Donnerstag, 30. November 2006
Dann ändern wir das jetzt
Was für ne Nacht. Es wurde viel getrunken, viel gelacht. Wie haben gewonnen. Und alles nahm seinen Lauf in dieser Bar. Eine der Top Five wie mir Sarah erzählte, Sarah muss es wissen, sie macht PR und kennt die halbe Stadt. Das war Luxus pur und ich war total angetan davon. Ich habe schon viel gesehen, aber dieses Ding war gross. Ganz gross. Und ich weiß auch, dass ich noch nen Weg zu gehen habe, aber ich fühlte mich schon mal wohl. Muss man ja auch erst mal können. Mondäne Frauen fraßen mich ganz hemmungslos mit ihren Augen auf, ich hätte nur hingehen müssen, ich bin sicher, ich wäre nicht allein nach haus gegangen. „Wir haben nur eine Sorte Bier.“ Sagte die schöne Bedienung, ich glaube die war geklont, die sahen alle identisch aus in ihren Uniformen und dem Dauerlächeln. Aber nett waren die. Gut, ich nehme eins der Sorte, die ihr habt und daraus wurden dann vier bis fünf. Die PR Mädels hatten nen guten Zug drauf und mir schwant schon was das wird, nächste Woche Donnerstag, wenn wir zu deren Christmasdue eingeladen sind. Das Problem liegt schon im Namen begründet, ne Party ist ne Party, ein due geht schon mittags los mit nem prelunchdrink. Herzlichen Glückwunsch, James. Nur du und viele Damen. So wie gestern schon. Ein Herr im Smoking, vier Damen, da wird man schon mal doof angekuckt, aber das bin ich ja gewohnt.
Und dann ging es rüber ins Hilton, zum Sektempfang. Kaum zu glauben, aber die haben tatsächlich 600 Leute eingeladen. Es gab Bussi hier und da, oberflächliches Geschwafel, ach nein, ne wirklich schön, lass uns mal zusammen essen, und ja ruf an, ich muss jetzt weiter. Hm. Tschö! Aber auch hier hat mich das Ambiente gefangen genommen. Ich mag so etwas eben. Ich mag aber auch miese kleine Clubs. Der Mix machts, wie man in Hamburg zu sagen pflegt. Gestern haben wir nun auf dicke Hose gemacht und ich hätte schon zwei drei Sachen darüber zu bloggen, z.B. die Frage, warum Fi nicht mit auf die Bühne wollte und ich sie überreden musste, was sagte man den Schweinwerfern, wenn du den Preis in der Hand hälst als Dank? Oder von unten in der Bar, da sass ein wunderschönes Mädchen und ich wusste nach zwei Blicken, dass sie ne Professionelle ist. War sie auch wie sich dann zeigte, als sie versuchte mich anzumachen. Später habe ich sie im Arm von sonem dicken grauhaarigen Sack an mir vorbei gehen sehen. Sie grinste und ich grinste zurück, denn verurteilen werde ich sie dafür nicht.
Und natürlich vom Tanz. Vom Tanz mit der einen Fiona und meiner Fiona, von dem mit Sarah und vor allem Gemma. Und davon, warum der Barkeeper seine tschechische Freundin anrief, sie möge doch den guten Absinth mitbringen. Ich hatte gewettet, dass er ihn nicht so gut macht wie Frau Morphine und leider verloren. Aber so ist das nun mal, ich könnte auch darüber schreiben, das Fi ihre Jacke verloren hat, das der Taxifahrer keine Ahnung hatte wo es hingeht und uns das berechnen wollte, dass ich gestern oder vielmehr heute Morgen Fahrstuhl gefahren bin, einfach so, hoch, runter und dann könnte ich darüber schreiben, dass ich heute den ganzen Tag gebraucht habe, um wieder fit zu werden. All das könnte ich schreiben, aber wen interessiert es? Also schreibe ich was von Interesse und sage: Hallo James, Hallo Rupert, aufgewacht und zugehört, hier wird sich ab sofort etwas ändern. Ihr dicken Kater werdet staunen. Und was? Na ich habe aufgehört zu rauchen. Ach nee. Ach doch. Und zwar mit einem mal. Das ist gut, das ist schlau. Und ich spüre ja förmlich wie intelligent ich dabei werde, die Haut wird schön rosig und ich werde im Geld nur so schwimmen. Jut, Fressflash habe ich nun auch schon den ganzen Tag, aber da bleib ich hart. Geist schlägt Körper. Und soll ich mal was sagen, ich werde ab morgen auch keinen Kaffee mehr trinken. Na wie ist das? Das ist klug, vernünftig und sehr langweilig möchte ich meinen. Ok. Das mit dem Kaffee, wird ne schwierige Nummer. Das mit de Zippen kriegen wir hin. Und dann verrate ich noch mal schnell ein Geheimnis: Ich habe von Frau Cosmomente geträumt. Das lustige daran ist, ich kenn die gar nicht persönlich. Dennoch haben wir uns über Nikotinpflaster unterhalten. Irgendjemand ne Ahnung, was das heisst?


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Mir geht es schon wieder besser
So mein Dank an dieser Stelle an:

Frau Schluessi, Frau Lunally, Frau Novemberregen, Frau Cosmo, Frau Himbeere, Frau Gutemine, Frau Bona (hier sogar doppelt;-), Frau Diagonale, dem Herrn Büffel, Herrn Gorilla, Herrn Nyxon, Herrn Platzwart und mir.

Der Frau fishy danke ich auch, aber ich kann das Bild nicht öffnen. Schicke mir doch bitte einfach den Link.
So. Mit diesem Bild und dem ausstehenden Beitrag der faulen Frau Morphine, hätten wir nach meiner Rechnung noch 8 Türen zu vergeben. Bitte schön, feel free, ich muss jetzt mal was essen gehen. Mal sehen ob es schon geht.

pass mal auf du macho! ich muss hier tickets buchen und in der hotline der lufthansa rumhängen und mit fremden männern schnacken, die mich zum flughafen bringen, und außerdem muss ich lernen und hatte heute training, und ich musste mir einen scheiß-koffer kaufen gehen, weil ich es mir wegen dir mit meinen eltern bis in alle ewigkeiten verschissen habe - und das ist alles wääääääääääh und frisst mir die zeit weg, aber mein beitrag ist gewissermaßen fertig, ich hab ihn noch letzte nacht getippt, und das alles nur, weil ich dich... äh.. ähm... glaub mal kräftig in deinen verwöhnten hintern treten muss. ;)
mit m schönen gruß vom linken fuß, dein frollein morphine.


