Montag, 11. Dezember 2006
Dit und Dat
Die Damen der Gesellschaft letzten Donnerstags sagten, James Rupert Cabman wäre zu gewöhnlich, zu unposh für diesen Club. „Aber wenn wir uns schon Namen aussuchen dürfen, dann will ich auch so heißen.“ Sagte ich mit allem Nachdruck. Entschiedenes NEIN(!), bekam ich da zu hören. Stattdessen tauften sie mich Charles Rupert Featherstonhaughwright. Sie glauben Sie können das aussprechen? Auch nach etlichen Gläsern Wein? Keine Kunst. Konnte ich auch. Also rief ich an, aber als der Tischaufteiler
fragte, wie man den Namen buchstabiere, da fiel ich aus und wir mussten so lachen, dass unsere schicke Tarnung aufflog, bevor wir damit richtig Spaß hatten. Was hätte ich für dieses Namensschild gegeben. Na. Wir sind in nen anderen Club gezogen, ohne Anmeldung. Es gäbe reichlich zu bloggen darüber, aber: What happens on tour, stays on tour. Da bin ich Gentleman. Nur soviel, Fi hatte ein schweres Wochenende, heute war sie auch erkältet und ich habe meine schicke blaue Krawatte verloren, what happens on tour, stays on tour, vor 2 Wochen war es die Fliege, diesmal der Schlips und kommen wir nun zu einem Geschenk:
Heute habe ich Post bekommen, reichlich, allerlei Doofkram, denn die wichtigen Sachen habe ich mir ja ins Hotel schicken lassen. Weihnachtskärtchen, tausend Kalender, Schokobananen, und ein ähm, tja wie nennt man das? Magazin? Heftchen? Nennen wir es Publikation. Sie trägt den schönen Namen Kostprobe wo Köche einkaufen in Hamburg. Schönes Ding, dolle Adressen und Rezepte drin, aber was hab ich damit zu tun? Vor allen Dingen, was antwortet man dem Versender? Vielleicht das hier: Lieber Herr editor, sicher haben Sie eine 18 Karat Goldblattfeder an ihrem Kolbenfüller, denn mir ist aufgefallen, dass Sie sich sehr bemühten, als Sie schwungvoll das holzfreie Kuvert adressierten. Sicher waren Sie so damit beschäftigt, sich auf Ihre wirkliche schöne Handschrift zu konzentrieren, dass Ihnen ganz entgangen ist, dass ich gar nicht in Hamburg wohne. Aus diesem Grund stifte ich das ganze der Frau Stella, oder der Frau Gutemine, oder Herrn Zig, oder wem auch immer, der dafür Verwendung hat, denn jeder sollte wissen, dass es in Hamburg einen Laden gibt, “…aus dem ein köstlicher Keksduft in den Verkaufsraum…“ weht. “…und 37 weitere Keksspezialitäten machen Liebhaber krümelig-süsser Genüsse glücklich.“ Mit fröhlichen Grüssen zum kid, ist ja irgendwie ein Hinweis und ich finde es faszinierend, wie sehr die Blogger im Kopf tanzen. Eine Frage bleibt allerdings ungeklärt: Warum ist das Ding so dünn? Gibt es so wenige Köche, oder so wenige Plätze, wo diese in Hamburg richtig einkaufen können? Antwort: In den wenigsten Fällen braucht man einen Duden, um Möbelstücke zu entwackelen. Wenn doch, sollte man mal fragen, ob das garantiert 100% deutsche Fertigung Fertighaus nicht vielleicht doch aus Rumänien kommt.
