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Sonntag, 13. August 2006
Ich könnte hier mal Hilfe von de weibl. Blogger gebrauchen:
cabman, 20:34h
Warum meldet Frau sich nicht, wenn man ihr ALLES geben und ALLES versprechen würde? Warum kann Frau nicht antworten. Ich würde jede Aussage akzeptieren, jede Antwort, nur warten, dass kann ich nicht.
Vorschläge?
Vorschläge?

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Gerade gedacht
cabman, 17:42h
Ich bügele. Weil es ist Sonntag, es regent und morgen fängt das Shooterlife wieder an.
Darum bügele ich und deswegen, weil ich die letzten 2 Wochen nicht gebügelt habe.
Auf MTV spielen sie den Abgesang auf den Sommer. Die Top 20 der besten Sommerhits 2006. Ich freu mich, denn alles andere im Fernsehen interessiert mich nicht mehr.
Auf Platz Drei: Nelly Furtado mit Maneater. Was soll ich sagen, ich finde mich tanzend vor dem Fernseher wieder, der volle Lautstärke dröhnt. Ich stehe in Flammen, ich habe mich in diese Frau, in dieses Lied und in dieses Video verliebt Ich mag ihre lasziven Bewegungen, die Stelle, wo sie über das Dach schleicht wie eine Katze. Ich stelle aber auch fest, mein Beuteschema existiert nicht mehr. Was soll mir das sagen?
„Die Leute sagen, im Alter wird man ruhiger.“ Höre ich P sagen, damals, als wir zusammen nach Brüssel fuhren. „Die Leute sagen, man wird gesetzter. Aber glauben Sie mir Herr Cabman. Es muss nicht sein, es liegt in ihrer Hand.“
Und dann prügelt er den A8 mit 230 gen Belgien, auch rechts überholend und grinst wie ein Kind. Ich bleibe auch Kind. Habe ich mir geschworen. Ich habe die Pauke. Ruhig können andere machen. Das kleine Glück gebe ich gleich mit weg, genauso wie die 1. Geige. Wer will die schon spielen, wenn sie keiner hört?
Darum bügele ich und deswegen, weil ich die letzten 2 Wochen nicht gebügelt habe.
Auf MTV spielen sie den Abgesang auf den Sommer. Die Top 20 der besten Sommerhits 2006. Ich freu mich, denn alles andere im Fernsehen interessiert mich nicht mehr.
Auf Platz Drei: Nelly Furtado mit Maneater. Was soll ich sagen, ich finde mich tanzend vor dem Fernseher wieder, der volle Lautstärke dröhnt. Ich stehe in Flammen, ich habe mich in diese Frau, in dieses Lied und in dieses Video verliebt Ich mag ihre lasziven Bewegungen, die Stelle, wo sie über das Dach schleicht wie eine Katze. Ich stelle aber auch fest, mein Beuteschema existiert nicht mehr. Was soll mir das sagen?
„Die Leute sagen, im Alter wird man ruhiger.“ Höre ich P sagen, damals, als wir zusammen nach Brüssel fuhren. „Die Leute sagen, man wird gesetzter. Aber glauben Sie mir Herr Cabman. Es muss nicht sein, es liegt in ihrer Hand.“
Und dann prügelt er den A8 mit 230 gen Belgien, auch rechts überholend und grinst wie ein Kind. Ich bleibe auch Kind. Habe ich mir geschworen. Ich habe die Pauke. Ruhig können andere machen. Das kleine Glück gebe ich gleich mit weg, genauso wie die 1. Geige. Wer will die schon spielen, wenn sie keiner hört?

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Eine Weihnachtsgeschichte
cabman, 02:48h
So. Der eine oder andere hat es bereits bemerkt, die Tage werden kürzer, die Sonne steht tiefer (auch wenn die Antike meint, die Bäume wären nur zu hoch), der Urlaub ist zu Ende, der August auch gleich und was sagt uns das? Genau. Weihnachten steht vor der Tür. Das freut den einen, denn wenn so etwas Gewaltiges vor der Tür steht ist da kein Platz mehr für die Schwiegermutter, der andere denkt sich, och Mönsch, ist doch noch hin. Da sag ich: Halt! Und Stopp! Und Momentmal! Man kann nämlich gar nicht zu früh beginnen mit den Vorbereitungen, denn nicht der Grosse frisst den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen. Und da haben wir die Weisheit mal am Anfang, mit freundlichen Grüssen an Frau Schluesselkind, die so formidabel singen kann. So verkehrt ist die Aussage auch nicht, aber das werde ich nicht weiter erläutern, wo ich doch gerade so in beschwingter Weihnachtsstimmung bin. Stattdessen rufe ich offbeatmässig die Vorweihnachtszeit aus! Jawoll, denn einer muss ja ein bisschen aufs Gaspedal treten.
Den Blog habe ich dem Anlass gebührend aufgehübscht, soll ja alles schön festlich sein. Und ich erklär auch gleich mal warum:
Beim TÜV habe ich nämlich letztes Jahr gelernt, dass Piktogramme unabdingbar sind, helfen sie uns doch, schwierige Sachverhalte leichter zu verstehen. Das ist wie bei de Blogger, wo es ja auch, ohne Kuschelzeichen, schnell zu Missverständnissen kommen kann. Oder wie bei der Bundeswehr, wo ich ebenfalls immer der Annahme war, die haben die Rangsymbole nur auf der Schulter, weil es für manch einen einfacher ist, sich Symbole zu merken, statt Lesen zu lernen. Das war böse, ich entschuldige mich für diese Entgleisung und springe schnell zum nächsten Absatz.
