Freitag, 21. Juli 2006
Langweiliger Freitag
Scheiss Sommerzeit, ehrlich. Die Langsamkeit hier nervt mich, heut besonders.
Nichts bewegt sich, alles steht. Neulich noch Sperrfeuer am Telefon und heute Totentanz. Ich dachte ja, es pendelt sich aus, wenn man zurück ist. Tut es aber nicht. Ich steh noch immer unter Strom, will so gern alles erledigen. Das kann ich aber nicht, weil alle im Urlaub sind. Alle. Da ruft man hier an, ruft da an und kriegt allerorten zu hören: Der/Die kommt in 2 Wochen wieder. Prima. Warte ich halt, obwohl es mir verhasst ist.
Die Japaner sind da. Gut, wenigstens ein Termin, leider nicht meiner. Maria sieht müde aus. Die sitzen schon seid heute Morgen zusammen. Ich hab se ja gefragt, nein angebettelt, das ich mit ins Meeting will. Bisschen querschiessen, Rückendeckung geben. Wollte se nicht, weil die Japaner zu Zweit sind und Maria schon 2 andere Adjudanten, PR und Reeder himself hat. Verhandlungspsychologie, sachte se. Aha. Wieder was gelernt. Alle Sachen sind in der Post. Verträge geschrieben, Außendienste verarztet, Termine stehen, die nächsten Reisen gebucht und nu? Warten.
Die Bloggeristen sind auch verdächtig still, die Deutschlandtour wird auch nichts, also rufe ich den HG an.
Der sacht ich soll mal Urlaub machen. „Wo denn?“ frage ich.
„Du könntest nach Wien kommen und in meinem Haus im Waldviertel wohnen.“
Keine schlechte Idee, gerade mit Gedanken an die DieDu. Die hat sich aber och nicht gemeldet.
„Ich werde keinen Urlaub nehmen.“ Hat sie mir noch mitgegeben, letztes Wochenende, das schon wieder soweit weg scheint. Sie hat auch wirklich viel zu tun, Glückliche.
Kann jetzt bitte Herbst sein, mit all seinen Messen und Jahresgesprächen. Bitte.
Check ich meine Spesenabrechnung, fehlt da Geld, ruf ich in der Buchhaltung an und krieg zu hören, die Verantwortliche sei im Urlaub.
„Versteh ich.“ Sag ich. „Wer ist denn die Vertretung?“
„Ich.“
„Dann haben wir ja kein Problem.“
„Ich weiß nicht ob ich das kann.“
„Wieso bist Du dann Vertretung?“ So etwas nervt mich, unendlich und ist so typisch schwedisch. Nur keine Verantwortung tragen nur nichts entscheiden, immer brav warten. Die Kohle bekomm ich jetzt doch, weil ich mich nicht gleich ergebe.
„Du müsstest viel ruhiger werden hat das himbeerchen in Wien gesagt.“
Ich hab’s probiert, ehrlich, geht aber gerade nicht und kann ich bei den Kollegen auch nicht.
Dann rief P an
„Wie geht es Ihnen.“
„Gut. Und Ihnen.“
„Danke gut.“
„Wo sind Sie denn gerade?“
„Stockholm und Sie?“
„In meinem Homeoffice.“
„Soll ja sehr heiss sein bei Ihnen.“
„Stimmt. Gestern 39 Grad. Aber das ist gut fürs Geschäft.“
„Glaub ich Ihnen.“
„Sagen Sie Herr Cabman, Sie wissen warum ich anrufe?“
„Klar, ich bin informiert. Ist ja unser Job, nicht? Informationen verarbeiten.“
„Ich sachs gerade raus: Ich würde Sie gern wieder haben.“
„Weiss ich, haben Sie mir schon das letzte Mal gesagt, wenn auch durch die Blume“
„Und?“
„Bislang haben Sie sich inhaltlich gar nicht geäußert. Oder?“
„Sollten wir das am Telefon machen? Mir geht es um die Grundsätzlichkeit.“
„Grundsätzlich höre ich mir immer alles an. Habe ich von Ihnen gelernt.“
„Ganz der alte James. Wann sind Sie dann in Deutschland?“
„Beruflich Mitte Ende August. Privat ginge eher.“
„Mitte August passt mir, ich geh jetzt nämlich in den Urlaub.“
„Ach, da freu ich mich aber.“
„Wo wollen wir uns treffen?“
„Na nicht bei ihnen in der Firma, da treffe ich dann noch den, den Sie rausschmeißen.“
„Woher wissen Sie das denn?“
„Quellen und Interesse. Ich habe ja noch immer Freunde bei Ihnen.“
„Richtig, ich kann mir schon denken wo das herkommt.“
„Das glaube ich Ihnen sogar.“
„Ich könnte Sie hier auch gar nicht einlaufen lassen, das gibt sofort Gerüchte. Was halten Sie von dem Rastplatz wo ich meinen Führerschein loswurde, an dem und dem Tag um 17.00 Uhr?“
„Ich schau mal. Ja, das sollte klappen.“
„Na gut. Dann sehen wir uns da. Schönen Urlaub und schönen Tag.“
„Danke dasselbe und grüssen Sie den Matze.“
„Wusste ichs doch.“ Lach.
„Was dachten Sie denn? Tschüss.“ Lach.
„Tschüss.“