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12 Kieckste schon wieder


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10 Weihnachtsmarkt
Das Grauen der Republik während der Weihnachtszeit sind die Weihnachtsmärkte. Nicht, dass ich etwas gegen den Verkauf dieser kitschigen Pyramiden oder der Nussknacker aus dem Erzgebirge hätte. Das läuft ja noch unter Aufschwung Ost für ein unterentwickeltes Zonenrandgebiet, dessen bekannteste Persönlichkeiten Jens Weißflog und Stefanie Hertel sind. Letztere sind ja schon mitleidserregend genug um einen Großeinkauf für die gesamte Verwandtschaft zu starten. Würde neben diesen Pyramiden ein Bildchen vom Jens stehen und aus dem Off die Stefanie ertönen, ich würd kaufenkaufenkaufen.
Selbst handgefertigte Bienenwachskerzen aus dem Behindertenzentrum und guatemaltekische Steppdecken mit Christusmotiv vom Drittweltladen hätten meine Sympathie.
Schlimm aber ist die Vermarktung zu reinen Kommerzzwecken: Allein der bloße Anblick von Bratpfannen und Topfreinigern bringt diesen tief sitzenden Würgreiz hervor. Daneben steht dann meist irgendein Heini, der die neueste Reibe anpreist. Alternativ ein Fensterputzmittel. Mal ehrlich: Welcher Volltrottel kauft 1 Woche vor Weihnachten ein Fensterputzmittel?
Ergänzt wird das Trauerspiel meist durch die Nürnberger-Rostbratwurst-Fressbude der Freiwilligen Feuerwehr und dem Glühweinstand mit dem Billigfusel von Lidl der TuS 1860 Neuheim (Kreisliga). Die Abrundung erfolgt dann durch den überteuerten Crepeverkauf der Martinsgemeinde und von selbstbemalten Batiktüchern der Frauengruppe der VHS.
Jeder Depp meint, dass er da ums verrecken hin muss und so scharwenzeln ganze Frührentnergangs bereits am hellen Nachmittag durch die Buden und sorgen für Drängelei.
Nun wird der ein oder andere sagen: Geh halt nicht hin. Das aber ist leichter gesagt, als getan. Ich würde ja gerne nicht hingehen. Aber leider sind diese Märkte immer äußerst (un-)geschickt zentral platziert, sodass man auf dem Weg gen Downtown kaum dran vorbeikommt. Normalerweise liegen die Buden direkt vorm favorisierten Buchladen. Und von ein paar Schacherern lass ich mich nicht aus meiner Stadt vertreiben. Ich nicht.

Zudem treten sie immer in Massen auf: Es reicht nicht ein Markt in 30 km Umkreis, nein, es müssen mindestens 15 sein. Und das schlimmste: Kennste einen, kennste alle. Selbst die Verkäufer scheinen allesamt geklont: Irgendwo muss es da eine riesengroße Fabrik geben, die ausschließlich Weihnachtsmarktverkäufer herstellt. Vermutlich irgendwo in einem Drittweltland werden die passenden fingerlosen Handschuhe und die Strickmütze dazu gefertigt.




Am allerschlimmsten aber, und da geht jeglicher weihnachtliche Sinn im wahrsten Sinn des Wortes flöten, sind diese Kinder, die dann mit ihren Blockflöten dastehen und gegen die Panflöten von "La Cucaracha" mit den Ponchos aus Ecuador anflöten. Die einen spielen "el condor pasa", die anderen "Leise rieselt der Schnee". Während die einen wohl Teil einer mafiösen Struktur sind (und ich behaupte bis heute steif und fest, dass es nur diese eine einzige Andenband gibt, die quasi auf Dauerwelttorunee ist), sind die anderen ganz arme Gestalten. Mal ehrlich: Was müssen diese Kinder nur für Eltern haben, dass sie in die Fußgängerzone stehen und grottenschlecht Flöte spielen? Das ist definitiv ein Fall für die Jugendhilfe. Das kann keine normale Kindheit sein...
Warten auf Silvester.


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9 Weihnachten
Weihnachten. Es gab Zeiten, da war dieses Wort und alles, was es so im Schlepptau mit hinter sich her zieht, ein rotes Tuch für mich, so ab dem zwölften oder dreizehnten Lebensjahr, da ekelte ich mich nicht nur vor den drei fettigen Tagen, obwohl ich die Schlemmerei eigentlich ganz gerne mag, sondern vor allem vor der gespielten Familienfreude und -liebe. Genau zu dieser Zeit, es war wohl knapp nach der Wende, zerbrach dann auch das ganze Familientheater, verteilte sich teilweise in alle Windrichtungen und das in ein und derselben Stadt, übrig blieb ein kleiner, verstreuter Haufen, der sich bei Kerzenschein und knisterndem Geschenkpapier zusammenfand, auf dem alten Schallplattenspieler lief die gewohnte Weihnachts-LP, der Stollen war selbstgebacken, es roch drei Tage lang nach Essen und spät in der Nacht wurde meist noch einmal frischer Kaffe gemacht. Wir rauften uns zusammen und trotzdem wirkte es oft erzwungen, gespielt, Gedichte aufsagen musste ich allerdings nicht mehr.

Weihnachten. In einem Jahr wurde es trotzdem zu etwas besonderem und seit dem ist mein Verhältnis zu diesem Fest nicht mehr ganz so gespalten, ja, seit dem die Kinder da sind, kann ich sogar behaupten, dass ich mich darauf freue, es tatsächlich ersehne. Man wird eben Eltern. In diesem besagten Jahr gab es einen letzten ernst gemeinten Versuch, den Kern der Familie zu einem gemeinsamen Weihnachtsfest zusammen zu bringen, Treffpunkt war irgendwo im Harz, fernab der Zivilisation, mir schwante Schlimmes, vor allen Dingen Langeweile, zum Glück hatte ich einen Walkman, so ein tolles Techie-Teil, silbern glänzend und mit Auto-Reverse, da brauchte ich die Kassette nicht mehr umdrehen, toll. Dem Rufe folgten natürlich meine Eltern als Rufende samt meiner Wenigkeit, meine Schwester samt Anhang und meine beiden Omas, schon sehr betagt, aber rüstig, in freudiger Erwartung auf Kinder, Enkel und Urenkel, hatte es doch irgendwie einen Hauch von "damals". Die Anreise war gewohnt unspektakulär, früher reiste man beengt im lauten Trabbi über holprige Autobahnen, wenn man denn reiste, und freute sich trotzdem, nun rauschte die fabrikneue Luxusmittelklasselimousine mit kaum vernehmbarem Motorengeräusch über die Autobahn, den Harz erreichten wir nach knapp drei Stunden.

Schnee. Schnee gehört für mich unweigerlich zum Weihnachtsfest, ein Fest ohne Schnee ist nur ein halbes, am liebsten ist mir das Ganze als Schneesturm, so dass man kaum zur Tür herauskommt, im letzten Jahr ging es, glaube ich, kurz nach Weihnachten los, das war wunderbar. Im Harz schneite es. Erst begann es mit kleinen, leise herunter rieselnden Flocken, die am Boden kaum auffielen, alles ganz sanft und still. Als wir meine Schwester vom Bahnhof abholten, ging es schon rasanter zu, ein heftiger Wind kam dazu, die Flocken wurden dicker und der Boden weißer, bis kaum noch etwas dunkles zu sehen war, alles deckte sich langsam zu. Es war der dreiundzwanzigste, der Tag vor dem großen Fest, mein Neffe war noch ein kleiner Wicht und keine lange Bohnenstange, er freute sich wie verrückt, über den Schnee und auf die von ihm so sehnlich gewünschten Geschenke, er konnte kaum schlafen, stand immer wieder auf und fragte mit leuchtenden Augen "Kann ich schon aufstehen? Ist es schon soweit?" Irgendwann schlief er dann doch ein, die Erwachsenen und ich, der es noch werden wollte, saßen in ruhiger Runde zusammen, hier und da wurden noch Geschenke eingepackt, es wurde gebastelt, in der Küche die letzten Vorbereitungen für das große Essen getroffen, wie immer gab es Kassler mit Grünkohl oder Rosenkohl, irgendwo im Hintergrund lief der Fernseher und draußen schneite es immer noch wie wild. Über allem schwebte ein fast unbeschreibliches Gefühl, ein vorher eher unbekannter Zusammenhalt, eine angenehme Wärme und Ruhe, ehrlich und nciht gespielt, es fehlte nur noch das Knistern eines Kamins.

