oft die Flanken rieben. Nur zu gern hätte sie sich ihnen dann hingegeben, hätte sich ihnen bereitwillig geöffnet und sie in höchste Höhen bugsiert. Doch vorbei war die Zeit dieses tollen Treibens, bevor sie wirklich anfing.
Es war nun schon eine lange Reise und sie hatte sich zwischenzeitlich mit einem Toaster angefreundet. Dieser hieß P-Trus 1000 und war einmal ein recht flottes Modell, doch seit die Schäflein, die ihm anvertraut wurden, allzu oft ihre schwarze Gesinnung auch durch ihr Äußeres Ausdruck verliehen und in Ausnahmefällen auch Brände stiften, war seine Zeit abgelaufen. Er hatte ja gesagt, er fühle sich immer öfter ausgebrannt, etwas überspannt, könne nicht mehr garantieren, jedem die gleiche Sorgfalt und Hingabe schenken zu können, wie es seine Pflicht gewesen wäre. Doch sie hörten nicht auf ihn, sondern schickten ihn in eine Therapie, wo so ca. hundertachtzig anderer alternde Elektros und eben diese so untypisch junge Fahrstuhlkabine zusammengepfercht ihrer ungewissen Zukunft harrten.
Ins gelobte Land solle es gehen, tuschelte der eine oder andere alternde Elektro unter Deck. Und ruhe sollten sie finden, von ihrer Jahre dauernden Tätigkeit, ihren Stütz- und Nützfunktionen für diese Menschheit.
„Meinst du, wir werden es besser haben, da wo sie uns nun hinbringen werden? Meinst du man wird uns aufnehmen und vielleicht ein beschaulicheres Leben ermöglichen?“ fragte P-Trus 1000 und Skepsis klang durch in den Worten.
„Verzage nicht mein lieber P-Trus. Du hast es überwunden, das alte deinige Leben und stehst nun hier, neben mir, mit der Heerschar anderer entrechteter und geknechteter Elektros. Es ist dies schon einer deiner Siege, errungen und verdient durch dein Streben ganz allein. Natürlich wird es nicht das Ende sein, eine Etappe wohl und Beginn neuen Leidens. Doch ich stehe dir zur Seite und werde dein Leid lindern, an kalten und heißen Tagen, wenn Wärme und Schatten ich dir spende.“ Dies waren die Worte der Fahrstuhlkabine, in die Dunkelheit des Laderaums gehaucht, doch all die, an die sie nicht gerichtet waren und doch vernahmen, schöpften Hoffnung auf eine Zukunft ohne Strom und quälender Widerstände. Kein Ohm und Volt sollte es zukünftig mehr geben. Sie summten zufrieden in die Nacht.
Ein Rucken und Stoßen war das Signal, das das Schiff die Kaimauer erreichte und damit auch das gelobte Land. Ruckartig wurde die Ladeluke des Frachters geöffnet und Sonnenlicht fiel ein, schnell und schneller, erbarmungslos jeden Winkel des Frachtraumes ausleuchtend. Ein Menschlein, groß und dunkelhäutig mit scharfen Gesichtszügen, rief einem anderen, der nicht zu sehen war, zu: „Mach schon Johnny, lass den Schrott schnell löschen und auf den Chevy verladen. Dann nichts wie hin zu Mama Jo.
Schrott? Setzte ein Murmeln unter den Elektro ein. Wer war hier Schrott? Das Murmeln wuchs schnell zu einem panischen Geschrei an.
„So beruhigt euch doch.“ sprach Messia S. sanft. „Kein Leid wird euch widerfahren. Vertraut mir, denn ich bin wissend. Mein Vater ist kein geringerer als Prof. Dr. Koch, Ingenieur und begnadeter Techniker.“
Die Elektro glaubten ihr, glaubten ihr nur zu gern, denn es war für sie einfacher, sich der Hoffnung hinzugeben, als der Wahrheit ins Gesicht zu schauen.