Tja. Was zum Nachdenken fürs Wochenende, läuft alles in die richtige Richtung. Matze und ich arbeiten schon mal sehr gut zusammen, wie früher auch schon. Das passt. Grosse Räder muss man drehen wollen und dann noch können. Natürlich muss man aufpassen, dass sie einen nicht überrollen, aber das ist ne Trainingsfrage. Und dann muss man noch wissen, wo die zu finden sind. Oder wie ich der Himbeere sagte, wenn du heute weißt, wo du morgen sein willst, weißt du auch in welche Richtung du losgehen musst. Dass wissen aber nicht alle. Und da liegt das Problem. Die eiern dann wie besoffen durch nen Irrgarten statt sich 5 Minuten zu überlegen, wo der Ausgang sein könnte.
Maria kommt aus dem Meeting.
„Und seid ihr fertig?“
„Nee und die schlimmsten Punkte stehen noch aus.“
„Wird ne lange Nacht?“
„Scheint so. Und immer wenn es ernst wird, verstehen sie auf einmal kein Englisch. Hätte ich dich mal mitgenommen.“
„Ich spreche kein Japanisch.“
„Nee, aber du hast immer so lockere Sprüche drauf, da würden die sich schon verraten.“
„Verhandlungspsychologie?“
„Ach James, sei nicht sauer.“
„Bin ich nicht. Wenn wir uns nicht mehr sehen sollten, wünsche ich dir schon mal nen schönen Urlaub und ruf mich an wegen Donnerstag. Du boxt das Ding hier schon durch.“
„Ja. Ich wünsch Dir auch nen schönen Urlaub und wir sehen uns dann im August. Wo fährst Du denn hin?“
„Keine Ahnung.“
„Bitte nicht Malle. Da kommst du wieder wie der Tot auf Latschen zurück.“
„Nee. Nicht Malle, aber vielleicht zu HG.“
„Jetzt bin ich neidisch. Etwa ins Waldviertel?“
„Ja.“
„Hau ab.“
„Tschüss.“
„Tschüss.“

So. Nur ein bisschen bloggen, verfliegt die Langeweile auch. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!


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Mail vom Aussendienst
Moin,

Habe für uns vom 22.-23.08.06 ein Hotelzimmer in Berlin reserviert. Kann aber noch storniert werden.

Grüße

T.


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Aller Anfang ist schwer!
So. Aufgrund mangelnden Interesses, ist die Jame The Traveller Cabman Deutschlandtournee eingestellt. Nee, nicht wegen mangelnden Interesses sondern wegen unterschiedlicher Lebenstakte. Ich werde aber trotzdem nach Berlin fahren, wahrscheinlich, und frage deswegen ganz artig, ob mir jemand aus der Berlinfraktion einen Nightlife Tip mitgeben kann? Bisschen Hotten, bisschen Hefe, nicht so exponiert, kuschelig vielleicht, was zum Tanzen, halt was für ältere Leute und um mit de DieDu Spass zu haben, wenn se denn mitkommt, denn se hat nen sackvoll zu tun. Vorschläge, gern auch mit Adresse, sind mehr als willkommen. Danke.