Heiligabend. Der Abend schlechthin. Die Welt sah am Morgen ganz anders aus, wie in Watte gepackt, selbst die Straßen waren weiß, die Geräusche gedemmt, es schneite immer noch, vor dem Fenster standen zwei Pferde im Schnee, weißer Dampf stieg aus ihren großen Nüstern in die kalte Luft. Ich saß mit meinem Neffen auf dem Fensterbrett, wir schauten beide hinaus in die weiße Wunderwelt, in diesem Moment waren wir beide Kinder, wir staunten mit offenen Mündern, planten einen riesigen Schneemann, eine Schneeballschlacht, und komischerweise plante etwas ganz tief in mir eine Familie, Kinder, Kinder mit leuchtenden Augen und offenen Mündern, ohne Kinder geht es nicht, schon gar nicht in der Weihnachtszeit. Die Pläne wurden in die Tat umgesetzt, Schneemann, Schneeballschlacht, die geplanten Kinder kamen natürlich erst viel später, die Zeit verging draußen viel schneller, wir beschmissen uns mit kaltem Schnee, der unter den Füßen knirschte, am Fenster beobachteten uns Eltern, Großeltern und Urgroßmütter, später machten sie sogar mit, es war ein gemeinsames Lachen, voller Freude, dazu der blütenweiße Schnee, der unsere frischen Spuren schnell wieder verschwinden ließ, die beiden unverwüstlichen, dampfenden Pferde, ein im Rentierschlitten auftauchender leibhaftiger Weihnachtsmann hätte diesen Heiligabend wohl perfekt gemacht.

Mittagsschlaf. Meine Mutter befehligte "alle Männer" in die Betten, in Küche und Wohnzimmer herrschte unüberhörbare Betriebssamkeit, Geschirr klapperte, noch einmal knisterte Geschenkpapier, alles wurde in Form gebracht, ein kleiner Weihnachtsbaum geschmückt, der Fernseher lief wieder im Hintergrund, ein Chor sang Weihnachstlieder, alles klang feierlich. Es hatte aufgehört zu schneien, langsam wurde es dunkel, wir versammelten uns zum gemeinsamen Kaffee, danach gingen wir in die Kirche, das haben wir (Kinder) vorher erst einmal gemacht. In der kleinen Dorfkirche empfing uns eine ganz eigene Welt, wundersam und unbekannt, es gab ein Krippenspiel, es wurde gesungen, meine Großmütter sangen voller Freude, hatten ein paar Tränen in den Augen, die Kirchenbänke waren hart und unbequem, mein Neffe furchtbar aufgeregt, je länger es dauerte, um so unruhiger wurde er, wie wir alle auch. Draußen erhellte der Schnee die Welt, um uns herum stille Wälder, es waren kaum noch Autos auf der Straße, dafür überall wunderbar beleuchtete Fenster, keine kecktisch blinkenden Lichterketten, warmes, gelbes Licht aus Häusern, in denen überall gefeiert wurde, wir rannten fast zum Ferienhaus, mein Neffe rief ständig laut und aufgeregt "Der Weihnachtsmann war schon da. Der Weihnachtsmann war ganz bestimmt schon da."

Geschenke. Erwachsene verabreden gern, sich nichts mehr zu schenken und tun es dann doch, aus Pflichtgefühl, schlechtem Gewissen oder weil sie es einfach nur gut meinen, liebevolle Geschenke treffen deswegen oft genau ins Schwarze. Und für die Kinder kommt der Weihnachtsmann. Langsam und bedächtig öffnete mein Vater die Tür, meine Mutter befehligte alle in den weiten Flur "Wartet bitte, ich muss erst schauen, ob der Weihnachtsmann auch wirklich schon da war." Mein Neffe war nicht mehr zu halten, wir, die nicht mehr an den Zauber des dicken Mannes mit Bart und Mantel glaubten, hatten trotzdem ein Glänzen in den Augen, von außen betrachtet wird es wohl alles ein wenig wie aus einer schlechten Weihnachtswerbung gewirkt haben, wir fühlten uns wohl, uns war innerlich warm und wir waren aufgeregt. Endlich war das fast schon traditionelle Läuten der alten Messingglocke zu hören, die Spannung stieg, der Neffe führte die kleine, immer noch aufgeregte Weihnachtsprozession in das spärlich beleuchtete Wohnzimmer, es war unglaublich warm durch die vielen Kerzen, auf einem Tisch stand der kleine Tannenbaum, mit roten und goldenen Kugeln und einer warm leuchtenden Weihachtskette geschmückt, darunter ein wahrer Berg liebevoll eingepackter Geschenke. "Der Weihnachtsmann war da, er war da, ich hab es doch gewusst. Und ich hab ihn wieder nicht gesehen" Papier flog in Fetzen durch das Zimmer, Verpackungen wurden aufgerissen, Spielzeuge ausgepackt, Bücher hecktisch gesichtet, wir prosteten uns zu, umarmten uns, gaben uns einer fast weinerlichen Sentimentalität hin, nicht jämmerlich, sondern wohlig, alles war gut, bestens, kein Theater, wunderbarer Ernst.

Essen. Entspanntes Essen in aufgelockerter Atmosphäre, lächelnd, lachend und kauend werden Anekdoten aus drei Generationen der Familie präsentiert: "Weißt du noch, als Opa auf dem Akkordeon spielte oder auf dem Klavier, alle sangen mit und freuten sich." oder "Elvis mochte er nicht, darum erzählten wir ihm, es wäre Vico Torriani.", leider lernte ich meine Großväter nie kennen. Weihnachten im Krieg, Weihnachten nach dem Krieg, Weihnachten mit kubanischen Apfelsinen und dem Thomanerchor auf LP, Weihnachten heute, alles verändert sich, die Rituale bleiben immer gleich, in diesem einem Jahr war das Gefühl einzigartig und besonders, draußen das verschneite Wunderland, drinnen leuchtende Kinderaugen, Vertrautheit, Geborgenheit, ein Glücksgefühl schwebte mit dem Duft des selbstgebackenen Stollen durch das Haus, die, die sich wirklich wichtig waren und liebten, hatten sich versammelt, hatten zueinander gefunden, feierten sich gegenseitig, mehr Geschenk brauchten wir nicht.