Soweit so gut. Weil der Büffel mir ja meine Photoshop Spielereien ohne Geschichte nicht verzeiht und zum Weihnachtsfest auch ne Geschichte gehört, erzähl ich heute mal die vom
Weihnachtsbaum, der keiner sein sollte und wie Zigarrillo und ich ihn überredeten:
Es war einmal, das Jahrtausend hatte gerade erst begonnen und alle Menschen freuten sich, da der Ausfall der Elektrizität und damit das Ende der Welt doch nicht kamen. Alle? Natürlich nicht. Denn ein paar Computerterroristenhacker in Sibirierin waren etwas mürrisch, aber nur, weil sie keine beheizten Klobrillen hatten. Es war also dieser Winter, der mit seiner Strenge und überviel Schnee Einzug hielt ins Sch Schonenland, wo die Bäume hoch, die Wälder tief und die Schneeflocken so wohlgeformt und sauber sind. Mr. Z und ich waren eingeladen das Fest bei der Mutter der Antiken zu verbringen, in ihrem kleinen Haus, oben auf dem Berg. Es duftete gar lieblich nach Gebäck, nach frischem Brot und Fisch, denn ein traditioneller Schwedischer Julbord sollte unsere Belohung sein, würden wir uns erst um den Baum gekümmert haben. In der Familie ist lange schon Sitte, dass der Mann sich um den Baum kümmert. Und so bekamen wir eine lupenreine schwedische Wegbeschreibung mit und den Hinweis, der Baum wäre reserviert und wir müssten ihn nur abholen. Nun ist es aber so, dass Mr. Z und ich eher Grosstadtcowboys sind. Wir brauchen so griffige Orientierungshilfen wie: U-Bahnstation sowieso, oder Bus Linie 177 so etwas eben. Stattdessen erhielten wir: Fahrt aus dem Dorf raus, dann nehmt ihr den zweiten Kiesweg, aber nicht den Waldweg und schon da hatte ich so meine Zweifel. Aber unverdrossen und guter Dinge fuhren wir abends im Schneetreiben von Dannen einen Baum zu holen, so schön und gerade, so voller Nadeln und Geäst, das er die Tonne Schmuck mit Leichtigkeit tragen und ertragen könnte, den die Antike immer so gern dranhängte.
Aus dem Dorf sind wir auch ohne Schwierigkeiten raus gekommen und dann fing der Ärger an. Es war finster trotz des ganzen Schnees, wie unterscheidet man einen Kies- von einen Waldweg, wenn auf beiden übertriebene Zwei Meter Schnee liegen und warum rutschte das Auto so? Na, wir haben uns durchgekämpft und standen dann auch auf dem Gehöft eines Waldbauern, zu dem die Wegbeschreibung annähernd passte und ich weiß bis heute nicht, ob wir da richtig waren. Da war es aber Dunkel. Überall. Nix Bauer da. Und nu? Ohne Baum konnten wir nicht zurück, da waren der Mr. Z und ich uns einig. Das hat was mit enttäuschten Erwartungshaltungen zu tun. Und weil wir das wussten und Probleme nur Herausforderungen sind, haben wir uns überlegt, wir fällen einfach einen. Das ist so dramatisch nicht, stehen ja genug davon rum und war für einen guten Zweck. Also sind wir im Schneetreiben wieder zurück, haben das Auto ein bisschen weiter weg vom Haus geparkt und ich holte aus dem Schuppen leise, still und heimlich ne Axt und ne Bügelsäge. Das hat prima funktioniert, keiner hat was mitbekommen, nicht mal die Hunde und im Auto mussten Zigarrillo und ich uns schon über die ganze Nummer totlachen. Nun war nur noch das Problem, welchen Baum wir holen sollten. In den Wald rein, bei dem Wetter, das ging gar nicht. Man stelle sich nur vor, kein Baum, Auto festgefahren und zwei so feine Knaben erfroren. Das wäre kein schönes Weihnachten geworden. Darum sind wir dann ein bisschen durchs Dorf gefahren, haben auch schöne gesehen, die standen aber immer auf der falschen Seite des Zauns. Wir sind vielleicht Halunken, aber wir lassen den Leuten schon ihre Bäume, wobei da welche dabei waren, die waren sogar schon geschmückt.
Wir haben dann einen am Ortsausgang gefunden. Das war ein miesepetriges und spindeldürres Gerät und eigentlich so gar nicht das, was sich die Mädels zuhause vorstellten, aber wir hatten da einen pragmatischen Ansatz: Hat Stamm, hat Äste, hat Nadeln, also potentieller Weihnachtsbaum und dann war ruckzuck das Ding erlegt, er hat sich noch ein bisschen gewehrt aber Dank der Straßenbeleuchtung und vereinter Kraft war das nur von kurzer Dauer.
Zu Hause präsentierten wir das Prachtstück und die Antike kuckte auch schon komisch und naja, weil wir grundehrliche Typen sind, haben wir dann die ganze Geschichte erzählt und die beiden Mädels lachten sich kaputt, freuten sich, dass sie uns so wichtig waren und wir nicht einfach ohne Baum nachhause kamen und Mr. Z und ich haben keine Meckere bekommen. Die Mutter der Antiken meinte noch, es wäre ja nicht der schönste Baum, den sie bisher hatte, aber der günstigste und ne Geschichte gab es obendrauf.
So. Man stelle sich jetzt vor, wie wir an einem reichgedeckten Tisch sitzen, reden und essen, wie die Kamera langsam nach hinten fährt, der Tisch mit den lustigen Vier wird kleiner, im Hintergrund läuft Frank Sinatras Christmas Songs, das Lachen wird leiser, die Kamera fährt durch das Fenster aus dem Haus, ein kleines Lämplein steht dort, erhellt das Fensterbrett, erhellt den Schnee, die Kamera zieht sich weiter zurück, man sieht das Haus mit schneebedecktem Dach, aus dem Schornstein weht ein kleines Rauchfähnlein, wir hören gedämpfte Stimmen, gedämpftes Lachen und dann ist aus.
Den Blog habe ich dem Anlass gebührend aufgehübscht, soll ja alles schön festlich sein. Und ich erklär auch gleich mal warum:
Beim TÜV habe ich nämlich letztes Jahr gelernt, dass Piktogramme unabdingbar sind, helfen sie uns doch, schwierige Sachverhalte leichter zu verstehen. Das ist wie bei de Blogger, wo es ja auch, ohne Kuschelzeichen, schnell zu Missverständnissen kommen kann. Oder wie bei der Bundeswehr, wo ich ebenfalls immer der Annahme war, die haben die Rangsymbole nur auf der Schulter, weil es für manch einen einfacher ist, sich Symbole zu merken, statt Lesen zu lernen. Das war böse, ich entschuldige mich für diese Entgleisung und springe schnell zum nächsten Absatz.
