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Mittwoch, 26. Juli 2006
cabman, 00:38h

Will Laub nun balde fallen sehen
Will durch neblig Waldung gehen
Will nicht mehr schwitzen
Will nicht länger im Büro sitzen
Will draußen sein und Dinge machen
Will dass wir über sie lachen
Will keinen Urlaub, keine freie Zeit
Will, dass Du mir sagst, dass es bald schneit
Will die DieDu endlich sehen
Will mit ihr zum Geschiesse gehen
Will arbeiten, hart und viel
Will danach alkoholisch Spiel
Will tanzen können, mit allen die ich kenne
Will dass ich nicht mehr nach dem Busse renne
Will mich duellieren
Will schwere Diskussionen führen
Will rechnen kalt und kühl
Will dass ich den Regen fühl
Will vielleicht woanders sein
Will dies groß und gar nicht klein
Will gerne was bewegen
Will gewiss auch Spuren legen
Will nicht warten auf diese, deine Gaben
Ich will das alles, jetzt und sofort haben!

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cabman, 10:22h
Cerankochfeldhersteller lieben die Antike und mich. Wir haben nämlich eins, benutzen es aber nicht, weswegen das Risiko einer Reklamation gen Null tendiert. Das bisschen Teewasser gilt nicht als Risikofaktor. Neulich haben wir auch erschrocken festgestellt, dass wir gar keine Töpfe besitzen, wohl aber eine Pfanne. Wo die nun wieder herkam, konnten wir uns aber auch nicht erklären. Muss ein Geschenk gewesen sein. Das wollte ich jetzt aber gar nicht schreiben. Macht nichts. Schreibe ich was anderes.

Gestern stand ich vor dem Spiegel und denke mir so: Mönsch James, schön braun biste geworden bei all der Schufterei. Dann habe ich mich rasiert, war de Bräune weg und das Ganze auch widder nur ne Enttäuschung. Aber das wollte ich auch nicht schreiben.

Gesternabend habe ich ja mal nachgeschaut, was wir so Essbares da haben. Nichts. Ja, denk ich mir, kommt so unverhofft auch nicht, weil es ja jemand erst einkaufen müsste. Dafür habe ich ein feines Buch gefunden: Feines aus Joghurt, Milch und Quark . Dies ist eine schöne Abhandlung von 100 empfehlenswerten Rezepten. Wo das nun wieder herkommt? Zählt auch zu einem der ungelösten Mysterien dieser Zeit, oder aber ich bin viel zu wenig zuhause. Das Buch ist jedoch schön dünn, nimmt wenig Platz im Regal und auch im Kopf, dafür handelt es viel von Quark, was man nicht von den allermeisten Büchern behaupten kann, oder eben doch. Und wenn mal der Tisch wackelt, hat man akkurat adequate Abhilfe parat. Und eigentlich wollte ich das nun och nicht schreiben.

Ich bin ja so ein Neuheitsfanatiker. Ist ne Berufkrankheit. Habe ich aber nur in Supermärkten. Gibt es da ne neue Schokolade: Gekauft! Gibt es ein neues Mineralwasser: Gekauft! Brot: Gekauft! Leberwurst: Nicht gekauft! Ich setze damit offbeatmässig Trends. So war ich doch einer der ersten, der I-Ah Adelholzner Sauerstoffwasser trank und zwar mit Apfelgeschmack. Ich habe nur nicht verstanden, was das sollte. Darüber mach ich mir aber keine Gedanken, so etwas passiert mir öfter.
Hier in Schweden ticken die Uhren bekanntlich anders. Daher bitte nicht lachen, wenn das jetzt gar nicht so neu ist, aber ich kaufte hier DIE Neuheit: I-Ah Nivea Duschöl. Ich lass das jetzt mal sacken und sach es nochnmal: I-Ah Nivea Duschöl. Lässig, oder? Eigentlich hatte ich mich ja nur in die Farbe und Textur verliebt, denn ich dusch ja nie. Quatsch! Na klar dusch ich, wollte nur mal sehen wie die Leserschaft kuckt, sehe euch aber nicht.