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Donnerstag, 20. Juli 2006
Matroschka, ein Paukenschlägchen
So, nun mal Füße vom Tüsch, Öhrchen gespitzt und Büffel, lass noch Nüsschen für die anderen übrig. Ich arbeite hier an meinem Porsche. Sozusagen offbeat next generation, ein kleiner Paukenschlag, und jetzt kommts, mit freundlichem Gruß an alle Schreiberlinge: Das ganz neue Genre heisst nämlich Matroschkatexte und der hier ist ein Handmuster, also bitte recht vorsichtig. Danke.
Übrigens würde sich meine alte Deutschlehrerin sehr freuen, über ditte hier, denn sie sagte immer: “James, ich weiss, dass du mehr kannst. Du bist nur faul.“ Stimmt. Aber Die verlorene Ehre der Katharina Blum habe ich gelesen, wie alle Bücher, die sie uns aufgab und fand es richtig Scheisse, aber die Repetition darüber ist mir sehr gelungen und im Abschlusszeugnis hat sie mir doch ne Zwei gegeben, weil sie mich nämlich ein bisschen mochte. Ich sie auch, ne ganz komische Beziehung. Und nun zur Sache, Du Puppe!
Erste Püppi
Anfang der Woche bekam ich eine mail von der Antiken. Sie schickte mir ein Bild von einer Uhr und schrieb:James, wenn du diese Uhr hier auf deinen Reisen siehst, kaufst du sie mir dann? Da habe ich sie schnell angerufen:

James: Klar kauf ich dir die Uhr. Sie ist schick.
Antike: Ja, nicht? Wann bist du denn wieder unterwegs?
James: Keine Ahnung. Aber sach mal, wo hast du die denn gefunden?
Antike: Im Uhrengeschäft in der Kungsgatan
James: Und wieso kaufen wir die nicht da?
Antike: Ist zu teuer.
James: Ach Quatsch, gönn dir mal was und sei nicht so knauserig.
Antike: Das musst Du gerade sagen!

