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Donnerstag, 4. Juni 2009
Zweitligacharakter? Ja, na und?
cabman, 20:46h

Beste Blogger, ich weiß ja nicht, ob Ihr es schon wusstet, aber es gibt ein Spiel, das nennt sich Handball und entgegen der sonst natürlichen Handlung, den Ball mit dem Fuß zu treten, darf man hier den Ball nur mit der Hand werfen, weswegen das Spiel auch so heißt: Handball. Toll, ne?
Dankt aber nicht mir für diese Aufklärung, sondern dem Mann, der sich Eigner dieser Firma nennt, deren Kunde wir sind, dessen Sohn einen Freund hat, der jemanden kennt, der für diesen Eintrag völlig ohne Belang ist, den ich aber mal erwähnt haben wollte.
Im Rahmen unseres halbjährlichen Treffens, auf dem allerlei Wichtigkeiten besprochen werden, wollten wir auch mal was mit Kultur oder so machen. Also folgten wir nur zu bereitwillig der Einladung, uns ein Handballspiel anzuschauen. Juti. Ich hab´s nicht so mit Handball, musste ich doch früher in der Schule den Kreisläufer spielen, was ich reichlich doof fand. Frauenbewegendes Bodenturnen hingegen war immer schön.
Also saß ich am Dienstag zusammen mit so ca. 6299 anderen Menschen in Flensburg und schaute das Spiel Flensburg gegen Nordhorn. Andere Menschen, die mehr Ahnung davon haben, erklärten dem Dicken und mir, dass Flensburg irgendwie um den Einzug in die Champions League spielte, während es bei Nordhorn um gar nichts ging, weil die eh absteigen. Es kann natürlich auch ganz anders gewesen sein, weil die Dänen uns nämlich in landschaftlich schöner Umgebung abfüllen wollten. Und das schon vor dem Spiel.
Aber ich glaube, dass Szenario, betreffend der Tabellensituation, war so. Fraglich indess, ob die Spiller (Achtung, das ist im Rahmen des interkulturellen Austausches Dänisch, wir wollen doch alle gute EU Bürger werden?) auch um diese Konstellation wussten, so wie die spielten?
Erstaunlich war für mich, zu sehen, wie emotional der eine oder andere hier bei der Sache war. Nicht zuletzt der Flensburger Fan-Club tat sich lautstark hervor und man kann mit Fug und Recht von einem Hexenkessel schreiben. Tja. Also meiner Mamas Bester tut sich immer schwer mit solchen Dingen und schon hier habe ich ja mal über mein Herz schwadroniert, welches eher für die Schwachen schlägt. Der Dicke meint, mir fehlt das Arschloch-Gen. Na und?
Genauso Na und? zur Frage, warum ich denn als einziger Nordhorn anfeuerte. Ist doch klar, weil es niemand sonst tat.
„Das ist total peinlich, neben dir zu sitzen.“ Meinte der Dicke, lachte aber dabei, was immer ein gutes Zeichen ist.
Lange Schreibe und wieder nicht die Welt gerettet, aber meine Nordhorner und ich, wie siegten und zwar 35 zu 33. Das Erstaunliche dabei ist, dass ich 36 zur 33 getippt hatte. Ganz aus dem Häuschen über diesen, unseren Sieg, gab es dann einen weiteren kleinen Umtrunk, der für die Kollegen gegen 04.00 Uhr endete. Ich frag mich wie die das machen? Bis 04.00 Uhr! Und dann um 8.00 wieder im Meeting sitzen? Geht bei mir gar nicht. 01.00 Uhr. Dann war ich durch und der nächste Tag eh schon eine Katastrophe, denn nach der kleinen Zusammenkunft ging es für mich weiter nach Dänemark und zwar ganz nach oben, dort wo keine Autobahn hinführt und Norwegen näher ist als Kopenhagen. Glücklicherweise gibt es dort nette Hinweise, die einem dicken Brummschädel erklären wo man ist:

Sollten Sie sich also fragen, wo Sie gerade sind, verweise ich auf obiges Bild.
Extra für Rästelfreunde (z.B.Frau Herzbruch) habe ich ein wunderschönes Dänisches Wort mitgebracht. Es lautet:
Wenn Sie (ohne zu googeln) die Bedeutung rausfinden, gewinnen Sie wie immer an Lebenserfahrung und ein protziges Wort, das Sie gut als harmlosestes aller Schimpfwörter benutzen können, welches Ihre weltgewandheit zum Ausdruck bringt. Ich höre es schon durch Deutschland rufen:
Was bist denn du für ein Klipklappere?!
Für andere Zweitligacharaktere, die ebenso wie ich auf Zweitligamucke stehen, habe ich die hier.
Die haben ein neues Album draußen und machen nur Spaß.