Hier nun der Fahrbericht:
Beim Starten macht die Flasche kein sattes Öffnungsgeräusche, das charakteristische Plopp fehlt und das ist einem so sportlichen Produkt eher abträglich. Das Öl liegt nach gemächlichen anseifen immer noch schön elastisch in der Hand und bleibt auch bei schnellerem Kurvenseifen immer rutschig. Der Duft ist dezent, kaum wahrnehmbar, Purismus, der dem Erlebnis des Einseifens den Vortritt lässt. Bei schnellerer Seifbewegung stellt sich auch der gewünschte Schaum ein, aber nicht in der benötigten Menge und das mindert den Einseifspaß. Ein Reinigungsgefühl will nur selten aufkommen und immer nur dann, wenn man die Ölmenge entsprechend erhöht. Das treibt den Verbrauch in die Höhe. In tieferen Körperregionen will sich nicht das Kribbeln einstellen, in höheren auch nicht. Eigentlich kribbelt gar nichts. Wenig Power in allen Reinigungsgängen, keine Elastizität bei beschleunigenden Seifbewegungen.
Die Flasche ist an sich sehr geräumig, 200ml, doch ob des erhöhten Bedarfes, ist diese Ladefläche eher was für Schönwetterduscher. Die Verarbeitung ist, wie von I-Ah Beiersdorf gewohnt, sehr hoch. Alle Teile sind sauber verarbeitet und der Deckel schließt auch noch nach tausendmaligem Öffnen schlüssig und dicht. Das wäre aber gar nicht nötig, denn solange reicht das Öl ja eh nicht. Die Beschilderung ist informativ und inhaltlich richtig, weiß man aber nur, wenn man Schwedisch kann. Designtechnisch bleibt sich Nivea treu, so gibt es nur geringfügige Änderungen zum Vorgänger. Die Flasche hat nun eine schmalere Taille bekommen, sicher ein Zugeständnis an die Zeit, wo ja alle den Gürtel enger schnallen müssen. Bei der Preisgestaltung hat Nivea sich indess nicht lumpen lassen und wieder ganz oben angesetzt, was bei diesen Leitungsmerkmalen nicht gerechtfertigt ist, denn Extras gibt es keine.
Resümee: Duftet nicht, kribbelt nicht und ist nur rutschig. Das könnte auch die ungesalzte A7 im Februar Höhe Maschener Dreieck sein. Wenn James mal mit der Flasche protzen will, ist es ok sie zu haben. Wenn James pures Einseifvergnügen sucht, dann empfiehlt er hierzu: I-Ah Dove Shower Cream. Kaufempfehlung für Nivea gebe ich keine ab, denn für 45 SEK bekommt man ja schon ne Schachtel Zigaretten plus Feuerzeug und nen bleibenden Schaden.
Hier sollte ja ganz was anderes stehen, schreib ich dann irgendwann.

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Montag, 24. Juli 2006
Auch ein Wochenende
cabman, 16:55h
Komm ich am Freitag nachhause, denk mir nichts Böses und werde gezwungen mich zu fragen: Wohne ich in Beirut? Der Vorgarten, ein totaler Krater. In dem ganzen Kladderadatsch steht die Antike mit hochrotem Kopf und Spaten und ich frage mich erschrocken, was ich nun schon wieder falsch gemacht habe, weil es so ihre Art ist, wutentbrannt irgendwas machen. Jut, denk ich mir, bist en bisschen spät ausm Büro gekommen, 19.00 Uhr, kann ich aber nichts für, wenn der Stockholmer Nahverkehr in der wirklich stark frequentierten Sommerzeit kollabiert. Land der Mittelmäßigkeit mit Zügen, von denen meine Omma mit leuchtenden Augen berichten könnte, wie die damals als technischer Innovation aufs Gleis kamen.
Du hättest ja auch anrufen können, denk ich mir. Dann verwerfe ich den Gedanken recht schnell, denn wir sind ja nicht zusammen und deswegen gibt’s auch nichts zu melden. Ich sehe aber ihr Gesicht und weil ich sie kenne, weiß ich auch, dass dieser spontane Ausbruch nichts mit mir zu tun hat.
