Montag, 16. November 2015
Danach
Da habe ich am Freitag einen wunderschönen Beitrag angefangen, dessen Beendigung und Veröffentlichung aufgrund von Abendbrot, Kinder bettfein machen, Geschichte von Alfons vorlesen, Aufräumen und danach unbedingt Fussball schauen zu wollen, außerplanmäßig auf Samstag verschoben wurde.

Dann geschah, was geschah und das Bild des weinenden Jungen, der neben seinem Vater in den Stadioninnenraum lief, zerriss mein Herz und ließ mich erkennen, dass andächtig meiner Fassungslosigkeit der Geschehnisse und das Leid, welches unvermittelt über Hunderte gebracht wurde, also in den wahren Relationen betrachtet, mein Freitagsbeitrag in die absolut zu vernachlässigende Bedeutunglosigkeit entschwebte.

Das war gestern.

Heute, als ich Cabkid in die Kita brachte und wir lachten, uns über Pupsuschis und Doofköppe beömmelten, reifte der Gedanke, dass mein kleines Leben vielleicht nicht das wichtigste ist, das einem Menschen gegönnt war, zu leben, man denke nur an Helmut Schmidt, aber es ist verdammt noch mal meins und ich werde mir die Freude daran nicht nehmen lassen, oder um es mit Harry Rowohlt zu sagen:

"Der Kampf geht weiter!"


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Mittwoch, 4. November 2015
Let them be blogged


Zssching und weil es schön schwingt auch noch ein Baschuung hinterher und nun geht´s los. Vorher allerdings noch der Hinweis, dass der Herr Prieditis da ein herrliches Stück Kunst gemacht hat und Ihr üblen Kunstbanausen wisst dies nicht zu würdigen. Trollt euch also, huscht rüber und freut euch, dass es so etwas noch gibt in diesen schlimmen Tagen der Ignoranz.





Ansonsten war ich in Kapsel Kassel und das Erstschönste an Kassel ist bekanntlich der Moment, wenn man wieder abreist und das Zweitschönste der Bahnhof Wilhelmshöhe.

Wenn Sie die hier innewohnende Schönheit der Nichtlinearität der Chronologie der Ereignisgipfel als solche nicht erkennen, dann denken Sie bestimmt auch, dass Malbücher für Erwachsene tatsächlich was mit Kreativität zu tun haben. Dazu gleich mehr. Vorher aber noch zu Kassel:

„He, guck mal da, die Kassler ZEA für Flüchtlinge.“

„HAHAHA.“

Darf man darüber Witze machen? Unbedingt. Für mich der einzige Weg, nicht an der Unfähigkeit unserer Regierung, sich diesem Thema professionell und zu stellen, zu verzweifeln.





Ich war dann auch in Brüssel und weil es am Hamburger Flughafen tatsächlich niemanden gab, der die Koffer der Mitreisenden einladen konnte, wollte, sollte, musste, oder was auch immer, standen wir halt eine Stunde da so rum, weswegen wir den Kollegen das geplante Dinner am Abend in diesem belgischen Landgasthaus absagten.

Warum wir dann trotzdem dahin fuhren und zwar in ländlich entspannender Lage, fern ab vom Großstadtstress, Genuss für Seele und Gaumen geniessen… hatte Gründe, die man als Verpeiltheit gepaart mit öhm… Ignoranz bezeichnen kann.

Der Kollege, dem ich dies zu verdanken hatte, meinte aber, wir bräuchten nun wirklich nicht hundert Jahre auf das nächste Taxi hier in dieser ländlich entspannende(n) Lage, fern ab vom Großstadtstress, zu warten, da (nach GUUGEL-Maps) das Hotel fußläufig nur 1600m entfernt sei.

Mhm. War schön. Artete in eine Nachtwanderung aus, da das Kollegenhandy natürlich out of energy lief und kurz darauf auch meins.

Der Vogel meinte aber, dass er sich den Weg eingeprägt hätte, was ich bis zur ersten Kreuzung auch bestätigen kann und dann kam der Moment, wo er dann den Laptop rauskramte, weil wir wirklich im Nirgendwo endeten.

Ich frage mich nicht, was die Leute, unseres Anblickes ansichtig, wohl dachten. Wirklich nicht. Egal.

Was mich bewegte war eigentlich die Frage, warum jemand in einem 300 Seelendorf einen Blumen-To-Go-Automaten im Garten stehen hat. Das macht man doch nicht ohne Grund, oder? Sehen Sie, meine ich doch auch.