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Dienstag, 2. Juni 2009
Blaukäppchen
cabman, 15:40h
Beste Blogger, keine Ahnung, was ihr so getrieben habt, an diesem schönen und vor allem längeren Wochenden, ich jedenfalls setzte mir ein albernes blaues Haarnetz auf und ging zur Maloche, wa?Und das kam so:
Vor drei Wochen, oder so, ging es im Managerterrarium, also in unserem Konferenzraum, hoch her, weil die Krise woanders ist, und wir nicht so liefern können, wie wir gern wollen.
Deswegen drückten der Dicke und ich, machten Stress und irgendwann gab die Gegenseite klein bei. Ein kleiner Punktsieg, den wir mit der Ansage garnierten, auch mitzuhelfen, wenn die Sonderschichten an den Wochenenden gefahren werden. Jut, das war aus der Situation heraus geboren - und ich bereute diese Ansage am Samstag sehr.
Dennoch, ein Mann ein Wort, packte ich die von Püppie mit Liebe, aber vor allem viel Käse gemachten Brote ein und fuhr huxflux zur Wirkstätte.
Schlimmes, so war meine Erwartung, würde man mit uns Schlipsträgern tun. Und anfangs, als ich die total hippen Klamotten anzog, insbesondere diese Schuhe:
fühlte ich mich auch bestätigt.
Aber - mit der kleinen Ausnahme des Lagerfuzzis, der sich auf der Weihnachtsfeier nicht benehmen konnte und eines unserer Mädels vom Innendienst mehr mochte als sie es zulassen wollte, worauf sie sich bei mir versteckte und wir dann tanzten, tanzten, tanzten, tanzten und sie somit zu beschäftigt war, um mit ihm auch nur ansatzweise auf die Freundschaft zu trinken - freuten sich wirklich alle Produktionsmitarbeiter darüber, dass ich mal mitmachte.
Ich freute mich auch, besonders darüber als endlich Feierabend war. Ich habe mich nicht versteckt und bin ganz ehrlich dahin gegangen, wo es weh tut. Es ging nicht darum, dass wir Drehstuhldesperados irgendetwas beweisen wollten. Es sollte ein Zeichen sein und es ist auch so angekommen.
Im Besonderen beeindruckte mich der Kollege, mit dem ich die Station am Band teilte:
Wassili, Russlanddeutscher und Leiharbeiter, der so positiv eingestellt war, soviel über unsere Produkte wußte und so interessiert war, was, wieso, warum , dass ich mich frage, warum wir den nicht fest einstellen?
Naja. Kann ich ja mal anmerken.
Es bleibt festzuhalten: Schöne, aber anstrengende Erfahrung. Umkleideräume riechen immer noch wie zu der Zeit, als ich solche Jobs zum Leben brauchte und ich habe mich nicht blamiert. Als wäre es mein Job, sprach der Produktionsleiter und das will was heißen, denn Erhardt ist eigentlich ein Obernörgelkopp.