„Was ist denn mit Dir los?“ Frage ich.
„Scheiss Sommer. Nicht passiert. Mir ist so langweilig.“
„Ja“, sach ich „das kenn ich. Aber musstest du hier ne Grossbaustelle aufmachen?“
„Der ganz alte Mist hat mich genervt.“
„Das war vielleicht alt, aber durchaus funktional.“
„Sah aber mist aus.“
Hatte se Recht und nen Plan, wie das alles werden sollte hatte se auch schon. Und weil sie auch ne Nette ist, fragte sie rein rhetorisch nach meiner Meinung, aber so richtig hören wollte sie die eigentlich nicht, denn sie plapperte gleich aufgeregt los, das müsse so, dieses so und jenes könnten wir so machen und schiebt noch schnell hinterher: „Hilfst Du mir?“
Klar helfe ich, is ja auch mein Haus und da hat man dann wohl auch genauso viele Rechte und Pflichten und wenn se so schon alles platt gemacht hat, kann ich ja wenigsten beim Aufbauen mithelfen.
Am Samstag sind wir dann mit der Planung der Antiken im Kopf zum Baumarkt gedüst
und haben im Land der Mittelmäßigkeit erstmal erstklassiges Holz suchen müssen. War nämlich total ausverkauft, das gute Druckimprägnierte und der Drive In Baumarkt auch völlig überfüllt. Ich stupse die Antike an und sach: „Kiek mal, da langweilen sich noch mehr Leute.“ Und sie grinst.
Wir haben uns dann das Auto vollgeknallt und sind zur Auslassstelle gefahren. Da versah eine junge Frau Dienst und ehrlich mal, da haben die Schnurrhaare aber geschnurrt. Blond, blaue Augen, Beine von hier bis da, Zuckerlächeln und äußerst nett.
„Wir haben 26 von den bla bla bla dabei und 2 von den Vierkanthölzern bla bla bla“ Sag ich.
„Das sehe ich.“ Und dabei tippt sie die Artikelnummer in ihren kleinen HandPC.
“Ich bin ja sehr beeindruckt, dass Du alle Nummern im Kopf hast.“
„Hab ich gar nicht. Ich denk mir immer was aus.“ Und grinst mich dabei mit sonem Herzrausreissgrinsen an. Tja, da war ich baff und sehr erschrocken, denn ich habe mir vorstellen müssen, was wohl 26
Edelstahlträger kosten und weil ich wohl so stumm war, schiebt die nette Dame hinterher: „War nur Spass.“
„Weiß ich doch. So etwas gefällt mir.“
„Du gefällst mir auch.“ Sacht se und drückt mir die Rechnung in die Hand. Da war ich doppelt baff.
Die Antike hat das alles mitbekommen, feixte sich eins und meinte: „Ich dachte du hättest die DieDu?“
„Habe ich auch. Ich habe auch nichts verkehrt gemacht. Die hat mich angebaggert.“
„Na James, dein Blick hat dich verraten.“
Siehste, kennt die Antike mich wohl auch und ich meinen Blick nicht.
Zuhause ham wir dann ein Schlag rein gehauen, ging auch sehr gut, denn das glaubt mir ja wieder keiner hier, aber der James ist ja nicht nur Schlipsträger, sondern auch begnadeter Handwerker. Keine Kunst, 6 Jahre Scho Schonenlandholzhausrenovierung sind sehr bildend.