Eine Staubwolke, groß, weiß und undurchdringlich, folgte dem Lastwagen, als dieser viel zu schnell durch die vertrocknete Landschaft raste. Er und seine Ladung waren auf dem Weg, hin dort, wo schon zahlreiche andere Elektros ihrem Nichtstun Ausdruck verliehen, indem sie einfach nur herum standen. Würde die Fahrstuhlkabine auch ihnen Hoffnung und Elan bringen können? Wer weiß es - bestimmt Frau Schlüsselkind, der ich diese Geschichte nun anvertrauen möchte.
Herzlichen Dank auch an Herrn Gorilla mit der Bitte um Entschuldigung für die Verspätung;-)
Anderen Orts, zur gleichen Zeit, während stille Apathie Einzug hielt und die versammelten Kühlschränke ihren Gedanken nachhingen, weit draußen vor der Küste Afrikas, wo die Sonne hoch stand und wenig glückvolle Emigrierversuche am Meeresgrund zu Fischfutter mutierten, also eben da, auf einem Schiff, dass da hieß „Sonne des Ostens“, welches aus dem Westen kam, da stand sie, die Messia S..
Sie war jung und schön, eine preisprämierte Augenweide, Tochter deutsche Ingenieurskunst, grazil, elegant, gut gebaut, verlässlich und funktional.
Eine Sünde sei es, sagten die Matrosen an Bord, die ihr oft die Flanken rieben. Nur zu gern hätte sie sich ihnen dann hingegeben, hätte sich ihnen bereitwillig geöffnet und sie in höchste Höhen bugsiert. Doch vorbei war die Zeit dieses tollen Treibens, bevor sie wirklich anfing.
Es war nun schon eine lange Reise und sie hatte sich zwischenzeitlich mit einem Toaster angefreundet. Dieser hieß P-Trus 1000 und war einmal ein recht flottes Modell, doch seit die Schäflein, die ihm anvertraut wurden, allzu oft ihre schwarze Gesinnung auch durch ihr Äußeres Ausdruck verliehen und in Ausnahmefällen auch Brände stiften, war seine Zeit abgelaufen. Er hatte ja gesagt, er fühle sich immer öfter ausgebrannt, etwas überspannt, könne nicht mehr garantieren, jedem die gleiche Sorgfalt und Hingabe schenken zu können, wie es seine Pflicht gewesen wäre. Doch sie hörten nicht auf ihn, sondern schickten ihn in eine Therapie, wo so ca. hundertachtzig anderer alternde Elektros und eben diese so untypisch junge Fahrstuhlkabine zusammengepfercht ihrer ungewissen Zukunft harrten.
Ins gelobte Land solle es gehen, tuschelte der eine oder andere alternde Elektro unter Deck. Und ruhe sollten sie finden, von ihrer Jahre dauernden Tätigkeit, ihren Stütz- und Nützfunktionen für diese Menschheit.
„Meinst du, wir werden es besser haben, da wo sie uns nun hinbringen werden? Meinst du man wird uns aufnehmen und vielleicht ein beschaulicheres Leben ermöglichen?“ fragte P-Trus 1000 und Skepsis klang durch in den Worten.
„Verzage nicht mein lieber P-Trus. Du hast es überwunden, das alte deinige Leben und stehst nun hier, neben mir, mit der Heerschar anderer entrechteter und geknechteter Elektros. Es ist dies schon einer deiner Siege, errungen und verdient durch dein Streben ganz allein. Natürlich wird es nicht das Ende sein, eine Etappe wohl und Beginn neuen Leidens. Doch ich stehe dir zur Seite und werde dein Leid lindern, an kalten und heißen Tagen, wenn Wärme und Schatten ich dir spende.“ Dies waren die Worte der Fahrstuhlkabine, in die Dunkelheit des Laderaums gehaucht, doch all die, an die sie nicht gerichtet waren und doch vernahmen, schöpften Hoffnung auf eine Zukunft ohne Strom und quälender Widerstände. Kein Ohm und Volt sollte es zukünftig mehr geben. Sie summten zufrieden in die Nacht.
Ein Rucken und Stoßen war das Signal, das das Schiff die Kaimauer erreichte und damit auch das gelobte Land. Ruckartig wurde die Ladeluke des Frachters geöffnet und Sonnenlicht fiel ein, schnell und schneller, erbarmungslos jeden Winkel des Frachtraumes ausleuchtend. Ein Menschlein, groß und dunkelhäutig mit scharfen Gesichtszügen, rief einem anderen, der nicht zu sehen war, zu: „Mach schon Johnny, lass den Schrott schnell löschen und auf den Chevy verladen. Dann nichts wie hin zu Mama Jo.