Tags darauf war es unser Begehr, wieder nach HH zu fliegen, weswegen wir folgerichtig in der neuen Lounge in Brüssel auf den Flug wartenden, die, endlich fertigrenoviert, gar nicht mehr den DDR-Mitropa-Charme und einen netten Ausblick hat. Guckst du hier:





Neben uns saß eine dauergewellte, bereits welke Dame, deren Schönheit verflossener Jahre bisweilen durch die stark überschminkte Altersfratze blitzte, dass man direkt schreiben könnte:

Bass baff blitzte Bourgeoises bereits begossener Jahre brutal bannend barsch und zwar auf.

Schreib ich aber nicht.

Stattdessen das hier: Die Dame packte einen großen Block und diverse Buntstifte aus und fing an, in diesem Block vorgedruckte Tiere auszumalen. An ihre nicht minder verblühte Begleiterin, die, dachte man sich ihre randlose Controllerbrille weg, aussah wie Carmen Nebel in noch welker, gewandt, sprach sie:

„Das ist so herrlich entspannend und kreativ.“

Im Rahmen des allgemeinen Interesses und neugierig wie ich in solchen Themen sein kann, frug ich sogleich:

„Ähm, Entschuldigung wenn ich Sie störe, aber was finden Sie denn daran kreativ?“

Sie entgegnete: „Man kann sich die Farben aussuchen.“

Ist hybsch, oder? Ich lass das mal so abklingen und mach was anderes.

Ich flog dann nach Stuttgart und weil ich am Abend weiterreisen wollte, nicht wahr, hatte ich auch einen Leihwagen ordern lassen und als ich den abholen wollte, sachte der nette Herr:

„Ah, Hallo, Herr Cabman, schön, dass Sie sich wieder für uns entschieden haben. Ich hab heute zur Auswahl VW Touareg, Opel Mokka oder Audi TT.“

Ich gucke.

Er guckt.

Er sagt: „Schon gut. Ich gebe Ihnen den Audi. P4, Londoner Strasse, 134, alles wie immer, bitte noch hier unterschreiben.“

Was hat der denn für eine Meinung von mir? Egal, ich wollte eigentlich darüber schreiben, dass ich definitiv zu alt bin für diese Roadster.

Ich habe wohl Spaß an der Geschwindigkeit, aber als soignierter Herr mit Bandscheibe machte mich die straffe Sportfahrwerkabstimmung fertig, weswegen ich Cabwoman anrief und sagte:

„Wenn wir jemals in die Verlegenheit kommen sollten, soviel Geld zu haben, dass wir uns eine Kasperkarre kaufen können, erinnere mich bitte an diese Fahrt. Danke!“

Aber geil war es schon.




Danach habe ich was mit NRW gemacht und das beste aus und an NRW ist Cabwoman und danach kommen gleich Bilder wie dieses:



"Da kann man direkt sagen, ich wohne in einer stattlichen Nachbarschaft.", sagte ich zur liebsten Lieblingsmitarbeiterin, worauf diese auch wieder nur mit den Augen rollte und meinte: "Du schon wieder.", und weiter: "Mach mal hin, du hast den Termin auf 09.00 Uhr gesetzt. Immer dieser Fotoquatsch."

Egal. Ich finde das knorke und zwar genauso wie diese Kuriosität:



Dat "Zum Schiffchen" befindet sich im Ankunftsbereich des Düsseldorfer Flughafens gegenüber den Toiletten. Nicht gut? Zu feinsinnig gar? Also ich finds herrlich. Ich mag aber auch Helge Schneider.

Zur Nacht hielten wir Einzug und bezogen sogar auch Quartier im Revier, im besten Haus am Platz, welches sich vor allem dadurch hervorzuheben versuchte, dass irgendwelche Pseudokunst rumstand. Vielleicht war das aber tatsächlich auch was mit Anspruch und Wichtiges, denn wer bin ich denn schon, so etwas zu bewerten.

Auf jeden Fall waren die meisten Bilder von eineme Niveau, das ich auch hinbekommen könnte. Echt. Und wenn das sogar die Lieblingsmitarbeiterin meint, die mir sonst immer kontra gibt, fühle ich mich doch gleich bestätigt und mache demnächst auch mal wieder Kunst.

Bei Tisch gelüstete es mir nach Junkfood. Ich finde das immer interessant, wenn in solchen Kerzenlichtetablissments mit drei Bestecksets am Platz und vier Gläsern dazu, versucht wird, Streetfood bar jeglicher credibility in die unpassende Form der gefühlten Haute cuisin zu pressen. Also bestellte ich einen Enten-Döner und dann kam das:



"Recht überschaubar, oder?", fragte ich die Lieblingskollegin. Diese prüfte noch mal die Karte und siehe da, war aus der Sektion Vorspeise. Drum prüfe immer erst Dich, bevor du andere richtest.