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Freitag, 29. Mai 2009
cabman, 12:10h
Soho. Wohl an, es folgt nichts, dieses aber sehr prunkvoll. Apropos Nichts. Kann es das geben? Also, weil ich doch gerade dieses Buch lese. Wenn der Beginn des Universums der Urknall gewesen sein soll, was hat denn da geknallt und was war vorher da? Da macht mich verrückt.
Soho again. Der Sohn meiner Mutter, deren Kinder auch Bruder und Schwester benannt werden könnten, war in Amsterdam. Das hatte natürlich wie immer berufliche Gründe, derentwegen ich so oft dort bin, dass ich privat niemals diese Stadt besuchen werde.
Am ersten Abend unseres Aufenthaltes waren wir zum Essen eingeladen und zwar in diesem arschteueren und sehr bekannten Restaurant, dessen Name ich Ihnen jetzt aber nicht verrate. Es ist eine Art Tradition, denn wir besuchen es jedes Jahr. Fraglich ist immer nur wer bezahlt, denn es ist wirklich, ähm…arschteuer und es sind genau diese Dinge, in denen einem die Ungerechtigkeit der Welt vor Augen gehalten wird.
Wo andere zur Arche gehen müssen und auf die Unterstützung angewiesen sind, gibt es eben auch Menschen, denen ein komplett differentes Los beschieden ist. Das Traurige an dieser Geschichte ist, dass diese Unterschiede oft eben nicht durch den von mir einzig akzeptierten Grund, nämlich der individuelle Leistung begründet sind, sondern recht häufig eine Frage der Abstammung, der Erbschaft und von Seilschaften sind. Auch so eine Wahrheit, die niemand mit klaren Worten anspricht.
Der vorbeschriebenen Thematik werde ich mal einen eigenen Beitrag widmen, während an dieser Stelle die Reise weiter durch die Nacht gehen soll. Nur soviel: Es spricht ja nichts dagegen, auf einer höheren sozialen Stufe zu stehen, man sollte sich nur bewusst sein, dass es eben auch andere Menschen gibt. Jene zu belächeln, das ist die wahre Armut.
Soho. Here we go again. Ganz ordnungsgemäß saßen der Dicke und icke vor dem Restaurantbesuch in der Hotelbar und warteten artig bei einem Schälchen Bier. Die anderen Gäste, die von unserem Kollegen aus DK eingeladen wurden, hatten nämlich die bezaubernde Idee, mit dem Auto von Kopenhagen nach Amsterdam zu reisen. Könnte man ja machen, wenn man Zeit hätte und keinen Termin. Ergo, hatten die ganz wichtigen Gäste (der allerwichtigste Kunde) Verspätung und ich schon reichlich einen im Tee, als sie denn endlich eintrafen. Ich möchte zu meiner Verteidigung vorbringen, Euer kritische Gnaden, dass ich seit 6.00 Uhr morgens unterwegs war, 2 Bananen, 1 Rittersport Alpenmilch und 3 Tassen Kaffee zur mir genommen hatte, jedoch nicht mehr und das ich allgemein zu Unverträglichkeitsreaktionen neige wenn ich Heineken trinken muss.
Im Restaurant endlich angekommen zur allgemeinen Erheiterung ein “Konichi wa“ gerufen und schon waren der “Chef“ und icke gute Freunde. Ich glaube das war uhrzeitenbedingt gar nicht richtig, aber ich habe damit gezeigt, dass ich open minded bin. Ist heutzutage ja alles so wichtig, nicht wahr?
Egal. Der irrigen Annahme erlegen, weiterhin ein Heineken zu bekommen, bestellte ich ein Bier, welches dann aber als “Asahi“-verkleidet seinen Weg auf den Tisch fand und wie “Traube, die liegt unter Rebe, im Frühsommer“ (altes Japanisches Sprichwort, welches ich Ihnen mal schnell übersetzt habe) schmeckte.
So schloss ich mich den anderen an und trank diesen wirklich guten Wein und zwar genau ein Glas, weil ich nämlich echt Schwierigkeiten hatte, die nette und von hinten recht hübsch anzuschauende Frauen neben mir zu verstehen. Jut. Kann auch daran gelegen haben, dass die aus der Schweiz kam, was weiß denn ich, war ja auch schlecht beleuchtet da.
Ich fragte sie, was ihre Firma so macht und sie antwortete:
„Wofür ist die Schweiz berühmt?“
„Ähm Schokolade, Uhren und Käse?“
„Genau! Wir machen die Schoki.“
„Schön.“
Das sind solcherart Konversationen, die ich liebe. Wäre man einfacheren Gemütes, könnte man sich jetzt stundenlang darüber auslassen wie geil das war, neben der Chefin von dem Laden zu sitzen, von dem jeder, aber wirklich jeder der hier Lesenden, sich schon mal etwas einverleibte. So kann ich aber nur konstatieren: Gott, dir roch verdammt gut! Sie, oder der Lobster.
Der Abend mutierte zur Nacht und zwischenzeitlich war es dann 01.00 Uhr. Ich hatte wohlwissentlich irgendwann auf Wasser umgeschwenkt, während sich die anderen einen recht heftigen Rotwein gönnten. Die Konversation begann dementsprechend etwas zu leiern, was ja auch seinen Charme haben kann, besonders beim Dicken. Der hat sich dann auch richtig abgeschossen und während ich immer nüchterner wurde, wurde er immer breiter.
Während der Kollege aus Dänemark noch mit seinem Kunden in die Stadt wollte, entschied ich, in unser Hotel zurückzufahren. Den Dicken überzeugte ich sanft, aber bestimmt, dass er mitzukommen hätte, was er alkoholgetränkt naturgemäß ganz anders sah. Chefchen und icke bugsierten ihn einfach ins Taxi und dann ging es ins Hotel zurück.
Dort angekommen, hatten sich die beiden Angetüttelten überlegt, noch einen Absacker zu nehmen. Also sind wir zur Bar, haben 3 Bier bestellt und uns gerade in ein Ecklein gesetzt, als eine blonde Frau auf uns zu schwankte. Später stellt sich heraus, dass sie Katarina hieß und aus Schweden war. Diese junge Frau war richtig breit und mich beschlich auch der Eindruck, dass sie unter Droge stand, auf jeden Fall fand ich es abstoßend.
Nichts gegen einen kleine Rausch, aber diese völlige Planlosigkeit und der gequirlte Müll, den sie sprach … macht mich überhaupt nicht an, finde ich nur daneben. Sehr viel danebener finde ich aber die Kerle, die meinen, eine solche Frau abschleppen zu müssen. Katarina setzte sich nämlich unaufgefordert an unseren Tisch und mit ihr 2 Typen, die in ihr wohl leichte Beute sahen.
Kennen Sie so Leute, die Jeans-Hemden zu beigefarbenen Chinos tragen und ihrer ganzen Finesse schon mit einem ähm… naja, besonderen Haarschnitt Ausdruck verleihen? Solche waren das.
Wegen all der Unleidlichkeit bin ich also ins Bett. Ich habe mich ganz ordentlich verabschiedet und der lieben Katarina noch auf Schwedisch ein paar nette Worte dagelassen, was sie sichtlich erstaunte, meinte sie doch, in mir einen Spanier auszumachen. Woran das wohl wieder gelegen hat?
Am nächsten Morgen war ich der einzige, der pünktlich um 07.00 Uhr beim Frühstück war. Und es ging mir gut, was von den Kollegen, die bis um 03.00 Uhr abgefeiert haben, nicht behauptet werden kann. Glaube, ich werde immer vernüftiger.;-)

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