Schrott? Setzte ein Murmeln unter den Elektro ein. Wer war hier Schrott? Das Murmeln wuchs schnell zu einem panischen Geschrei an.
„So beruhigt euch doch.“ sprach Messia S. sanft. „Kein Leid wird euch widerfahren. Vertraut mir, denn ich bin wissend. Mein Vater ist kein geringerer als Prof. Dr. Koch, Ingenieur und begnadeter Techniker.“
Die Elektro glaubten ihr, glaubten ihr nur zu gern, denn es war für sie einfacher, sich der Hoffnung hinzugeben, als der Wahrheit ins Gesicht zu schauen.
Eine Staubwolke, groß, weiß und undurchdringlich, folgte dem Lastwagen, als dieser viel zu schnell durch die vertrocknete Landschaft raste. Er und seine Ladung waren auf dem Weg, hin dort, wo schon zahlreiche andere Elektros ihrem Nichtstun Ausdruck verliehen, indem sie einfach nur herum standen. Würde die Fahrstuhlkabine auch ihnen Hoffnung und Elan bringen können? Wer weiß es - bestimmt Frau Schlüsselkind, der ich diese Geschichte nun anvertrauen möchte.

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Montag, 16. April 2007
Flammenmeer oder Das Versprechen
cabman, 22:01h
Halt die Klappe und hör den Engeln zu. Hörst du sie singen? Sprach sie und stand vor mir, selber ein Engel gleich, rund und schön anzusehen.
So hob ich sie hoch, höher, drehte und wirbelte sie. Ihr Haar, so gülden wie Honig, umfloss sie, mich, und es war, als würde es unser Treiben verdecken, verstecken.
Maskulin trug Feminin rüber zum Feuer hin, wo zittrig lodernde Flammen zwei Körper zu einer Seele verschmolzen. Längst schon lag die Kleidung, stumme Zeugen flammenden Begehrens, verteilt, wahllos, dort, wo gefallen sie war, wie müde Krieger gleich in aussichtsloser Schlacht.
Oh Du, so dachte ich mir, mein sollst du sein, deine Jugendlichkeit ist mein Rausch, wird Teil von mir, wenn ich dich berühr, dich liebkose und von deinem Nektar trinke. Ich hielt sie geschlossen, die schlanken Fesseln, weiß und scharf konturiert, vibrierende Muskeln unter reiner junger Haut. Aufwärts, Aufwärts war mein Streben, hin, da wo das Wunder des Lebens die Erde betritt. Flammen züngeln, lecken nach Luft, ich tue es auch und trinke ihre Unschuld, der reinste Wein.
Siehst du die Sterne? So fragte sie mich. Milliarden Augen der Nacht, die wissend unser Tun betrachten.
Die Sterne, ach ja, die Sterne, sie sind doch nur Löcher im Himmelszelt, je ein Eingang zu einer anderen Welt. Folge mir, flieg hoch zu ihnen und schaue hindurch. Erstaunliches kannst du dort sehen, jeder Stern hilft dir verstehen. Reich mir die Hand, ich geleite dich, begleite dich, gleite in dich und es ward vollbracht, ein Akt.
Kleiner wurden die Flammen, doch die Hitze der Glut blieb beständig und wärmte unsere beiden Körper. Innig, innig vereint, so lagen wir da und gaben uns dem Takt der Herzschläge hin.
Bum Bum, so pochte es an, gleich einer Tür, die zur Beantwortung einer Frage geöffnet werden wollte. Meine Tür. Ich wohnte dahinter und öffnete willens.
Wird es immer so sein? Und nun war ich mir nicht sicher, ob sie fragte mich oder das Sternengericht. Doch aufschwang ich mich, die Antwort ihr schuldig bleiben, dass wollte ich nicht.