„Vielleicht sollten wir uns den Rest für morgen sparen. Wird ja sonst och wieder langweilig.“
„Ja.“
Dann war Sonntag und da ging es genau so locker flockig weiter wie am Samstag. Lennart unser Nachbar schaute kurz vorbei. Der ist 55, Frührentner, Pfeiffenraucher und Liebhaber klassischer Musik. Er textet uns voll, das könne man so, das andere doch so machen und hält uns eigentlich nur auf. Hat er auch ganz gut gemacht, denn als er geht, um uns noch bisschen mit Wagner zu beschallen, fängt es an zu regnen. Gar kein Problem für mich, muss ich die Platten nicht selbst einwässern und habe ein bisschen Zeit, draußen im Geräteschuppen mindblogging zu betreiben. Ich denke so an all die Leute, die ich da auf der blogger.de Plattform erahne aber nicht kenne, freu mich das es die ganz Horde gibt, freu mich drüber, das ihr Zusprecht, Lobt, Kritisiert, Beratet und manchmal schlimmere Kater seid als ich es bin, denk an all die Möglichkeiten und die Risiken, die da am Horizont aufgetaucht sind und erschrecke mich, als die Antike mit ner Tasse Kaffee in der Tür steht:
„Hier, du siehst so aus, als könntest du den gebrauchen.“
„Danke, kann ich, denn ich bin grüblerisch.“
„So kenn ich Dich gar nicht.“
„Ich mich och nicht.“
Der Rest war dann Pippifax, weil ich ja auch fast ne komplette Tischlereiwerkstatt besitze und die Qualität der Arbeit stark von der Qualität des Werkzeugs abhängt und dann hat natürlich eine Planke gefehlt. Ditt is nun aber och kein Beinbruch, weil in Schweden kann man auch sonntags in den Baumarkt, also bin ich hin.
Komme ich da an, grinst die blonde Versuchung von gestern mich an. Ich geh mit meinem Brettchen unterm Arm zu ihr und nur zu ihr, denn bei de Kerle wollte ich nicht bezahlen, die sind nämlich nicht so charmant:
„Na, was vergessen?“
„Nee, ich brauch das Brett auch gar nicht. Ich bin nur deinetwegen hier.“ Das konnte ich mir nicht verkneifen.
„Wir haben hier soviel Holz, dass du jeden Tag kommen könntest.“
„Is ja aber ein günstiges Vergnügen.“
„Das Vergnügen ist ganz meinerseits. Heute kostet es dich 69,-SEK.“
Und dann grinste ich grenzdebil, bezahlte und fuhr nachhause.
Der Rest war dann keine große Sache mehr und als alles fertig war, fängt die Antike an rumzunölen, diese oder jenes hätten wir doch besser so gemacht und bla bla bla.
„Nun lass mal gut sein", sach ich "jetzt liegt die Kohle da im Dreck und bleibt auch da. Wir können es eh nicht ändern.“
„Ja aber findest du nicht auch, dass wir…“
„Nee finde ich nicht und nu ist Schluss. Ich krieg hier gleich nen Fön.“
„Was haste denn eigentlich bezahlt?“
„Geld.“
Und dann hat se noch rumgemosert, weil ich es ihr nicht sagte, weil se dann nämlich bloß wieder die Hälfte bezahlen wollen würde und sagt aber doch:
„Danke James, ich habe mich gefreut, dass du mitgemacht hast.“
„Kein Problem. Wir können schon tolle Sachen machen, oder?“
„Ja, nur leider keine Beziehung führen.“
„Stimmt.“
Weil ich ja nun och schon ein alter Knacker bin und vor allem ein Drehstuhlcowboy, habe ich och von der janzen Plackerei Rückenschmerzen bekommen und bin deswegen mit Harry Rowohlt in die Badewanne. Harry und ich haben da nämlich immer reichlich Spaß und mit niemand anderen würde ich lieber in die Wanne gehen, ähm na ja , da fiel mir schon noch jemand ein, aber die hat kein Buch geschrieben….
Du hättest ja auch anrufen können, denk ich mir. Dann verwerfe ich den Gedanken recht schnell, denn wir sind ja nicht zusammen und deswegen gibt’s auch nichts zu melden. Ich sehe aber ihr Gesicht und weil ich sie kenne, weiß ich auch, dass dieser spontane Ausbruch nichts mit mir zu tun hat.