Soweit so gut. Weil der Büffel mir ja meine Photoshop Spielereien ohne Geschichte nicht verzeiht und zum Weihnachtsfest auch ne Geschichte gehört, erzähl ich heute mal die vom
Weihnachtsbaum, der keiner sein sollte und wie Zigarrillo und ich ihn überredeten:
Es war einmal, das Jahrtausend hatte gerade erst begonnen und alle Menschen freuten sich, da der Ausfall der Elektrizität und damit das Ende der Welt doch nicht kamen. Alle? Natürlich nicht. Denn ein paar Computerterroristenhacker in Sibirierin waren etwas mürrisch, aber nur, weil sie keine beheizten Klobrillen hatten. Es war also dieser Winter, der mit seiner Strenge und überviel Schnee Einzug hielt ins Sch Schonenland, wo die Bäume hoch, die Wälder tief und die Schneeflocken so wohlgeformt und sauber sind. Mr. Z und ich waren eingeladen das Fest bei der Mutter der Antiken zu verbringen, in ihrem kleinen Haus, oben auf dem Berg. Es duftete gar lieblich nach Gebäck, nach frischem Brot und Fisch, denn ein traditioneller Schwedischer Julbord sollte unsere Belohung sein, würden wir uns erst um den Baum gekümmert haben. In der Familie ist lange schon Sitte, dass der Mann sich um den Baum kümmert. Und so bekamen wir eine lupenreine schwedische Wegbeschreibung mit und den Hinweis, der Baum wäre reserviert und wir müssten ihn nur abholen. Nun ist es aber so, dass Mr. Z und ich eher Grosstadtcowboys sind. Wir brauchen so griffige Orientierungshilfen wie: U-Bahnstation sowieso, oder Bus Linie 177 so etwas eben. Stattdessen erhielten wir: Fahrt aus dem Dorf raus, dann nehmt ihr den zweiten Kiesweg, aber nicht den Waldweg und schon da hatte ich so meine Zweifel. Aber unverdrossen und guter Dinge fuhren wir abends im Schneetreiben von Dannen einen Baum zu holen, so schön und gerade, so voller Nadeln und Geäst, das er die Tonne Schmuck mit Leichtigkeit tragen und ertragen könnte, den die Antike immer so gern dranhängte.
Aus dem Dorf sind wir auch ohne Schwierigkeiten raus gekommen und dann fing der Ärger an. Es war finster trotz des ganzen Schnees, wie unterscheidet man einen Kies- von einen Waldweg, wenn auf beiden übertriebene Zwei Meter Schnee liegen und warum rutschte das Auto so? Na, wir haben uns durchgekämpft und standen dann auch auf dem Gehöft eines Waldbauern, zu dem die Wegbeschreibung annähernd passte und ich weiß bis heute nicht, ob wir da richtig waren. Da war es aber Dunkel. Überall. Nix Bauer da. Und nu? Ohne Baum konnten wir nicht zurück, da waren der Mr. Z und ich uns einig. Das hat was mit enttäuschten Erwartungshaltungen zu tun. Und weil wir das wussten und Probleme nur Herausforderungen sind, haben wir uns überlegt, wir fällen einfach einen. Das ist so dramatisch nicht, stehen ja genug davon rum und war für einen guten Zweck. Also sind wir im Schneetreiben wieder zurück, haben das Auto ein bisschen weiter weg vom Haus geparkt und ich holte aus dem Schuppen leise, still und heimlich ne Axt und ne Bügelsäge. Das hat prima funktioniert, keiner hat was mitbekommen, nicht mal die Hunde und im Auto mussten Zigarrillo und ich uns schon über die ganze Nummer totlachen. Nun war nur noch das Problem, welchen Baum wir holen sollten. In den Wald rein, bei dem Wetter, das ging gar nicht. Man stelle sich nur vor, kein Baum, Auto festgefahren und zwei so feine Knaben erfroren. Das wäre kein schönes Weihnachten geworden. Darum sind wir dann ein bisschen durchs Dorf gefahren, haben auch schöne gesehen, die standen aber immer auf der falschen Seite des Zauns. Wir sind vielleicht Halunken, aber wir lassen den Leuten schon ihre Bäume, wobei da welche dabei waren, die waren sogar schon geschmückt.
Wir haben dann einen am Ortsausgang gefunden. Das war ein miesepetriges und spindeldürres Gerät und eigentlich so gar nicht das, was sich die Mädels zuhause vorstellten, aber wir hatten da einen pragmatischen Ansatz: Hat Stamm, hat Äste, hat Nadeln, also potentieller Weihnachtsbaum und dann war ruckzuck das Ding erlegt, er hat sich noch ein bisschen gewehrt aber Dank der Straßenbeleuchtung und vereinter Kraft war das nur von kurzer Dauer.
Zu Hause präsentierten wir das Prachtstück und die Antike kuckte auch schon komisch und naja, weil wir grundehrliche Typen sind, haben wir dann die ganze Geschichte erzählt und die beiden Mädels lachten sich kaputt, freuten sich, dass sie uns so wichtig waren und wir nicht einfach ohne Baum nachhause kamen und Mr. Z und ich haben keine Meckere bekommen. Die Mutter der Antiken meinte noch, es wäre ja nicht der schönste Baum, den sie bisher hatte, aber der günstigste und ne Geschichte gab es obendrauf.
So. Man stelle sich jetzt vor, wie wir an einem reichgedeckten Tisch sitzen, reden und essen, wie die Kamera langsam nach hinten fährt, der Tisch mit den lustigen Vier wird kleiner, im Hintergrund läuft Frank Sinatras Christmas Songs, das Lachen wird leiser, die Kamera fährt durch das Fenster aus dem Haus, ein kleines Lämplein steht dort, erhellt das Fensterbrett, erhellt den Schnee, die Kamera zieht sich weiter zurück, man sieht das Haus mit schneebedecktem Dach, aus dem Schornstein weht ein kleines Rauchfähnlein, wir hören gedämpfte Stimmen, gedämpftes Lachen und dann ist aus.

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Samstag, 12. August 2006
Beethoven, Dvorak, Chopin und ich
cabman, 03:07h
Liebes Tagebuch, heute blogge ich mir einen, weil iss ja Freitag und der Urlaub liegt in seinen letzten Zügen, der Tag auch und ich muss sagen, ich war heute fleißig. Extrafleißig, liebes Tagebuch, extrafleißig. Ich habe heute so furchtbar sinnvolle Dinge getan, sinnvoll aber langweilig, wie Fassade ausbessern und dabei hat man ja Zeit, strengt kopfmäßig nicht an, da können wir alle fliegen, träumen, weg sein. Apropos sinnvolle Dinge, hier kurzer Statusbericht zum Schuppen: Alles malfertig für die Antike. Die kam vorhin von der Arbeit und das war gut so, denn ich wollte schon das ganze Ding abreisen, ist so meine Art, weil alles war rott und weggegammelt und die Antike stand dann plötzlich vor mir und meint, sie hätte mich schon auf dem Parkplatz wie einen Rohrspatz fluchen hören. Ich kuck sie an und denke mir, dass müssen aber sehr kleine Spatzen sein. Rohrspatzen?