Nun ja, es liegt an dir, es liegt an uns. Ein Trugschluss zu glauben, ewig würde es von allein so weitergehen. Der Alltag kommt, von hinten rechts, du siehst ihn nicht, er bremst dich aus und wir bleiben beide stehen. Langeweile nennen sie es auch, Reduktion jeglichen Geschehens. Doch es ist nicht wahr! Hörst du mich? Es ist eine Lüge, ein Konstrukt, gleich der Mathematik, die uns weismachen will, Eins und Eins sind Zwei, wo es doch viel mehr sein kann. Und Zwei sind manchmal auch Eins.
Langeweile, mein liebes Kind, ist die Abstumpfung der Wahrnehmung und das Problem. Lass uns wachbleiben, beide Augen offen, denn vieles was heute neu, heute reizt, ist morgen alt und abgenutzt, so glauben wir.
Daher, und nun hör gut zu, will ich jeden Tag einen neuen Stern in dir entdecken. Will riechen, spüren, sehen dich, dich hören und dich schmecken. Diesen Tag und jeden Tag, immer wieder aufs Neue. Lass mich kosten das Salz deiner Tränen und hören den Klang deines Lachens; Lass mich dich fragen, wie du dich fühlst und antworte stets ehrlich und ohne Angst. Nur so und nur dann wird die Glut erhalten, ein Flammenmeer zu legen, von heute an bis immer da, auch bei starkem Regen.
Lass sie und halten, die Hitze, nicht nur in der Nacht, zu schmieden diese Liebe mit starker Hand und Wille. Hammer und Amboß wollen wir sein und den Beweis erbringen, dass es sie gibt, die Ewigkeit, das ewige Feuer, wenn wir bereit sind, du und ich, es jeden Tag zu schichten, uns stetig neu zu sehen.
Darum frage ich dich, versprichst du es und bist du bereit, diesen Weg mit mir zu gehen?
Sie zog mich zu sich heran und lächelte süß.
Was mehr, mein Lieber, gäbe es zu tun, wenn sich die Dinge, die wir täglich verbrechen, einst an uns gar grausig rächen?
Ja und Ja, auch ich liebe dich und daher gebe ich es dir, dieses, mein Versprechen.
So hob ich sie hoch, höher, drehte und wirbelte sie. Ihr Haar, so gülden wie Honig, umfloss sie, mich, und es war, als würde es unser Treiben verdecken, verstecken.
Maskulin trug Feminin rüber zum Feuer hin, wo zittrig lodernde Flammen zwei Körper zu einer Seele verschmolzen. Längst schon lag die Kleidung, stumme Zeugen flammenden Begehrens, verteilt, wahllos, dort, wo gefallen sie war, wie müde Krieger gleich in aussichtsloser Schlacht.
Oh Du, so dachte ich mir, mein sollst du sein, deine Jugendlichkeit ist mein Rausch, wird Teil von mir, wenn ich dich berühr, dich liebkose und von deinem Nektar trinke. Ich hielt sie geschlossen, die schlanken Fesseln, weiß und scharf konturiert, vibrierende Muskeln unter reiner junger Haut. Aufwärts, Aufwärts war mein Streben, hin, da wo das Wunder des Lebens die Erde betritt. Flammen züngeln, lecken nach Luft, ich tue es auch und trinke ihre Unschuld, der reinste Wein.
Siehst du die Sterne? So fragte sie mich. Milliarden Augen der Nacht, die wissend unser Tun betrachten.
Die Sterne, ach ja, die Sterne, sie sind doch nur Löcher im Himmelszelt, je ein Eingang zu einer anderen Welt. Folge mir, flieg hoch zu ihnen und schaue hindurch. Erstaunliches kannst du dort sehen, jeder Stern hilft dir verstehen. Reich mir die Hand, ich geleite dich, begleite dich, gleite in dich und es ward vollbracht, ein Akt.
Kleiner wurden die Flammen, doch die Hitze der Glut blieb beständig und wärmte unsere beiden Körper. Innig, innig vereint, so lagen wir da und gaben uns dem Takt der Herzschläge hin.
Bum Bum, so pochte es an, gleich einer Tür, die zur Beantwortung einer Frage geöffnet werden wollte. Meine Tür. Ich wohnte dahinter und öffnete willens.
Wird es immer so sein? Und nun war ich mir nicht sicher, ob sie fragte mich oder das Sternengericht. Doch aufschwang ich mich, die Antwort ihr schuldig bleiben, dass wollte ich nicht.