Bis hier kam noch nichts mit Iah vor, war wenig polarisierend, da freuen sich die, und ich bin mir sicher, dass es die gibt, Blog-Beobachter der Verlagskonglomerate. Bitte schön, ihr könnt euch noch nen Kaffe holen, es wird auch nicht schlimmer. Und solltet ihr darüber nachdenken, mich in Naturalien zu bezahlen, schrei ich laut: Her mit den grünen Schlüpper, denn es ist ja nur eine Frage was man daraus macht:
Ich würde die an einen kongolesischen Befreiungsarmeekindersoldatenfickergeneral verkloppen. Der kann sich daraus Tarnnetze nähen, um die EU-Entwicklungsgelder, die sich in Form von AK47 im Dschungel verstecken, noch mehr zu verstecken. Als Bezahlung nehme ich gern und dankend die raubabgebauten goldenen Nuggets und die verscheuere ich an die ungarische Zahnarztmafia. Von denen bekomm ich dann einen Container Nutten, die ich 50/50 nach Österreich und Berlin verticke. In Österreich bekomm ich (Iah)Mozartkugeln und in Berlin ne Baugenehmigung. Die (Iah)Mozartkugel gehen gegen Cash in die USA, um deren Fettleibigkeit behilflich zu sein und die schmatzende Frage:Oh, is it European? würde ich beantworten: Eine Frage ihrer Perspektive, Mr Bush! Die Baugenehmigung geht gegen 30.000 Johgurtbecher an einen Konzern, den Joghurt verhökere ich an spanische Diskotheken, weil auch Joghurtpartys hip werden können, die leeren Becher schicke ich an den Nordpol, da können sich die Inuit den Iglo schön verklinkern. Jede Stufe der supply chain kalkuliere ich mit 56% margin und geh gutgelaunt in den (Iah)Porschesupermarkt. Und für alle Gutmenschenhühnchen, die jetzt schon wieder mit geschürzten Lippen und krauseliger Stirn hinter ihrem luminiszierenden Bildschirmen sitzen, nagelfeilend, damit sie gleich bestürzte Kommentare einhacken können: Dat war Ironie.
Im Übrigen finde ich, ist dies ein schulbuchtaugliches Beispiel für globalen Handel und sollte in keinem Lehrbuch fehlen.
Zweite Püppi
Das musst du gerade sagen bezog sich darauf, dass ich mir selber nur selten was kaufe, außer, die Verkäuferin ist ne Hübsche, da lass ich mich bequatschen. Aber gerne doch, erst neulich wieder und neulich war ich auch im Niethosenfachgeschäft mit eisverschmierten Fingern und Milchbart, denn eigentlich bin ich ja ein Babykater und das Männerkaterfell habe ich mir nur geliehen, weil das mehr was her macht. Täuschen, Tarnen, die Leserschaft kennt das. Ich ging so vor mich hin, nichts zu suchen war mein Sinn (schönen Gruss an die Deutschlehrerin, der „Osterspaziergang“ hat mir eh besser gefallen als Bölls geböller), da sah ich sie und habe mich auch prompt in sie hinein verliebt: In die obergeile, katermässig und SOOOOOOO lässige Iah Replay. Mit weitem Bein, schön im Dreck schleifend, lässige Knöpfe in bunten Farben und tollen Nähten, mit aufgesetzten Taschen! Ich sachs noch mal: AUFGESETZTE Taschen! Hammer, oder? Anprobiert, festgestellt, dass ich mich total sexy fühle mit Hose und trotz Milchbart, schnell auf den Preis geschaut und dann nen Schock bekommen: 1600SEK gleich 173,- Euro Tageskurs (heute) und damals war der noch höher. Hab ich se halt wieder weggepackt, die Kohle war ja nicht das Problem und jetze ma nicht neidisch sein, dafür geh ich ja auch arbeiten, bin Single, habe kein Auto, dass schreib ich mir doch gerade erst zusammen und wenn man draußen ist muss man nicht mal das Essen selber bezahlen. Dafür habe ich aber keine Ahnung was im Fernsehen läuft und ein beschissenes Sexleben.
Ich wollte halt einfach nicht so viel bezahlen und ich werde jetze auch nicht die Werttheorie auspacken, hat aber damit was zu tun.
Dritte Püppi
Die Hose fand ich freilich toll und dachte mir, na ja vielleicht bekommst die in Deutschland, da sparste schon an der Mwst., denn hier sind es 25% da nur 16%, das wäre wohl irgendwas bei 13 Euro und für 15 pro Person habe ich in Wien mit der DieDu Eintritt bezahlt und hatten Getränke frei, d.h. die Ersparnis wäre schon fast ein halber Abend voller Leidenschaft und die ist ja jeden Cent wert. So einfach kann Mathe sein und auch hier plädiere ich dafür, die Schulbücher zu überarbeiten, denn wenn es die Kids interessiert, lernen se auch was und Pisa wäre nur ne Stadt in der Toskana.
Die Hose habe ich nicht gekauft, mich drüber geärgert und der Antiken immer die Ohren voll genölt, weil die ja nun gut zu diesem oder jenen passen würde, was die irgendwie beschwerlich fand.
Letztes Wochenende kam se dann nachhause, die Antike und da knallt sie mir ne Tüte auf den Tisch, begleitet von den charmanten Worten: „Dein Arsch scheint ja nicht fetter geworden zu sein, sollte dir also passen. Und vielen Dank für die Depeche Mode Karten.“
Da war ich baff, habe mich gefreut, Hose passt auch und ein schönes Beispiel meiner Theorie: Erst geben, dann bekommen, denn alles ist im flow. Der olle Franz hat ja auch erst den Berg verschenkt und danach ein ganzes Kaiserreich bekommen, oder? Berge habe ich nicht, aber die letzte Püppi:
Vierte Püppi
Um draußen schießen zu können, müssen Maria und ich oft erstmal auf unsere eigenen Leute ballern, aber immer Rücken an Rücken, wir zwei, denn wir lassen uns nicht so gern ficken und deswegen müssen wir uns abstimmen, damit wir uns in dieselbe Richtung bewegen, wenn die blauen Bohnen fliegen. Meist will sie links, ich bleib gern stehen oder mach einen Schritt gerade aus. Das kann sie aber nicht, denn sie hat die Verantwortung für den ganzen Panzerkreuzer. Das versteh ich. Trotzdem ham wir uns gestern geschossen. Heute war aber schon alles wieder gut und nächsten Donnerstag gehen wir gemeinsam in nen Club hier in Stockholm.
Nach unserem Intermezzo hatte ich vier unbeantwortete Anrufe auf dem Handy und zwar von der Antiken und dann rief sie mich im Bus an:

Antike: Wegen der Uhr, brauchste nicht mehr kaufen.
James: Hast du sie schon gekauft?
Antike: Nee, ich habe deine genommen.
James: Ist ok.
Antike: Die goldene Iah Glashütte.
James: Macht ja nichts.
Antike: Aber du? Ich habe die auch umbauen lassen.
James: Oh.
Antike: Bist de sauer? Ich habe ein paar Mal angerufen und wollte fragen, aber du antwortest ja nie.
James: Nee, ich bin nicht sauer, dann schenk ich sie dir jetzt, damit du immer an mich denkst, wenn de mal wieder arschig zu mir bist.
Antike: Und du an mich.
Und dann müssen wir beide lachen und das sind so die Aktionen, Hose und Uhr, für die ich sie mal liebte.
Tja. Mal sehen, was ich für die Uhr bekomme, ich erwarte aber nix.

So liebe Freunde aus Zuffenhausen, Ihr habt es ja sicher mitbekommen, hier gab es Vorgeplänkel, die Uhr als Rahmenhandlung und einen Matroschkakern. Ich denk das ist so weit ok und ich nehme dann 300gr Porsche 911 GT3, nicht geschnitten, sondern am Stück. Dazu 250gr Aufkleber in Spiegelschrift Vorne: „Du bist nur eine Opel.“ Und für hinten noch 100gr „Achtung! Kater on board“ Danke und bitte alles einpacken, denn ich muss noch weiter.


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Donnerstag, 20. Juli 2006
offbeatblogger, thats it!
Als offbeatblogger ist es ja meine Aufgabe, offbeats zu schlagen, oder wie immer man die nun erzeugt, die Paukenschläge. Also offbeat ist ja schon mal mein neues Lieblingswort. Und wenn ich mal gefragt werde, welches Hobby ich habe, sach ich lässig, natürlich die Daumen in die gürtellosen Gürtelschlaufen meiner Stoffhose gehakt, mit knotigen Pullunder und dabei wippenden Fußes: OFFBEATblogger! Kommt lässig oder? Nur fragt mich ja nie einer und deswegen brauch ich mich auch nicht ärgern, dass ich gar keine Stoffhose habe. Aber schön wäre es schon, schön lässig.
Offbeat Number One:
DieDu und ich:
DieDu: “Was hast du eigentlich in deinem Kühlschrank, wenn du nie da bist?“
James: “Eine (Iah) Dr. Pepper Cola 0,5l, eine (Iah)Dr. Oetker Pizza Salami und ein (Iah) Ben&Jerry Eis Peace of Cake. Und du?“
DieDu: “Ein (Iah) Vittel 0,5l und einen Apfel.“
James: “Da könnten wir ja direkt die Mutti zum Essen einladen.“
DieDu (lacht):“Ja, aber jeder nur ein Stück Pizza, bitte.“

So, offbeatmässig nun mal raus mit de Sprache liebe Bloggeristen, was habt ihr denn so im Eisschrank? Ach, und bitte nicht das offbeat (Iah) bei Markenbezeichnungen vergessen, sonst werden wir nicht zu (Iah)-Bloggern, nicht. Wer nicht mutieren will muss ja nicht, aber so wird das nie was mit dem Eis inne Schären.