Wie dem auch sei, ich habe heute auch den Betonsockel gestrichen und dabei schön Farbe bekommen und ich dachte auch an so Dinge, die da waren und die Dinge, die so kommen könnten und vor allem an Dinge, die hätten sein können. Kennt das jemand? Wenn man sich wegdenkt, fragt wie es wohl hätte sein können, wenn man diese Entscheidung so getroffen hätte, die andere so? Wenn man versucht sich ein anderes Leben vorzustellen, jemand anders sein, mal hineinfühlen, träumen? Ich meine jetzt nicht so ein Quatsch wie, wenn ich Ralf Schumacher wäre oder so. Sondern ganz real, mit einem Türchen, einer Option, die man einlösen könnte, wenn man denn wollte. So etwas wie Sachen packen, ein One Way Ticket nach irgendwo buchen und los geht es.
Na, ich war heute jedenfalls gedanklich in Budapest und zwar, weil ich an Maria denken musste. Mit der war ich vor kurzem da und wir beide waren so angetan vom pittoresken Charme dieser Stadt. Das wäre eigentlich auch ne bloggenswerte Geschichte. Wenn ich es mir so recht bedenke, wäre mein ganzes Leben bloggenswert, ist ja ein echt bunter Strauss von Geschichten, Anekdötchen und Menschen und würde zeigen, dass im Cabman ein bisschen mehr steckt. Ja. Ich sollte eine Biographie schreiben, zumindest anfangen, denn das erste Drittel meines zweifelhaft fabelhaften Lebens ist um, es warten noch zwei, denn ich bin mir sicher neunzig zu werden und bis dahin werde ich nicht sterben. Das ist beschlossene Sache und deswegen habe ich auch keine Angst, vor gar nichts. Und bevor ich jetzt und hier weiter rumschwafel, möge der Leser sich bitte Chopin vorstellen, Walzer in Cis-moll und mit mir die knarzigen Treppen hinauf steigen, in Budapest, hinauf zu meiner riesigen Wohnung im baufälligen Jugendstilhaus, denn da wohne ich gerade, hoch oben über der Stadt:
Ich bin ein Poet. Ich bin ein Poet und ein armer Irrer, denn ich wählte diese Leben aus freien Stücken. Ich lebe von der Hand in den Mund, denn ich bin arm. Bitterarm. Meine Tage verbringe ich damit poetische Geschichten und Gedichte zu schreiben, die keiner lesen will. Habe ich Geld, so verzeche ich es sofort, bringe es durch mit den Schönen der Nacht. Sie mögen mich. Sie sagen ich sei nicht hässlich, aber nur solange wie ich sie dafür bezahle, was selten ist. Geld belastet, lässt die Menschen komisch werden. Alle sind komisch. Ich nicht. Ich bin frei, frei zu tun und zu lassen was ich will. Oft lasse ich alles, das Schreiben aber nicht. Ich habe fünf Zimmer. Ich benutze nur das Arbeitszimmer. Auch zum Schlafen. Was brauch ich Bad und Küche, wenn sich meine Welt am Schreibtisch dreht? Gedanken sind flüchtig, sie zu behalten eine Kunst. Häufig sitze ich bis spät in die Nacht und forme Sätze. Ein Satz, drei Stunden, die sich wie vier Tage anfühlen. Oft überfallen sie mich, nachts, wenn ich im Bett liege und ich spüre, wie sich das Universum ausdehnt. Sie huschen vorbei und dann muss ich sie festhalten, es umschwirren mich zu viele. Ich muss wählen, ich kann aber nicht. Ich will sie alle, das endet meist wirr. Die Leute halten mich für wirr, andere haben Angst, so wie die Menschen immer Angst haben vor den Dingen, die sie nicht verstehen. Der einzige Mensch, der mich versteht, heißt Agathe. Agathe von Hackenspitz. Sie hat die Wohnung gegenüber. Im Gegensatz zu meiner ist diese vollgestellt mit alten Möbeln, altem Prunk aus besseren Zeiten, den ich so liebe.
Ich geh zu ihr rüber. Jetzt. Denn Agathe hat eine Köchin. Es ist die Tochter unserer Vermieterin. Sie kocht täglich für Agathe und ich bin eingeladen. Immer, solange ich Agathe meine Geschichten vorlese und ihren zu höre. Ich höre ihr gern zu.
So schlubbere ich in meinen zerschlissenen Pantoffeln und nur mit meinem alten Hausmantel bekleidet rüber. Aber nicht ohne vorher Salvatore zu stubsen. Salvatore ist mein Hund. Alt, faul und riechend. Ich muss ihn immer die Treppe runtertragen, wenn es Zeit für sein Geschäft ist. Wir beide finde es entwürdigend. So stubse ich ihn und er schaut kurz und müde auf. Ja, er lebt noch und ich bin zufrieden.
Ich gehe auf direktem Weg in Agathes Wohnung. Unsere Wohnungstüren stehen immer offen. So können wir uns besser hören, aufeinander acht geben. Agathe hört Chopin. Sie hat einen alten Plattenspieler und dazu tausend alte Platten, nur Klassik. Meist sitzt Agathe in ihrem Ohrensessel liest, oder hört Musik. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger, denn Agathe hat ihre guten Tage, an denen sie so klar wirkt als wäre sie Zwanzig und dann gibt es Tage, an denen scheint sie in eine andere Welt entrückt. Ist sie bestimmt auch. Heute ist ein guter Tag für Agathe, denn meine sind immer gleich schlimm.
„Hallo mein lieber James, Sie sind auf die Minute pünktlich. Haben Sie großen Hunger mitgebracht?“
„Guten Abend Agathe. Aber natürlich. Wie immer.“
„Das ist gut. Katinka hat einen Rossbraten bereitet und ich fürchte es ist sehr viel geworden. Sie wissen ja wie sie ist, wenn etwas übrig bleibt.“
„Das weiß ich nur zu gut.“
„Hat den der junge Poet heute auch etwas geschrieben? Ist es etwas Romantisches? Sie wissen wie gern ich ihre Liebesgedichte mag. Wissen Sie doch?