Dieses eine Fest war wundersam und wunderbar und eigentlich gäbe es noch viel mehr zu erzählen, es prägte mich und meine Vorstellungen von Familie, wie sie sein sollte, könnte, wenn man sich nicht verzettelt, gegenseitig misstraut, immer wieder vergisst, dass es nicht um gegenseitige Forderungen, ständiges geben und nehmen geht, sondern einzig und allein um das Gefühl der Zusammengehörigkeit, um Liebe, ein Wunschtraum. Ein fröhliches Weihnachtsfest.


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8 Besinnliches
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6 Die Weihnachtsgeschichte – reloaded
Es begab sich also zu einer Zeit, da wurde Kleinbloggersdorf aufgefordert, sich zahlenmäßig stark an einem Adventskalender zu beteiligen. Viele folgten dem Aufruf und so machte sich auch Joseph auf den Weg nach Kleinbloggersdorf, zusammen mit seiner Verlobten Maria, die da schwanger war und bald ein Kind gebären sollte. In Kleinbloggersdorf sammelten sich nun aber viele Blogger und so kam es, dass man für die kleine Familie keinen Platz mehr fand. Ihnen wurde ein Zelt an der Hauptverkehrsstraße angeboten, in dem sie nächtigen und sich ausruhen konnten. Stressbedingt setzten bei Maria die Wehen ein und wie in einem schlechten Film gebar sie noch in dieser Nacht ihr Kind, das sie in eine Decke wickelte und sofort ein Foto und einen Beitrag postete, um es der Welt kundzutun.

Zu gleicher Zeit irrten drei junge Frauen in der Gegend umher, auf der Suche nach Erfolg, den man ihnen früher versprochen hatte, den sie aber erst noch zu finden hatten. Ein halbes Jahr hatte man sie zusammen mit anderen Frauen eingepfercht, um sie dann zuletzt in einer gigantischen Show zu den letzten Dreien ihrer Art zu küren: zu Popstars!
So liefen Bahar, Mandy und Senna des Nachts auf einem Felde, die Absatzschuhe tief in den Morast gedrückt, zum nächstbesten Auftritt, denn der Weg in die Charts war hart und erbarmungslos. Sie froren und schienen desillusioniert, aber ein tiefer Glaube war in ihnen.
Da tat sich der Himmel auf und ein Engel schwebte herab und breitete die Arme aus und schaute sich um und verkündete zufrieden: „Ein Glück, es sind keine Verwandten auf dem Felde, denen ich sagen muss, sie sollen zurück auf ihre Plätze kehren, um mich nicht weiter zu unterbrechen!“ Und der Engel, der sich selbst als Oli P. vorstellte, lächelte selig auf die drei Popstars herab und frohlockte: „Habet Hoffnung, ihr drei Popstars! Denn heute ist euch der Heiland geboren. In Kleinbloggersdorf, hinter den sieben Bergen, auf den unsicheren Servern gelegen und deshalb manchmal nur schwer zu erreichen, liegt er dort in eine Decke gewickelt. So gehet hin und lasset euch einen guten Song produzieren, auf dass die Welt sein und euer Lied singen mag. Preiset den Herrn, denn er hat uns heute seinen Erben, den Dieter Bohlen, gesandt!“
Und als würde der Himmel zu singen beginnen bei dieser frohen Kunde, schwebten alle anderen erfolglosen Popengel aus den Höhen herab und priesen die Geburt des Messias, des großen Dieter Bohlen. Fröhlich klatschten sie alle in die Hände, die drei Popstars Bahar, Mandy und Senna, und auch die Preluders und Overground und natürlich BroSis. Alexander Klaws stimmte mit Mike Leon Grosch und Tobias Regner ein Lied an und sei all dies nicht schon genug, stieg auch Elli aus der Vergessenheit empor und alle sangen das große Dieter-Bohlen-Gedenk-Lied.
„Bloß weg hier, bevor sie uns mit ihrer Erfolglosigkeit anstecken“, dachten sich die drei neuen Popstars und machten sich auf den Weg nach Kleinbloggersdorf um den Messias zu sehen und ihm Geschenke zu machen, auf das er ihnen einen Song schrieb und zum Erfolg führte.

Geführt vom grellen Heiligenschein des Neugeborenen fanden sie rasch den Weg. Ehrfürchtig baten sie Maria und Joseph den kleinen Dieter sehen zu dürfen, was die stolzen Eltern sofort willig erfüllten, nachdem sie sich die Domain popstars.blogger.de gesichert hatten, um am späteren Erfolg teilhaben zu können.
Bahar, Mandy und Senna traten in das kleine Zelt an der Hauptverkehrsstraße von Kleinbloggersdorf und an den kleinen Dieter heran, der sie mit großen Augen ansah, denn bereits jetzt sah er das viele „Talent“, das die jungen Frauen mit sich brachten.
So trat Bahar an ihn heran und sagte: „Oh großer Dieter! Ich bringe dir eine großartige Stimme und eine achtenswerte Bühnenpräsenz. So mache mich erfolgreich, denn ich habe es verdient!“
Es trat auch Mandy heran und sagte: „Oh großer Dieter! Ich bringe dir eine jugendliche Frische und die Emotionalität, die ihresgleichen sucht. So mache mich erfolgreich, damit ich nicht wieder anfange zu weinen!“
Und auch Senna trat an ihn heran und sagte: „Oh großer Dieter. Alda, ich bringe dir eine große Schnauze und Talent. So mache mich erfolgreich, sonst schlage ich dir die Fresse ein, verstehst?“
Und der Dieter verstand und lächelte sie an und dachte schon ans Grabschen und an die Millionen, die er mit den Dreien zu scheffeln vermochte und er wusste, mit ihm war eine neue Religion geboren. Und so ließ er Bahar, Mandy und Senna durch die Lande touren und ließ sie seine Botschaften kundtun, auf das die Welt in seinem und ihren Glanze erstrahlen mochte.
Maria und Joseph hielten auf ihrer Domain die Menschen auf dem Laufenden und mit jedem neuen Posting rückten sie ein Stück weit empor in den Bloggerhimmel.
Und wenn sie nicht gekreuzigt oder vom fiesen Punish-Punisher angeschwärzt wurden, so bloggen sie noch heute die Religion des Messias und seiner von einem Privatsender abgeworbenen Popstars.






Sämtliche in dieser Weihnachtsgeschichte verwendeten Popstars und Showgrößen wurden dafür erbarmungslos missbraucht und möglicher Erfolg und Talent sowie auch Misserfolg und Talentlosigkeit überspitzt dargestellt. Sollte Ihnen Ihr Gewissen beim Lesen dieser Weihnachtsgeschichte auf den Magen schlagen, behalten Sie es bitte für sich oder trösten Sie sich mit Schokolade.
Für etwaige Spätfolgen wie Fandasein oder Fettleibigkeit übernimmt der Autor keine Haftung.