Nun ja, es liegt an dir, es liegt an uns. Ein Trugschluss zu glauben, ewig würde es von allein so weitergehen. Der Alltag kommt, von hinten rechts, du siehst ihn nicht, er bremst dich aus und wir bleiben beide stehen. Langeweile nennen sie es auch, Reduktion jeglichen Geschehens. Doch es ist nicht wahr! Hörst du mich? Es ist eine Lüge, ein Konstrukt, gleich der Mathematik, die uns weismachen will, Eins und Eins sind Zwei, wo es doch viel mehr sein kann. Und Zwei sind manchmal auch Eins.
Langeweile, mein liebes Kind, ist die Abstumpfung der Wahrnehmung und das Problem. Lass uns wachbleiben, beide Augen offen, denn vieles was heute neu, heute reizt, ist morgen alt und abgenutzt, so glauben wir.
Daher, und nun hör gut zu, will ich jeden Tag einen neuen Stern in dir entdecken. Will riechen, spüren, sehen dich, dich hören und dich schmecken. Diesen Tag und jeden Tag, immer wieder aufs Neue. Lass mich kosten das Salz deiner Tränen und hören den Klang deines Lachens; Lass mich dich fragen, wie du dich fühlst und antworte stets ehrlich und ohne Angst. Nur so und nur dann wird die Glut erhalten, ein Flammenmeer zu legen, von heute an bis immer da, auch bei starkem Regen.
Lass sie und halten, die Hitze, nicht nur in der Nacht, zu schmieden diese Liebe mit starker Hand und Wille. Hammer und Amboß wollen wir sein und den Beweis erbringen, dass es sie gibt, die Ewigkeit, das ewige Feuer, wenn wir bereit sind, du und ich, es jeden Tag zu schichten, uns stetig neu zu sehen.
Darum frage ich dich, versprichst du es und bist du bereit, diesen Weg mit mir zu gehen?
Sie zog mich zu sich heran und lächelte süß.
Was mehr, mein Lieber, gäbe es zu tun, wenn sich die Dinge, die wir täglich verbrechen, einst an uns gar grausig rächen?
Ja und Ja, auch ich liebe dich und daher gebe ich es dir, dieses, mein Versprechen.

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Sonntag, 15. April 2007
Iss auch klar, bei der Brille
cabman, 17:37h

So. Eines ist ja klar, der Sommer ist ne gefährliche Sache, denn kürzer als die Röcke einiger Damen, ist oft nur noch die Reaktionszeit, die man(n) hat, bevor man dem anderen hinten raufknallt. Schlimm ist das, denn ich bin da Sklave meiner Triebe und daher kann ich nichts dafür, ja, man könnte sogar sagen, ich bin normal und daher krank, oder so. Ich plädiere deswegen dafür, Ultraminiröcke im Strassenverkehr Bußgeldpflichtig zu verbieten. Polizisten, und da bin ich sicher, hätten mehr Spass daran, hochoffiziell Damen zu begutachten, als mich wegen Telefonierens am Steuer zu belästigen. Egal. Ich nehm das sportlich.
Gestern bin ich zu Mutti gefahren, unter Hamburg, nach Lüneburg, über die A7, ins Wochenendhaus. Ich lege Beweisfoto A.1.1. bei, nur um zu beweisen, wie idyllisch es dort ist.

Bei Mutti zu sein ist ne tolle Sache, denn wer bei meiner Mutti ist, der bekommt auch was zu essen. Dachte ich, denn Mutti hatte keine Zeit, Mutti wollte ins Theater und hatte deswegen nicht gekocht. Ist klar. Also blieb die Küche kalt, die Herzen aber nicht und ich wunderte mich zu Tode, wie warm und herzlich ich aufgenommen wurde. Schön war das. Kann ich gar nicht anders sagen.