Offbeat Number Two:
Ich habe eine Diskussion geführt mit Maria. Heute auch, da ging es ins Eingemachte und ich hatte richtig Bock zu kündigen, aber die Diskussion, die ich jetzt meine, drehte sich um den Urlaub. Den soll ich nehmen, will ich aber nicht und deswegen ham wa diskutiert. Ich habe nämlich keine Ahnung, wohin mit der Zeit und als ich gestern Abend mit de lunally so rumgemacht habe, ist mir eine riesige Idee gekommen: Zugfahren! Quer durch Deutschland, HH-Berlin-Leipzig-München-Nürnberg-Köln-Dortmund-Bremen-HH mit Grand Finale da. Und in jeder Stadt nen Bloggerist besuchen und, ja na kloar, darüber bloggen! Was offbeat wa? Vielleicht noch mit Stoffhose, das kommt dann richtig lässig. Aber bitte zwei kaufen, James, weil die inne Bahn immer schmutzig werden. Teuer muss so was auch nicht sein, hab ja ne (Iah)Bahncard, aber das ganze Bier James? Denk an so Leute wie den Bier-Büffel oder Guinness-Gorilla oder die Cocktail-Damen. Tja, Investitionen inne Freundschaft, kann ewig halten.
So, ist das offbeatmässig? James The Traveler Cabman auf Deutschlandtournee. Ja, denk ich mir, dabei versonnen das Kinn streichelnd, das hätte schon was, was denkwürdiges.


Offbeat Number Three
Aus gegebenen Anlass und weil es auch irgendwie lässig ist, mal was ganz verrücktes:
Santé Bloggen created by Kuhlumbus. Danke(!), dass es noch so ein paar lässige Typen gibt, da fühlt sich der Kater nicht allein und außerdem bräuchte ich heute ein paar aufbauende Worte. Und den Freunden von der Iah-Fraktion, die ich ja gerne mag, winke ich freundlich zu und sach so Dinge wie: Weniger ist mehr, vor allem von der affektierten Eitelkeit und wenn ihr mal mit um Block ziehen wollt, einfach schreiben, ich besuch euch dann auch, ehrlich ohne Flax und daraus schnitzen wir uns Santébloggen. Salutes, Skoll, Prost und so jung kommen wir bestimmt nicht mehr zusammen.


