Dienstag, 9. Mai 2006
Die Nacht, in der ich erwachsen wurde oder Was hätte Buk gesagt?


Platterregen ging auf die Stadt nieder, dass man sich wundern konnte, wo all das Wasser herkam. Hansen und Siggi hatten sich schon vor einer Stunde verdrückt und nun saß ich allein in der Kneipe ohne Namen und wollte nur noch mein Bier austrinken.
„Cabman, ich will gleich Feierabend machen und absperren.“ sagte die dicke Elke und polierte dabei eines der letzten Gläser.
„Kein Thema Elke, ich wollte sowieso los. Ich dachte nur, dass es vielleicht noch aufhören würde zu regnen.“
„Ja, ist wirklich eine Sauwetter, bei dem man kein Hund vor die Tür jagen würde.“ Und als ihr zwei Sekunden später auffiel, das sie mich gerade gebeten hatte zu gehen, schob sie hinterher: “Wenn du willst kannst Du ja noch mit zu mir kommen. Ich wohne gleich in der Nähe.“
Sie sagte das so beiläufig, dass ich mir nichts dabei dachte und einwilligte.
Keine fünf Minuten später liefen wir durch den Regen und genauso lange dauerte es auch, bis ich klatschnass war: „Das ist eine Scheiß-Sintflut, ich frage mich wann das mal aufhört.“
„Hab Dich nicht so Cabman, wir sind ja gleich da.“ meinte Elke und tatsächlich war gleich auch gleich und keine Stunde, wie bei Cordi oder all den anderen Frauen, mit denen ich so zusammen war.
Elkes Wohnung war ziemlich klein und das nicht nur weil Elke so groß war, sondern weil sie nur zwei Zimmer hatte.
Ich hatte keine Ahnung, wie alt Elke war, mindestens 30 dachte ich immer, aber als ich die Poster und all den anderen Klein-Mädchen-Scheiss sah, war ich mir da nicht mehr so sicher.
„Und? Wie findest Du es?“ fragte sie auch prompt.
„Mensch Du, schön hast Du es hier. So gemütlich.“ log ich, ohne Rot zu werden.
„Hab ich selber eingerichtet. Es ist nichts besonderes, aber es ist genauso, wie ich es haben will.“
Da hatte sie immerhin mehr, als ich von mir behaupten konnte, und zum ersten Mal begann ich, Elke mit anderen Augen zu sehen. Sie war ein herzensguter Mensch, dick, aber herzensgut!
„Ich geh nur schnell ins Bad mich abtrocknen. Du kannst ja ein bisschen Musik aussuchen, ich komm dann gleich.“
„Mach ich.“
Zwischen den ca. tausend CDs war keine einzige, die ich hätte hören wollen. Michael Jackson, Kuschelrock und Chris Rea, für den ich mich dann auch entschied.
„Ich habe Dir ein Handtuch hingelegt, falls Du Dich auch abtrocknen willst.“ sagte Elke, die so unvermittelt im Raum stand, dass ich mich kurz erschrak.
„Ja will ich, danke!“
Das Badezimmer war klein und funktional. WC, Dusche, Waschbecken und Alibert. Das ganze war im farbenfrohen Grün der siebziger Jahre gehalten; ich fühlte mich wie bei meiner Oma. Das Handtuch roch allerdings frisch und überhaupt war alles furchtbar sauber.
Als ich wieder in das Wohnzimmer kam, hatte Elke sich bereits umgezogen und saß mit einem Glas Wein in der Hand auf der Couch. Vor ihr auf dem Tisch stand eine Flasche Bier, die ganz offensichtlich für mich war.
„Setz Dich zu mir.“ forderte sie mich auf und klopfte dabei zweimal mit der Hand auf den Platz neben sich.
So pflanzte ich mich direkt neben sie und nahm eine tiefen Schluck aus der Pulle.
„Oh, entschuldige bitte“, sagte ich zu ihr und wischte mir dabei den Schaum vom Mund, „ich wollte nicht unhöflich sein, aber ich war sehr durstig.“ Ich war kein Stück durstig, nur nervös, denn ich wusste nicht, was ich von der ganzen Situation halten sollte.
Während ich zu bereuen begann, überhaupt hergekommen zu sein, beugte sich Elke zu mir, und sagte grinsend: „Aber macht doch nichts, dass kannst Du gleich wieder gut machen.“ und dann gab sie mir einen Kuss.