„Ich fürchte ich muss Sie enttäuschen meine Teure. Ich fühlte mich heute nicht romantisch. Mir fehlt die Liebe, die mich beflügelt, ein Herz, von dem ich weiß, dass es nur für mich schlägt.“
„Oh. Das ist aber traurig zu hören. Haben sie stattdessen etwas anderes geschrieben?“
„Sicher. Sie wissen doch, ich kann nicht anders. Das Schreiben ist wie ein Fluch. Ich muss einfach.“
„Ja, das verstehe ich. Sie hören sich an wie mein Philip. Der sagte auch immer, die Jagd wäre ein Zwang für ihn. Habe ich Ihnen schon mal die Geschichte erzählt, als ich damals, bevor dieser Schreckliche Krieg ausbrach, mit ihm auf Elchjagd in Masuren war?“
Natürlich hatte ich diese Geschichte gehört, wie ich alle ihre Geschichten gehört hatte. Aber ich bin nur ein Narr, nicht despektierlich, daher höre ich sie mir immer wieder an und weiß genau, an welchen Stellen sie etwas auslässt oder hinzufügt.
„Nein, ehrlich gesagt noch nicht. Sie würde mich aber interessieren. Würden Sie sie mir nach dem Essen erzählen?“
„Aber mit dem größten Vergnügen.“
Und dann ruft sie nach Katinka, welche auch kommt und das Essen serviert, mürrisch wie sie es stetig tut. Das Essen ist wie immer gut, auch sehr reichlich. Ich stopfe mich voll. Die erste Mahlzeit an diesem Tag. Es wird die einzige beleiben.
Nach dem Essen trage ich das Geschirr in die Küche. Katinka schaut mich an. Ich schaue zurück. Sie ist drall, üppig gebaut. Sie verursacht ein Ziehen in meinen Lenden. Ich weiß nicht wie lange das schon her ist.
„Katinka, der Hund wird zu dick. Du solltest ihm nicht soviel geben.“
„Wenn Du für ihn Futter kaufen würdest, müsste er gar nicht so dick sein. Der Hund bekommt dasselbe wie Du!“
Sie hatte Recht. Ich sollte froh sein, dass sie an den armen Kerl dachte. Ich nahm die Schüssel für Salvatore und stellte sie in den Kühlschrank.
„Katinka? Würdest Du mit ausgehen wollen? Ich lade dich ein.“
„Mit dir? Wohin könntest du mich schon einladen? In deine vergammelte Bude etwa?“
„Nein. Ich dachte an einen Ausflug in die Welt der Fantasie.“
„Pah. Davon wird man nicht satt. Davon fahr ich nicht in den Urlaub! Vergiss es und sprich mich nie wieder darauf an!“ Auch an diesem Abend würde ich nichts Romantisches schreiben.
Als ich in den Salon zurück komme steht Agathe am Plattenspieler und hält triumphierend die Hülle einer Platte hoch.
„Schauen Sie James. Ich habe Dvorak gefunden. Kenne Sie seine Musik? Hach, ich habe so gern zu ihm getanzt. Philip war kein großer Tänzer, leider. Aber er hat mir immer erlaubt mit seinen Freunden zu tanzen. Würden Sie mit mir tanzen, James?“
„Ich fürchte ich kann nicht tanzen meine Liebe. Mögen Sie es dennoch probieren?“
„Aber natürlich.“
Und während Dvoraks Slavischer Tanz läuft wiegen wir uns sacht zur Musik und das ist dann auch schon der Tanz. Die Platte läuft mit Knistern und Rauschen aus und ich begleite Agathe zu ihrem Sessel. Katinka bringt den Tee und verabschiedet sich für heute Abend und beim Rausgehen schenkt sie mir einen verächtlichen Blick. Nicht der erste, den ich erhalte.
„Nun James. Lesen Sie mir vor, was Sie heute schrieben.“
„Sehr gern. Aber ich muss Sie warnen. Es wird nicht sehr fröhlich.“
„Was glauben Sie, was mich noch schockieren könnte?“
Umständlich hole ich den Zettel aus der Tasche meines Hausmantels und beginne zu lesen:
Geh nur Geh. Nimm das Boot,
einst gezimmert uns zu bringen durch die Fluten des Lebens.
Und wenn ich dereinst an feinen Gestaden lande,
Werde ich an Dich denken und Dir doch vergeben.
Geh nur Geh. Nimm das Licht,
einst unser Leben hell erleuchten liess.
Und wenn ich dereinst an sonnigen Gestaden lande,
Werde ich an Dich denken und Dir doch vergeben.
Geh nur Geh. Nimm all die Sachen,
einst Ausdruck unseres Lebens,
doch lass mir meine Würde.
Und wenn ich dereinst am mondbeschienen Gestade
den Schritten meines Schattens folge,
werde ich an Dich denken, Dir doch vergeben und über Dich lachen,
denn du hast nichts.
„Oh James. Es klingt wie eine Abrechnung. Ich wusste nicht, dass Sie solche Gedanken haben.“
„Ich sagte Ihnen doch, mir fehlt ein Herz, dass meines schneller schlagen lässt. Wie gefiel es Ihnen?“
„Es ist wundervoll. Sie sollten es einsenden, zu einem Verleger.“
„Eigentlich ist es nur wieder ein Gedanke, niedergeschrieben auf feuchtem Papier mit billigem Kugelschreiber. Aber wenn Sie meinen, dann sollte ich es vielleicht wagen.“
Und dann sitzen wir noch eine Weile, hören Beethovens Für Elise und ich lausche der Geschichte von Philip und wie er in Masuren einen Elch erlegte, wie stolz er gewesen sein muss und wie froh, dass er Agathe hatte, die ihn dafür bewunderte und ihm zuhörte. Mir wird schmerzlich bewusst, dass ich ausser Agathe und Salvatore niemanden habe, der sich meine Geschichten anhört und mein Herz füllt sich mit Traurigekeit. Ich muss jetzt gehen.
So verabschiede ich mich und schlurfe wieder in meine Einzimmerwohnung, die fünf Zimmer hat. Salvatore lebt noch. Ich freue mich und weil er mir heute wieder nicht zuhören mag, erzähle ich meine Geschichten dem Blatt Papier, dass da vor mir liegt.
Und eigentlich geht es hier noch vieeeeeeeeeeeeel weiter, aber ich bin in Word schon auf Seite 4, keine Ahnung wie das bei de Blogger aussieht, spät ist auch schon, daher belassen wir es mit dem letzten Satz. Für die Frau lunally gab es auch zwei Leckerbissen. Hausaufgaben gemacht, Danke, setzen James.