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Für Annika
So. Ich wollte ja nur mal sagen, dass diese ganze Journalistenbrut mich reichlich annervt. Ich weiß wohl, dass einige von denen auch bloggen und dass das hier einen teuer zu stehen kommen könnte, aber dat is mir gerad so was von Wurscht, und daher, noch mal klar und deutlich:
Ihr Pisser n e r v t mich!
Gut, nun is es raus und gut ist auch, dass wir für so was eigentlich eine PR Abteilung haben, gut ist aber nicht, dass die alle im Urlaub sind. Mir fehlt ja sowieso das Verständnis für deren Arbeit, die kosten nämlich nur und lesen Zeitung, weswegen ich die auch gern mal die Zeitungsleserabteilung nenne. Das ist nicht gern gehört und wenn ich mir das indiskutable, diskrepante Zahlenverhältnis zwischen Shooter- und Zeitungsabteilung anschaue, wird schnell klar, dass der Reeder dieses Schiffes Panzerkreuzer Firma eine sehr hohe Meinung von denen hat. Da muss man nicht klagen, sondern das Beste daraus machen.
Das Beste an der Zeitungsabteilung ist deren Chefin. Das ist Annika und die ist ein Kater, aber wirklich.
Annika ist mal locker ein Kopp größer als ich, wesentlich kräftiger gebaut, hat einen Wortwitz, der mich animiert und fasziniert, sie ist vierzig Jahre alt und außerdem hat sie MS. Diese Krankheit hat sie schon ne Weile, mit guten und mit schlechten Tagen und wenn sie ihre Therapie macht, besuch ich sie immer zu Hause, denn dann geht gar nichts bei ihr. Sie hat mir mal erzählt, dass sie dann wie auf Droge ist und wirklich schlimme Hallus bekommt. Der Reeder hat das Büro für sie umbauen lassen, denn nur weil sie im Rollstuhl sitzt, nicht immer, aber ab und an, ist sie ja noch lange nicht behindert und solange sie will und kann, bleibt sie auch die Chefin und alle, wie wir da sind, respektieren den Reeder und die Annika sowieso!
Im Mai waren wir ja mit der kompletten Besatzung des Panzerkreuzers Firma in Wien (hab ich gar nicht gebloggt ), weil der Reeder jedes Jahr ne Reise in eins unser Verkaufsländer sponsert, aber nur wenn die Zahlen passen. Ich war für Italien, Spanien hatten wir letztes Jahr, Erik war für Florida und der Reeder versprach, wenn wir den Umsatz xy schaffen, fahren wir da auch hin. Was glaubt der Leser hier, warum ich Gas gebe? Na gut, ein bis zwei persönliche Ziele spielen da auch ne Rolle, Ehrgeiz und so, aber Florida kostenfrei ist ja auch mal was.
Jut, dieses Jahr nun Wien und weil Österreich mir gehört (das schreibt sich ja prima) hatte ich och die Planung am Hals und doof fand ich es auch, weil kannte ich ja schon.
In Wien haben wir das gesamte Touriprogramm abgespult und da Annika nicht so lange gehen kann, war sie halt im Rollstuhl unterwegs. Und weil ich sie sehr mag und es immer traurig finde, wenn sie im Rollstuhl sitzt, habe ich niemand anderem erlaubt, sie zu chauffieren. Da waren die meisten auch froh drüber, denn man ist ja nicht so flexibel, mir war es Wurscht, ich habe mich eh Annikas Wünschen untergeordnet. So sind wir dann durch Wien geschuppert, Stephansdom, Schloss Schönbrunn und trallalla und ich muss sagen, ich würde es hassen, das gehandicapt sein. Annika und ich waren aber ein gutes Team, sie hat mit der Krücke die unaufmerksamen Leute angestuppst und wenn die uns dumm kamen, habe ich denen die Meinung gegeigt, weil Annika, sonst nicht auf den Mund gefallen, spricht tausend andere Sprachen, aber nicht Deutsch. Hat alles sehr gut funktioniert.
Abends habe ich ihr auf der Tanke noch zwei Flaschen Wein gekauft, fürs Hotel (sie wollte nicht mit in die City) und da muss sie dann ordentlich gefeiert haben, denn am nächsten Morgen erzählte sie mir, dass der Nachtportier mit Rauschmiss drohte. Das ist selbst mir nur einmal passiert, in Minsk, aber das ist ne andere Geschichte, mit Weibern und so.
Na ja, Annika und noch so zehn andere aus der Logistikabteilung wollten es halt wissen. So was passiert schon mal.
Tja wir hatten ne gute Zeit in Wien, ich habe das ganze rumgezuckel mit Autogeräuschen untermalt und weil ich schon ein paar Autos hatte, wegen der Jobs, wegen der Unfälle und wegen der Kreativität, konnte ich aus einem riesigen Fundus an Motorengeräuschen schöpfen. Annika sagte nachher nur noch, sie nimmt heute den Volvo und dann gings los, brumm brumm…. Muss man alles nicht so ernst nehmen, Annika macht es auch nicht und dafür bewundere ich sie, denn sie hat eine unbändige Lebenslust. Wir wollten auch zusammen zum Depeche Mode Konzert, weil wir beiden die einzigen Depeche Fans hier sind, hat sie auch gemacht, ich aus bekannten Gründen nicht und ich habe gehört, das die Vorfeier bei ihr zuhause schon ganz lässig war.
Warum ich das alles schreibe? Na weil ich vorhin eine mail von ihr bekam. Sie ist in Singapure. Noch drei Wochen Urlaub und danach fährt sie nach Australien, für die Firma. Das geht in Ordnung, der Reeder sagt, wir sollen das ruhig koppeln, Urlaub und Job, gerade bei langen Reisen und außerdem sparen wir auch das Ticket, sehr nobel finde ich.
Neben allerlei andere Sachen schrieb sie, dass der Poolbarkeeper nicht nur gut mixt, sondern auch gut aussieht, eine Versuchung, denn er wäre sehr nett zu ihr.
Ich antwortet ihr, sie soll all das machen, was ich machen würde.
Und dann krieg ich zurück: Hab ich schon;-)
Da freu ich mich für sie und es bleibt nur zu konstatieren: Sie ist ein Kater!


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