Ganz was anderes. Es ist bald Weihnachten. Das erkennt man daran, das dicke Schneeflocken vom Himmel fallen, Kinder rodeln, ein Schneemann grüsst dich auf dem Weg ins Büro, der Schnee knarrt unter deinen Füssen, Nachbars Kind sieht aus wie ein dickes Etwas, deine Wangen sind verfroren und… ach Quatsch. Hier regnet es nur und kalt ist auch nicht, aber der untrügliche Beweis, dass es bald Bescherung gibt, ist: Julmust. Das heißt soviel wie Weihnachtssaft, ist hochgradig abhängig machend und gibt es nur zu Weihnachten. Naja und zu Ostern, wenn die Überkapazitäten umetikettiert werden und das ganze dann Påskmust heißt. Die Übersetzung spar ich mir, ist eh klar und den Herren von den Abfüllbetrieben rufe ich zu: Frohe Ostern, haltet durch, gleich ist Wintersonnenwende und nicht wieder so nen Fauxpas begehen wie letztes Jahr, wo ich tatsächlich ne Flasche zu Ostern hatte, die unter dem Osterhasenetikett noch das Weihnachtsdinges hatte.
Schlussbereich:
Ich habe mir neue Boxen gekauft. „Nee, das ist ein Soundsystem.“ Sagte der pickelige Aushilfseinzelhandelskaufmann. „Prima. Ich kauf die Boxen da.“ Das hab ich dann gemacht, aber nur, weil ich Lennert nicht mehr beschallen will. Ich bin da rücksichtsvoll und dachte mir, du kannst ja das Haus nicht immer vom Wohnzimmer aus beschallen. Gut, könnte man schon, aber ist ja doch recht laut und wenn man dann oben steht und dampfbügelt, hört man ja bisweilen nicht, was die unten singen, besonders nicht wenn man Rücksicht nimmt, oder gerade den Superentfaltungsturbodampfstoss auslöst.
Also hin zum Fachmarkt, ausgesucht, angehört, nicht gekauft, weil die jung Dame unbedingt eine schwedische Legitimation sehen wollte. Ich hatte tausend Karten dabei, Bahncard, Miles&More, Germanwings, Videothek, Kreditkarten, EC-Karte, EU-Führerschein, Bonusheft, schwedischer Sozialversicherungsausweis, internationaler Krankenversicherungskarte, alles sone kleinen Plastikhelfer, die dich erinnern, wer du bist, nur keine schwedische Legitimation, weil ich verdammt noch mal kein Schwede bin. Ich krieg die nie! Und ich will die auch gar nicht! Und was sagt das dünne Mädchen hinterm Tresen? Genau. Ich solle meinen Pass zeigen. Aha. Den hab ich gerade nicht dabei und nee, Cash hole ich auch nicht. Ich hab die Boxen, die Soundsystem heißen, dann woanders gekauft, mich gefreut wie ein kleines Kind. Angeschlossen, erschrocken, die machen Höllenkrach und klingen dabei gut. You Tube hat ne ganz neue Qualität bei entsprechender Qualität. Ich beschall das Haus nur noch von oben und kann dabei sogar Turbobügeln, First, Last and Always. Mal sehen wie Lennert die findet.