„Was ist denn mit Dir los?“ Frage ich.„Scheiss Sommer. Nicht passiert. Mir ist so langweilig.“
„Ja“, sach ich „das kenn ich. Aber musstest du hier ne Grossbaustelle aufmachen?“
„Der ganz alte Mist hat mich genervt.“
„Das war vielleicht alt, aber durchaus funktional.“
„Sah aber mist aus.“
Hatte se Recht und nen Plan, wie das alles werden sollte hatte se auch schon. Und weil sie auch ne Nette ist, fragte sie rein rhetorisch nach meiner Meinung, aber so richtig hören wollte sie die eigentlich nicht, denn sie plapperte gleich aufgeregt los, das müsse so, dieses so und jenes könnten wir so machen und schiebt noch schnell hinterher: „Hilfst Du mir?“
Klar helfe ich, is ja auch mein Haus und da hat man dann wohl auch genauso viele Rechte und Pflichten und wenn se so schon alles platt gemacht hat, kann ich ja wenigsten beim Aufbauen mithelfen.
Am Samstag sind wir dann mit der Planung der Antiken im Kopf zum Baumarkt gedüst
und haben im Land der Mittelmäßigkeit erstmal erstklassiges Holz suchen müssen. War nämlich total ausverkauft, das gute Druckimprägnierte und der Drive In Baumarkt auch völlig überfüllt. Ich stupse die Antike an und sach: „Kiek mal, da langweilen sich noch mehr Leute.“ Und sie grinst.Wir haben uns dann das Auto vollgeknallt und sind zur Auslassstelle gefahren. Da versah eine junge Frau Dienst und ehrlich mal, da haben die Schnurrhaare aber geschnurrt. Blond, blaue Augen, Beine von hier bis da, Zuckerlächeln und äußerst nett.
„Wir haben 26 von den bla bla bla dabei und 2 von den Vierkanthölzern bla bla bla“ Sag ich.
„Das sehe ich.“ Und dabei tippt sie die Artikelnummer in ihren kleinen HandPC.
“Ich bin ja sehr beeindruckt, dass Du alle Nummern im Kopf hast.“
„Hab ich gar nicht. Ich denk mir immer was aus.“ Und grinst mich dabei mit sonem Herzrausreissgrinsen an. Tja, da war ich baff und sehr erschrocken, denn ich habe mir vorstellen müssen, was wohl 26
Edelstahlträger kosten und weil ich wohl so stumm war, schiebt die nette Dame hinterher: „War nur Spass.“„Weiß ich doch. So etwas gefällt mir.“
„Du gefällst mir auch.“ Sacht se und drückt mir die Rechnung in die Hand. Da war ich doppelt baff.
Die Antike hat das alles mitbekommen, feixte sich eins und meinte: „Ich dachte du hättest die DieDu?“
„Habe ich auch. Ich habe auch nichts verkehrt gemacht. Die hat mich angebaggert.“
„Na James, dein Blick hat dich verraten.“Siehste, kennt die Antike mich wohl auch und ich meinen Blick nicht.
Zuhause ham wir dann ein Schlag rein gehauen, ging auch sehr gut, denn das glaubt mir ja wieder keiner hier, aber der James ist ja nicht nur Schlipsträger, sondern auch begnadeter Handwerker. Keine Kunst, 6 Jahre Scho Schonenlandholzhausrenovierung sind sehr bildend.
„Vielleicht sollten wir uns den Rest für morgen sparen. Wird ja sonst och wieder langweilig.“
„Ja.“
Dann war Sonntag und da ging es genau so locker flockig weiter wie am Samstag. Lennart unser Nachbar schaute kurz vorbei. Der ist 55, Frührentner, Pfeiffenraucher und Liebhaber klassischer Musik. Er textet uns voll, das könne man so, das andere doch so machen und hält uns eigentlich nur auf. Hat er auch ganz gut gemacht, denn als er geht, um uns noch bisschen mit Wagner zu beschallen, fängt es an zu regnen. Gar kein Problem für mich, muss ich die Platten nicht selbst einwässern und habe ein bisschen Zeit, draußen im Geräteschuppen mindblogging zu betreiben. Ich denke so an all die Leute, die ich da auf der blogger.de Plattform erahne aber nicht kenne, freu mich das es die ganz Horde gibt, freu mich drüber, das ihr Zusprecht, Lobt, Kritisiert, Beratet und manchmal schlimmere Kater seid als ich es bin, denk an all die Möglichkeiten und die Risiken, die da am Horizont aufgetaucht sind und erschrecke mich, als die Antike mit ner Tasse Kaffee in der Tür steht:
„Hier, du siehst so aus, als könntest du den gebrauchen.“
„Danke, kann ich, denn ich bin grüblerisch.“
„So kenn ich Dich gar nicht.“
„Ich mich och nicht.“
Der Rest war dann Pippifax, weil ich ja auch fast ne komplette Tischlereiwerkstatt besitze und die Qualität der Arbeit stark von der Qualität des Werkzeugs abhängt und dann hat natürlich eine Planke gefehlt. Ditt is nun aber och kein Beinbruch, weil in Schweden kann man auch sonntags in den Baumarkt, also bin ich hin.