Wie dem auch sei, ich habe heute auch den Betonsockel gestrichen und dabei schön Farbe bekommen und ich dachte auch an so Dinge, die da waren und die Dinge, die so kommen könnten und vor allem an Dinge, die hätten sein können. Kennt das jemand? Wenn man sich wegdenkt, fragt wie es wohl hätte sein können, wenn man diese Entscheidung so getroffen hätte, die andere so? Wenn man versucht sich ein anderes Leben vorzustellen, jemand anders sein, mal hineinfühlen, träumen? Ich meine jetzt nicht so ein Quatsch wie, wenn ich Ralf Schumacher wäre oder so. Sondern ganz real, mit einem Türchen, einer Option, die man einlösen könnte, wenn man denn wollte. So etwas wie Sachen packen, ein One Way Ticket nach irgendwo buchen und los geht es.
Na, ich war heute jedenfalls gedanklich in Budapest und zwar, weil ich an Maria denken musste. Mit der war ich vor kurzem da und wir beide waren so angetan vom pittoresken Charme dieser Stadt. Das wäre eigentlich auch ne bloggenswerte Geschichte. Wenn ich es mir so recht bedenke, wäre mein ganzes Leben bloggenswert, ist ja ein echt bunter Strauss von Geschichten, Anekdötchen und Menschen und würde zeigen, dass im Cabman ein bisschen mehr steckt. Ja. Ich sollte eine Biographie schreiben, zumindest anfangen, denn das erste Drittel meines zweifelhaft fabelhaften Lebens ist um, es warten noch zwei, denn ich bin mir sicher neunzig zu werden und bis dahin werde ich nicht sterben. Das ist beschlossene Sache und deswegen habe ich auch keine Angst, vor gar nichts. Und bevor ich jetzt und hier weiter rumschwafel, möge der Leser sich bitte Chopin vorstellen, Walzer in Cis-moll und mit mir die knarzigen Treppen hinauf steigen, in Budapest, hinauf zu meiner riesigen Wohnung im baufälligen Jugendstilhaus, denn da wohne ich gerade, hoch oben über der Stadt:
Ich bin ein Poet. Ich bin ein Poet und ein armer Irrer, denn ich wählte diese Leben aus freien Stücken. Ich lebe von der Hand in den Mund, denn ich bin arm. Bitterarm. Meine Tage verbringe ich damit poetische Geschichten und Gedichte zu schreiben, die keiner lesen will. Habe ich Geld, so verzeche ich es sofort, bringe es durch mit den Schönen der Nacht. Sie mögen mich. Sie sagen ich sei nicht hässlich, aber nur solange wie ich sie dafür bezahle, was selten ist. Geld belastet, lässt die Menschen komisch werden. Alle sind komisch. Ich nicht. Ich bin frei, frei zu tun und zu lassen was ich will. Oft lasse ich alles, das Schreiben aber nicht. Ich habe fünf Zimmer. Ich benutze nur das Arbeitszimmer. Auch zum Schlafen. Was brauch ich Bad und Küche, wenn sich meine Welt am Schreibtisch dreht? Gedanken sind flüchtig, sie zu behalten eine Kunst. Häufig sitze ich bis spät in die Nacht und forme Sätze. Ein Satz, drei Stunden, die sich wie vier Tage anfühlen. Oft überfallen sie mich, nachts, wenn ich im Bett liege und ich spüre, wie sich das Universum ausdehnt. Sie huschen vorbei und dann muss ich sie festhalten, es umschwirren mich zu viele. Ich muss wählen, ich kann aber nicht. Ich will sie alle, das endet meist wirr. Die Leute halten mich für wirr, andere haben Angst, so wie die Menschen immer Angst haben vor den Dingen, die sie nicht verstehen. Der einzige Mensch, der mich versteht, heißt Agathe. Agathe von Hackenspitz. Sie hat die Wohnung gegenüber. Im Gegensatz zu meiner ist diese vollgestellt mit alten Möbeln, altem Prunk aus besseren Zeiten, den ich so liebe. Ich geh zu ihr rüber. Jetzt. Denn Agathe hat eine Köchin. Es ist die Tochter unserer Vermieterin. Sie kocht täglich für Agathe und ich bin eingeladen. Immer, solange ich Agathe meine Geschichten vorlese und ihren zu höre. Ich höre ihr gern zu.
So schlubbere ich in meinen zerschlissenen Pantoffeln und nur mit meinem alten Hausmantel bekleidet rüber. Aber nicht ohne vorher Salvatore zu stubsen. Salvatore ist mein Hund. Alt, faul und riechend. Ich muss ihn immer die Treppe runtertragen, wenn es Zeit für sein Geschäft ist. Wir beide finde es entwürdigend. So stubse ich ihn und er schaut kurz und müde auf. Ja, er lebt noch und ich bin zufrieden.
Ich gehe auf direktem Weg in Agathes Wohnung. Unsere Wohnungstüren stehen immer offen. So können wir uns besser hören, aufeinander acht geben. Agathe hört Chopin. Sie hat einen alten Plattenspieler und dazu tausend alte Platten, nur Klassik. Meist sitzt Agathe in ihrem Ohrensessel liest, oder hört Musik. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger, denn Agathe hat ihre guten Tage, an denen sie so klar wirkt als wäre sie Zwanzig und dann gibt es Tage, an denen scheint sie in eine andere Welt entrückt. Ist sie bestimmt auch. Heute ist ein guter Tag für Agathe, denn meine sind immer gleich schlimm.
„Hallo mein lieber James, Sie sind auf die Minute pünktlich. Haben Sie großen Hunger mitgebracht?“
„Guten Abend Agathe. Aber natürlich. Wie immer.“
„Das ist gut. Katinka hat einen Rossbraten bereitet und ich fürchte es ist sehr viel geworden. Sie wissen ja wie sie ist, wenn etwas übrig bleibt.“
„Das weiß ich nur zu gut.“
„Hat den der junge Poet heute auch etwas geschrieben? Ist es etwas Romantisches? Sie wissen wie gern ich ihre Liebesgedichte mag. Wissen Sie doch?
„Ich fürchte ich muss Sie enttäuschen meine Teure. Ich fühlte mich heute nicht romantisch. Mir fehlt die Liebe, die mich beflügelt, ein Herz, von dem ich weiß, dass es nur für mich schlägt.“
„Oh. Das ist aber traurig zu hören. Haben sie stattdessen etwas anderes geschrieben?“
„Sicher. Sie wissen doch, ich kann nicht anders. Das Schreiben ist wie ein Fluch. Ich muss einfach.“
„Ja, das verstehe ich. Sie hören sich an wie mein Philip. Der sagte auch immer, die Jagd wäre ein Zwang für ihn. Habe ich Ihnen schon mal die Geschichte erzählt, als ich damals, bevor dieser Schreckliche Krieg ausbrach, mit ihm auf Elchjagd in Masuren war?“
Natürlich hatte ich diese Geschichte gehört, wie ich alle ihre Geschichten gehört hatte. Aber ich bin nur ein Narr, nicht despektierlich, daher höre ich sie mir immer wieder an und weiß genau, an welchen Stellen sie etwas auslässt oder hinzufügt.