Die obligatorische Grundstücksbegehung folgte und ich war/bin wirklich beeindruckt davon, was sie aus dem Haus und allem so gemacht haben. Ein Platz zum Wohlfühlen. Ich wurde auch gar nicht müde, immer zu betonen, wie schön das alles ist und da fragte Mutti wieder, ob ich nicht das Grundstück an der Ostsee haben will. Ich habe mich bis jetzt immer gewehrt, denn so was verpflichtet auch, doch gestern - tja gestern habe ich zum ersten Mal die Möglichkeit erwogen, es zu übernehmen. Denn, und das ist die Merkwürdigkeit, so sehr ich das Leben in der Großstadt liebe, so sehr bin ich auch gern in der Natur, so mit Vögeln und Rasenmähen und so. Mutti sagte, dass auch das Nachbargrundstück hier zum Verkauf stünde, kostet wirklich nicht viel, es gibt reichlich Platz, nur einen Nachbarn (meine Mutti) und ansonsten nur Horizont. Ich sah mich da schon mit Fräulein Morphine. Im Sommer würden wir im angrenzenden Meer des Getreidefeldes uns lieben, im Herbst würde Fräulin Morphine in diesem tollen Nachthemd über morgendliche, dampfende Wiesen barfuß laufen und mich dabei zu poetischen Höhenflügen inspirieren. So was eben. Ich war nicht abgeneigt und Mutti darüber sehr erfreut. Noch mehr freute sie sich über mein Angebot, behilflich zu sein, wenn sie das Loch für den Pool graben wollen. "Pool?" Fragte ich mit hochgezogener Augenbraue. "Nen Pool? Wirklich?"
Na, war kein richtiger Pool, nur sone grosse Wanne, 4m im Durchmesser und 1,20m tief. "Aber immerhin," sagte Mutti. "Im Sommer ist das wirklich schön, wo wir doch nicht mehr so gern an die Ostsee fahren."
Verstehe ich doch, zuhause ist es eh am besten, besonders, wenn das Heim so aussieht. "Stimmt." Sagte Mutti da, denn ihr Spanienurlaub war auch ein Reinfall.
Wir quatschten noch ein bisschen, ich erzählte vom Job und Morphine, hörte mir ihre Geschichten an und seit langer, langer Zeit, war es wieder ein vernünftiges Miteinander. Mag sein, dass ich in den letzten Monaten nicht wirklich ich war. Mutti sagte, sie fände ich sehe wieder besser aus, glücklicher irgendwie und ich bestätigte es. "Ja, das Leben in Hamburg gefällt mir besser, Frau Morphine ist eine Bereicherung, der Job ist härter, aber der Support um Längen besser. Es gibt gerade nichts, was mich stört."
"Schön für dich, mein Junge. Und vermisst du nicht das Haus?"
"Doch. Aber nur, weil ich nicht so laut Musik hören kann wie ich will. Die Studenten von heute sind auch ein bisschen empfindlicher." Mutti lachte und irgendwie fühlte sich das alles rund und warm an. Schön.
Sie schmiß mich mit den Worten raus, dass sie nun los müsse, aber nicht, ohne vorher meine neue schicke Brille zu kommentieren: "Du siehst aus wie ein Opa, gab es nicht was Schöneres?"
"Ähm, ich fand die wirklich schick, Mama. Ein bisschen Streng vielleicht, aber das muß so sein. Da sehen die Einkäufer gleich, dass sie mit mir kein leichtes Spiel haben."
"Ich weiß nicht, James. Du siehst mir viel zu Erwachsen aus."
"Das bin ich auch."
"Manchmal glaub ich das nicht." Sie lachte dabei und umarmte mich. Ich fühlte mich sehr geborgen, ich war ihr Kind.
"Ich frag mal meine Bloggerfreunde."
"Was für Freunde?"
"Erkläre ich dir, wenn ich das Loch für deine Badewanne grabe."
Und dann war ich raus, fuhr noch durch das vorabendliche Lüneburg, nichts hatte sich scheinbar geändert, und irgendwie war alles leicht. Sehr leicht.
PS: Liebe Frau Cosmomente, dieses Bild ist im Flur aufgenommen wurden. Sie sehen im Hintergrund eine Bleistiftzeichnung von 1936 und eine Tuschezeichnung von 1929. Beides erworben auf einem Flohmarkt in Schweden. Dazu gibt es noch ein drittes Bild, welches Sie jetzt aufgrund des Winkels nicht sehen können.
Dies zu Ihrer Info. Weitere Teilstücke werden folgen. Dienlichst, Ihr Cabman;-)

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