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4 Ein Winterweihachtsmärchen..
Es war kalt draussen, bitterkalt. Kleine Eiskristalle hatten einen frostigen Blumenstrauss an die Fenster gemalt und die Strassen waren mit flauschigem glitzernden Schnee bedeckt.
Die Kerze flackerte auf dem Küchentisch. Seit Jahren wollte sie das Fenster reparieren, aber sie konnte es sich nicht leisten. Seufzend zog sie die Strickjacke noch ein bisschen enger um die schmalen Schultern und warf einen Blick auf ihre kleine Wohnung. Die zugige Dachkammer hatte sie vor zwei Jahren entdeckt, als sie kraftlos, fast schon lebensmüde durch die Kälte gelaufen war. Plötzlich sah sie das alte Haus, heruntergekommen war es, aber ein Licht leuchtete in einem der schäbigen Fenster. Verlassen sah es aus: ein bisschen wie ein Hexenhäuschen. Einsam stand es da, am Stadtrand, als ob es auf sie warten würde.
Ihre wenigen Sachen hatte sie sorgfältig in drei Plastiktüten gepackt, mehr hatte sie nicht. Seit sie vor zwei Jahren ihren Job, ihr Heim und dann nach und nach alles verloren hatte.
Das alte Haus war wie sie - einsam und irgendwie dunkel - ein bisschen verwahrlost, aber es hatte Würde, war trotz allem noch da. Es erschien ihr wie ein Hoffnungsschimmer, ein Geschenk des Himmels und sie beschloss nicht aufzugeben, sich nicht einfach in den Schnee zu setzen und zu warten..zu warten bis die Kälte sie für immer eingeholt hätte.

Sie stolperte die letzten Schritte und *Poch poch* klopfte leise, fast zögerlich an die hölzerne Eingangstüre. nichts passierte..*Poch Poch* klopfte sie nochmal, jetzt etwas lauter. Und kurze Zeit später hörte sie ein leises Schlurfen.
Ein Mann öffnete ihr die Türe und ein warmer Lufthauch wehte um ihre Nase. Er war nicht besonders groß und nicht besonders hübsch, aber für sie war er der schönste Mensch der Welt - denn er lächelte, er fragte nicht und wunderte sich nicht, sondern öffnete ihr einfach die Türe:"Kommen Sie nur herein, draussen ist es ja bitterkalt..hätten Sie gerne einen Tee?"

Jetzt, zwei Jahre später, war es wieder Weihnachten, sie hatte sogar ein paar Plätzchen auf dem Teller liegen und die Katze räkelte sich auf ihrem Schoß. Sie dachte nicht gerne an die Zeit davor. Früher, das war für sie Leid, Obdachlosigkeit, Einsamkeit und Kälte. Heute, hatte sie ein Dach über dem Kopf, eine warme Strickjacke und eine Katze als Mitbewohnerin.
Die alte Kate am Stadtrand war ihr Zuhause geworden und der liebevolle Wohltäter ein richtiger Freund. Warum er sie einfach so aufgenommen hatte?
Sie wusste es nicht genau. Sie war ihm sympathisch, hatte er gesagt und es war Weihnachten..ja, das hatte er auch noch gesagt. Und sie lächelte, während sie mit zarter Hand das Katzenfell kraulte."


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Mittwoch, 29. November 2006
Blogg`n Roll, Baby
Meine Welt ist ja manchmal der Starbucks um die Ecke. Ich bin recht froh, dass es die fast überall gibt. Der Kaffee schmeckt zwar hier und da anders, denn „Sie müssen wissen Herr Cabman, wir nehmen auf regionale Unterschiede Rücksicht.“ Sagte damals der Einkäufer zu Matthias und mir und dann haben wir nen hübschen Deal eingefädelt und der ist heute noch gültig. Zumindest in Deutschland. Vorhin sass ich mit Fi in einem, so als Vorbereitung auf das Meeting mit Client A+++. Und ich dachte dabei an Mauran, denn den traf ich das letzte Mal in Birmingham aufem Flughafen in einem und da hat er noch so über den Kaffee gemeckert. Nun hat er größere Sorgen. Er schläft nur sagte mir seine Mutter in schwer verständlichem Englisch. Jeder schlägt seine eigene Schlacht.
Ich schlug meine heute. Der Herr Einkäufer heißt Greg. Ich dachte an sonen alten verbiesterten Mann und wurde eines besseren belehrt. Greg ist so alt wie ich, funny enough sieht er auch so aus wie ich und die Chemie hat gleich gepasst. Er ist frisch dabei, ich auch, also für UK, zwei Youngsters, die was bewegen und den Alten zeigen wollen. Das ging so smooth, dass die Probleme, die da gestern unüberwindlich schienen, sich heute ins Gegenteil verkehrten. Alles eine Glaubensfrage. Wir lachen viel, gutes Zeichen und dann rückt er mit nem majordeal raus und auf dem Abakus in meinem Kopf rutschen die Perlen in Lichtgeschwindigkeit hin und her. Global campaign, 500 stores. Gotcha, denk ich mir und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. Greg fragt wer sein Kontakt ist und ich antworte ihm, dass es Fi wäre. Da kucken beide erstaunt, und ich erkläre freimütig, dass Fi mein volles Vertrauen hat, sie kann das und wir arbeiten hier im Team. Früher war das aber nicht so, nee sach ich, früher war ja gestern, heute ist Zukunft. Ich luscher zu Fi rüber, die grinst breit und ist nen Zentimeter gewachsen. Es gab noch nen Kaffee und bei der Verabschiedung fragt Greg, ob wir heute Abend ein Bier trinken wollen. Vielleicht auch zwei? Aber klar, mir dir doch immer und dann trifft er mich schwer, denn er fragte auch, ob ich meinen Smoking schon klar hätte. Fuck. Also doch. Nix mit Anzug.
Im Auto meinte ich zu Fi, ich kann da nicht underdressed hin. Nee, sagte sie kannste wohl nicht und wir sind dann los zu sonem Höker, total muffig und bis unter die Decke voll gestopft mit Klamotten. Die nette Frau ging mir bis zum Bauchnabel und da ich nicht der größte bin, könnte man von einer Zwergin sprechen. Ich probier hier und da, Fi und Zwerg sagen immer das ich großartig darin aussehe, eine Hilfe ist mir das nicht, denn sie sagen es bei jedem Smoking. Anyway. Ich habe dann einen gewählt und wenn ich denn anhabe, fühle ich mich wie im Kino bei 4 weddings and a funeral. Sieht aber stark aus und Fi meinte, sie werde auf mich aufpassen müssen. Nee, ich pass auf mich selber auf, dreh dabei den Ring an meinem Finger und denk mich weg. Das tote Tier auf ihm funkelt mit der Sonne um die Wette und ich frag mich, ob der sich auflädt oder so etwas, denn der strahlt auch im Dunkeln. Erst hatte ich ja bedenken ihn zu tragen, aber Fi meinte, ich strahle soviel Männlichkeit aus, dass er mir sehr gut stehen würde. Schönes Kompliment, ich glaube ihr, denn Fi hat tatsächlich mein volles Vertrauen und ausserdem haben das auch schon zwei andere Damen gesagt.
So. Gestern war ich ja neidisch, weil ich nicht bei de Literaten vertreten bin. Heute ist es mir herzlich egal, denn was heisst bloggen? Genau. Leben. Ich bin mit meinem sehr zu frieden. Das Beste daran ist, dass es alles selbst geschnitzt ist. Da gibt es niemandem dem ich danken müsste. Von Herrn Bukowski wurde auch nie gesagt, dass Weltliteratur schreibt und er hat trotzdem sein Ding gemacht. Mach ich auch, in diesem Sinne, Blogg`n Roll, ich gehe jetzt mit den Hyänen tanzen. Sie werden mich finden, da bin ich sicher, sie finden mich immer.
Und falls sich jemand wundert, ja ich hätte gern die Morphine dabei. Würde ihr sicher Spass machen. Und wehe einer Lacht. Also über den Smoking