„Nein, ehrlich gesagt noch nicht. Sie würde mich aber interessieren. Würden Sie sie mir nach dem Essen erzählen?“
„Aber mit dem größten Vergnügen.“
Und dann ruft sie nach Katinka, welche auch kommt und das Essen serviert, mürrisch wie sie es stetig tut. Das Essen ist wie immer gut, auch sehr reichlich. Ich stopfe mich voll. Die erste Mahlzeit an diesem Tag. Es wird die einzige beleiben.
Nach dem Essen trage ich das Geschirr in die Küche. Katinka schaut mich an. Ich schaue zurück. Sie ist drall, üppig gebaut. Sie verursacht ein Ziehen in meinen Lenden. Ich weiß nicht wie lange das schon her ist.
„Katinka, der Hund wird zu dick. Du solltest ihm nicht soviel geben.“
„Wenn Du für ihn Futter kaufen würdest, müsste er gar nicht so dick sein. Der Hund bekommt dasselbe wie Du!“
Sie hatte Recht. Ich sollte froh sein, dass sie an den armen Kerl dachte. Ich nahm die Schüssel für Salvatore und stellte sie in den Kühlschrank.
„Katinka? Würdest Du mit ausgehen wollen? Ich lade dich ein.“
„Mit dir? Wohin könntest du mich schon einladen? In deine vergammelte Bude etwa?“
„Nein. Ich dachte an einen Ausflug in die Welt der Fantasie.“
„Pah. Davon wird man nicht satt. Davon fahr ich nicht in den Urlaub! Vergiss es und sprich mich nie wieder darauf an!“ Auch an diesem Abend würde ich nichts Romantisches schreiben.
Als ich in den Salon zurück komme steht Agathe am Plattenspieler und hält triumphierend die Hülle einer Platte hoch.
„Schauen Sie James. Ich habe Dvorak gefunden. Kenne Sie seine Musik? Hach, ich habe so gern zu ihm getanzt. Philip war kein großer Tänzer, leider. Aber er hat mir immer erlaubt mit seinen Freunden zu tanzen. Würden Sie mit mir tanzen, James?“
„Ich fürchte ich kann nicht tanzen meine Liebe. Mögen Sie es dennoch probieren?“
„Aber natürlich.“
Und während Dvoraks Slavischer Tanz läuft wiegen wir uns sacht zur Musik und das ist dann auch schon der Tanz. Die Platte läuft mit Knistern und Rauschen aus und ich begleite Agathe zu ihrem Sessel. Katinka bringt den Tee und verabschiedet sich für heute Abend und beim Rausgehen schenkt sie mir einen verächtlichen Blick. Nicht der erste, den ich erhalte.
„Nun James. Lesen Sie mir vor, was Sie heute schrieben.“
„Sehr gern. Aber ich muss Sie warnen. Es wird nicht sehr fröhlich.“
„Was glauben Sie, was mich noch schockieren könnte?“
Umständlich hole ich den Zettel aus der Tasche meines Hausmantels und beginne zu lesen:
Geh nur Geh. Nimm das Boot,
einst gezimmert uns zu bringen durch die Fluten des Lebens.
Und wenn ich dereinst an feinen Gestaden lande,
Werde ich an Dich denken und Dir doch vergeben.
Geh nur Geh. Nimm das Licht,
einst unser Leben hell erleuchten liess.
Und wenn ich dereinst an sonnigen Gestaden lande,
Werde ich an Dich denken und Dir doch vergeben.
Geh nur Geh. Nimm all die Sachen,
einst Ausdruck unseres Lebens,
doch lass mir meine Würde.
Und wenn ich dereinst am mondbeschienen Gestade
den Schritten meines Schattens folge,
werde ich an Dich denken, Dir doch vergeben und über Dich lachen,
denn du hast nichts.
„Oh James. Es klingt wie eine Abrechnung. Ich wusste nicht, dass Sie solche Gedanken haben.“
„Ich sagte Ihnen doch, mir fehlt ein Herz, dass meines schneller schlagen lässt. Wie gefiel es Ihnen?“
„Es ist wundervoll. Sie sollten es einsenden, zu einem Verleger.“
„Eigentlich ist es nur wieder ein Gedanke, niedergeschrieben auf feuchtem Papier mit billigem Kugelschreiber. Aber wenn Sie meinen, dann sollte ich es vielleicht wagen.“
Und dann sitzen wir noch eine Weile, hören Beethovens Für Elise und ich lausche der Geschichte von Philip und wie er in Masuren einen Elch erlegte, wie stolz er gewesen sein muss und wie froh, dass er Agathe hatte, die ihn dafür bewunderte und ihm zuhörte. Mir wird schmerzlich bewusst, dass ich ausser Agathe und Salvatore niemanden habe, der sich meine Geschichten anhört und mein Herz füllt sich mit Traurigekeit. Ich muss jetzt gehen.
So verabschiede ich mich und schlurfe wieder in meine Einzimmerwohnung, die fünf Zimmer hat. Salvatore lebt noch. Ich freue mich und weil er mir heute wieder nicht zuhören mag, erzähle ich meine Geschichten dem Blatt Papier, dass da vor mir liegt.
Und eigentlich geht es hier noch vieeeeeeeeeeeeel weiter, aber ich bin in Word schon auf Seite 4, keine Ahnung wie das bei de Blogger aussieht, spät ist auch schon, daher belassen wir es mit dem letzten Satz. Für die Frau lunally gab es auch zwei Leckerbissen. Hausaufgaben gemacht, Danke, setzen James.

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Freitag, 11. August 2006
Was heisst das eigentlich?
cabman, 14:43h
https://mark793.blogger.de/members/updated

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Modisches Stöckchen
cabman, 02:04h
Ein Stock gab es zur Abholung bei Frau Cosmomente. Den habe ich gleich mitgenommen und nun liegt er hier zu Begutachtung:
Was ist dein Lieblingsoutfit? Und warum?
Dem Anlass entsprechend, am Liebsten nackig, weil ich es so mag, wenn der Wind alle drei Brusthaare wehen lässt.
Wie wuerdest du mit 3 Wörtern deinen Style beschreiben?