Komme ich da an, grinst die blonde Versuchung von gestern mich an. Ich geh mit meinem Brettchen unterm Arm zu ihr und nur zu ihr, denn bei de Kerle wollte ich nicht bezahlen, die sind nämlich nicht so charmant:
„Na, was vergessen?“
„Nee, ich brauch das Brett auch gar nicht. Ich bin nur deinetwegen hier.“ Das konnte ich mir nicht verkneifen.
„Wir haben hier soviel Holz, dass du jeden Tag kommen könntest.“
„Is ja aber ein günstiges Vergnügen.“
„Das Vergnügen ist ganz meinerseits. Heute kostet es dich 69,-SEK.“
Und dann grinste ich grenzdebil, bezahlte und fuhr nachhause.
Der Rest war dann keine große Sache mehr und als alles fertig war, fängt die Antike an rumzunölen, diese oder jenes hätten wir doch besser so gemacht und bla bla bla.
„Nun lass mal gut sein", sach ich "jetzt liegt die Kohle da im Dreck und bleibt auch da. Wir können es eh nicht ändern.“
„Ja aber findest du nicht auch, dass wir…“
„Nee finde ich nicht und nu ist Schluss. Ich krieg hier gleich nen Fön.“
„Was haste denn eigentlich bezahlt?“
„Geld.“
Und dann hat se noch rumgemosert, weil ich es ihr nicht sagte, weil se dann nämlich bloß wieder die Hälfte bezahlen wollen würde und sagt aber doch:
„Danke James, ich habe mich gefreut, dass du mitgemacht hast.“
„Kein Problem. Wir können schon tolle Sachen machen, oder?“
„Ja, nur leider keine Beziehung führen.“
„Stimmt.“
Weil ich ja nun och schon ein alter Knacker bin und vor allem ein Drehstuhlcowboy, habe ich och von der janzen Plackerei Rückenschmerzen bekommen und bin deswegen mit Harry Rowohlt in die Badewanne. Harry und ich haben da nämlich immer reichlich Spaß und mit niemand anderen würde ich lieber in die Wanne gehen, ähm na ja , da fiel mir schon noch jemand ein, aber die hat kein Buch geschrieben….

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Sonntag, 23. Juli 2006
Vigilanz oder Ich "B"
cabman, 01:45h
Fäkalsprache, so mit Pisse, Kacke, Scheisse, oder auch die primärgeschlechtsteilorientierte Variante ist meine Sache nicht. Ab und an schreibe ich sehr wohl das eine oder andere schlimme Wort, aber nur, um die Dramatik der Situation zu unterstreichen. Sonst geht mir all das am Arsch vorbei.
Schlimmer als ditte sind allerdings so verhutzelte Leute, die in ihren frischgewienerten Elfenbeintürmchen hinter der Gardine des elaborierten Sprachcodes sitzen und allerlei Nichtigkeit zu pompöser Wichtigkeit hochstilisieren. Da fliegen dann Worte, die keiner kennt und auch keiner kennen will, weil sie ja keiner kennt und man sich mittels ihrer nur schwer verständlich machen kann. Verständnislose Blicke erhasche ich genug, da binde ich mir doch nicht die Bürde auf, mich auch noch erklären zu müssen, denn mir ist ja wichtig, dass man mich versteht.