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Dienstag, 28. November 2006
Lauf James, lauf
Was für ein Tag. Zeit rinnt mir durch die Finger, sie läuft einfach weg. Wir hetzen zur U-Bahn, catch the tube. Regen, Regen nur Regen. Kid hat immer Herbst, ich habe immer Regen. Scho Schonenland, Stockholm, Amsterdam und nun eben London. Immer Regen. Wir springen von einer Bahn zur anderen.
Die Termine sind eng gesetzt. Muss sein. Nur 15 Arbeitstage, mehr habe ich gerade nicht. „Hurry up Fi“, rufe ich Fiona zu und sie grinst gequält. Wir schwimmen im Strom der Menschen, es kommt mir so aberwitzig vor. Innercity London, da sind die Wege zu den Stationen verzweigt wie in einem Ameisenhügel. Der Vergleich passt. Wir alle sind Ameisen und quälen uns durch den Bauch der Stadt. Da ist kein vorbeikommen, die Masse folgt stoisch dem vorgegebenen Weg. Wir folgen ihr. Verteilerkonten. Wir müssen hier zurück ans Tageslicht.
Ein alter Mann steht vor der einzigen Rolltreppe nach oben. Die Masse kommt ins stocken. Der Mann versucht seinen Hund hochzuheben, schaffte es nicht. Keiner hilft. Ich schon. Ich pack den Hund untern Arm und dann geht es dem Regen entgegen. Leute schauen mich komisch an. Fi lacht. Der Hund bewegt sich nicht, riecht gut. Skippy hat auch immer gut gerochen, fällt mir kurz ein. Oben angekommen sagte der alte Mann einfach nur Danke und zieht seines Weges. Fiona lacht noch immer.
„Der hätte dich beißen können.“
„Hat er aber nicht.“
„Du bist total verrückt. Wirklich. Du sahst urkomisch aus. Und der Hund erst.“
Und dann geht es weiter. Business district. Wir suchen das Hotel, in dem das Meeting stattfinden soll. Da taucht es auf. Allerbester Protzkasten. Wir haben noch 20 Minuten. Ich brauch nen Kaffee. Ich glaub ich bin abhängig. Wir gehen in einen Diner. Hier geht es Zack, Zack. Bestellen, bezahlen dann brüllt jemand, den man nicht sieht, two coffees black und das war es. Das dauert keine Minute. Niemand hat Zeit. Ich schon gar nicht. Mir gefällt der Vibe, mir gefallen die Jaguars, die Damen in ihren Porsche, die Gentlemen in ihren Anzügen und Burberry-Regenjacken. Die Times liegt rum, Zeichen für eine andere Welt. Fi und ich reden ein bisschen. Sie meint, sie wäre froh wenn ich wieder weg bin. Sie meint es nicht böse. Ich frage ob ich ihre Routine störe. Ja, sagt sie. Es geht mir zu schnell. Ich weiß, sage ich. Aber wir haben nicht soviel Zeit. Bisher waren wir gut, oder? Ja, antwortet sie. Wir haben in den letzten sieben Tagen mehr bewegt als in den letzten 4 Jahren. Ich versteh gar nicht wo diese Energie bei dir hier herkommt. Tja, nehme ich einen Schluck Kaffee, ich eigentlich auch nicht und ich sage ihr nicht wie müde ich mich gerade fühle. Wie angeschossen, wie verletzt und wie pissed off von Leuten, die ihren Job nicht machen. Killed by friendly fire, nennen sie es, wenn dir deine eigenen Leute in den Rücken schießen, weil sie zu blöd sind. Eine schnelle Zigarette unterm Regenschirm, Leute hasten an mir vorbei und dann gehen auch wir zum Edelhotel.
Ja, ich nehme Kaffee und ich muss mir kurz die Hände waschen gehen. Fi erzählt der schönen Frau die Geschichte vom Hund. Ich höre sie lachen, als ich zu den WC`s gehe. Was ist daran lustig? Tolles WC. Die haben da einen Teppich liegen, den manch anderer im Leben nicht bezahlen kann, aber so ist es. Das Leben ist und bleibt ungerecht.
Die schöne Frau kenn ich schon. Sie heißt auch Fiona. Sie ist director bla bla bla. An ihrer Seite sitzt eine verhuschte Person im Wollpulli. Sie ist deputy editor. Na sehr schön, denk ich mir. Fiona2 fängt mir ihrer Präsentation an. Klar seid ihr die Besten, sonst würdet ihr mir es nicht erzählen. Ich frage ob ich ein Stück näher zu ihr kommen darf, ich versteh sie so schlecht. Sie grinst. Ja, sagt sie, darfst du, ich hab dich gern bei mir. Sie sieht gut aus. Langes blondes Haar, wer würde sich nicht gern mal darin sonnen wollen. Ihre Wimperntusche hat einen Abdruck auf dem unteren Lied hinterlassen, es sieht aus als würde sie weinen. Irgendwann bin ich von der Selbstbeweihräucherung genervt. Lass uns über Zahlen reden. Sie lacht, du kommst gleich zur Sache, was? Ja, und nun raus damit. Sie bleibt cool, wird kein Stück rot, sie ist Profi durch und durch und deswegen mag ich diese Frau so. Sie haut mit den Zahlen um sich als würden wir hier über Kekse reden. Am Ende ihrer Ausführung schaute sie mich auffordernd an und grinst. Ich kann das Spiel aber auch. Ok, sag ich, wie viel Rabatt ist drin, wenn wir nen ganzjährige Kampagne fahren und siehste wohl, jetzt zittert sie. Wir werden uns einig. Frau deputy editor, deren Namen ich vergass, weil sie so eine Unperson war, drückte nichts aus, will wissen was sie schreiben soll. Erstens nicht meine Sache, ich mach hier nur die Deals und Zweitens ist das dein Job. Sie wird rot und findet mich doof. Zieh dir ne Nummer und stell dich zu den anderen.
Fiona2 sagt mir, dass ich in Birmingham einen guten Eindruck hinterlassen hätte. Da wären einige Damen, die mit mir morgen tanzen wollen. Sie wäre eine davon. Ich verspreche es ihr und dann geht es für meine Fi und mich wieder raus in den Regen, rein in die Tube. Nächster Termin.
Der Laden sieht gut aus, die junge Dame, die dafür verantwortlich ist, nicht. Trotzdem überhäufe ich sie mit Komplimenten für die schöne Präsentation und sie freut sich. Gutes wird nicht besser wenn man drüber spricht, aber wenn ich der Meinung bin, dass es etwas gut ist, dann sag ich es auch. Motivation. Wir kürzen den Termin ab. Alles ist ok, da braucht man sich nicht darum zu kümmern und wir sparen Zeit. Rein in die Tube, nächster Termin.
Fiona meint, wir müssen nun Bus fahren. Vergiss es. Wir nehmen ein Taxi. Ich will Cash holen. Creditlimit überschritten sagt der Automat. Aha. Schon komisch, denn die Karte hat gar keins. Ich rufe an. Die Dame in Schweden erklärt mir, dass die Karte zwar kein Limit hätte, aber nur für Transaktionen. Ausbezahlungen haben eins und meins hätten sie gerade gesenkt. Wieso? Weil Sie es nie ausnutzten. Und wieso sagt ihr mir das nicht? Haben wir dann wohl vergessen. Schön. Ich will aber, dass ihr das Rückgängig macht und zwar jetzt. Das kann dauern. Nee, das kann nicht dauern, denn ich habe einen Termin. Ich sehe was ich machen kann. Sieh nicht. Mach. Sie macht und keine 4 Minuten später war das Limit wieder angehoben. Ich bedanke mich recht herzlich, dafür haste nen Orden verdient. Sie lacht und wünscht mir noch viel Spaß in London.
Cab. Nächster Termin. Edelrestaurant. Zwei der Drei Damen kenn ich schon. Gemma und Deniece. Wenn man die sieht denkt man, dass sind aber zwei nette Mädchen. Vorsicht. Die beiden sind knallharte PR-Profis. Deswegen arbeiten wir mit denen. Wer die unterschätzt hat schon verloren. Bussi links, Bussi rechts und dann werde ich der Chefin vorgestellt. Sarah. Schätzungsweise 50, dick und komisch anzuschauen. Wir reden nicht über business. Dafür haben wir noch ein Meeting nach dem Lunch. Es geht vor und zurück, Wetter, Politik und Komik. Zeitverschwendung. Ich rede dann doch über business und Sarah beäugt mich komisch. Wir werden nicht warm. Ein Glas Wein, ein Glas Wasser, drei Gänge und nun lass uns endlich das Meeting starten. Machen wir auch. Cab.
Konferenzraum in Chelsea. Nett anzuschauen und ich frage mich die ganz Zeit, ob das wohl unser Geld hier ist. Das Essen, dieses überkandidelte Büro, alles. Präsentation, schon wieder einer der mir erzählt, dass er der Beste ist. Na sicher. Wir arbeiten mit euch.
Wir spinnen Gedanken. Ich erzähle von Deutschland und Frankreich. Sarah wird offener. Jetzt weiss ich auch wo Gemma und Deniece das her haben, denn Sarah ist noch ne Spur härter. Aber wir verstehen uns immer besser. Irgendwann wird es ein Dialog zwischen uns beiden. Was das Ziel ist? Na ich will UK auf dem 3. Platz sehen. Das ist machbar, auch innerhalb eines Jahres. Sarah freut sich und Fi interveniert. Wieso nur der 3.? Weil ich Deutscher bin, weil ich anderthalb Jahr gebraucht habe Deutschland auf den 2. Platz zu pushen und den gebe ich nicht her. Fi lacht. Du bist aber auch für UK verantwortlich. Right. Ich kann aber auch Schach gegen mich selber spielen. Kannst Du? Nee, habe ich mal probiert, funktioniert gar nicht, weil ich Schwarz immer bevorzuge. Also wird es nichts mit UK? Nee, niemals.
Die Strategie ist festgelegt. Wir bedanken uns artig, verabschieden uns. Wir sehen uns dann morgen, Downtown in der Cocktailbar und von da aus fahren wir ins Hilton. OK. Wer bezahlt sie erste Runde? Na der, der fragt. Danke Fi. Wieder Tube, nur ins Hotel. Ich bin geschafft. Konzentration beim Reden, zwischenzeitliche Anrufe aus Deutschland und Schweden verwirren meinen Kopf. Sprachengewirr. Konzentration. HG rief an, bad news. Noch eine. Fuck. Gemma will mit mir tanzen, na bitte. Ich mag sie ja. Vor dem grossen Fest hat der liebe Gott aber noch die Pflicht gestellt. Morgen Treffen mit client A+++ und das was ich von ihm will wird ihm nicht schmecken. Wir werden sehen wie das ausgeht, aber wir sind auf dem richtigen Weg. Woher ich das weiß, will Fi in der Bahn wissen. Weiß ich gar nicht, glaube ich und wenn du das stark genug tust, dann wird es so kommen. Wie immer.
Frau Morphine hat wohl doch Recht. Vielleicht bin ich auf meine eigene Weise gläubig.