Danach kam schon Frankfurt. Da gibt es nicht viel zu berichten, ausser der enttäuschenden Tatsache, dass kein Tor fiel. Da fährt man da hin, um die Bayern siegen zu sehen, weil dass auch für den HSV recht hybsch gewesen wäre und dann das.

Erstaunt hat mich aber wirklich die Atmosphere und die Stimmung im Stadion. Da ist der Frankfurter schon speziell, so scheints und dafür muss man die ja schon fast wieder liebhaben. Hörst Du? T O L L E Fans! Schön für das Spiel und Danke für die Einladung!


Click me big
Und dann war endlich Wochenende und ich daheim. Bin mit Cabkid1 radgefahren und höre ihn fragen, warum das Auto einen Baum auf dem Dach hat.

Ich denke mir noch, naja, denke ich, die Kleinen haben soviel Phantasie. Bis ich dann auf seiner Höhe war und das sah:





Was antwortet man einem Dreijährigen auf die Fragen:

A.) Was das ist?
B.) Warum der Besitzer das macht?
C.) Warum der Baum keine Äste hat?
D.) Wo sind die Blätter?
E.) Kann da ein Vogel draufsitzen?

Sehen Sie, da braucht man manchmal ein bisschen mehr Kreativität als die reine Fähigkeit, Farben auszusuchen.

Die wirklich spannende Frage ist doch aber: Was will uns der Besitzer damit sagen?

Merkwürdigkeiten allerorten. Let them be blogged.


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Sonntag, 25. Oktober 2015
SÜPERCÄBMÄN
Ich sach mal ZZSCHING und fang an mit meinem ersten - und nun kommts - gleichzeitig auch letzten Eintrag und zwar zum Thema Fahrrad. Das ist sozuschreiben eigentlich Doppelcontent und kommt inhaltlich nicht wieder vor. Es sei denn, ich finde noch jemandIn, mit dem ich dann gemeinsam Kuba per Fahrrad durchquere. Ansonsten könnt Ihr das alle viel besser, wo doch Fahrräder die neuen Katzen sind. Ich glaube, ganz ehrlich, dass kann nur noch durch Katze auf Fahrrad getoppt werden.

Vorher aber noch ein kurzer Einschieber:

Wenn Sie meinen, Samstag, morgens, 5° und Nieselwetter beim IKEA in Altona wäre eine nervliche Herausforderung, dann kann ich Ihnen versichern: Badespass in stadtbekannter Location mit Piratenboot und Wasserfall war heute Morgen, 10.18 Uhr auch eine....ähm... ERFAHRUNG. Besonders eine optische.


So. Also die Fahrradjunkies werden jetzt müde Abwinken, aber ich persönlich finde meine Pro Fetè todchic und vor allem Blau.

Die heisst natürlich in richtig Prophete, was, nach kundigem Kundschaften Cabwomans, mal die Eigenmarke von Karstadt war. Mir persönlich ist das total egal, ich fand die einfach nur cool, damals, als ich die auffem Flohmarkt gekauft habe. Also die Prophete meine ich jetzt.

Seit dem stand sie eigentlich nur rum und da ich doch nun in dem Alter bin, wo es gilt, dem körperlichen Verfall zu begegnen, habe ich ein bisschen Geld und Zeit reingesteckt, weil ich jetzt nämlich immer und zwar immer wenn Wochenende ist und es nicht regnet, mit der Prophete zum Bäcker fahr. Also gelegentlich.

Nach all der schamlos dargestellten körperlichen Vergänglichkeit älterer Eltern, die sich heute durch meine Retina quälte, erlitt ich auch gleich einen Motivationsschub und hörte mich sagen: Und heute Nachmittag noch bisschen draussen bewegen. Radfahren? Fanden die Jungs gut. Ich auch.

Das Schöne ist, früher, im Osten, als ich mich zum Spielen verabschiedete, sachte ich immer: Ich bin mit den Jungs bei den Garagen. Wie ich gerade feststellte, hat sich das bis heute scheinbar nicht geändert... es gibt sie also doch noch, die guten Dinge: den Garagenhof der Nachbarn.





Mit dem Fahrrad zu hüpfen ist natürlich total assi wenn man zwei gebrochene Ellenbogen hat, aber, aber, aber....ich denke wir verstehen uns.



Ohne Worte. Ich werde demnächst so beim Bäcker vorrollen. Nur mal gucken, was die nette Brotwarenfachverkäuferin dazu sagt. Neulich, als ich fragte, welches Brotfach Sie denn empfehlen könnte, hatten wir schonmal einen schönen Gesprächseinstieg.


Ansonsten nix, ausser das man das jetzt kaufen kann. Ist hybsch. (Mit "Y" weil das "Ü", welches hierfür vorgesehen war, artfremd in der Überschrift benutzt wurde.) Sie wissen schon: Ressourcen schonen.






Habe die Ehre.


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