James Cabman, ich habe ein Wort gespart und investiere es in den nächsten Text.
Dein Modemotto?
Ob es nun regnet oder schneit,
Ob es gewittern soll oder kann,
Hauptsache du hast draußen Sachen an.
Lieblingsaccessoire?
Ein Mann sollte nur Uhren tragen. Ich nutze diese Gelegenheit jetzt gerne, einen kleinen Exkurs zu meinem selbstgebauten Uhrenkasten zu machen. Wie man auf dem schicken Bild unschwer erkennen kann, handelt es sich hierbei um ein besonders schönes Exemplar. Die Tür ist ein von hand geschliffenes Fenster, welches so ca. 100 Jahre alt ist. Wie Sie vielleicht erkennen können, sind die Sprossen mit Holznägeln verzapft. So was gibt es heute gar nicht mehr. Irgendwann werde ich die auch wieder einglasen, aber irgendwann is ja zum Glück noch ein bisschen hin.
Meine Lieblingsuhr ist übrigens die Zweite von Links, da ganz oben. Diese ist ein Chronograph der Schweizer Firma Nivada. Hab ich mal geschenkt bekommen, weil se kaputt war, da war ich ähm 16(?), oder so und ich habe mir geschworen, wenn ich mal die Kohle zusammen habe, lass ich die restaurieren. Das hat dann ein paar Jahre gedauert und für die Kohle hätte ich auch ne neue Uhr mit allem Schnickschnack bekommen können, aber wer will das schon. Die Nivada gibt es nicht mehr, war ne ganz ganz ganz kleine Manufaktur und wurde vom nen Chinesen aufgekauft, nur um die Firma zu schließen. Danke für die Aufmerksamkeit.
Mehr als ne Uhr sollte kein Mann tragen, naja vielleicht noch nen Ehering und für die Lässigkeit auch ne Sonnenbrille.
Lieblingsdesigner?
James Cabman, weil wir ja alle keine Haut Courtour tragen, oder vielleicht der eine oder andere doch, ich aber nicht und deswegen muss ich das ja alles selber mixen und ich finde, dass ich das richtig gut mache.
In welche Klamotte hast du richtig viel Geld investiert?
Das ist relativ. Mein erster Anzug war mit 600,- DM für die damalige Zeit unerschwinglich, aber willste nen Job, musste investieren. Heute habe ich ein paar und 2 davon waren noch teurer.
Deine größte Modesünde?
In diesen Zeiten ist doch alles erlaubt was gefällt. Das nennt man dann Individualismus.
Best angezogenster Star (männlich & weiblich)?
DieDu. Mein Star und immer adrett gekleidet.
Kurz und knapp: was ist für dich in und was out?
Schlüsselbunde mit Karabinerhaken und Hasenpfote an der Stoffhose sind ein muss, ebenso wie quietschende Gummisohlenschuhe, denn dann hört man mich besser in der Anstalt. Out gibt es nicht, siehe Punkt Deine größte Modesünde

Dann will ich schnell noch ein Bild von meinem Schreibtisch posten, weil der Knüppel bei Frau aurorask zur Selbstabholung lag. Das da ist also Cabman´s Ideenschmiede, sozusagen Hammer und Amboss des Bloggens. Und nun weiss ich gar nicht, was ich dazu schreiben wollte. Macht nichts, ich poste das Bild dann einfach noch mal, oder auch nicht.
Was ist dein Lieblingsoutfit? Und warum?
Dem Anlass entsprechend, am Liebsten nackig, weil ich es so mag, wenn der Wind alle drei Brusthaare wehen lässt.
Wie wuerdest du mit 3 Wörtern deinen Style beschreiben?
James Cabman, ich habe ein Wort gespart und investiere es in den nächsten Text.
Dein Modemotto?
Ob es nun regnet oder schneit,
Ob es gewittern soll oder kann,
Hauptsache du hast draußen Sachen an.
Lieblingsaccessoire?
Ein Mann sollte nur Uhren tragen. Ich nutze diese Gelegenheit jetzt gerne, einen kleinen Exkurs zu meinem selbstgebauten Uhrenkasten zu machen. Wie man auf dem schicken Bild unschwer erkennen kann, handelt es sich hierbei um ein besonders schönes Exemplar. Die Tür ist ein von hand geschliffenes Fenster, welches so ca. 100 Jahre alt ist. Wie Sie vielleicht erkennen können, sind die Sprossen mit Holznägeln verzapft. So was gibt es heute gar nicht mehr. Irgendwann werde ich die auch wieder einglasen, aber irgendwann is ja zum Glück noch ein bisschen hin.Meine Lieblingsuhr ist übrigens die Zweite von Links, da ganz oben. Diese ist ein Chronograph der Schweizer Firma Nivada. Hab ich mal geschenkt bekommen, weil se kaputt war, da war ich ähm 16(?), oder so und ich habe mir geschworen, wenn ich mal die Kohle zusammen habe, lass ich die restaurieren. Das hat dann ein paar Jahre gedauert und für die Kohle hätte ich auch ne neue Uhr mit allem Schnickschnack bekommen können, aber wer will das schon. Die Nivada gibt es nicht mehr, war ne ganz ganz ganz kleine Manufaktur und wurde vom nen Chinesen aufgekauft, nur um die Firma zu schließen. Danke für die Aufmerksamkeit.
Mehr als ne Uhr sollte kein Mann tragen, naja vielleicht noch nen Ehering und für die Lässigkeit auch ne Sonnenbrille.
Lieblingsdesigner?
James Cabman, weil wir ja alle keine Haut Courtour tragen, oder vielleicht der eine oder andere doch, ich aber nicht und deswegen muss ich das ja alles selber mixen und ich finde, dass ich das richtig gut mache.
In welche Klamotte hast du richtig viel Geld investiert?
Das ist relativ. Mein erster Anzug war mit 600,- DM für die damalige Zeit unerschwinglich, aber willste nen Job, musste investieren. Heute habe ich ein paar und 2 davon waren noch teurer.
Deine größte Modesünde?
In diesen Zeiten ist doch alles erlaubt was gefällt. Das nennt man dann Individualismus.
Best angezogenster Star (männlich & weiblich)?
DieDu. Mein Star und immer adrett gekleidet.
Kurz und knapp: was ist für dich in und was out?
Schlüsselbunde mit Karabinerhaken und Hasenpfote an der Stoffhose sind ein muss, ebenso wie quietschende Gummisohlenschuhe, denn dann hört man mich besser in der Anstalt. Out gibt es nicht, siehe Punkt Deine größte Modesünde


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