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Gastschreiber
So so, das ist ja interessant hier..."Sei aber bloß nicht zu neugierig, alles darfste angucken, aber nicht den Weihnachtskalender," hat James gesagt, als er mir kurz den Schlüssel zum Cove gab, damit ich das Adventskalenderpäckchen hier ablegen kann. James ist nämlich gerade auf großer Katerreise. Es juckt ja schon in den Fingern, vielleicht nur mal ganz kurz... hier, das... hm, so fein eingepackt... Neee, das mach ich nicht. Vertrauen darf man nicht enttäuschen. Und frau auch nicht. Ich lug nur mal durch die Fingerspitzen und schätze ganz grob, der Stapel ist noch nicht hoch genug. Also, Leute, legt Euch mal ins Zeug, gebt Euer Bestes, das ist doch so 'ne feine Idee, da können wir unser Katerchen doch nicht im Bloggersdorfer Regen stehen lassen. Und jeder ist eingeladen und darf mitmachen. Nur keine falsche Scheu. So, und jetzt gehe ich wieder und lass den Schlüssel hier auf dem Kaminsims. Schönen Abend noch.


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1 Die Nacht vor Heiligabend
Müde schloss er die Holzläden vor der Durchreiche seines Kiosks. Seit Stunden hatte sich schon kein Kunde mehr im heftigen Schneetreiben gezeigt. Aber er hatte ausgeharrt. Wozu hätte er auch nach Hause gehen sollen, in die einsame und kalte Wohnung? Seit seine Frau gestorben und seine einzige Tochter im Streit ausgezogen war, hielt er sich so viel wie möglich hier in seiner kleinen Bude auf, wo er Zeitungen und Süßigkeiten verkaufte. Aber jetzt war es wirklich spät geworden. Er seufzte und wollte gerade die Kerze im Stövchen unter seiner Teekanne auspusten, als er ein leises Klopfen an den Holzläden hörte. Erst meinte er, sich getäuscht zu haben, aber das Poch Poch Poch wiederholte sich, leise und doch eindringlich.

Albert Mistelmeier war ein freundlicher Mensch, der niemanden in eine schlaflose Nacht ohne sein Kreuzworträtselheftchen gehen lassen wollte und so öffnete er erst die Glasscheibe und dann den Holzladen.