Nachtrag: Bitte auf die Schatten achten: Nur so darf man dazu tanzen, was ne wilde Zeit damals.



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Gedanken zum Feierabend
Vor 8.45 Uhr wird es nicht hell, dafür ist es ab 15.00 Uhr dunkel. Aber es macht mir nichts, ich trage Sonne im Herzen. Gosh darn it, James! Was bist du gut und unterbezahlt.


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Sonntag, 10. Dezember 2006
Wieso bloggt ihr denn eigentlich?


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Song 2, Telefonat 1, letzter Versuch
Und dann rufst du nach gefühlten hundert Jahren deine Mutter an. Eigentlich waren es nur 11 Monate, aber Leute, die dir wohlgesinnt sind, sagen mach den ersten Schritt. Und du überwindest dich, weil du ne Postkarte bekommen hast, schon wieder eine und du kannst die Verzweiflung daraus lesen. Also, James gib dir nen Ruck ruf an und nach einer Sekunde bereust du es.
„Das ist ja schön, dass du dich auch mal meldest.“
„Ich kann ja wieder auflegen.“
Und so geht es wieder los, die nie endende Litanei ihrer Klagegeschichten, die dich nur am Rande interessieren und du fragst dich, wann wird sie fragen, wie es dir geht? Dann beginnen die Vorwürfe, wieder und du weißt, warum du das letzte Mal einen Entschluss gefasst hast.
„Mama?“
„Ja?“
„Interessiert Dich eigentlich wie es mir geht?“
Schweigen im Wald und im Hörer. Und du redest einfach drauf los, nimmst keine Rücksicht ob es sie interessiert oder nicht und du hörst an ihrem Schnaufen, dass ihre kleine Welt zusammenbricht. Das ist nicht grausam Mama, das ist das Leben und ich werde nicht dulden wenn du nur ein schlechtes Wort über die Antike verlierst. Nicht eins, hörst Du?! Und Mama wittert Morgenluft, sie textet dich voll, Junge komm nach Deutschland, komm nachhause. Weißt du Mama, ich hatte drei Jobangebote. Ich habe sie alle abgelehnt. Warum? Weil ich auf was anderes baue. Weg aus Europa, das wäre was. Siehst du Mama, es geht hier nicht um dich. Es geht einzig und allein um mich. Ich weiß was du willst, ich bin nicht dumm.
Und dann kommt was immer kommt, sie sagt, ich könne das Haus an der Ostsee haben. Behalte es Mama oder schenk es meiner Schwester. Ich lass mich nicht kaufen. Ach ja, Mama? Und wo wart ihr, als ich euch brauchte? Nee, ich werde nie fragen. Das weißt du. Ihr interessiert euch nicht für mich, daher ignoriere ich euch, einfach. Familie? Nur ein Wort für ein Beziehungsverhältnis. Diese muss gelebt werden. Nee. Ich verlasse mich auf mich, habe ich immer, werde ich immer und ich muss nie Danke sagen. Meine Schwester? Sie weiß wo ich wohne und hat meine Telefonnummer. Ach, ich habe mehr Geld? Seit wann hat es damit was zu tun? Es ist nicht leicht für sie? Wer sagt, dass es für mich leicht ist? Sieht immer so aus? Das liegt nur daran, dass ich niemandem Schuld gebe, mich nie bei euch beklage. Sicher. Aber weißt du Mama, da bin ich gern wie mein Vater und während ich es sage, tut es mir schon leid, denn er war ein Arsch. Ich kann aber nicht anders.
Wie ich so werden konnte? Frag dich selbst. Ich bin das Produkt deiner Erziehung. Ja, ich melde mich, irgendwann, vielleicht in hundert Jahren oder nie. Zu hart? Kann man gar nicht sein. Werde ich nicht gewollt, will auch ich nicht und denke immer dran:

I got my head done
When I was young
It's not my problem
Just not my problem



Mit freundlichen Grüssen nach Niedersachsen, wo ich schon wieder jemandem nicht gerecht werden konnte. Sie werden mich nie verstehen und manchmal bin ich fest davon überzeugt, dass ich vertauscht wurde. Wir haben nichts gemein. Gar nichts.




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Donnerstag, 7. Dezember 2006
Ich mach zu, Geschlossen
Ich geh jetzt feiern. Downtown. Das ist mit Ansage. Die beiden Raubkatzen freuen sich schon. Sie sind wirklich welche. Anschmiegsam und bissig, wenn es drauf ankommt. Ich freu mich. Sie sind nett zu mir. Für morgen habe ich nichts geplant, ausser nen reellen hang over. Das Taxi ist bestellt, dann geht es nach Stockholm. Endlich will ich meinen. Das Handy bleibt aus, tragt selber Verantwortung. Spanien steht. Schweiz ist noch diskussionswürdig. Aber nicht mehr heute. Mein Wochenende beginnt gerade. Ich muss weg. Gebt mir Zeit, nur 3 Tage. Am Montag machen wir weiter und tun so als wär nichts geschehen.


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Und dann noch:
Ich mach hier bald gar nichts mehr!


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