Sie konnte das so gut und ihre Zunge war so flink, dass ich mich nicht wehrte, nicht wehren konnte, sondern nur genoss und zwar eine ganze Weile. Ich wurde immer erregter und irgendwann schob ich meine Hand unter ihren Pulli und versuchte ihr Brüste zu streicheln. Die Dinger waren so riesig, dass mir, außer ein bisschen drauf rumdrücken, nicht viel gelang. Es reichte aber, um Elke richtig in Fahrt zu bringen.
Natürlich landeten wir in ihrem Bett. Die Pritsche war so klein, das man zu zweit sowieso nur übereinander liegen konnte. So lag sie also unter mir, und ich steckte ihr mein Ding vermutlich rein, denn ich merkte gar nichts. Dafür stöhnte Elke umso mehr und das war ja ein gutes Zeichen.
Ich versuchte alle Tricks, aber nachdem sie aufgehört hatte mich zu küssen, war es für mich reichlich schwer, einen Ständer zu behalten, denn da war rein gar nichts.
Ich rackerte mich redlich an diesem Fleischberg ab, und ihr schien es auch zu gefallen. Sie keuchte und stöhnte unter mir und wurde dabei immer lauter. Jeder meiner Stöße löste ein kleines Erdbeben in ihren Fettmassen aus, Luft entwich mit dramatischen Geräuschen und ihre dicken Brüste schwabbelten hin und her. Und dann, völlig untypisch für mich, stellte ich das ganze in Frage. Was tat ich da eigentlich? Und als dieser kleine Gedanke gedacht war, ging gar nichts mehr. Ich hörte auf, zog den Rest Erektion aus ihr, setzte mich auf die Bettkante und zündete eine Zigarette an.
„Ist was nicht in Ordnung?“ fragte Elke, so, als hätte sie damit gerechnet, dass so etwas passieren würde.
„Nee, alles ok. Es liegt auch nicht an Dir.“ und das war noch nicht mal gelogen, weil es sonst nämlich immer egal war, wie die Frau aussah, oder welche Musik sie hörte. Fick war Fick.
„Was hast Du denn?“ und dabei richtet sie sich halb auf und begann mir den Nacken zu graulen, was mir gut gefiel und gleichzeitig das Gefühl vermittelte, ich wäre das größte Schwein im Universum; sie war so lieb.
„Ach weißt Du,“ begann ich, doch unvermittelt und ungewollt, brach sich der Mist, der sich Leben nannte, seine Bahn: Ich musste an meine Mutter denken, die keine schlecht Frau war; an Elke, die herzensgut war; an meinen Vater, der trotz allem mein Vater blieb; an die Uni, wo es nicht gut lief, genauso wenig wie mit Cordi; an meinen kleinen Scheiß Job, den ich hasste, aber zum Überleben brauchte und Peter, meinen Kater, der nun, nach 16 Jahren, einfach so starb; an diesen grossen Topf Scheisse, der sich langsam und unaufhörlich über mir zu entleeren schien und dann gab es kein Halten mehr und ich heulte los, laut und bitterlich. Zuerst war ich über mich selbst überrascht und sauer auf Elke, dass sie all dies mit ihrer liebevollen Art provoziert hatte. Aber als sie meinen Kopf an ihre Brust drückte, die, an der ich eben noch genuckelt hatte, mir dabei den Kopf streichelt und mich tröstete, fand ich so etwas wie Frieden und Geborgenheit, und ich heulte mich in den Schlaf.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war Elke schon weg. Ich fand in der Küche einen Zettel, auf dem stand, ich solle mir keine Sorgen machen, was geschehen ist, bliebe unser Geheimnis und ich solle die Tür nur zuziehen.
Das tat ich dann auch und als ich so durch die frisch riechenden, regennassen Strassen schlenderte fühlte ich mich seltsam: gereinigt, frei, stark bereit für etwas anderes. Was das sein sollte wusste ich auch, aber ich trug eine unbändige Energie in mir, die bis heute anhält.

Elke und ich wurden sozusagen, richtig dicke Kumpel. Mit den Jungs verabredete ich, dass wir Elke von nun an mit ihrem richtigen Namen ansprechen würden, denn ich fand, sie war eine wirkliche Sissi. Auch wenn man es ihr nicht ansah.


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