Nun pflüge ich so durchs Netz, lese hier, lese da und stelle erschreckt fest, dass es scheinbar einen Trend zur Aus- und Abgrenzung durch die Macht des geschriebenen Wortes gibt und frage mich, was das alles soll? In großspurigen Tönen werden Dinge doziert, die bei allgemeinverständlicher Sprache so lächerlich unwichtig wären, dass James sie schon als profan bezeichnen könnte, würde er sich damit nicht gerade ins Bein schießen, was einem Shooter ja nicht gut steht. Bei all der Effekthascherei wird gern und oft die Tatsache verkannt, dass gequirlter Mist auch mit schicker Verpackung gequirlter Mist bleibt und selbst die längste aller Aneinanderreihungen von hochwissenschaftlichen Worten erstmal mit Sinn gefüllt sein möchte. Die Sinnhaftigkeit des Ganzen stelle ich demzufolge in Frage und behaupte, es geht dabei nur darum, andere dumm aussehen zu lassen. Wenn es so sein sollte, nehme ich das sportlich, reihe mich in die Riege der Dummen und Schwachen und ruf den Verhutzelten zu, die da hoch oben selbstgefällig und mit schweissigem Antlitz gönnerhaft zu mir runter winken:
Klug ist der, der es vermag komplexe Dinge in einfachen Worten zu erklären oder zu beschreiben, dies zu können muss man kein Didaktiker sein, was ich jetzt bewusst schrieb, nur mal um zu zeigen, dass ich euch verstehe, zumindest rein inhaltlich, auch wenn ihr das vielleicht gar nicht wollt?!
Dumm ist hingegen der, der Dummes tut, das ist bekannt, und wer sitzt schon bei 39 Grad ganz oben im stickigen Türmchen?
Mit B-revolutionärem offbeat Gruß, Salutes!
Schlimmer als ditte sind allerdings so verhutzelte Leute, die in ihren frischgewienerten Elfenbeintürmchen hinter der Gardine des elaborierten Sprachcodes sitzen und allerlei Nichtigkeit zu pompöser Wichtigkeit hochstilisieren. Da fliegen dann Worte, die keiner kennt und auch keiner kennen will, weil sie ja keiner kennt und man sich mittels ihrer nur schwer verständlich machen kann. Verständnislose Blicke erhasche ich genug, da binde ich mir doch nicht die Bürde auf, mich auch noch erklären zu müssen, denn mir ist ja wichtig, dass man mich versteht.
Nun pflüge ich so durchs Netz, lese hier, lese da und stelle erschreckt fest, dass es scheinbar einen Trend zur Aus- und Abgrenzung durch die Macht des geschriebenen Wortes gibt und frage mich, was das alles soll? In großspurigen Tönen werden Dinge doziert, die bei allgemeinverständlicher Sprache so lächerlich unwichtig wären, dass James sie schon als profan bezeichnen könnte, würde er sich damit nicht gerade ins Bein schießen, was einem Shooter ja nicht gut steht. Bei all der Effekthascherei wird gern und oft die Tatsache verkannt, dass gequirlter Mist auch mit schicker Verpackung gequirlter Mist bleibt und selbst die längste aller Aneinanderreihungen von hochwissenschaftlichen Worten erstmal mit Sinn gefüllt sein möchte. Die Sinnhaftigkeit des Ganzen stelle ich demzufolge in Frage und behaupte, es geht dabei nur darum, andere dumm aussehen zu lassen. Wenn es so sein sollte, nehme ich das sportlich, reihe mich in die Riege der Dummen und Schwachen und ruf den Verhutzelten zu, die da hoch oben selbstgefällig und mit schweissigem Antlitz gönnerhaft zu mir runter winken:
Klug ist der, der es vermag komplexe Dinge in einfachen Worten zu erklären oder zu beschreiben, dies zu können muss man kein Didaktiker sein, was ich jetzt bewusst schrieb, nur mal um zu zeigen, dass ich euch verstehe, zumindest rein inhaltlich, auch wenn ihr das vielleicht gar nicht wollt?!
Dumm ist hingegen der, der Dummes tut, das ist bekannt, und wer sitzt schon bei 39 Grad ganz oben im stickigen Türmchen?
Mit B-revolutionärem offbeat Gruß, Salutes!

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