Auf der verschneiten Auslage, auf der sonst die gängigen Zeitungen lagen, stand ein kleiner Elch und klapperte sehr verfroren mit den Zähnen. Während Albert hinausschaute, hopste die Gestalt flink an ihm vorbei ins Innere.

Benommen schüttelte Albert den Kopf und zählte in Gedanken die Spritzer Rum, die er in seinen Tee gegeben hatte. Er kam aber nur auf einige wenige und drehte sich um, in der Erwartung, dass die Halluzination verschwunden sein würde.

Doch die Halluzination mummelte sich gerade bequem in Alberts dicken Wollmantel ein, der wie eine Decke über dem einzigen Stühlchen ausgebreitet lag, und sagte dann höflich:

„Guten Abend. Ich bin Nelson.“

„Ich bin Albert,“ sagte Albert, weil er dem Elch in Punkto gutem Benehmen nicht nachstehen wollte.

„Ich möchte nur kurz bei dir warten und mich aufwärmen,“ fuhr der Elch fort und warf einen sehnsüchtigen Blick auf die Teekanne. „Dann werde ich wieder abgeholt.“

„Wo kommst du denn her?“

„Na hör mal,“ lachte der Elch. „Wo kommt denn ein Elch in der Weihnachtszeit her?“

Um sich zu sammeln, suchte Albert ein kleines Becherchen, in das er von dem immer noch warmen Weihnachtstee füllte und bot es Nelson an.

Der kleine Elch balancierte den Tee geschickt zwischen seinen Vorderhufen, schlürfte genießerisch einen Schluck und rülpste dann wohlig.

„Also, Elch, entschuldige, dass ich so begriffstutzig bin – woher kommst Du?“

Nelson verdrehte etwas ungeduldig die Augen und sagte dann: „Ich gehöre zum Weihnachtsmann-Team. Leider war ich etwas zu leichtsinnig, mein doofer Zwillingsbruder Bruno hat mich dazu angestiftet, und so sind wir beide aus dem Zug gefallen.“

Albert erinnerte sich aus seiner Kindheit vage an Bilder vom Weihnachtsmann mit seinem Schlitten.

„Aber wie kann man denn aus so einem Rentier-Geschirr herausfallen?“

„Geschirr?“ Nelson lachte amüsiert, so dass seine handgroßen Hörnchen bebten. „Das ist doch schon lange vorbei. Wir fahren natürlich mit einem schnellen Zug. Noch nie was vom Eis-Train gehört? Ziemlich cool und ziemlich schnell. Leider wollte dieser leichtsinnige Bruno unbedingt auf dem Zug surfen, ich habe versucht ihn festzuhalten und – zack – waren wir beide weg.“

„Ah, mit dem Zug, wie praktisch“ sagte Albert. „Da passen natürlich auch viel mehr Geschenke rein.“

„Ach, Geschenke.“ Nelson winkte ab. „Nur die Kinder freuen sich noch richtig. Die Erwachsenen haben doch schon alles. Das, was sie brauchen, können sie sich nur selber schenken. Aber die allermeisten verstehen das nicht.“

„Und was wäre das?“ Nun war Albert neugierig geworden. Für einen kurzen Moment schoss ihm durch den Kopf, wie absurd es war, mit einem Elch über Weihnachten zu philosophieren. Aber dann verwarf er den Gedanken wieder, denn irgendwie kam es ihm doch richtig vor. An diesem Abend war so vieles anders als an den anderen Abenden im Jahr. An diesem Abend, an dem draußen dicke, weiße Flocken fast waagrecht über die verlassenen Straßen trieben und glücklichere Menschen als er hinter beleuchteten Fenstern in ihren warmen Stuben saßen und sich auf das Fest der Liebe vorbereiteten. Andere fürchteten sich jetzt schon vor den Tagen der Düsternis und des Streits, die ihnen bevorstanden. Er wusste, was er sich sehnlichst wünschte.

„Liebe. Wärme. Nähe,“ sagte der Elch. „Naja, dieser ganze zwischenmenschliche Kram. Ihr wünscht euch alle die große Liebe und Freunde fürs Leben, aber keiner tut was dafür. Ihr habt so viel Angst, die euch lähmt. Könnte euch ja ein Zacken aus der Krone brechen, wenn ihr mal etwas geben oder auf einen anderen zugehen sollt. Also wartet ihr bis zum Sankt Nimmerleinstag und werdet immer trauriger.“ Der kleine Elch seufzte. Albert seufzte auch und dachte an seine Tochter, sein einziges Kind, und wie er sie vermisste. Er hatte doch immer nur das Beste für sie gewollt, aber sie hatte darin bloß Bevormundungen gesehen, ein Wort gab das andere, und so hatten sie schon seit fünf Jahren kein Wort mehr miteinander gesprochen. Seit Weihnachten vor fünf Jahren. Beide waren sie zu stolz, um nach dem großen Streit den ersten Schritt zueinander zu machen. Aber er vermisste sie so.

Albert bemerkte, dass der kleine Elch ihn mit funkelnden Augen ansah und gab sich einen Ruck.

„Wie kommst du denn nun zurück in deinen Zug?“

Nelson nahm noch einen Schluck Tee, schälte sich aus dem Mantel heraus und klemmte sich einen Schokoriegel in die Hufe.

„Um elf vor elf muss ich draußen stehen, und dann werden sie mich sehen und wieder mitnehmen. Wie spät ist es denn? - Tja, dann muss ich wohl los. Es war mir ein Vergnügen.“

Albert fasste behutsam den ihm entgegen gestreckten rechten Vorderhuf und schüttelte ihn ernsthaft. Dann öffnete er wieder die Durchreiche und der kleine Elch verschwand in der Dunkelheit.

Er griff nach seinem Mantel, als es wieder klopfte. Nanu, hat Nelson etwas vergessen, dachte Albert zuerst. Nelson? Er lachte über sich selbst. Was für ein wirrer Traum. Er musste wohl kurz eingeschlafen sein. Es klopfte wieder, diesmal jedoch an der Tür. Albert wappnete sich gegen den Schneesturm und trat hinaus.

Vor der Tür stand eine dick in Daunen eingepackte Figur. Unter der Kapuze quollen einige blonde Haarsträhnchen hervor. Albert schluckte. Die Figur fiel ihm um den Hals und sagte, ach, Paps. Albert spürte, wie sich ein Kloß in seinem Hals löste und sich nicht entscheiden konnte, ob er sich im Bauch oder in den Augen auflösen sollte. Er drückte sein geliebtes, verloren geglaubtes Kind fest an sich und wollte es nie wieder loslassen.

„Ich wollte gerade auch zu Dir gehen,“ flüsterte er. „Stell dir vor, was ich eben geträumt habe...“

„Sicher nichts so Verrücktes wie ich,“ unterbrach sie ihn. „Ich hatte einen klitzekleinen Elch zu Besuch, der sagte, sein Name sei Bruno und ich solle meinen Hintern endlich zu Dir hin bewegen.“

Sie lachten und weinten und lachten und weinten und gingen schließlich Arm in Arm nach Hause. In der Nacht vor dem Heiligen Abend.


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